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Gin zum Genießen, Wissen zum Angeben

Artikel, letzte Änderung: , Autor : KRONES AG

Gin zum Genießen, Wissen zum Angeben

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"Einen Gin Tonic, bitte."🍋đŸč Das hört man doch öfter mal in der Bar. Aber kennt ihr euch bei Gin eigentlich besser aus? Falls nicht, schaut mal auf unseren Blog und erfahrt mehr ĂŒber die Geschichte und die Sorten von Gin👇😊

Gin zum Genießen, Wissen zum Angeben

 

Manchmal fĂŒhle ich mich alt. Und ein bisschen spießig. Und das, obwohl ich eigentlich (glaube ich) keines von beidem bin. So geht es mir zum Beispiel dann, wenn ich im Supermarkt Jugendliche beobachte, die auf der Suche nach dem billigsten Rausch sind. Und ich will auch gar nicht urteilen, schließlich bin ich frĂŒher ganz Ă€hnlich vor den Regalen gestanden. Aber jetzt halt nicht mehr. Jetzt ist das Kriterium nach dem ich mich entscheide in erster Linie der Geschmack. Vielleicht ein bisschen eingeschrĂ€nkt vom Preis. Gut, und bei Wein auch ein bisschen das Etikett. Aber eben nicht mehr das Alkoholgehalt/Preis VerhĂ€ltnis. Ganz besonders merke ich das bei einem GetrĂ€nk: Gin. Da könnte ich mich Abende lang fĂŒr viel Geld durch verschiedene Sorten probieren. Gut, mit Gin als Lieblings-Spirituose bin ich nicht gerade ein Trendsetter, sondern folge eher der Masse derer, die ihn zu einem der In-GetrĂ€nke der letzten Jahre gemacht haben. Auch an diesem gestiegenen Interesse liegt es sicherlich, dass in letzter Zeit Sorten und Hersteller aus dem Boden schießen und den Gin-Trinker mit einer unglaublich großen Auswahl beglĂŒcken.

Historischer Exkurs

Ihre historische Wurzel haben all diese Sorten im „Genever“ (niederlĂ€ndisch „jeneverbes“ bzw. französisch „geniĂšvre“ fĂŒr Wacholder). Dieser VorlĂ€ufer des Gins war schon im 16. Jahrhundert bei den NiederlĂ€ndern sehr beliebt und fand spĂ€ter mit König Wilhelm III. von Oranien-Nassau seinen Weg nach England. Unter dem verkĂŒrzten Namen „Gin“ wurde das GetrĂ€nk in Londoner Kreisen so beliebt, dass um 1740 herum beachtliche 91 Millionen Liter jĂ€hrlich produziert wurden – zum allergrĂ¶ĂŸten Teil fĂŒr die damals ca. 500 000 Einwohner Londons. Nach einer Absatzkrise in den 1970er Jahren wurde Gin seit den spĂ€ten 80ern wieder beliebter; heute wird er erneut als Szene-GetrĂ€nk gefeiert.

Herstellung und Inhalt

Wodka aus Kartoffeln oder Getreide, Rum aus Zuckerrohr oder Melasse 
 ja und Gin? Beim Gin ist der Ausgangsstoff des Grundalkohols nicht nĂ€her festgelegt, es wird aber mit möglichst hochprozentigem, reinen Alkohol gearbeitet. FĂŒr qualitativ hochwertige Produkte wird der Neutralalkohol dann meist mit Wasser auf 50 % Vol. verdĂŒnnt und destilliert. Dann bekommt er durch den Einsatz von GewĂŒrzen, KrĂ€utern, NĂŒssen, FrĂŒchten oder BlĂŒten, den Botanicals, seinen Geschmack. DafĂŒr existieren zwei verschiedene Methoden: Entweder der Alkohol wird direkt mit den Botanicals versetzt und zieht durch, die Mischung mazeriert. Anschließend wird sie abdestilliert.

Eine andere Möglichkeit ist, die Botanicals nicht direkt in den Alkohol zu geben, sondern den Alkohol alleine zu destillieren. Dabei hĂ€ngen die Botanicals im aufsteigenden Dampf und geben so ihre Aromen ab. Möglich ist auch eine Kombination der beiden Methoden, in jedem Fall wird das Destillat danach mit Wasser auf den gewĂŒnschten Alkoholgehalt verdĂŒnnt. In der Wahl der Botanicals, des Verfahrens und der TrinkstĂ€rke sind die Hersteller dabei völlig flexibel – nur einen Alkoholgehalt von mindestens 37,5 % Vol. und das Hauptaroma Wacholder muss jedes GetrĂ€nk haben, das sich Gin nennen will.

Kategorien der Sortenvielfalt

Den großen Freiheiten bei der Gin-Produktion entsprechend ist die Bandbreite an verschiedenen Sorten und GeschmĂ€ckern sehr groß. Dennoch lassen sich die diversen Produkte in vier klassische und eine moderne Kategorie einordnen.

London Dry Gin ist wohl der Klassiker mit dem grĂ¶ĂŸten Publikum. Aus London muss er nicht stammen, dafĂŒr sind andere Kriterien fĂŒr die Bezeichnung entscheidend: Die Basis muss hochwertiger Alkohol sein, außerdem sind Farbstoffe, ĂŒbermĂ€ĂŸig viel Zucker, kĂŒnstliche Aromen und nachtrĂ€glich hinzugegebene Aromen tabu. Dennoch können London Dry Gins verschiedenste Geschmacksrichtungen haben – starke Zitrusnoten beispielsweise sind neben dem intensiven Wacholder nicht selten.

Geschichtlich gesehen ist der Old Tom Gin der Urvater heutiger Sorten. Im 18. Jahrhundert war er mit der beliebteste Gin – was wohl in erster Linie daran lag, dass er gesĂŒĂŸt wurde um die oft schlechte QualitĂ€t des Grundalkohols zu ĂŒberdecken. Mittlerweile trifft er mit seiner SĂŒĂŸe aber nicht mehr den Geschmack der Masse und wird nur noch selten angeboten.

Echter Plymouth Gin durfte lange Zeit nur in der sĂŒdenglischen Hafenstadt produziert werden, inzwischen gibt es diesen Schutz nicht mehr. Trotzdem hĂ€lt sich die Zahl der Hersteller dieses trockenen Gins mit nur dezenter Wacholdernote stark in Grenzen.

Streng genommen ist Sloe Gin „nur“ ein Likör, denn ihm genĂŒgt ein Alkoholgehalt von 25 % Vol. FĂŒr die englische SpezialitĂ€t werden typischerweise Schlehen in Gin mazeriert, anschließend wird er gefiltert, verdĂŒnnt und mit Zucker abgerundet. Dabei können auch nachtrĂ€glich noch Aromen ergĂ€nzt werden.

Zu guter Letzt hat sich im Gin-Hype der letzten Jahre eine neue, noch nicht wirklich definierte Kategorie gebildet. Dieser „New Style“, oft auch „Modern Style“ genannt, beinhaltet alles, was nicht in die klassischen Kategorien passt. Viele Hersteller arbeiten aktuell mit neuen, untypischen Zutaten und schaffen so komplett neue Geschmacksrichtungen. Beliebt sind beispielsweise regionale KrĂ€uter, GewĂŒrze und Pflanzen, die die Herkunft des Gins unterstreichen. Dabei gibt es einige, die trotz neuer Botanicals klassisch schmecken, andere wiederum stellen das Wacholder-Aroma in den Hintergrund.

Zeit fĂŒr Gin!

Sicherlich ist Gin nicht jedermanns Sache – muss ja auch nicht sein. FĂŒr alle Fans und Interessierten gibt es aber aktuell unschlagbar viele Möglichkeiten, um Neues zu probieren und zu genießen. Zahlreiche Bars haben verschiedenste Gins im Sortiment, dazu kommen passende Tonic-Kombinationen und kreative Gin Cocktails. Alle, die wie ich schon ĂŒberzeugt sind und QualitĂ€t zu schĂ€tzen wissen, dĂŒrften also sowieso schon am Probieren sein. Und fĂŒr alle anderen: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Und allen, die sich gerne noch weiter einlesen wĂŒrden, sei an dieser Stelle die BroschĂŒre „GIN“ von Bernhard SchĂ€fer und dem SchokoRing als EinstiegslektĂŒre ans Herz gelegt. Ihr bekommt sie entweder direkt ĂŒber den SchokoRing oder ĂŒber diverse FachhĂ€ndler.

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