Telematik für Bau- und Landmaschinen: Was gehört dazu und wie wird sie zukunftssicher?

Artikel, letzte Änderung: , Autor : stefan-lorz

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Die Telematik in Bau- und Landmaschinen bringt handfeste Vorteile für Flottenmanagement und Service. Was brauchen Off-Highway-Player dafür „unter der Haube“ und wie zukunftssicher sind unterschiedliche Lösungsansätze?

Telematik für Bau- und Landmaschinen: Was gehört dazu und wie wird sie zukunftssicher?

So viel ist klar: Wer Baufahrzeuge, Land- und Forstmaschinen oder mobile Kommunaltechnik mit Telematik ausstattet, darf sich keine großen Schnitzer erlauben – weder sicherheitstechnisch noch funktional. Technik und Informationsflüsse müssen konsistent sein, aber auch ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit und Zukunftssicherheit bieten – von der Datenerfassung im Fahrzeug über die Geräte-Verwaltung bis zum Daten Management.

Idealerweise sollte sich die Lösung auch schnell einführen lassen und außerdem gut skalieren, damit der wachsende Verwaltungsaufwand die Gewinne der neuen Geschäftsmodelle nicht auffrisst. Hier einige Tipps, worauf Off-Highway-Player bei der Auswahl einer Telematik-Lösung für das Off-Highway-Umfeld achten sollten.


Modulare Telematik-Lösung mit systemisch getrenntem Data und Device Management. Über die Großserienplattform Bosch IoT-Suite sind bereits über 10 Mio. Fahrzeuge vernetzt.

Daten und Devices managen


Beim Thema Telematik denken viele zunächst an bunte Dashboards mit allerlei Charts und Visualisierungen, die wichtige Fahrzeug- und Betriebsdaten für das Flottenmanagement und die leistungsbezogene Abrechnung visualisieren. Auch Service-Mitarbeiter brauchen die grafischen Aufbereitungen. Sie überwachen damit den Zustand ausfallkritischer Komponenten, analysieren Fehler und leisten Fernsupport. Der damit verbundene Aufgabenkomplex – von den Analysen über die Visualisierung bis hin zum Datenaustausch mit weiteren IT- und Cloud-Systemen – fällt in den Bereich Datenmanagement. Doch es gibt noch eine andere Seite der Telematik-Medaille. Eine, die „unter der Haube“ arbeitet und mindestens so erfolgsentscheidend ist: die Connectivity und das Gerätemanagement. Darauf baut alles auf. Und hier entscheidet sich, wie effizient und zukunftssicher das Gesamtkonstrukt letztlich ist.


Offenheit und Effizienz erfolgsentscheidend


Eine Telematik-Lösung kann nämlich nur dann effizient sein und vernünftig skalieren, wenn sie den gesamten Lebenszyklus der Connectivity-Hardware berücksichtigt – von der Vorbereitung und Inbetriebnahme über die Betriebsphase und bis zu ihrer Entsorgung. Das Device-Management muss jede einzelne Station optimal unterstützen. Im Betrieb hilft beispielsweise das Device-Monitoring dabei, auch bei großen Flotten den Überblick zu behalten, während Mass-Management-Funktionen und Tools für Software und Firmware-Updates den Verwaltungsaufwand minimieren. Zu den weiteren „Must-haves“ zählen Remote-Konfiguration und Ferndiagnose sowie Schnittstellen (APIs) zum Datenaustausch.


Erfahren Sie mehr über die Technik „unter der Haube"

Make or buy?


Angesichts des Funktionsumfangs, den ein zuverlässiger, sicherer und effizienter Betrieb erfordert, ist es nur für wenige Off-Highway-Hersteller realistisch, eine solche Telematik-Lösung selbst zu entwickeln. Auch ein Konglomerat aus generischen IoT-Bausteinen ist wenig erfolgversprechend. Denn die Telematik-Lösung muss Administratoren und Service-Techniker in die Lage versetzen, umfangreiche Ferndiagnosen vorzunehmen, Domain Controller und andere Geräte zu parametrieren, Firmware- und Software-Updates over-the-Air zu übertragen (FOTA / SOTA) oder neue Applikationen auszurollen. Ohne das notwendige Domänenwissen in den Bereichen Elektronik und Hydraulik kann das kaum gelingen.


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Telematik ohne Lock-In-Risiko


Was es bei der Auswahl Ihrer Connectivity-Hardware unbedingt zu vermeiden gilt, ist ein technologischer Lock-In durch eine proprietäre Telematic Control Unit (TCU). Ist die maßgebliche Hardware-Einheit zur Sammlung und Übertragung der Fahrzeugdaten nämlich fest mit dem Betriebssystem und den Applikationen „verschweißt“, lässt sich die höherwertigeFunktionssoftware später nicht ohne Weiteres auf eine neue Hardware umziehen. Dies ist aber ein bis zweimal im Fahrzeugleben nötig, spätestens bei Investitionen hinfällig und sie müssen komplett neu programmiert werden.


Zukunftssicher by Design: Bei der prozessorbasierten Rexroth Control Unit (RCU) mit quelloffenem Linux laufen Device- und Anwendungssoftware in Schichten und lassen sich flexibel erweitern und bei Bedarf später portieren.


Wer einen technologischen Lock-In vermeiden möchte, sollte bei der TCU-Auswahl auf modulares Design, Standards und Branchenexpertise achten. Eine prozessorbasierte Einheit mit Linux als quelloffenem Betriebssystem und einer darauf laufenden Schicht für Device- und Applikationssoftware hat zudem den Vorteil, dass sich neben vorgefertigten Standard-Apps auch eigene Softwarebausteine integrieren und somit Ihr Know-how schützen lassen.


Zukunft Schritt für Schritt gestalten


Ob eine angebotene Telematik-Lösung durchdacht ist, lässt sich außerdem daran erkennen, ob Device- und Data-Management in getrennten Systemen abgebildet sind. Das nämlich zahlt sich aus vielen Gründen aus, angefangen bei der Usability über die Themen Sicherheit und Datenschutz, bis hin zu geringeren Cloud-Kosten. Außerdem erwächst dem Anbieter daraus eine richtungsweisende Wahlmöglichkeit: Entweder lässt sich die eigene Produkt- und Geschäftsstrategie entweder auf die beiden Bausteine Device-Connectivity und Device-Management gründen, oder beide zusammen plus Datenmanagement werden als Komplettlösung aus einer Hand genutzt. Die zweite Option hat den großen Vorteil, dass das Service-Angebot inklusive Analyse und Visualisierung noch schneller am Markt sein kann. Dass beide Optionen in einem gemeinsamen Ökosystem erhältlich sind, beweist Bosch Rexroth mit den beiden BODAS Connect Lösungen Device Connectivity und All-in-ohne-Connectivity.


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Dr. Christian Grabe


ist Business Owner Project Digital Business Mobile Hydraulics bei Bosch Rexroth in Stuttgart. Christian verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Systemen für Off-Highway-Maschinen und Embedded Software. In seiner Position erarbeitet er neue Geschäftskonzepte und digitale Produkte im Bereich der vernetzten Off-Highway-Maschinen.

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