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Dehnungsmessstreifen Hersteller – Vergleich

Dehnungsmessstreifen sind elektrische Widerstandssensoren der Experimentalmechanik, die lokale Verformung an Bauteilen erfassen und deren K‑Faktor die Kopplung zwischen Verformung und Messsignal festlegt. In der Automobil-Erprobung instrumentieren Entwickler Fahrwerksteile, Biegebalken und Torsionswellen, um Kräfte und Momente im dynamischen Prüfstandsbetrieb abzuleiten. Beim Einkauf zählt die geforderte K‑Faktor‑Toleranz, der Nennwiderstand zur Begrenzung der Eigenerwärmung bei vorgegebener Speisespannung, der zulässige Temperaturbereich und die nutzbare Grenzfrequenz.
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Weitere Dehnungsmessstreifen Hersteller

Über Dehnungsmessstreifen

Dehnungsmessstreifen (DMS) messen Dehnung über eine definierte Widerstandsänderung. Das Prinzip ist einfach. Auf einem Maschinenelement folgt eine mäanderförmige Metallfolie der lokalen Formänderung bei Zug oder Stauchung, während das Trägermaterial die Geometrie stabilisiert. Bei kleinen Dehnungen unter 1000 µm/m liefert die Brückenschaltung bei sauber angelegter Speisespannung ein auswertbares Signal.

Messprinzip: Widerstand, K-Faktor und Brückenschaltung

Wo die mechanische Spannung im Bauteil ansteigt, verlängert sich das Messgitter und der elektrische Widerstand ändert sich proportional zur Verformung. Der K-Faktor (Gauge Factor) beschreibt diese Relation als Nennwert für die Dehnungsmessung. Konstantan- und Nickeldrahtlegierungen prägen das Kennverhalten der Metallfolie. Typisch ist ein Nennwiderstand von 350 Ohm. In der Wheatstoneschen Brückenschaltung kompensiert die Viertelbrücke, Halbbrücke oder Vollbrücke Leitungsanteile der Zuleitung und liefert ein stabiles Messsignal für die Messelektronik.

Aufbau und Applikation: Trägerfolie, Spezialkleber, Zugentlastung

Bei Temperaturen über 80 °C sichert die Trägerfolie aus Polyimid häufig den dauerhaften Verbund mit dem Bauteil. Der Spezialkleber koppelt das Messgitter schubfest an, während eine korrekte Zugentlastung der Anschlussdrähte Mikrobewegungen am Lötpunkt begrenzt. Nicht die Optik zählt, sondern die Scherfestigkeit in Lastnähe. Bei der Strukturintegration im Verbundwerkstoff ist nur ein System geeignet, dessen Klebstoffchemie mit der Harzmatrix kompatibel bleibt. Andernfalls verschiebt Querempfindlichkeit den Messwert unter Querkraft.

Auswahlkriterien für den Einsatz in Prüfaufbau und Sensorintegration

Ein DMS wirkt wie ein Standardteil, doch erst die Parameter entscheiden über die Messgenauigkeit unter realem Belastungszustand. Bei dynamischen Belastungstests bestimmen Grenzfrequenz und Schwingfrequenz des Prüflings die Eignung. Kurze Messgitter bilden steile Dehnungsgradienten besser ab. Erstens zählt der Temperaturbereich, zweitens der Nennwiderstand zur Begrenzung der Eigenerwärmung durch die Speisespannung, drittens das Gittermaß an der Messstelle. Anwendungsfall: Beim Fahrwerk-Prüfaufbau mit 500 Hz Anregung verlangt die Datenerfassung eine ausreichend hohe Frequenzreserve des Sensorsystems.

  • Messgittermaterial: Die Legierung bestimmt Drift und Langzeitverhalten bei Temperaturwechseln.
  • Nennwiderstand: Höhere Werte reduzieren die Stromaufnahme in der Brückenschaltung.
  • K-Faktor: Setzt die Widerstandsänderung in Dehnung um.
  • Abmessungen: Die Gitterlänge muss zum Dehnungsfeld am Maschinenelement passen.

Anwendungsfelder: Kraftmesstechnik, Drehmoment und strukturelle Überprüfung

Kraftsensoren und Drehmomentsensoren nutzen DMS meist als Vollbrücke auf Biegebalken oder Torsionswellen. So entstehen definierte Signale auch bei wechselnder Querkraft. In Leichtbaustrukturen aus Faserverbund unterstützt die Überprüfung von Lastpfaden, solange die Sensorintegration den Laminataufbau nicht lokal schwächt. Beispiel: Ein Belastungstest mit ±20 kN am Prüfstand nutzt vier aktive Gitter je Brücke und trennt Biegung von Torsion über getrennte Kanäle in der Messelektronik.

Qualifizierung: Normbezug, Querempfindlichkeit und Lebensdauer

Nicht jede Bestellnummer beschreibt dieselbe Charakteristik. Deshalb führen Datenblätter konkrete Prüfwerte zu Nichtlinearität und Zyklenfestigkeit auf. Branchenstandards schärfen Begriffe rund um K-Faktor und Sensorkette, zum Beispiel VDI/VDE 2635. Querempfindlichkeit bleibt messbar und fällt bei falsch orientiertem Gitter stärker aus als erwartet. Ein Referenzbuch oder ein Seminar ersetzt keine Abnahmeprüfung nach definierten Lastwechseln im eigenen Lastmonitoring.

Kenndaten mit typischem Norm- oder Quellenbezug
EigenschaftBedeutung für den EinsatzReferenz
NennwiderstandEnergieeintrag durch Speisespannung und Signalpegel. Typisch 120, 350 oder 1000 Ohm.DIN EN 60751
K-FaktorSensitivität der Widerstands-Dehnungs-KopplungVDI/VDE 2635
TemperaturbereichTolerierbarer Drift bei kalten und heißen ZyklenASTM E251

Kostenbewertung: Bauteilpreis versus Systemaufwand

Der Stückpreis bildet nur einen Teil der Rechnung ab. Die Applikation treibt die Kosten oft stärker als das Sensorelement selbst. Bei hohen Anforderungen an die Grenzfrequenz steigen die Kosten durch aufwendige Kabelierung samt Zuleitungsschirmung sowie durch rauscharme Verstärkerstufen in der Messelektronik. Standardausführungen mit mittlerem Nennwiderstand bleiben günstiger als Varianten für extreme Temperaturen oder aggressive Medien. Für belastbare Entscheidungen zählt die Gesamtsicht aus Klebstoffsystem, Auswerteelektronik, Software-Lizenz und dokumentierter Performance im Lastmonitoring des jeweiligen Prüfaufbaus.

Verformung Spannung Speisespannung Brückenschaltung Metallfolie Spezialkleber

Hersteller sind Hottinger Baldwin Messtechnik GmbH

FAQ zu Dehnungsmessstreifen

Nach welchen Kriterien werden Dehnungsmessstreifen für korrosive Umgebungen ausgewählt?

In korrosiven Umgebungen sind gekapselte Dehnungsmessstreifen mit beständigen Schutzschichten erforderlich. Als Träger- und Vergussmaterialien eignen sich PTFE oder Epoxidharz, um chemische Angriffe zu verhindern. Die Chemikalienbeständigkeit des Klebstoffs ist gemäß ISO 175 für die konkret vorliegenden Medien zu prüfen und abzustimmen. Zur Sicherung der Langzeitstabilität ist die Schutzschicht in Intervallen von 6–12 Monaten zu inspizieren.

Welche Kalibrierverfahren werden bei DMS-Messsystemen eingesetzt

Die Kalibrierung erfolgt als Vergleichsmessung mit rückgeführten Referenznormalen oder über definierte mechanische Lasten. Messwerte werden auf bekannte Dehnungen oder Kräfte abgeglichen; daraus wird der Kalibrierfaktor bestimmt. Die Richtlinie VDI/VDE 2638 beschreibt Verfahren zur Ermittlung des K-Faktors und der Systemgenauigkeit. Eine jährliche Rekalibrierung der gesamten Messkette stellt die Rückführbarkeit der Messergebnisse sicher.

Warum ist Temperaturkompensation bei Dehnungsmessstreifen entscheidend?

Temperaturänderungen verändern den elektrischen Widerstand des Messgitters und verursachen durch unterschiedliche Wärmeausdehnung von DMS und Bauteil Messfehler. Wirksame Kompensation erfolgt über geeignete Brückenschaltungen mit Kompensations DMS auf einem Referenzmaterial oder über spezielle DMS Legierungen. Die Einhaltung der Toleranzen nach ASTM E251 über den spezifizierten Temperaturbereich ist zwingend. Für präzise Messungen über einen weiten Temperaturbereich empfiehlt sich ein integrierter Temperatursensor zur nachträglichen Korrektur.

Welche Funktion haben DMS in der vorausschauenden Instandhaltung

DMS Dehnungsmessstreifen überwachen kontinuierlich Materialermüdung und strukturelle Veränderungen an kritischen Bauteilen. Echtzeitmessungen der Dehnung ermöglichen die frühzeitige Erkennung beginnender Schäden und die Optimierung von Wartungsintervallen. Dadurch sinken ungeplante Ausfallzeiten um bis zu 30 Prozent und Reparaturkosten werden reduziert. Die Auswertung von Dehnungszeitreihen gegen definierte Grenzwerte meldet Wartungsbedarf, bevor ein Schaden eintritt.

Gibt es drahtlose Systeme für die Datenerfassung mit Dehnungsmessstreifen

Ja. Drahtlose DMS-Erfassungssysteme sind besonders für schwer zugängliche oder rotierende Anwendungen geeignet. Sie integrieren einen Miniaturverstärker, einen Analog-Digital-Wandler und ein Funkmodul zur Übertragung der Messdaten. Die Übertragung erfolgt typischerweise über Bluetooth Low Energy oder proprietäre Protokolle mit Reichweiten bis zu 50 m. Bei der Auswahl sind Batterielaufzeit, erforderliche Datenrate und Konformität zu EN 300 328 zu prüfen.

Wie beeinflussen Langzeitdrift und Alterung die Messgenauigkeit von DMS

Langzeitdrift und Alterung verändern das Ausgangssignal von Dehnungsmessstreifen auch bei konstanter Last. Ursachen sind Klebstoffrelaxation, Veränderungen im Messgitter und Umwelteinflüsse, die die Kennwerte verschieben. Typische Abweichung 0,1 bis 0,5 Prozent des Messwerts pro Jahr. Gegenmaßnahmen sind regelmäßige Rekalibrierung und die Auswahl von DMS mit nachgewiesener Langzeitstabilität gemäß Herstellerangaben.

Hintergrund: Dehnungsmessstreifen

  • Dehnungsmessstreifen Wikipedia

    Dehnungsmessstreifen erfassen Zug- und Druckdehnungen über eine kleine, proportional veränderliche Widerstandsänderung. Sie werden mit Spezialkleber auf verformungsbeanspruchte Bauteile geklebt und dienen als präzise Dehnungssensoren.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026, ID: 33910