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Infrarotmesstechnik Hersteller – Vergleich

Strahlungsthermometrie ordnet die Infrarotmesstechnik als Teilgebiet der Temperaturmesstechnik ein und umfasst Geräteklassen wie Pyrometer, Zeilenscanner und Wärmebildkamera mit definierten Messgeometrien für Punkt‑, Linien‑ und Flächenmessung. In Durchlauföfen von Stahlband‑Glühlinien der Stahlindustrie erfasst sie kontinuierlich Temperaturprofile entlang Bandkante und -mitte zur Prozessüberwachung und zur Steuerung von Kühl- und Haltezonen. Einkäufer bewerten die spektrale Passung zur Material-Emission, optische Auflösung und Messfleckgeometrie, die IP‑Schutzart nach EN 60529 sowie eine rückführbare Kalibrierung gemäß VDI/VDE 3511.
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Über Infrarotmesstechnik

Infrarotmesstechnik erfasst berührungslos die Temperatur direkt am Messobjekt. Das System detektiert thermische Emission im Infrarot und verknüpft die Signalhöhe mit der Oberflächentemperatur. Die Messgenauigkeit hängt maßgeblich vom Emissionsgrad der Oberfläche ab. Glänzende Metalloberflächen begünstigen Vielfachreflexionen und erhöhen Messabweichungen, eine korrekte Parametrierung im Gerät kompensiert dies. Für das Engineering ist eine kurze Einstellzeit in Millisekunden entscheidend, damit schnelle Reibungsprozess-Schwankungen nicht im Mittelwert untergehen.

Funktionsprinzipien und Gerätetypen

Bei Temperaturen oberhalb von 0 K sendet jedes Bauteil Strahlung aus, und ein Detektor wandelt sie in ein elektrisches Signal. Der Temperatursensor arbeitet spektral selektiv, und Detektoroptionen legen fest, ob kurzwellige oder langwellige Bereiche erfasst werden. Nicht das Gehäuse entscheidet, sondern die Optik. Messfleck sowie Kurz- oder Langdistanztauglichkeit ergeben sich aus Brennweite und Apertur. Ein Parabolspiegel bündelt Strahlung für große Abstände, und ein Pilotlaser stabilisiert die Ausrichtung bei kleinen Zielpunkten.

Wo Umgebungslicht und heiße Ofenwände stören, reduziert ein Wechsellichtverfahren Fremdanteile durch periodische Modulation. Infrarottemperaturmessgerät und Thermometer decken punktuelle Messaufgaben ab, Scanner tasten Bahnen ab, und eine Wärmebildkamera kartiert Temperaturverteilungen über Flächen. Ein Digitalkamerabild erleichtert die Lokalisierung des Hotspots im Wärmebild, besonders bei bewegten Teilen in der Automatisierungstechnik. Matrixsensoren liefern viele Datenpunkte, doch Zeilenscanner passen oft besser zu Bandprozessen mit definierter Vorschubrichtung.

Auswahlkriterien für Messaufgabe und Prozessbedingung

Für eine Systemlösung zählt zuerst die metrologische Passung zum Prozess. Spektralbereich, Mindesttemperatur und geforderte Temperaturstabilität müssen zusammenpassen. Bei Staub oder Feuchtigkeit verlangt die Prozessumgebung eine passende Schutzart, sonst führt Partikeleintrag am Fenster zu Drift. Eine robuste Optik hält Ausrichtfehler klein, und eine enge Sichtfeldgeometrie trennt benachbarte Zonen auf kurzen Distanzen. Beispiel: Bei einer Nachbrennzone mit 900 °C setzt ein Strahlungsthermometer mit Einstellzeit unter 50 ms Temperaturspitzen sauber ab.

  • Messgeometrie: Der Messfleckdurchmesser bei definierter Distanz bestimmt, ob kleine Features getrennt erscheinen.
  • Software: Anwendungssoftware mit Parametrierbarkeit ermöglicht Emissionsgradkorrektur und konsistente Grenzwertlogik.
  • Schnittstellen: Die Anbindung an ein Regelgerät über Feldbus koppelt die Temperaturüberwachung medienbruchfrei an die Automatisierung.

Nicht jede Typenvariante passt in jede Linie. Bei wechselnden Materialien ändert sich der Emissionsgrad sprunghaft, dann profitieren Geräte von Tabellenprofilen statt einzelner Fixwerte. Ein Produktfilter im Katalogeintrag hilft beim Vergleich von Detektoroptionen nach Wellenlänge und Temperaturbereich, während Datenblätter Grenzwerte zur Umgebungstemperatur präzisieren. „Mehr Auflösung“ klingt attraktiv, doch das Verhältnis aus optischer Auflösung und Signalrauschen limitiert die Leistungsfähigkeit stärker als die reine Pixelzahl.

Anwendungsfelder sowie Kalibrierung und Zertifizierung

Anwendungsfelder reichen von Automatisierung über Gebäudediagnostik bis zur Raumfahrttechnik. Gebäudeprüfungen entdecken Energieschwachstellen, Baumängel oder Feuchtepfade. Schimmelpilzrisiko zeigt sich als kalte Randzone neben warmen Innenflächen. In der Lufttechnik überwacht Messtechnik Wärmetauscherflächen von Klimaanlagen unter wechselnder Last, während Forschungslabore Temperaturverteilungen auf Materialproben untersuchen. Beispiel: Eine Luftdichtheitsprüfung kombiniert eine Druckdifferenz von 50 Pa mit einer Wärmebildkamera, um Leckagekanten als lineare Abkühlspur zu lokalisieren.

Rückführbarkeit entscheidet über die Vergleichbarkeit zwischen Schichten und Anlagenzuständen. Die Kalibrierung bindet das Gerät an Referenzklasse-Strahler zurück und berücksichtigt den Emissionsgrad. Ein Abgasanalysegerät ist hier nicht Gegenstand, dennoch erfordern Infrarotgeräte dieselbe Disziplin. Prüfpunktplan, Prüftemperaturen und Protokolle müssen reproduzierbar bleiben.

Normen und Richtlinien

VDI/VDE 3511 Blatt 2 beschreibt Verfahren für Strahlungsthermometer einschließlich Emissionsgradbehandlung. ISO 9001 legt Anforderungen an Qualitätsmanagement, Servicekette und Dokumentationspflichten zur Zertifizierung fest.

Vergleich ausgewählter Systemtypen der berührungslosen Temperaturmessung
SystemtypDatenformTypische Applikation
Infrarotthermometer (Pyrometer)Punktwert über MessfleckProzessüberwachung an Maschinenoberflächen
Wärmebildkamera2D-Wärmebild + KontextbildGebäudediagnostik und Entwicklungsprüfung
Infrarot-Zeilenscanner1D-Temperaturprofil entlang LinieBahnware in Durchlaufprozessen

Für belastbare Kaufentscheidungen zählen harte Kriterien: erstens die Spektralpassung zum Material einschließlich Metalloberflächen, zweitens die Stabilität gegen Einflüsse der Prozessumgebung wie Staub oder Feuchtigkeit, drittens eine dokumentierte Kalibrierung mit Rückführbarkeit. Fachvorträge oder Fachaustausch ersetzen diese Daten nicht, sie ergänzen höchstens den Blick auf Randbedingungen wie Verschlechterung durch verschmutzte Optik. Jede Fachkraft prüft daher Datenblattwerte zur Drift pro Kelvin Umgebungssprung sowie Grenzwerte zur maximalen Einstrahlung nahe heißer Aggregatzonen.

Berührungslos Detektor Emission Emissionsgrad Kalibrierung Qualitätssicherung Wärmebildkamera

Hersteller sind a+h Vertriebsgesellschaft mbh & Co. KG

FAQ zu Infrarotmesstechnik

Wie lässt sich Infrarotmesstechnik effizient in bestehende Produktionslinien integrieren

Über standardisierte Feldbusse wie PROFINET oder EtherCAT. Entscheidend sind die passende Protokollwahl und eine SPS-Programmierung gemäß IEC 61131-3. Eine frühe Schnittstellenanalyse im Projektverlauf kann den Integrationsaufwand um bis zu 20 Prozent senken. Die Systemintegration sollte bereits in der frühen Projektphase geplant werden.

Welche Faktoren bestimmen die Total Cost of Ownership von Infrarot-Temperatursensoren?

Die TCO umfasst Anschaffung, Installation, regelmäßige Kalibrierung, Wartung, Softwarelizenzen und Schulungen. Jährliche Kalibrierungen liegen typischerweise bei 10 bis 15 Prozent des Gerätepreises. Zusätzlich einzuplanen sind Kosten für Ersatzteile und Systemupdates. Erstellen Sie einen Lebenszykluskostenplan, um alle Ausgaben über die Nutzungsdauer transparent zu machen.

Wie lassen sich Messfehler bei berührungsloser Temperaturmessung minimieren

Häufige Fehlerquellen sind falsch eingestellter Emissionsgrad, Umgebungsreflexionen sowie Staub und verschmutzte Optik. Gegenmaßnahmen: Messgeräte mit integrierter Störstrahlungskompensation und Schutzart mindestens IP65 einsetzen; Sichtfenster regelmäßig reinigen, reduziert Abweichungen um bis zu 5 Prozent; Optik täglich visuell prüfen, um Verschmutzungen früh zu erkennen.

Wann rechnet sich eine Wärmebildkamera gegenüber einem Pyrometer

Eine Wärmebildkamera rechnet sich, wenn großflächige Temperaturverteilungen erfasst oder zahlreiche Hotspots lokalisiert werden müssen. Sie ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Anomalien über größere Flächen und reduziert dadurch Produktionsausfälle. Der Return on Investment wird häufig binnen 6 bis 18 Monaten durch vermiedene Störungen erreicht. Entscheidungsgrundlage ist eine projektspezifische Kosten-Nutzen-Analyse der jeweiligen Überwachungsaufgabe.

Welche Sicherheitsstandards müssen Infrarotmesssysteme in Ex-Bereichen erfüllen?

Infrarotmesssysteme in explosionsgefährdeten Bereichen müssen ATEX-zertifiziert sein und der Richtlinie 2014/34/EU entsprechen, damit keine Zündquellen entstehen. Achten Sie auf die Ex-Kennzeichnung nach EN 60079 für den jeweiligen Bereich und verwenden Sie nur Geräte mit passender Ex-Zulassung für Ihre Anwendung.

Wie steigert Infrarotmesstechnik Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in Unternehmen

Infrarotmesstechnik macht Wärmeverluste an Gebäudehüllen, Rohrleitungen und Prozessanlagen sichtbar und ermöglicht gezielte Optimierungen. Sie lokalisiert Leckagen und unzureichende Dämmung, die den Energieverbrauch unnötig erhöhen. Eine systematische thermografische Überwachung senkt den Verbrauch typischerweise um 5 bis 15 Prozent. Empfehlung: Thermografie in das Energiemanagementsystem nach ISO 50001 integrieren.

Welche Rolle spielt die Kalibrierhäufigkeit für die Präzision von Infrarotthermometern

Die Kalibrierhäufigkeit sichert Langzeitpräzision und metrologische Rückführbarkeit der Temperaturmessung. VDI/VDE 3511 Blatt 2 empfiehlt in vielen Anwendungen jährliche Kalibrierintervalle. Abweichungen über 0,5 K können Produktqualität oder Prozesssicherheit deutlich beeinträchtigen. Legen Sie verbindliche Kalibrierzyklen gemäß internen Qualitätsstandards und gesetzlichen Vorgaben fest.

Hintergrund: Infrarotmesstechnik

  • Pyrometer Wikipedia

    Pyrometer (Strahlungsthermometer) messen im Infrarot berührungslos die Oberflächentemperatur und decken sehr große Bereiche ab: typischerweise von etwa −50 °C bis +3500 °C – geeignet für schnelle, prozessnahe Anwendungen.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: August 2026, ID: 32201