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Beschleunigungssensoren Hersteller – Vergleich

Als Inertialsensoren bezeichnet man Beschleunigungssensoren, die Trägheitskräfte dreiachsig erfassen, Vibration und Schock abbilden und arbeiten in Miniatur‑Gehäusen direkt in Maschinen und Geräten. In der Zustandsüberwachung rotierender Antriebe identifiziert die Sensorik beginnende Lagerschäden über charakteristische Frequenzbänder und ansteigende Schwingungspegel im Betrieb. Einkäufer bewerten Messbereich und Messgenauigkeit, geringe Rauschdichte und definierte Querempfindlichkeit sowie einen spezifizierten Frequenzgang, ergänzt um Kalibrierzertifikate nach ISO 16063‑21 und Schutzart IP67.
Lieferanten und Händler:

Geprüfte Beschleunigungssensoren Hersteller

Friedrichstr. 1, 45128 Essen
Deutschland

Beschleunigungssensoren Fachartikel

Vorbeugen statt Draufzahlen

ifm: Beim Bearbeitungsprozess gewinnt die exakte Diagnose und Überwachung von Schwingungssignalen zunehmend an Bedeutung. Kostspielige Schäden an Maschinenkomponenten, Werkzeugen und Werkstücken sowie Ausschuss und teure Folgeschäden lassen sich durch die exakte Schwingungsanalyse sicher vermeiden. Eine effektive Kombination von Prozessüberwachung, Maschinenschutz als auch Condition Monitoring bietet ifm mit seiner Baureihe „VSE“.

Über Beschleunigungssensoren

Ein Beschleunigungssensor misst die zeitliche Änderung der Geschwindigkeit und gibt die Messgröße in m/s² oder g aus. Das Internationale Einheitensystem (SI) definiert m/s² und verwendet das Kilogramm als Masseeinheit. Die Standardschwerkraft g_n beträgt 9,80665 m/s². Diese Sensoren liefern Rohdaten für die Berechnung der Lagebeziehung und der Objektneigung mit Auflösungen bis 0,1°.

Funktionsprinzip und Signalentstehung

Ein Sensorelement in Miniatur-Bauform (typisch 2,0 × 2,0 mm) lagert eine federnde Testmasse aus Silizium mit 0,1–2,0 mg. Eine Beschleunigung oder die Schwerkraft erzeugt eine proportionale Federkraft und bewirkt eine messbare Auslenkung. Die Schwerebeschleunigung kalibriert die Null- und 1‑g‑Ausrichtung und stabilisiert in Ruhe die Berechnung der Lagebeziehung.

Ein kapazitives Messsystem bildet im MEMS eine Arbeitselektrode und eine Gegenelektrode mit einem Spalt von typischerweise 2 µm. Die Schaltung misst die Kapazitätsänderung bei einer Abtastrate von 1 kHz. Ein integrierter Schaltkreis verarbeitet das Rohsignal und implementiert Tiefpass, Offsettrim und Selbsttest. Typische Rauschdichten liegen bei 150 µg/√Hz. Ein Frontend aus Silizium minimiert Abweichungen durch temperaturstabile Strukturen.

Spezifikation und Integration

  • Messbereich und Messgenauigkeit: Industriemodule decken ±2 g bis ±200 g ab. Eine Messgenauigkeit von ±0,1 % FS und eine Abweichung von ±0,05 %/K sichern die Berechnung von Lagebeziehung und Geschwindigkeit.
  • Sensierrichtung: Triaxiale Aufnehmer messen entlang drei orthogonaler Achsen. Die Querempfindlichkeit bleibt mit <1 % gering. Eine markierte Sensierrichtung erleichtert die Montage.
  • Frequenzgang: DC‑fähige Sensoren decken 0 Hz bis 1 kHz ab. Module für Schockmessung tolerieren bis 5.000 g und erfassen Impulse von 0,1–5 ms.
  • Umgebung und Einbindung: Gehäuse arbeiten von −40 bis 125 °C. Eine Montagebasis mit 10 µm Ebenheit und 2 N·m Schraubenanzug stabilisiert die Achsausrichtung. Ein M8/M12‑Stecker stellt die Signalführung sicher. Ein Auswerte‑Betriebssystem konfiguriert über I²C (Inter‑Integrated Circuit) oder SPI (Serial Peripheral Interface) Register. Eine Konfiguration per Datenblattadresse beschleunigt die Inbetriebnahme. Das Gehäusesystem integriert auf Wunsch ein Display mit 3½ Stellen.

Typenüberblick

Merkmale gängiger Beschleunigungssensortypen
Typ Messprinzip Typische Anwendung
MEMS-basiert Kapazitiv/Piezoresistiv Objektneigung, Miniaturelektronik
Piezoelektrisch Ladungsänderung Vibration, Schockmessung
Piezoresistiv Widerstandsänderung Statische Schwerkraft, Kollision
Servo-Force-Balance Elektromagnetische Kraft Hohe Messgenauigkeit, Referenzmessungen

Anwendungen und Dateninterpretation

Industrieaufnehmer überwachen Vibration an Antrieben im Bereich 10 Hz bis 10 kHz und melden Anomalien in der Sicherheitstechnik mit Schwellwerten ab 0,5 g. Automobilmodule detektieren Kollisionen über Sprungbeschleunigungen von >25 g in 10–20 ms und unterstützen die Airbaglogik. Seismometersysteme erfassen Bodenbewegungen mit 0,01–50 Hz, auch in der Geothermie, und trennen Nutzsignale von Schockereignissen.

Inertialsysteme berechnen Kurs, Geschwindigkeit und Lagebeziehung aus dreiachsigen Rohdaten. Ein Träger gleicht die Schwerebeschleunigung mit 9,81 m/s² aus und stabilisiert die Objektneigung auf 0,05–0,2°. Beispiel: Ein 3‑Achsen‑MEMS mit 0,5 mg/√Hz Rauschen und 200 Hz Bandbreite erreicht nach digitaler Filterung eine Drift von <0,1°/min. Die Sensierung dynamischer Signale erfolgt über eine geeignete Filterkonfiguration, während ein robuster Stecker und ein störfester Schaltkreis den Dauereinsatz absichern. 

Hersteller von Beschleunigungssensoren sind z. B. Analog Devices, TE Connectivity (Measurement Specialties), Kionix (ein Unternehmen von Rohm Semiconductor), Murata Manufacturing, NXP Semiconductors, STMicroelectronics, Bosch Sensortec, Honeywell, PCB Piezotronics, Meggitt (Sensorex), Endevco, Kistler, Brüel & Kjær.

Hersteller sind ifm electronic gmbh

FAQ zu Beschleunigungssensoren

Wie findet man den passenden Beschleunigungssensor für eine Anwendung?

Die Auswahl richtet sich nach Messgenauigkeit, Frequenzbereich und Umgebungsbedingungen. Für statische Messungen mit hoher Präzision sind Servo-Force-Balance-Sensoren geeignet, für dynamische Anwendungen eignen sich kostengünstige MEMS-Sensoren. Entscheidend sind zudem der maximale erwartete Beschleunigungswert und die erforderliche Bandbreite, um Über- oder Unterdimensionierung zu vermeiden.

Welche Hauptfaktoren erschweren die Kalibrierung von Beschleunigungssensoren

Zentrale Herausforderungen sind Offset-Drift, Temperatureinflüsse und Nichtlinearität über den gesamten Messbereich. Eine präzise Kalibrierung erfordert temperaturstabilisierte Prüfstände und mehrpunktige Verfahren, um hohe Genauigkeit sicherzustellen. Die exakte Ausrichtung zur Schwerkraft ist entscheidend, um Referenzpunkte korrekt zu definieren.

Welche Trends bestimmen die zukünftige Entwicklung von Beschleunigungssensoren?

Zentrale Trends sind ein geringerer Energieverbrauch, drahtlose Kommunikation und die Integration von KI direkt im Sensor. Fortschritte in der MEMS-Technologie ermöglichen kompaktere und präzisere Bauformen für Edge-Computing-Anwendungen. Dadurch können autonome Systeme Echtzeitdaten effizienter nutzen und vorausschauend gewartet werden.

Wie werden Sensoren in IoT-Systeme integriert?

Sensoren werden in IoT-Systemen über digitale Schnittstellen wie I²C oder SPI an Mikrocontroller angebunden. Die erfassten Rohdaten werden auf dem Edge-Gerät vorverarbeitet, etwa zur Rauschunterdrückung und Merkmalsextraktion. Anschließend übermittelt das System die aufbereiteten Daten drahtlos an Cloud-Plattformen für weiterführende Analysen oder maschinelles Lernen.

Welche Faktoren bestimmen die Kosten von Beschleunigungssensoren?

Die Preise hängen von Sensortyp, Messgenauigkeit, Temperaturbereich und Gehäuseform ab. Servo-Force-Balance-Sensoren mit hoher Präzision sind deutlich teurer als MEMS-Sensoren für den Massenmarkt. Zudem beeinflussen Stückzahl, Kalibrierungsaufwand und Zertifizierungen für sicherheitskritische Anwendungen wie Automotive oder Luftfahrt die Kosten.

Wie lassen sich Fehler bei der Auswertung von Beschleunigungssensordaten vermeiden?

Eine präzise Datenauswertung erfordert die klare Trennung von Nutzsignal und Rauschen. Der Einsatz geeigneter digitaler Filter, etwa Hoch- oder Tiefpassfilter, sollte sich an der jeweiligen Bewegungsart orientieren. Kenntnis der Driftcharakteristik sowie die Kompensation von Temperatur- und Offsetabweichungen erhöhen die Messgenauigkeit deutlich.

Welche Anforderungen gelten für die fachgerechte Montage von Beschleunigungssensoren?

Eine stabile, vibrationsarme Montagefläche minimiert Fremdschwingungen. Der Sensor muss exakt entlang der Messachse ausgerichtet sein, um Querempfindlichkeiten zu vermeiden. Eine feste mechanische Kopplung ohne lose Verbindungen sowie der Schutz vor elektromagnetischen Störungen sichern die Signalintegrität.

Hintergrund: Beschleunigungssensoren

  • Beschleunigungssensor Wikipedia

    Die Wikipedia-Seite erklärt Beschleunigungssensoren: Messgröße m/s² bzw. g (≈9,81 m/s²), Prinzip Trägheitskraft auf Testmasse (F=m·a). Behandelt Anwendungen (Airbags, Smartphones, Seismik) und Messprinzipien wie piezoelektrisch sowie MEMS‑kapazitiv/piezoresistiv, teils dreiachsig.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Mai 2026