Produkte und Daten

Als Partner an Ihrer Seite möchten wir Sie als Planer, Verarbeiter und Architekt bei der täglichen Arbeit unterstützen. Dieses Buch beschreibt die Werte und Eigenschaften unserer Markenfamilien und deren Produkte. Außerdem gibt es Empfehlungen zur richtigen Anwendung. Sie erhalten Einblick in die Produktionsmethoden und in physikalische Zusammenhänge. Dazu gibt es Hinweise auf die Besonderheiten des Baustoffes Glas. Wir bleiben nicht stehen, unsere Produkte durchlaufen einen ständigen Verbesserungsprozess und es kommen innovative Gläser dazu. Die Inhalte des Buches werden deshalb periodisch überarbeitet. Es ist erstaunlich, wie vielfältig der Werkstoff Glas zum Einsatz kommt. EUROGLAS als BasisglasProduzent bildet dabei das erste Glied in der Kette. Für die optimale Einsatzplanung, wird technisches Know-how benötigt.
Inhaltsverzeichnis I 1
Produkte und Daten
4. Auflage
4. Auflage
Herausgeber: EUROGLAS
© Copyright 2016 by EUROGLAS, Haldensleben
Grafische Bearbeitung: TEAM ABSATZFÖRDERUNG GmbH, Filderstadt
Gilt für Print- und elektronische Medien, auch auszugsweise. Eine Veröffentlichung ist ohne
ausdrückliche Zustimmung (auch für Fremdsprachen) nicht gestattet.
Die aufgeführten technischen Daten entsprechen dem aktuellen Stand bei Drucklegung und
können sich ohne vorherige Ankündigung ändern. Sofern nicht anders vermerkt, beruhen diese
auf Berechnungen auf Grund von Messungen an Standardaufbauten. Die licht- und energietech-
nischen Angaben, richten sich nach EN-Normen, U-Werte nach der DIN EN 673. Für individuelle
Fertigprodukte kann keine zugesicherte Eigenschaft daraus abgeleitet werden. Die gesetzlichen
Vorschriften sind bei allen Arten der Anwendung zu beachten.
Eine weitergehende Garantie für technische Werte wird nicht übernommen; insbesondere wenn
Prüfungen mit anderen Einbausituationen durchgeführt werden.
Rechtliche Ansprüche können aus dem Inhalt dieses Buches nicht abgeleitet werden.
Vorwort
Als Partner an Ihrer Seite möchten wir Sie als Planer, Verarbeiter und Architekt bei der täglichen
Arbeit unterstützen. Dieses Buch beschreibt die Werte und Eigenschaften unserer Markenfamilien
und deren Produkte. Außerdem gibt es Empfehlungen zur richtigen Anwendung. Sie erhalten
Einblick in die Produktionsmethoden und in physikalische Zusammenhänge. Dazu gibt es Hinweise
auf die Besonderheiten des Baustoffes Glas.
Wir bleiben nicht stehen, unsere Produkte durchlaufen einen ständigen Verbesserungsprozess
und es kommen innovative Gläser dazu. Die Inhalte des Buches werden deshalb periodisch über-
arbeitet.
Es ist erstaunlich, wie vielfältig der Werkstoff Glas zum Einsatz kommt. EUROGLAS als Basisglas-
Produzent bildet dabei das erste Glied in der Kette. Für die optimale Einsatzplanung, wird tech-
nisches Know-how benötigt.
EUROGLAS Gruppe
1.
5.
3.
7.
2.
6.
4.
Inhaltsverzeichnis
1. Die EUROGLAS Gruppe
2. Der Baustoff Glas
3. Glaskennwerte und physikalische Grundbegriffe
4. Produkte
5. Logistik
6. Anwendung und Handling
7. Normen, technische Regelwerke
1.
5.
3.
7.
2.
6.
4.
6 I Inhaltsverzeichnis
1. Die EUROGLAS Gruppe 13
2. Der Baustoff Glas 15
2.1. Geschichtliche Entwicklung 15
2.2. Herstellung von Floatglas 18
2.3. Basisgläser 19
2.3.1. Floatglas 19
2.3.2. Fensterglas 20
2.3.3. Ornament- und Gussglas 20
2.3.4. Drahtornament-, Drahtglas und poliertes Drahtglas 21
2.3.5. Borosilikatglas 21
2.3.6. Glaskeramik 21
2.3.7. Strahlenschutzglas 21
2.3.8. Kristallspiegelglas 22
2.3.9. Kristallglas 22
2.3.10. Kieselglas (Quarzglas) 22
2.3.11. Verfügbare Dicken verschiedener Gläser 22
2.4. Allgemeine Bemerkungen zum Bauen mit Glas 22
2.4.1. Sicherheitsgläser müssen geplant und vorgeschrieben werden 23
2.4.2. Auch die stärksten Gläser können brechen 23
2.4.3. Gläser sollten mit vernünftigem Aufwand ersetzt werden können 23
3. Glaskennwerte und physikalische Grundbegriffe 25
3.1. Glas und Sonnenstrahlung 25
3.2. Der Treibhauseffekt 25
3.3. Strahlungsphysikalische Wirkungsweise 26
3.4. Glaskennwerte 28
3.4.1 Lichttransmission/Lichttransmissionsgrad (LT) 28
3.4.2. Lichtabsorption/Lichtabsorptionsgrad (LA) 28
3.4.3. Lichtreflexion/Lichtreflexionsgrad (LR) 28
3.4.4. Strahlungstransmission/Strahlungstransmissionsgrad (ST) 28
3.4.5. Strahlungsabsorption/Strahlungsabsorptionsgrad (SA) 28
3.4.6. Strahlungsreflexion/Strahlungsreflexionsgrad (SR) 28
3.4.7. Gesamtenergiedurchlass/Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) 29
3.4.8. Beschattungskoeffizient 29
3.4.9. Selektivitätskennzahl 30
3.4.10. Allgemeiner Farbwiedergabeindex (Ra) 30
3.4.11. UV-Transmission 30
3.5 Der U-Wert 30
Inhaltsverzeichnis I 7
4. Produkte 33
4.1. EUROFLOAT – Unbeschichtete Basisgläser 33
4.1.1. Herstellung von Floatglas 33
4.1.2. Produktsortiment 37
4.1.3. Physikalische und chemische Eigenschaften von Flachglas 40
4.1.3.1. Definition und Zusammensetzung 40
4.1.3.2. Mechanische Eigenschaften 42
4.1.3.3. Thermische Eigenschaften 44
4.1.3.4. Chemische Eigenschaften 46
4.1.3.5. Strahlungsphysikalische Eigenschaften 47
4.1.3.6. Weitere Eigenschaften 50
4.1.3.7. Zusammenfassung der wichtigsten technischen
Kennwerte von Floatglas 51
4.1.4. Lieferprogramm und Paketierung 52
4.2. SILVERSTAR – Beschichtete Gläser 55
4.2.1. SILVERSTAR Wärmedämmschichten 60
4.2.1.1 Anwendung als Wärmedämm-Isolierglas 61
4.2.1.2. Kombinationsmöglichkeiten 62
4.2.1.3. Lieferprogramm 62
4.2.2. SILVERSTAR Sonnenschutzschichten 63
4.2.2.1. Funktion von Sonnenschutz-Isoliergläsern 64
4.2.2.2. Anwendung Sonnenschutz-Isoliergläser 67
4.2.2.3. Lieferprogramm 69
4.2.3. SILVERSTAR COMBI Beschichtungen 70
4.2.3.1. Anwendung COMBI Beschichtung 71
4.2.4. Kombinationsmöglichkeiten 74
4.2.5. Isolierverglasungen 75
4.2.5.1. Grundlagen, Energiegewinn, Wohnkomfort 75
4.2.5.2. Isolierglas Randverbundsystem 80
4.2.5.3. Wärmedämmung 86
4.2.6. Brüstungsplatten 92
4.2.7. Spezielle Beschichtungen 96
8 I Inhaltsverzeichnis
4.3. Verbundsicherheitsglas 99
4.3.1. Verbundsicherheitsglas EUROLAMEX VSG 99
4.3.2. Schutz und Sicherheit mit Glas 104
4.3.2.1. Passive und aktive Sicherheit 104
4.3.2.2. Gläser mit Sicherheitseigenschaften 106
4.3.2.3. Passive Sicherheit in der Praxis 107
4.3.2.3.1. Brüstungsverglasungen 107
4.3.2.3.2. Schräg-, Dach- und Überkopfverglasungen 108
4.3.2.3.3. Glasböden 110
4.3.2.3.4. Verglasungen in Sportstätten 111
4.3.2.3.5. Konstruktiver Glasbau 111
4.3.2.3.6. Passive Sicherheit – Anwendungsempfehlungen 112
4.3.2.4. Aktive Sicherheit in der Praxis 114
4.3.2.5. Sicherheitseigenschaften von Gläsern 115
4.3.3. EUROLAMEX PHON – Schalldämmendes Glas 116
4.3.4. Paketierung 118
4.3.5. Schallschutz 121
4.3.5.1. Lärmquellen und Wahrnehmung 123
4.3.5.2. Messkurven und ihre Bedeutung 124
4.3.5.2.1. Prüfverfahren 124
4.3.5.2.2. Schalldämmkurve und bewertetes Schalldämmmaß 125
4.3.5.2.3. Spektrum-Anpassungswerte C und Ctr 125
4.3.5.3. Geltende Normen und Verordnungen 125
4.3.5.3.1. Die Lärmschutzverordnung des Bundes 126
4.3.5.3.2. Die DIN 4109 127
4.3.5.4. Definitionen – Begriffsbestimmungen zum Schallschutz 127
4.3.5.5. Funktion und Aufbau von Schalldämm-Isoliergläsern 130
4.3.5.6. Merkmale von Schalldämm-Isoliergläsern 131
4.3.5.6.1. Verbundsicherheitsglas mit Schalldämmfolie (VSG P) 131
4.3.5.7. Zusammenhänge Isolierglas – Fenster – Fassade 133
4.3.5.8. Schallschutz kombiniert mit anderen Funktionen 134
4.3.5.8.1. Schallschutz und Wärmedämmung 134
4.3.5.8.2. Schallschutz und Sicherheit 134
4.3.5.8.3. Schallschutz und Sonnenschutz 135
4.3.5.8.4. Schallschutz und Sprossen 135
4.3.5.9. Übersicht Schalldämmgläser 135
Inhaltsverzeichnis I 9
4.4. LUXAR Entspiegeltes Glas (HY-TECH-GLASS) 137
4.4.1. LUXAR Entspiegeltes Glas als Einfachverglasung 139
4.4.2. LUXAR Entspiegeltes Glas als Isolierglas 139
4.4.3. Entspiegeltes Glas LUXAR CLASSIC 140
4.5. Brandschutzglas 143
4.5.1. Brandschutzglas FIRESWISS FOAM – Klassifizierung EI 144
4.5.2. Brandschutzglas FIRESWISS COOL – Klassifizierung EW 148
4.6. Solar- und Einscheibensicherheitsglas 151
4.6.1. Einsatzbereiche EUROGLAS ESG Flat 151
4.6.2. Herstellung und Veredelung 152
5. Logistik 157
5.1. Transportarten 157
5.2. Verpackung 158
10 I Inhaltsverzeichnis
6. Anwendung und Handling 161
6.1. Glasreinigung 161
6.2. Glasbruch 161
6.2.1. Glasbruch durch Thermoschock 162
6.2.2. Spontanbruch bei ESG 163
6.2.3. Kratzer und Glasbruch bei Isoliergläsern 163
6.2.4. Glasbruch bei Schiebetüren und -fenstern 164
6.2.5. Beurteilung von Glasbrüchen 164
6.2.5.1. Glasbrüche durch direkten Schlag, Stoß, Wurf oder Schuss 165
6.2.5.2. Glasbrüche durch Biegebeanspruchung, Druck, Sog,
Verspannung und Belastung 165
6.2.5.3. Glasbrüche durch lokale Erwärmung oder Schlagschattenbildung 166
6.3. Optische Phänomene 167
6.3.1. Eigenfarbe 167
6.3.2. Farbunterschiede bei Beschichtungen 167
6.3.3. Sichtbarer Bereich des Isolierglas-Randverbundes 167
6.3.4. Isolierglas mit innenliegenden Sprossen 168
6.3.5. Interferenzerscheinungen (Brewstersche Ringe, Newtonsche Ringe) 168
6.3.6. Isolierglaseffekt (Doppelscheibeneffekt) 169
6.3.7. Anisotropien (Irisation) 169
6.3.8. Kondensatbildung 170
6.3.8.1. Kondensation auf Scheiben-Außenflächen (Tauwasserbildung) 170
6.3.8.2. Kondensat raumseitig 170
6.3.8.3. Taupunktbestimmung 170
6.3.9. Störende Spiegelungen verhindern 172
Inhaltsverzeichnis I 11
6.4. Produktspezifische Anwendungshinweise 173
6.4.1. Handling-/Verarbeitungsrichtlinie für Wärmedämmglas
der SILVERSTAR Produktfamilie 173
6.4.1.1. Transport und Verpackung 173
6.4.1.2. Handling 176
6.4.1.3. Zuschnitt des Glases 176
6.4.1.4. Randentschichtung 177
6.4.1.5. Lagerung 178
6.4.1.6. Isolierglasfertigung 179
6.4.1.7. Qualitätskontrolle Visitation 181
6.4.1.8. Empfehlungen 182
6.4.1.9. Normen für Glas im Bauwesen 184
6.4.2. SILVERSTAR SUNSTOP T Sonnenschutzglas 186
6.4.2.1. Allgemeines 186
6.4.2.2. Anforderungen an den Vorspannprozess 186
6.4.2.3. Vorspannofen 187
6.4.3. Technische Hinweise für die Anwendung von Wärme- und Sonnenschutzglas 188
6.4.4. Milchige Beläge bei Isoliergläsern 190
6.4.5. Pflanzenwachstum hinter Wärmedämmverglasungen 190
6.4.6. FIRESWISS FOAM Brandschutzglas 191
6.4.7. Spionspiegel 192
6.4.8. Verbundsicherheitsglas 192
6.4.8.1.Randzone bei VSG 192
6.4.8.2. Verbundsicherheitsglas mit UV-Schutz 193
6.4.9. Beurteilung sichtbehindernder Fassaden 193
7. Normen, technische Regelwerke 195
7.1. Internationale Normen ISO 195
7.2. Europäische Normen 196
7.3. Deutsche / Europäische Normen (DIN EN) 196
7.4. Deutsche Normen 198
12 I Die EUROGLAS Gruppe
1.
Im EUROGLAS Werk in Osterweddingen laufen täglich bis zu 800 Tonnen Floatglas vom Band.
Die EUROGLAS Gruppe I 13
1.
1. Die EUROGLAS Gruppe
Partner in Glas dafür steht EUROGLAS seit der Gndung Anfang der 90er Jahre. Entstanden
ist EUROGLAS aus dem Verbund fünf unabhängiger mittelständischer Glasverarbeiter. Alle ver-
einigte ein Gedanke – die unabhängige Glasversorgung.
EUROGLAS ist ein Tochterunternehmen der Schweizer Glas Tsch Gruppe. 1995 ging die erste
eigene Floatglasanlage im elsässischen Hombourg (F) in Betrieb. Drei Jahre später das Werk in
Haldensleben (D) und 2006 in Osterweddingen (D). Das jüngste Floatwerk wurde 2011 im polni-
schen Ujazd errichtet. Alle vier Schmelzwannen produzieren täglich über 3000 Tonnen Glas und
sichern damit die unabhängige Basisglasversorgung.
Neben Floatglas und extraweißem Glas stellt EUROGLAS auch Verbundsicherheitsglas (VSG), be-
schichtete Gläser für Anwendungen im Bereich des Wärme- und Sonnenschutzes, Glas für Solar-
anwendungen sowie für den Bereich Interieur her.
Think global, act local“: EUROGLAS Produkte werden nach ganz Europa verkauft – in die Zukunft
zu investieren bedeutet aber auch, regional Verantwortung zu übernehmen. EUROGLAS engagiert
sich in seinen vier Werken für die Gesundheit und Fortbildung seiner Mitarbeitenden und bildet
aus. Für besseren Ressourcen- und Umweltschutz werden neueste Techniken eingesetzt: Ein in-
telligentes Ofendesign, Abluftreinigung und Wärmerückgewinnung reduzieren Energieverbrauch
und Schadstoffemissionen. Auf diese Weise trägt das Glas bereits während der Herstellung zu
einer nachhaltigen und verantwortungsbewussten Wertschöpfungskette bei.
Zufriedene Kunden, engagierte Mitarbeiter, fortlaufende Innovation, kontinuierliches Wachstum
und umweltbewusste Produktion sind die Herzstücke der traditionellen Firmenphilosophie.
Blick in die Schmelzwanne: Befeuerung über dem Gemenge.
14 I Der Baustoff Glas
2.
Der Baustoff Glas I 15
2.
2. Der Baustoff Glas
2.1. Geschichtliche Entwicklung
Glas gilt als einer der ältesten von Menschen künstlich hergestellten Werkstoffe. Das Rätsel
um den Ursprung der Glasherstellung ist jedoch bis heute ungelöst. Die ältesten Glasfunde, als
Glasuren von Keramiken, sollen bis auf das 7. Jahrtausend v. Chr. zurückgehen. Ab der Zeit um
3500 v. Chr. kann von einer eigentlichen Glasproduktion gesprochen werden in Form von Glas-
perlen, später auch Ringen und kleinen Figuren, die in Gussformen hergestellt wurden. Um 1500
v. Chr. wurde die Sandkerntechnik entwickelt. Dabei wurde ein an einer Stange befestigter kera-
mischer Kern als Negativform in die Schmelzmasse getaucht und um die eigene Achse gedreht
bis die zähflüssige Glasmasse daran haften blieb. Die Masse wurde dann auf einer Platte gerollt
bis die gewünschte Form erreicht war. Danach
wurde das Werkstück abgekühlt, der Hilfs-
kern entfernt und die rohen Glaskörper durch
Polieren und Schleifen veredelt. Auf diese
Weise entstanden, zu dieser Zeit immer noch
undurchsichtige jedoch farbige, kleine Vasen,
Trinkgefäße und Schalen, wobei die Farben
durch Beigabe von Kupfer- und Kobaltverbin-
dungen in die Schmelzmasse erreicht wurden.
Um 1000 v. Chr. war die Glasmacherkunst im
Niltal von Alexandria bis Luxor, zwischen Euph-
rat und Tigris, im Irak, in Syrien, auf Zypern und
Rhodos verbreitet und es entstand in der Folge
eine Art vorgeschichtliche Glasindustrie.
Bild: Lotuskelch mit Namen Thutmosis’ III.
Ältestes sicher zu datierendes Glasgefäß.
Neues Reich, 18. Dynastie, um 1450 v. Chr.
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst, München
Glasmacherpfeife
Mit der Erndung der Glasmacherpfeife durch syrische Handwerker um 200 v. Chr. wurde die
Glasherstellung auf eine neue Stufe gehoben. Das einfache Instrument, ein etwa 100 150 cm
langes Eisenrohr, ermöglichte die Herstellung von dünnwandigen durchsichtigen Hohlgefäßen in
großer Vielfalt. Der Glasbläser nimmt einen Posten flüssiges Glas aus der Schmelze auf und bläst
diesen zu einer Kugel. Durch die Weiterentwicklung zum Zylinderstreckverfahren konnten bereits
im 1. Jahrhundert n. Chr. ache Glastafeln bis zu einer Größe von ca. 90 x 200 cm hergestellt
werden. Die Glasmacherpfeife wird auch heute noch, trotz immenser technischer Fortschritte,
für die Herstellung von Spezialgläsern, zum Beispiel Echtantikglas, praktisch in unveränderter
Form verwendet.
Lotuskelch Thutmosis‘ III/© Staatliches Museum
Ägyptischer Kunst, Fotografin: Marianne Franke
16 I Der Baustoff Glas
2. 2.
Verbreitung im römischen Reich
Mit der Besetzung Syriens durch die Römer (64 v. Chr.) gelangte die Kunst des Glasmachens in de-
ren Hände und mit der Verbreitung im ganzen Römischen Reich entwickelte sich eine erste Blüte-
zeit der Glaskultur mit der Gründung von Glashütten in Italien. Bereits kurz nach Christi Geburt
wurden in Rom die ersten Fensterscheiben in rgerhäusern eingebaut und etwa 50 Jahre später
entstanden die ersten Römischen Glashütten nördlich der Alpen in Köln und Trier.
Um 540 n. Chr. wurde mit der Hagia Sophia in Konstantinopel ein erstes großes Werk der Sak-
ralbaukunst mit Glasfenstern versehen. In der Gotik (ca. 1150 – 1500) genoss Glas in der sakralen
Architektur unvorstellbare Wertschätzung, die sogar diejenige von Gold überstieg. In der Kathed-
rale von Chartres (Bauzeit 1194 – 1260) wurden 5000 m2 farbige Glasfenster eingesetzt.
Venezianische Glasmacherkunst
Vom 9. bis zum 13. Jahrhundert wurde Glas vor allem in Klosterhütten hergestellt. Danach löste
sich die Glasherstellung von den Klöstern, es entstanden erste Waldglashütten nördlich der Al-
pen, die zuerst nomadisierend ihren Standort (nach dem Vorhandensein von Holz) wechselten und
ab dem 18. Jahrhundert sesshaft wurden. Die Glaserzeugnisse aus diesen Hütten galten wegen
des stark eisenoxidhaltigen Sandes und der damit verbundenen Grünfärbung nicht als Spitzen-
qualität. Beispiele in der Schweiz r solche Waldglashütten sind die Verrerie près de Roche“
(1776) und die „Glasi Hergiswil. Absolute Spitzenqualität in Sachen Glaserzeugnissen kam vom 15.
bis 17. Jahrhundert aus Venedig. Der Erfolg des venezianischen Glases beruhte auf seiner außer-
gewöhnlichen Reinheit und Farblosigkeit. Den venezianischen Glasmachern, die seit 1280 in einer
Glasmacherinnung organisiert waren, gelang die Entdeckung eines Entfärbungsmittels aus der
Asche einer Strandpflanze. Mit der Androhung von martialischen Strafen konnten sie dieses und
andere Geheimnisse der hohen Kunst des Glasmachens über eine lange Zeit unter Ihresgleichen
halten und kamen damit nicht nur zu Ruhm sondern auch zu ansehnlichem Vermögen.
Kathedrale St. Vitus in Prag, Tschechien
Mit der Glasmacherpfeife wird ein Posten zähflüssiges
Glas entnommen
Der Baustoff Glas I 17
2. 2.
Erstes Gussglasverfahren
1599 wurde in Leiden/Holland das erste verglaste Gechshaus erstellt. Zunehmend wurde
nun Glas nicht nur in Kirchen und Klöstern verwendet, sondern auch für Stadthäuser, Palais und
Schlösser und damit steigerte sich die Nachfrage. Der immer größer werdende Bedarf und die
Monopolstellung Venedigs trieb die Glashütten an, nach neuen Produktionsverfahren zu suchen.
Um 1688 wurde in Frankreich das Gussglasverfahren entwickelt. Die zähflüssige Glasmasse wur-
de auf eine glatte vorgewärmte Kupferplatte ausgegossen und mit einer wassergekühlten Me-
tallwalze zu einer Tafel ausgewalzt. Das neue Verfahren war wesentlich produktiver als bisherige
und erzeugte deutlich ebenere Tafeln, die anschließend geschliffen und poliert wurden. Die so
genannten „grandes glaces“ maßen 120 x 200 cm, waren von hoher Qualität und in verschiedenen
Dicken erhältlich.
Gechshäuser in England
Am Anfang des 19. Jahrhunderts entstand, insbesondere in England, ein neuer Bautyp, das so
genannte „Gewächshaus, auch als Orangerie oder Palmenhaus bekannt. Die Gebäudehülle be-
stand lediglich aus Eisen und Glas, wobei das Glas zum ersten Mal statische Funktionen als Aus-
steifungselement übernahm. Einen Höhepunkt erlebte diese Glasarchitektur mit dem Bau des
„Kristallpalastes“ für die erste Weltausstellung 1851 in London. Der von Joseph Paxton konzipier-
te Gebäudekomplex mit auch für heutige Maßsbe riesigen Abmessungen (Länge 600 m, Breite
133 m, Höhe 36 m) bestand aus einer Eisenkonstruktion, ausgefacht mit 300.000 einzelnen Glas-
scheiben. Die klaren reduzierten Eisenkonstruktionen und der offene Raum wurden Grundlage
r die moderne Glasarchitektur.
Im 19. Jahrhundert wurden auf allen Gebieten der Glasherstellung Fortschritte erzielt. So wurde
zum Beispiel das Guss- und Walzverfahren kontinuierlich weiterentwickelt zu immer größeren
Scheibenabmessungen (1958 waren Abmessungen von 2,50 x 20 m möglich). Weiter wurde das
Zylinderglasblasen unter Einsatz von Pressluft verbessert. Glaszylindergrößen von 12 m Höhe
und 80 cm Durchmesser wurden glich und damit theoretische Scheibengrößen von ca.
2,50 x 11,50 m. Guss- und Rohglas wird im Prinzip noch heute im Walzverfahren hergestellt.
Kristallpalast, London
2. 2.
18 I Der Baustoff Glas
2.
Vom Ziehglas zum Floatglas
Nach 1900 gelang es dem Belgier Emile Fourcault ein Verfahren zur Herstellung von Glas zu
entwickeln, bei dem das Glas direkt aus der Glasschmelze gezogen wird. Das Ziehglasverfahren
wurde 1902 patentiert, aber erst gut zehn Jahre später konnte es industriell verwendet werden.
Damit konnten blanke Glasscheiben hergestellt werden, die klar durchsichtig sind, ohne dass
sie geschliffen und poliert werden müssen. Neben dem von Fourcault, war ein weiteres Verfah-
ren, das vom Amerikaner Irving Colburn entwickelte Libbey-Owens-Verfahren von Bedeutung,
bei dem das Glas nicht senkrecht in die Höhe, wie bei Fourcault, sondern über eine Biegewalze in
die Waagerechte umgelenkt wurde. Ab 1928 produzierte die Pittsburgh Plate Glass Company nach
einem Verfahren, das Vorteile der beiden vorgenannten vereinte. Dies bedeutete insbesondere
eine weitere Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit.
Der entscheidende Schritt zur wirtschaftlichen Herstellung von qualitativ hochwertigen Glasta-
feln mit absolut planparallelen Oberflächen gelang 1959 dem Engländer Alastair Pilkington mit
der Entwicklung des Floatglasverfahrens. Floatglas ist die heute am meisten verwendete Glasart.
2.2. Herstellung von Floatglas
Floatglas wird in einem langen, stetigen Fluss hergestellt, dabei entsteht ein unendliches, nie
abreißendes Glasband, das je nach Glasdicke und Kapazität der Anlage täglich bis 30 Kilometer
wächst. Nur höchste Präzision über die ganze Produktionsstrecke von mehreren hundert Metern
kann die hohe Qualität von EUROFLOAT Gläsern garantieren. Informationen zur Herstellung fin-
den Sie in Kapitel 4.1.1.
Floatglaswerk Osterweddingen
Der Baustoff Glas I 19
2. 2.
2.3. Basisgläser
2.3.1. Floatglas
Floatglas ist die heute am häufigsten verwendete Glasart. Der Floatprozess erlaubt eine wirt-
schaftliche Herstellung von klar durchsichtigem Glas mit planen Oberächen in den Dicken von
2 bis 19 mm. Floatglas ist als Standardfloatglas, mit leichter Grünfärbung sowie als extraweißes
Glas ohne Eigenfarbe erhältlich. Weiterführende Informationen finden Sie in Kapitel 4.
Floatglas farbig
Durch Zusatz von Metalloxiden lässt sich far-
biges Floatglas herstellen, wobei die ganze
Glasmasse durchgefärbt wird. Dies führt dazu,
dass die Intensität der jeweiligen Farbe mit
der Glasdicke gekoppelt ist. Theoretisch wäre
eine Vielzahl von Farbtönen möglich, aus prak-
tischen Gründen bleibt die erhältliche Palette
jedoch auf wenige ne beschnkt (grün, grau,
bronze, blau). Unter Sonneneinstrahlung werden farbige Gläser wegen der hohen Strahlungsab-
sorption sehr stark erwärmt, wodurch sich das thermische Bruchrisiko erhöht. Farbige Floatglä-
ser müssen daher in der Praxis oft vorgespannt werden. Die Tafelgröße beträgt 3210 x 6000 mm.
Farboxide und ihre Wirkung nach Dr. Fahrenkrog (Auszug)
Farboxid Wirkung
Eisenoxid Grün
Nickeloxid Grau
Kobaltoxid Blau
Al Falassi, Dubai, UAE
20 I Der Baustoff Glas
2. 2.
2.3.2. Fensterglas
Unter dem Begriff Fensterglas wird heute ein Glas bezeichnet, das im Ziehverfahren hergestellt
wurde. Fensterglas und Floatglas haben die gleiche chemische Zusammensetzung und weisen
dieselben physikalischen Eigenschaften auf. Die Bedeutung von Fensterglas beschränkt sich
heute praktisch auf den Renovationsmarkt für historisch wichtige Gebäude. Die Ziehstreifen, die
der Glasoberäche etwas Lebendiges verleihen, sind bei der Rekonstruktion oder Erneuerung
von historischen Fensterpartien sehr gefragt.
2.3.3. Ornament- oder Gussglas
Ornamentgläser sind Gläser mit einer ein- oder beidseitig, mehr oder weniger ausgeprägt struk-
turierten Oberäche. Bei der Herstellung durchläuft die Glasmasse zur Formgebung ein oder
mehrere Walzenpaare, die die gewünschte Prägung erzeugen. Das Glas verliert dadurch zwar
seine klare Durchsichtigkeit, eignet sich aber genau deshalb als Sichtschutz mit hoher Licht-
durchlässigkeit. Die thermische und statische Belastbarkeit von Ornamentgsern ist im Allge-
meinen geringer als die von Floatglas.
Einige Strukturgläser lassen sich vorspannen, zu VSG laminieren oder zu Isolierglas zusammen-
bauen. Die Verarbeitung ist abhängig von der Art und dem Verlauf der Struktur sowie von den
fabrikationstechnischen Gegebenheiten.
Auswahl aus der Ornamentglaskollektion von Glas Trösch. Alle Ornamentgläser finden Sie unter
www.glastroesch.ch
Gemengeeinfüllung
Schmelzofen
Kühlzone
Zuschnitt
Walzen (Glasstruktur)
Spez. 32 weiß Mastercarré weiß Spiegelrohglas Str. 200 we
Der Baustoff Glas I 21
2. 2.
2.3.4. Drahtornament-, Drahtglas und poliertes Drahtglas
Ornamentglas kann mit einer Drahtnetzeinlage versehen werden, die während des Herstellungs-
prozesses in das noch flüssige Glas eingelegt wird. Bei mechanischer Zerstörung hält das Drahtnetz
die Bruchstücke zusammen, wodurch sich ein gewisser Schutz gegen herabfallende Splitter ergibt.
Drahtornamentglas hat eine strukturierte
Oberäche
Drahtglas hat zwei glatte Oberächen
Poliertes Drahtglas (früher Drahtspiegel-
glas) hat zwei polierte Oberächen
Achtung
Auch Drahtglas ist wesentlich bruchanfälliger
als Floatglas und keineswegs ein Sicherheits-
glas.
2.3.5. Borosilikatglas
Enthält einen Zusatz von 7 – 15 % Boroxid. Der Wärmeausdehnungskoeffizient ist im Vergleich zu
Float-, Fenster- und Ornamentglas sehr viel niedriger. Borosilikatglas hat daher eine wesentlich
höhere Temperaturwechselbeständigkeit und außerdem eine hohe Beständigkeit gegen Laugen
und Säuren. Eingesetzt wird es, wenn hohe Temperaturbesndigkeit gefordert wird.
2.3.6. Glaskeramik
Glaskeramiken sind keine Gläser im eigentlichen Sinn, da sie einen teilweisen oder vollkomme-
nen mikrokristallinen Aufbau haben. Trotzdem können sie absolut glasklar sein. Sie besitzen eine
außerordentlich hohe Temperaturwechselbeständigkeit. Bekannt sind sie im Bau vor allem als
Keramikkochfelder.
2.3.7. Strahlenschutzglas
Besteht zu einem hohen Prozentsatz aus Bleioxid, das Röntgenstrahlen absorbiert. Es wird daher
oft auch als Bleiglas bezeichnet. Strahlenschutzglas besitzt eine hohe Dichte (je nach Bleigehalt
bis 5 g/cm3) und ist deshalb bis doppelt so schwer wie Floatglas. Charakteristisch für Strahlen-
schutzglas ist außerdem eine leichte Gelbfärbung. Seine Wirksamkeit gegen Röntgenstrahlen
wird mit dem so genannten Bleigleichwert angegeben. Das Einsatzgebiet liegt insbesondere in
Krankenhäusern und in der Forschung und Entwicklung. Generell überall, wo klare Durchsicht
erwünscht ist, aber optimaler Strahlenschutz gewährleistet werden muss.
Zuschnitt
Drahtglas
22 I Der Baustoff Glas
2. 2.
2.3.8. Kristallspiegelglas
Bezeichnung für gegossenes und gewalztes, auf beiden Seiten planparallel geschliffenes Glas.
Mit klarer Durchsicht und fehlerfreier Optik, farblos oder farbig (Abgelöst durch Floatglas).
2.3.9. Kristallglas
Bezeichnung für meist bleihaltiges, geschliffenes Hohlglas (kein Flachglas!).
2.3.10. Kieselglas (Quarzglas)
Kieselglas besteht aus reinem Siliziumoxid. Es wird oft auch als Quarzglas bezeichnet, was aber
eine etwas irreführende Bezeichnung ist, da es nicht eine kristalline Struktur wie ein Quarz, son-
dern wie bei Gläsern üblich, eine amorphe Struktur aufweist. Kieselglas besitzt eine hohe Durch-
ssigkeit für utraviolette Strahlung, einen geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten und damit
eine hohe Temperaturwechselbeständigkeit. Anwendung: Optik, Lampenproduktion, Halbleiter-
fertigung, Lichtleitkabel und Isolationsmaterial in elektronischen Bauteilen.
2.3.11. Verfügbare Dicken verschiedener Gläser
EUROFLOAT 3 mm 4 mm 5 mm 6 mm 8 mm 10 mm 12 mm auf Anfrage
EUROWHITE 3 mm 4 mm 5 mm 6 mm 8 mm 10 mm 12 mm auf Anfrage
2.4. Allgemeine Bemerkungen zum Bauen mit Glas
Die glastechnologische Entwicklung der letzten Jahrzehnte führte dank vielfältiger Weiterver-
arbeitungs- und Veredelungsprozessen zu verbesserten mechanischen Festigkeiten und zu
wesentlich verbesserten physikalischen Eigenschaften. Die stetige Weiterentwicklung der Produk-
tionsanlagen bringt immer größere verfügbare Abmessungen hervor und damit findet das Bauen
mit Glas in den letzten Jahren eine ständig wachsende Beliebtheit unter Architekten, Planern und
Bauherren. Gleichzeitig nimmt auch das Wissen über Glas und seine Anwendungsmöglichkeiten
bei Baufachleuten ständig zu. Oft werden aber in der Euphorie grundlegende Regeln zu wenig
beachtet.
Der Baustoff Glas I 23
2. 2.
2.4.1. Sicherheitsgläser müssen geplant und vorgeschrieben werden
Die Glasindustrie bietet eine große Palette von Gsern mit Sicherheitseigenschaften an. Aus
naheliegenden ökonomischen Gründen werden jedoch, wenn keine Sicherheitsanforderungen
definiert sind, normale Floatgläser verwendet. Dies führt leider oft zu sicherheitsrelevanten
Missverständnissen mit gefährlichen Folgen. Eine seriöse Planung setzt daher zwingend eine
Nutzungsvereinbarung zwischen Architekt und Bauherrschaft voraus. In dieser werden neben der
Festlegung der Art der Nutzung der verschiedenen Gebäudeteile, die Sicherheitsanforderungen
(aktive und/oder passive) an die Verglasungen festgelegt. Die Nutzungsvereinbarung bildet die
Grundlage zur Bestimmung der erforderlichen Glasqualität zusammen mit dem Glasfachmann.
2.4.2. Auch die stärksten Gser können brechen
Glas ist zwar ein hochfestes, leider aber sprödbrechendes Material. Der Werkstoff verhält sich
nahezu vollkommen elastisch und vergt über keine Plastifizierungsmöglichkeiten, die es ihm
erlauben würden, Spannungsspitzen zu verlagern wie das etwa bei Metallen möglich ist. Diese
Eigenschaft macht Glas in einem gewissen Sinne „unberechenbar“. Es ist daher immer davon
auszugehen, dass Glas durch einen unvorhersehbaren äußeren Einfluss (z. B. Steinschlag oder
Hitzeeinwirkung, usw.) brechen kann.
Die Garantieleistungen des Glaslieferanten schließen daher in der Regel das Bruchrisiko aus.
Deshalb ist der Abschluss einer speziellen Glasbruchversicherung zur materiellen Deckung von
Glasbruchschäden üblich.
Um zu verhindern, dass bei einem Glasbruch Personen gefährdet oder gar verletzt werden kön-
nen, sollte in jedem Fall die Überlegung „was passiert bei oder nach einem Glasbruch?“, in die
Planung mit einbezogen und die notwendigen planerischen Vorkehrungen getroffen werden.
Oft kann durch den Einsatz von speziellen Verbundsicherheitsgläsern diesem Sicherheitsrisiko
Rechnung getragen werden.
2.4.3. Gläser sollten mit vernünftigem Aufwand ersetzt werden können
Die verbesserten physikalischen, statischen, konstruktiven und sicherheitstechnischen Eigen-
schaften, insbesondere aber Einfach- und Isoliergläser mit bis dahin undenkbaren Abmessun-
gen, erlauben dem Planer eine immense Gestaltungs- und Umsetzungsvielfalt, die oft bis an ihre
Grenzen ausgenutzt wird. Da Gläser aber nach deren Einbau, wie unter Punkt 2.4.2. erutert,
durch unvorhersehbare äußere Einflüsse brechen oder ihre ästhetische Vollkommenheit (z. B.
durch Verkratzungen) einbüßen können, ist es unumgänglich, sich mit der Frage der Austausch-
barkeit der Verglasungen auseinanderzusetzen. Umsichtige Planer und Gestalter sorgen dafür,
dass einzelne Gläser jederzeit, auch nach Bauvollendung mit einem vernünftigen Aufwand er-
setzt werden können. Dabei sollte das Augenmerk insbesondere auf eine einfache Montier- und
Demontierbarkeit sowie auf sinnvolle Zugänglichkeit (Zufahrt, Erreichbarkeit mit Kranausleger,
usw.) für die Ersatzverglasung gelegt werden. Auch dieses Detail gehört zum nachhaltigen Bauen
und Planen.
24 I Glaskennwerte und physikalische Grundbegriffe
3.
Financial Center, Abu Dhabi, UAE
3.
Glaskennwerte und physikalische Grundbegriffe I 25
3.
3. Glaskennwerte und physikalische
Grundbegriffe
3.1. Glas und Sonnenstrahlung
Glas zeichnet sich durch seine hohe Durchlässigkeit für Strahlung im Bereich des Sonnenspekt-
rums aus. Das spezifische Verhalten bezüglich Sonnenstrahlung ist daher in der Praxis ein wichtiges
Unterscheidungsmerkmal verschiedener Gläser, das mit den so genannten Glaskennwerten ausge-
drückt wird. Es handelt sich dabei um strahlungsphysikalische Vergleichswerte.
Spektrale Unterteilung der Sonnenstrahlung
Die Sonneneinstrahlung kann je nach Einstrahlungswinkel, geografischer Lage, Tageszeit und atmo-
sphärischen Bedingungen bis 800 W/m2 oder mehr betragen.
3.2. Der Treibhauseffekt
Da Floatglas eine sehr hohe Durchlässigkeit (Transmission) für Sonnenstrahlung besitzt, gelangt
der größte Teil der auf eine Verglasung auftreffenden Sonnenenergie durch direkte Transmission ins
Rauminnere.
Strahlungsart Wellenlängenbereich Anteil (energetisch)
Ultraviolette Strahlung 320 – 380 nm ca. 4 %
Sichtbare Strahlung 380 – 780 nm ca. 45 %
Infrarot-Strahlung 780 – 3000 nm ca. 51 %
Gesamtenergie
UV sichtbar Infrarot
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Wellenlänge in nm
Licht
UV sichtbar Infrarot
Wellenlänge in nm
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Extraterrestrische
Strahlung
λ = 200
_
10000 nm
Atmosphäre
Globalstrahlung
Floatglas 6 mm
T: 300 K
Absorption
Sekundärstrahlung
λ= 7000 nm
Durchgelassene Strahlung
λ= 300 _
3000 nm
576 W/m
2
λ= 30°
800 W/m
2
1353 W/m
2
T: 6000 K
26 I Glaskennwerte und physikalische Grundbegriffe
3.
Im Rauminneren werden die Sonnenstrahlen durch Wände, Böden und Körper absorbiert. Diese
erwärmen sich dadurch und geben nun ihrerseits die erhaltene Energie in Form von langwelliger
Infrarot-Strahlung weiter.
Für diese Art Strahlung ist Glas kaum mehr durchlässig. Das Innere eines Raumes erwärmt sich
deshalb, da immer neue Energie von außen hereinkommt und nur sehr wenig von innen nach außen
gelangt.
Hauptsächlich verantwortlich für den Treibhauseffekt ist die unterschiedliche Durchlässigkeit (Trans-
mission) von Floatglas für kurzwellige und langwellige Strahlung.
3.3. Strahlungsphysikalische Wirkungsweise
Die bedeutendsten Begriffe im Zusammenhang mit Sonnenschutzglas (Physikalische Werte)
Transmission, Reflexion und Absorption
Vor allem im Zusammenhang mit Sonnen-
schutzglas sind drei Begriffe und damit auch
drei Zahlenwerte – von zentraler Bedeutung.
Reflexion – Zurückwerfen von
Sonnenstrahlen; Spiegeleffekt.
Transmission – Durchlassen von
Sonnenstrahlen.
Absorption – Aufnahme von Sonnenstrahlen;
dunkle Fläche.
Beim Baustoff Glas existiert keine dieser drei Eigenschaften in Reinkultur. Jedes Glas lässt einen
bestimmten Anteil Strahlen durch (Transmission) und hält einen Teil davon durch Aufnehmen (Ab-
sorption) und Zurückwerfen (Reflexion) auf. Die Summe aus Reflexion, Transmission und Absorption
ergibt immer 100 Prozent. Es wird unterschieden zwischen Licht (dem sichtbaren Bereich des Spekt-
rums 380 – 780 nm) und dem gesamten Sonnenspektrum 320 – 3000 nm. Entsprechend werden auch die
physikalischen Werte definiert.
Gesamtenergie
UV sichtbar Infrarot
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Wellenlänge in nm
Licht
UV sichtbar Infrarot
Wellenlänge in nm
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Gesamtenergie
UV sichtbar Infrarot
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Wellenlänge in nm
Licht
UV sichtbar Infrarot
Wellenlänge in nm
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Extraterrestrische
Strahlung
λ = 200
_
10000 nm
Atmosphäre
Globalstrahlung
Floatglas 6 mm
T: 300 K
Absorption
Sekundärstrahlung
λ= 7000 nm
Durchgelassene Strahlung
λ= 300 _
3000 nm
576 W/m
2
λ= 30°
800 W/m
2
1353 W/m
2
T: 6000 K
Gesamtenergie
UV sichtbar Infrarot
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Wellenlänge in nm
Licht
UV sichtbar Infrarot
Wellenlänge in nm
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Extraterrestrische
Strahlung
λ = 200
_
10000 nm
Atmosphäre
Globalstrahlung
Floatglas 6 mm
T: 300 K
Absorption
Sekundärstrahlung
λ= 7000 nm
Durchgelassene Strahlung
λ= 300 _
3000 nm
576 W/m
2
λ= 30°
800 W/m
2
1353 W/m
2
T: 6000 K
Gesamtenergie
UV sichtbar Infrarot
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Wellenlänge in nm
Licht
UV sichtbar Infrarot
Wellenlänge in nm
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Extraterrestrische
Strahlung
λ = 200
_
10000 nm
Atmosphäre
Globalstrahlung
Floatglas 6 mm
T: 300 K
Absorption
Sekundärstrahlung
λ= 7000 nm
Durchgelassene Strahlung
λ= 300 _
3000 nm
576 W/m
2
λ= 30°
800 W/m
2
1353 W/m
2
T: 6000 K
Gesamtenergie
UV sichtbar Infrarot
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Wellenlänge in nm
Licht
UV sichtbar Infrarot
Wellenlänge in nm
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
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900
1000
1100
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1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Extraterrestrische
Strahlung
λ = 200
_
10000 nm
Atmosphäre
Globalstrahlung
Floatglas 6 mm
T: 300 K
Absorption
Sekundärstrahlung
λ= 7000 nm
Durchgelassene Strahlung
λ= 300 _
3000 nm
576 W/m
2
λ= 30°
800 W/m
2
1353 W/m
2
T: 6000 K
Reflexion Transmission Absorption
3.3.
Glaskennwerte und physikalische Grundbegriffe I 27
3.
Gesamtenergie
UV sichtbar Infrarot
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
300
400
500
600
700
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900
1000
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1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Wellenlänge in nm
Licht
UV sichtbar Infrarot
Wellenlänge in nm
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
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1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Extraterrestrische
Strahlung
λ = 200
_
10000 nm
Atmosphäre
Globalstrahlung
Floatglas 6 mm
T: 300 K
Absorption
Sekundärstrahlung
λ= 7000 nm
Durchgelassene Strahlung
λ= 300 _
3000 nm
576 W/m2
λ= 30°
800 W/m
2
1353 W/m
2
T: 6000 K
Gesamtenergie
UV sichtbar Infrarot
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
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100
200
300
400
500
600
700
800
900
1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Wellenlänge in nm
Licht
UV sichtbar Infrarot
Wellenlänge in nm
100 %
90 %
80 %
70 %
60 %
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
0 %
0
100
200
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400
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600
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1000
1100
1200
1300
1400
1500
1600
1700
1800
1900
2000
2100
2200
2300
2400
2500
Extraterrestrische
Strahlung
λ = 200
_
10000 nm
Atmosphäre
Globalstrahlung
Floatglas 6 mm
T: 300 K
Absorption
Sekundärstrahlung
λ= 7000 nm
Durchgelassene Strahlung
λ= 300 _
3000 nm
576 W/m
2
λ= 30°
800 W/m
2
1353 W/m
2
T: 6000 K
Transmission Strahlungstransmission Lichttransmission
Reflexion Strahlungsreflexion Lichtreflexion
Absorption Strahlungsabsorption Lichtabsorption
100 %
Reflexion
Abstrahlung und
Konvektion
Energie
(Gesamtbereich des Spektrums)
Licht
(Sichtbarer Bereich des Spektrums)
Abstrahlung und
Konvektion
Transmission
28 I Glaskennwerte und physikalische Grundbegriffe
3.
3.4. Glaskennwerte
Glaskennwerte stellen wichtige Leistungs- und Unterscheidungsmerkmale von Verglasungen dar.
Sie können mit Mess-, in der heutigen Praxis jedoch meist mit zertifizierten Berechnungsverfahren,
für einfache Gläser als auch für komplex aufgebaute Mehrscheibenisoliergläser ermittelt werden.
Licht und Glas
3.4.1. Lichttransmission/Lichttransmissionsgrad (LT)
Der Lichttransmissionsgrad einer Verglasung bezeichnet den prozentualen Anteil der Sonnenstrah-
lung im Bereich des sichtbaren Lichtes (380 – 780 nm), der von außen nach innen übertragen wird.
3.4.2. Lichtabsorption/Lichtabsorptionsgrad (LA)
Unter dem Lichtabsorptionsgrad versteht man den Anteil der Sonnenstrahlung im sichtbaren Be-
reich (380 780 nm), der von der Verglasung absorbiert wird. Die Lichtabsorption ist eine weniger
gebräuchliche Kenngröße.
3.4.3. Lichtreflexion/Lichtreflexionsgrad (LR)
Als Lichtreflexionsgrad bezeichnet man jenen prozentualen Anteil der Sonnenstrahlung im Bereich
des sichtbaren Lichtes (380 – 780 nm), der nach außen reflektiert wird.
Gesamtenergie und Glas
3.4.4. Strahlungstransmission/Strahlungstransmissionsgrad (ST)
Der Strahlungstransmissionsgrad, auch Energietransmissionsgrad genannt, bezeichnet den Anteil
der Strahlung im gesamten Sonnenspektrum, der durch die Verglasung durchgelassen wird.
3.4.5. Strahlungsabsorption/Strahlungsabsorptionsgrad (SA)
Unter dem Strahlungsabsorptionsgrad oder Energieabsorptionsgrad versteht man den Anteil Strah-
lung im gesamten Bereich des Sonnenspektrums, der durch die Verglasung aufgenommen wird.
3.4.6. Strahlungsreflexion/Strahlungsreflexionsgrad (SR)
Der Strahlungsreflexionsgrad bzw. der Energiereflexionsgrad einer Verglasung kennzeichnet den
Anteil der Strahlung im gesamten Sonnenspektrum, der von der Verglasung direkt nach außen re-
flektiert wird.
3.3.
Glaskennwerte und physikalische Grundbegriffe I 29
3.
Sekundäre Wärmeabgabe
Der absorbierte Strahlungsanteil wird durch
die Verglasung in Form von Strahlung (lang-
welliges Infrarot) wieder abgegeben. Dieser
Vorgang wird als sekundäre Wärmeabgabe
bezeichnet. Sie gliedert sich in zwei, in der
Regel nicht gleich große Teile auf (sekundä-
re Wärmeabgabe nach außen und sekundäre
Wärmeabgabe nach innen).
3.4.7. Gesamtenergiedurchlass/
Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert)
Als Gesamtenergiedurchlassgrad bezeichnet
man die Summe aus Strahlungstransmission
ST und sekundärer Wärmeabgabe Qi nach innen.
ST + Qi = g-Wert
Der Gesamtenergiedurchlassgrad ist neben
dem U-Wert die wichtigste Kenngröße für Ver-
glasungen. Er gibt an, wie viel der außen auf-
treffenden Sonnenenergie letztendlich ins
Rauminnere gelangt. Zur optimalen passiven
Sonnenenergienutzung sollte der g-Wert mög-
lichst hoch, für eine optimale Sonnenschutzwir-
kung möglichst tief sein.
3.4.8. Beschattungskoeffizient
Der Beschattungskoeffizient ist eine aus dem g-Wert abgeleitete Kenngröße, wobei zwei verschiede-
ne Ableitungen gebräuchlich sind
Beschattungskoeffizient = g-Wert : 0,80 (in Deutschland gebräuchlich)
Beschattungskoeffizient = g-Wert : 0,87 (in England und den USA gebräuchlich)
Der Sinn des Beschattungskoeffizienten ist der Vergleich der Beschattungswirkung einer Verglasung
mit der Beschattungswirkung einer herkömmlichen 2fach-Isolierverglasung ohne Beschichtung (g-
Wert = 0,80) oder einer Einfachverglasung mit einem 6 mm dicken Floatglas (g-Wert = 0,87). Oft ver-
langen entsprechende Richtlinien für die Berechnung von Kühllasten nicht den g-Wert sondern den
Beschattungskoeffizienten. Um Missverständnisse auszuschließen ist es in jedem Falle sinnvoll, bei
der Angabe von Beschattungskoeffizienten, die Berechnungsgrundlage genau zu definieren!
Qi
ST
Gesamtenergie
UV sichtbar Infrarot
100 %
90 %
80 %
70 %</