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Durchstrahlungsprüfung Anbieter – im Vergleich 2026

Als radiographische Prüftechnik bezeichnet die Industrie die Durchstrahlungsprüfung, die Schweißnähte und Wandstärken mit ionisierender Strahlung sichtbar macht und damit interne Fehlstellen in Bauteilen quantifizierbar erfasst. In der Energie- und Prozesstechnik kontrolliert sie jede Rohrleitung und kritische Schweißverbindung entlang von Anlagensträngen, um Erosion, Lunker und Bindefehler früh im Fertigungs- oder Instandhaltungsprozess zu identifizieren. Für die Beschaffung zählen Konformität zu DIN EN ISO 17636‑2, kleinste nachweisbare Indikation in mm, Detektorpixelgröße und eine Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025.

Weitere Durchstrahlungsprüfung Anbieter

Mehr über Durchstrahlungsprüfung

Die Durchstrahlungsprüfung ist eine zerstörungsfreie Prüfmethode, die innere Strukturen eines Prüfteils mit Röntgen- oder Gammastrahlung abbildet und dabei die Dichteunterschiede quantitativ nutzbar macht. Ein Detektor misst die verbleibende Strahlungsintensität und erzeugt eine Aufnahme, die die Beurteilung von Herstellungsfehlern mit definierter Auflösung ermöglicht. Digitale Systeme übernehmen Digitalisierung, Datenspeicherung und rechnergestützte Auswertung, während die klassische Filmtechnik eine analoge Röntgenprüfung bereitstellt.

Physikalische Grundlagen und Aufnahmetechnik

Ein Röntgenstrahler oder ein Isotop wie Iridium‑192 oder Cobalt‑60 bildet die Strahlenquelle und durchdringt Materialstärken von wenigen Zehntelmillimetern bis zu mehreren Dezimetern. Das Material bestimmt die Energie: Röntgenröhren decken etwa 20–450 kV ab, während Cobalt‑60 Gammaquanten für dickwandige Eisenmetallbauteile liefert. Computed Radiography (CR) nutzt Speicherfolien, Digital Radiography (DR) Flachdetektoren, und beide Varianten ermöglichen die Echtzeitdarstellung als Radioskopie.

Die normbasierten Anforderungen an Bildgüte und Detektoreigenschaften sichern reproduzierbare Ergebnisse. Pixelgrößen bis 50 µm sind erreichbar. Die digitale Umwandlung der Rohdaten in archivfähige Formate beschleunigt die Beurteilung und ermöglicht softwaregestützte Messungen von Wandstärken und Durchmessern.

Vergleich von Film- und digitaler Technik nach Norm
Merkmal Filmradiographie Digitale Radiographie (CR/DR)
Normreferenz DIN EN ISO 17636-1 DIN EN ISO 17636-2
Auflösung Abhängig von Filmtyp Bis zu 50 µm Detektorpixelgröße
Dynamikbereich Begrenzt (ca. 1:1000) Erweitert (bis zu 1:10.000)
Prüfzeit Länger (Entwicklungsprozess) Kürzer (Echtzeit/Direkt)
Medien Silberhalogenidfilm Speicherfolie / Flachdetektor
Archivierung Physisch, klimageregelt Digital, Datenspeicherung

Anwendungsfelder und erkennbare Materialfehler

In Energieanlagen prüft die Technik jede Rohrleitung im Kraftwerk auf Erosion, Porosität und Bindefehler an jeder Schweißnaht. Brennstoffelemente erhalten eine Sonderprüfung mit Isotopquellen. Fahrzeughersteller radiographieren Motorblock, Zylinder, Zylinderkopf, Kolben, Achsschenkel und Aluminiumteile, um Lunker, Risse und Abweichungen der Wandstärke zu bewerten. Im Bahnwesen prüfen Anlagen Räder und Achsen, und der Gassektor überwacht Pipelines in der Industrieanlage kontinuierlich.

Gießereien identifizieren Poren und Einschlüsse in jedem Gussteil, die Raumfahrtindustrie kontrolliert den Verbundwerkstoff komplexer Baugruppen, und die Schmuckindustrie bewertet Edelmetallgüsse. Kunststoff- und Verbundstoffbauteile sowie Isolierungen und Dämmungen lassen sich ebenso prüfen. Wissenschaftliche Projekte aus Geologie und Archäologie dokumentieren interne Strukturen in Artefakten und Bohrkernen.

Anwendungsfall: Eine Teileprüfung an einem 6‑mm‑Aluminiumgussteil erreicht mit 100‑µm‑Pixelgröße eine Detailerkennung von circa 0,3‑mm‑Gasporosität und liefert damit eine normkonforme Beurteilung nach DIN EN ISO 17636‑2.

Auswahlkriterien, Prüfqualität und Betrieb

Ein Prüflabor stimmt das Prüfgerät auf Produktionsanforderungen und Prüfaufgabe ab und kalkuliert Verarbeitungskapazität und Ausfallzeit. Ein Laborwagen bedient die Einzelprüfung am Stützpunkt einer Industrieanlage, stationäre Großanlagen binden die Prüftechnik in einen Röntgenbunker oder einen abgeschirmten Betriebsraum ein. Eine Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 stützt die Zulassung. Fachpersonal mit Genehmigung des Regierungspräsidiums dokumentiert jeden Einsatz. Digitale Systeme führen die Röntgenprüfung, die Speicherung und die Auswertung in einem konsistenten Workflow zusammen.

  • Material und Geometrie: Eisenmetall, Kunststoff oder Verbundstoff bestimmen Energie, Fokus‑Detektor‑Abstand und erreichbare Fehlergröße.
  • Erkennungsgröße: Pixelgrößen bis 50 µm sichern kleine Indikationen; Wandstärke und Durchmesser folgen einer kalibrierten Messung.
  • Taktzeit: Serienlinien begrenzen Ausfallzeit, automatische Algorithmen melden Abweichungen ohne manuelle Nacharbeit.
  • Mobilität: Laborwagen decken die Einzelprüfung vor Ort ab, feste Anlagen tragen Großanlagenstillstand mit geplantem Slot.

Prozessorganisation und Dokumentation

Ein Prüfgerät steuert die Aufnahme über ein klares Setting. Ein Button startet die Belichtung und die Umwandlung der Rohbilder. Eine Software erstellt die Auflistung aller Prüfteile je Kalenderjahr, verwaltet die Auftragsbedingung und hinterlegt je Gegebenheit eine Sonderprüfung. Eine Fachgesellschaft ordnet den Mitgliedervorteilen im Antragsformular definierte Rabatte zu. Ein Prüfequipment-Paket dokumentiert für jeden Stützpunkt die Röntgenprüfung, die Digitalisierung und die Datenspeicherung. Ein Lehrgang nach ISO 9712 untermauert den Qualifikationsnachweis des Prüfpersonals und unterstützt die Genehmigung für den Betriebsraum.

Anbieterübersicht

GE Inspection Technologies (Baker Hughes), YXLON International GmbH, Comet Group (inkl. YXLON), Fujifilm, Carestream Health, Mettler-Toledo Safeline, Smiths Detection, VisiConsult X-ray Systems & Solutions GmbH, RayScan Technologies GmbH, North Star Imaging, Hamamatsu Photonics, Phoenix X-ray (ein Unternehmen von Waygate Technologies), Olympus Corporation, Vidisco Ltd., Teledyne DALSA.

Anbieter sind Althaus Engineering GmbH, DÜRR NDT GmbH & Co. KG

FAQ zu Durchstrahlungsprüfung

Wann rechnet sich die Investition in eine digitale Röntgenprüfung?

Die Rentabilität einer digitalen Röntgenprüfanlage ergibt sich aus gesteigerter Effizienz und geringeren Betriebskosten. Prüfzeiten verkürzen sich um bis zu 70 Prozent, zudem entfallen Ausgaben für Filmentwicklung und Chemikalien. Eine Gesamtkostenbetrachtung (TCO) sollte Anschaffung, Wartung, Schulung und Energieverbrauch einbeziehen. Daraus ergibt sich typischerweise eine Amortisation nach drei bis fünf Jahren. Vor der Investition empfiehlt sich eine Analyse der aktuellen Prozesskosten und des erwarteten Prüfdurchsatzes.

Welche Maßnahmen gewährleisten den Strahlenschutz bei der Röntgenprüfung?

Der Betrieb von Röntgenprüfanlagen erfordert Strahlenschutz nach der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) und der EU-Richtlinie 2013/59/Euratom. Notwendig sind bauliche Abschirmungen, etwa Röntgenbunker mit 2 bis 10 mm Bleidicke, Zutrittskontrollen sowie persönliche Dosimeter für das Personal. Regelmäßige Wartungen und die Überwachung durch einen Strahlenschutzbeauftragten sichern die Einhaltung aller Grenzwerte.

Wie kann die Durchstrahlungsprüfung effizient in bestehende Produktionslinien integriert werden?

Die Integration der radiologischen Materialprüfung erfordert eine präzise Abstimmung von Taktzeiten und Schnittstellen. Robotergestützte Zuführsysteme sowie die Anbindung an MES- oder ERP-Systeme sichern einen durchgängigen Workflow. Eine automatisierte Fehlererkennung identifiziert bis zu 95 Prozent der typischen Defekte und verbessert die Qualitätskontrolle. Eine vorgelagerte Systemanalyse minimiert Ausfallzeiten und gewährleistet Datenkontinuität.

Wann ist der Einsatz eines Linearbeschleunigers in der Materialprüfung erforderlich?

Ein Linearbeschleuniger eignet sich für die radiologische Prüfung sehr dicker oder dichter Werkstoffe, die mit herkömmlichen Röntgenröhren nicht durchdrungen werden können. Er erzeugt Photonenstrahlen im MeV-Bereich und ermöglicht Prüfungen von Stahlbauteilen bis etwa 500 mm oder Betonstrukturen bis zu mehreren Metern Dicke. Die Einsatzentscheidung richtet sich nach der Materialstärke und der geforderten Fehlererkennungsrate, insbesondere bei sicherheitskritischen Großbauteilen wie Turbinenschaufeln oder Druckbehältern.

Welche Einschränkungen bestehen bei der Durchstrahlungsprüfung komplexer Bauteile oder bestimmter Fehlertypen

Die Röntgenprüfung stößt bei sehr dünnen oder flächigen, parallel zum Strahlverlauf liegenden Defekten wie oberflächennahen Rissen an ihre Grenzen. Auch stark variierende Wandstärken oder komplexe 3D-Geometrien erschweren die Auswertung der 2D-Aufnahmen. In solchen Fällen sind ergänzende Verfahren wie Ultraschallprüfung oder Computertomografie sinnvoll. Eine detaillierte Analyse des Bauteils bestimmt die geeignete Prüfmethode für das jeweilige Fehlerbild.

Welche Wartungsintervalle und Lebenszyklen gelten für digitale Röntgenanlagen?

Digitale Röntgenanlagen müssen jährlich durch den Hersteller oder zertifizierte Dienstleister gewartet werden, um Betriebssicherheit und Bildqualität sicherzustellen. Röntgenröhren und Detektoren haben je nach Nutzung und Typ eine Lebensdauer von etwa fünf bis zehn Jahren, deren Austausch die Betriebskosten beeinflusst. Die Einhaltung der Intervalle gewährleistet Werterhalt und die Konformität nach ISO 9712 für Prüfpersonal. Wartungs- und Ersatzkosten sollten in der Total-Cost-of-Ownership-Kalkulation berücksichtigt werden.

Welche Anforderungen gelten für die Qualifizierung von Prüfpersonal in der Durchstrahlungsprüfung?

Prüfpersonal in der Durchstrahlungsprüfung muss gemäß DIN EN ISO 9712 zertifiziert sein. Die Norm unterscheidet drei Qualifikationsstufen: Level 1 erlaubt Prüfungen unter Anleitung, Level 2 die eigenständige Durchführung und Bewertung, Level 3 umfasst Verfahrensentwicklung und Schulung. Die Ausbildung erfordert festgelegte Theorie- und Praxisstunden sowie nachgewiesene Berufserfahrung, etwa mindestens 12 Monate für Level 2 im jeweiligen Verfahren. Regelmäßige Rezertifizierungen sind erforderlich, um die Qualifikation aufrechtzuerhalten.

Hintergrund: Durchstrahlungsprüfung

  • Durchstrahlungsprüfung Wikipedia

    Die Durchstrahlungsprüfung ist ein zerstörungsfreies, bildgebendes Verfahren mit Röntgen- oder Gammastrahlen zur Detektion innerer Fehler (z. B. Lunker, Risse) in Schweißnähten/Gussteilen. Bildgebung per Film oder digitalen Detektoren; Strahler: Röntgenröhren, Co-60, Ir-192; Qualität nach DIN EN ISO 17636/5579/19232.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: April 2026