×
Suchen

Temperaturfühler Hersteller – Vergleich

Als Sensor der industriellen Temperaturmesstechnik erfasst der Temperaturfühler Medien- und Oberflächentemperaturen für die Messung in Anlagen, typischerweise als Widerstandsthermometer (z. B. Pt100/Pt1000) oder als Thermoelement verschiedener Typen. In der Gebäudetechnik steuern Raumfühler und Außentemperaturfühler Lüftungs- und Heizkreise, in der Prozesstechnik überwachen Fühler an Rohrleitungen und Behältern Vorlauf, Rücklauf und Wärmetauscher. Einkäufer bewerten messbare und normierte Merkmale wie Toleranzklasse nach IEC 60751 oder DIN EN 60584, Ansprechzeit t63/t90, zulässigen Messbereich, IP-Schutzart und gegebenenfalls ATEX-Kennzeichnung für explosionsgefährdete Zonen.
Lieferanten und Händler:

Geprüfte Temperaturfühler Hersteller

Föhrenstr. 20, 78532 Tuttlingen
Deutschland

Verwandte Kategorien

Thermoelemente Widerstandsthermometer

Über Temperaturfühler

Temperaturfühler übertragen thermische Zustände in ein elektrisches Signal. Die Messkette verarbeitet dieses Signal bis zum Anzeigegerät. Bei Prozesstemperaturen über 400 °C trennt ein Schutzrohr das Messelement vom Medium. Eine geeignete Isolation und eine definierte Leitungsart stabilisieren die Temperaturmessung auch bei Störfeldern.

Typen und Bauformen in der Industrie

Wo Luftströmungen die Anzeige verfälschen, positionieren Raumfühler den Sensor im Schutzgehäuse als Luftfühler. Für Oberflächenmessung koppeln Oberflächenfühler die Messspitze plan an ein Werkstück und erfassen die Oberflächentemperatur ohne Medienkontakt. Für den Außeneinsatz ist Robustheit erforderlich: Ein Außentemperaturfühler widersteht Spritzwasser und stabilisiert die Überwachung von Umgebungsbedingungen.

Nicht jede Bauform sitzt starr. Ein Pendelfühler folgt Schüttgutoberflächen oder bewegten Gasströmen und reduziert Kontaktfehler in dynamischen Prozessen. Ein Handfühler besitzt dafür eine verstärkte Messspitze für mobile Messungen am Aggregat. Tauchbauarten arbeiten im Schutzrohr in Flüssigkeiten oder Gasen und nutzen häufig Edelstahl als Mantelwerkstoff. Kunststoffgehäuse kommen bei moderaten Belastungen vor, während Edelstahl bei aggressiven Medien dominiert.

Auswahlkriterien entlang von Prozess und Einbau

Ein Widerstandsthermometer wie Pt100 nach IEC 60751 nutzt einen definierten Koeffizienten für die Umrechnung von Widerstand in Temperatur. Thermoelemente nach DIN EN 60584 verlangen je nach Typ eine Ausgleichsleitung statt einer einfachen Kupferader. Beispiel: In einer Heizungstechnik-Regelstrecke mit 90 °C Vorlauf verbessert ein Pt100 Klasse A die Gesamtgenauigkeit gegenüber einem Fühlertyp ohne spezifizierte Toleranzklasse.

  • Schutzrohr-Geometrie: Der Außendurchmesser beeinflusst Ansprechzeit und Biegefestigkeit bei der Montage mit Druckschraube.
  • Anschlussausführung: Eine Kabelverschraubung dichtet Zugentlastung und Gehäuseeintritt ab. Alternativ rastet ein Stecker für häufiges Umrüsten.
  • Kabelaufbau: Silikonleitung verträgt höhere Umgebungstemperaturen als Standard-PVC. Teflonleitung widersteht vielen Chemikalien länger.
  • Längenmanagement: Leitungslänge und Verlängerungskabel begrenzen Spannungsabfall und mechanische Schleifenbildung im Schaltschrank.

Nicht der Montagepunkt allein zählt, sondern die Kombination aus Wärmeübergang und Befestigung. Aufputz-Lösungen dienen der Wand- oder Kanalüberwachung in der Gebäudenahtechnik. Eingetauchte Fühler nutzen Dichtkonzepte gegen Leckage an der Druckschraube. Ein kleiner Außendurchmesser erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit, verringert jedoch die Knickreserve bei Vibrationen in der Kunststoffindustrie.

Normen und Zertifikate als technische Leitplanken

IEC 60751 definiert Kennlinien sowie Klassen A und B für Platinmesswiderstände wie Pt100 oder Pt1000. DIN EN 60584 ordnet Thermoelemente über Typkennlinien ein und setzt Toleranzklassen 1 oder 2 fest. ISO 9001 bewertet Prozessbeherrschung im Herstellerbetrieb anhand dokumentierter Abläufe wie Funktionstest oder Stresstest an Serienlosen. In explosionsgefährdeten Zonen fordert die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU eine passende Gerätekategorie mit Kennzeichnung am Gehäuse.

Kostenfaktoren und Fertigungsnähe des Herstellers

Kosten entstehen nicht nur durch Materialpreise. Edelstahl im Schutzrohr erhöht die Bearbeitungszeit gegenüber Kunststoffmantelungen mit Spritzgussanteil. Zusätzlich steigern spezielle Steckerbilder oder dichte Kabelverschraubungskörper den Montageaufwand in Handfertigung. Kalibrierzertifikate erhöhen die Kosten. Ein Abgleich auf definierte Prüfpunkte verbessert die Nachweisbarkeit der Gesamtgenauigkeit entlang der Messkette.

Vergleich wichtiger Messelemente für industrielle Temperaturmesstechnik
MerkmalPt100 (Widerstandsthermometer)Thermoelement (TC)
MessprinzipWiderstandsänderung mit TemperaturThermokraft durch Seebeck-Effekt
Typischer Messbereich−200 bis +850 °C−270 bis +2300 °C (typabhängig)
AnsprechzeitLänger durch größere MasseKürzer durch geringe Masse
AnschlussleitungKupferleitung genügt meistSpezifische Ausgleichsleitung nötig

Herstellerseitige Expertise lässt sich über konkrete Artefakte bewerten: Datenblatt mit Dateiformat-Definition für Kennwerte sowie Vorschlag zur Anpassung von Leitungslänge oder Leitungsart an den Einsatzfall. Prototypenbau verkürzt Validierungsschleifen bei Sondergeometrien wie Musterfühlern für enge Einbauräume am Werkstück. Rückfrageschleifen sinken dadurch. Ein Leistungspaket mit dokumentiertem Funktionstest stärkt die Industriequalität.

Hersteller sind Türk+Hillinger GmbH, AFRISO Deutschland, ACS-CONTROL-SYSTEM GmbH, Ahlborn Mess- und Regelungstechnik GmbH, Ashcroft Instruments GmbH, Bühler Technologies GmbH, Schweitzer Messtechnik GmbH & Co. KG, KROHNE Messtechnik GmbH, Innovative Sensor Technology IST AG

FAQ zu Temperaturfühler

Welche typischen Fehlerquellen gibt es bei der Installation von Temperatursensoren

Häufig sind mangelnder thermischer Kontakt, falsche Eintauchtiefe und elektromagnetische Störungen. Für präzise Messungen ist meist eine Eintauchtiefe von etwa dem Fünffachen des Schutzrohrdurchmessers erforderlich. Bei der Kabelverlegung sind EMV-gerechte Abstände zu Störquellen einzuhalten. Zudem stets die herstellerspezifischen Vorgaben für Einbau und Verdrahtung beachten.

Welchen Einfluss hat die Umgebung auf Lebensdauer und Messgenauigkeit von Temperaturfühlern?

Umwelteinflüsse wie Vibration, Korrosion und starke Temperaturschwankungen beeinträchtigen Lebensdauer und Messgenauigkeit von Temperaturfühlern. Dauerhafte Vibration führt zu mechanischer Ermüdung; deshalb Fühler gemäß IEC 60068-2-6 auf die zu erwartende Beschleunigung auslegen. In feuchten oder chemisch aggressiven Umgebungen ist eine geeignete Schutzart wie IP68 für die Gehäusedichtheit erforderlich. Fühler und Schutzrohre stets entsprechend den spezifizierten Umgebungsbedingungen auswählen.

Welche digitalen Schnittstellen nutzen moderne Temperaturmessgeräte?

Moderne Temperaturmessgeräte unterstützen HART, IO-Link sowie Feldbusse wie Profibus und Profinet. Gegenüber analogen Signalen bieten sie höhere Störsicherheit und ermöglichen die Fernkonfiguration von Parametern. Die Wahl der Schnittstelle richtet sich nach der vorhandenen Automatisierungsinfrastruktur und den Anforderungen an die Datenintegration.

Warum ist die Total Cost of Ownership TCO bei Temperatursensoren entscheidend?

Die Total Cost of Ownership berücksichtigt sämtliche Lebenszykluskosten eines Temperatursensors: Anschaffung und Installation sowie Wartung, Kalibrierung, Ersatzteile und mögliche Ausfallzeiten. Bei komplexen Systemen können die Wartungskosten innerhalb von fünf Jahren die Anschaffungskosten deutlich übersteigen. Eine langfristige Kostenanalyse unterstützt die Wahl des wirtschaftlichsten Sensors.

Welche Sicherheitsanforderungen gelten für Sensoren in explosionsgefährdeten Bereichen?

Sensoren müssen der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU entsprechen. Ex-Bereiche sind in Zonen klassifiziert: 0, 1, 2 für Gase; 20, 21, 22 für Stäube. Zulässig sind nur zertifizierte Geräte mit zur Zone passender Gerätekategorie und vollständiger Ex-Kennzeichnung am Gehäuse, z. B. II 2G Ex db IIC T6 Gb.

Wie oft ist ein Temperaturfühler zu kalibrieren und warum

Die Kalibrierfrequenz hängt von Genauigkeitsanforderungen, Einsatzbedingungen und Vorgaben des Qualitätsmanagements ab. Nach ISO 9001 sind regelmäßige, dokumentierte Kalibrierungen zur Sicherung der Messgenauigkeit gefordert. Üblich sind Intervalle von 6 bis 24 Monaten; bei kritischen Prozessen kürzer. Legen Sie einen risikobasierten Kalibrierplan fest, ausgerichtet an Prozesskritikalität und zulässigen Toleranzen

Hintergrund: Temperaturfühler

  • Temperaturfühler Wikipedia

    Temperatursensoren sind meist elektrische oder elektronische Bauelemente, die ein elektrisches Signal als Maß für die Temperatur liefern und so die Messkette bis zur Anzeige und Regelung in industriellen Anwendungen speisen.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026, ID: 46080