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Wallbox Hersteller

Als Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge bezeichnet eine Wallbox die fest installierte Schnittstelle am Gebäude, die den Ladevorgang steuert, den Zugriff verwaltet und sich in eine Ladelösung mit Backend-Anbindung einbinden lässt. In der Wohnungswirtschaft adressiert sie das Laden im Mehrfamilienhaus mit dynamischem Lastmanagement, messbarer Verbrauchserfassung je Stellplatz und transparenter Abrechnung in Gemeinschaftsgaragen. Für die Beschaffung zählen Kriterien wie Ladeleistung in Kilowatt, Anschlussstrom, Schutzart, eichrechtskonforme Messung nach Mess- und Eichverordnung sowie eine Inbetriebnahme durch einen eingetragenen Elektrofachbetrieb.

Veröffentlichungen der Hersteller zu Wallbox

Vernetzte E-Ladesäulen mit cleverem Komfort für Kunden und Betreiber

Janz Tec AG: Die Elektromobilität ist einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Die Grundlage dafür ist ein enges Netz an Lademöglichkeiten. Denn die treibenden Unternehmen der Energiewende drücken beim Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter auf das Tempo. Um den Anforderungen im Markt gerecht zu werden, haben wir eine Lösung zur Vernetzung der E-Ladesäulen entwickelt.

Weitere Hersteller Wallbox

Mehr über Wallbox

Eine Wallbox bildet im privaten und halböffentlichen Bereich die feste AC-Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und kommuniziert im Mode 3 nach IEC 61851-1 mit dem Fahrzeug. Der Typ‑2‑Stecker definiert die Schnittstelle, während das Fahrzeug den Wechselstrom (AC) intern in Gleichstrom (DC) umwandelt. Schutztechnik und integrierte Messfunktionen sichern die Installation gegen Fehlerstrom und Überstrom ab.

Grundlagen der Ladetechnologie und Schnittstellen

Das Lastmanagement verteilt verfügbare Ströme dynamisch auf mehrere Ladepunkte und begrenzt Spitzenlasten des Gebäudes. Die Ladeleistung bestimmt die Zeit bis zur Volladung und orientiert sich an der Gebäudeelektrik und der Konfiguration des bordeigenen Ladegeräts. Beispiel: Eine Anlage mit drei Ladepunkten verteilt bei einem 3‑phasigen 25‑A‑Hausanschluss pro Phase 16 A auf zwei Fahrzeuge und reduziert den dritten Punkt auf 10 A.

  • Ladelösung: Eine skalierbare Ladelösung bindet mehrere Ladepunkte, Zähler und Backend‑Dienste an.
  • Anschlussart: Ein 230‑V‑Netz erlaubt 1‑phasiges Laden, ein 400‑V‑Netz ermöglicht 3‑phasiges Laden mit höherem Strom.
  • Sicherheitsfunktionen: Ein FI‑Schutzschalter Typ A oder Typ B und ein Leitungsschutzschalter erfüllen VDE-AR-N 4105.
  • Kommunikation: Ein RFID‑Leser oder eine App‑Anbindung steuert Zugriff und Abrechnung über hinterlegte Software.

Typen und Einsatzbereiche

Basismodelle konzentrieren sich auf das Laden ohne Netzwerkfunktionen. Intelligente Varianten integrieren Abrechnung, Zugangsverwaltung und Ferndiagnose und eignen sich für ein Mehrfamilienhaus, einen Parkplatz oder ein Parkhaus. Bidirektionale Geräte erlauben Vehicle‑to‑Home oder Vehicle‑to‑Grid und nutzen Fahrzeuge als netzdienliche Ressource.

Beispiel: Eine Anlage mit 20 Stellplätzen in einem Wohngebäude nutzt ein dynamisches Lastmanagement, skaliert das Schnellladen auf wenige priorisierte Ladepunkte und hält dadurch die Hausanschlussleistung konstant.

Vergleich von Leistungsklassen

Leistungsklassen und Netzanforderungen
Merkmal Typische 11 kW Wallbox Typische 22 kW Wallbox
Ladeleistung AC 3-phasig, 16 A 3-phasig, 32 A
Netzanschluss 400 V 400 V
Ladezeit (ca. 50 kWh Akku) 4,5-5 Stunden 2,5-3 Stunden
Genehmigung Meldepflicht beim Netzbetreiber Genehmigungspflicht beim Netzbetreiber
Normreferenz IEC 61851-1, VDE-AR-N 4105 IEC 61851-1, VDE-AR-N 4105

Auswahlkriterien und Planung

Die Auslegung richtet sich nach den elektrischen Gegebenheiten des Gebäudes, der gewünschten Ladegeschwindigkeit und dem Einsatzort. Ein Installateur aus der Elektrotechnik plant die Zuleitungen, dimensioniert Schutzorgane und übernimmt die Inbetriebnahme mit Mess‑ und Protokollierungspflichten.

  • Konnektivität: Eine LAN‑ oder WLAN‑Anbindung sichert Software‑Updates und die Anbindung an Backend‑Dienste.
  • Zugangsschutz: Ein RFID‑Leser oder eine App sperrt unautorisiertes Laden in halböffentlichen Bereichen.
  • Kabelführung: Eine Kabellänge von 5–7 m deckt typische Stellplätze quer und längs zur Ladesäule ab.
  • Schutzart: Eine IP54‑Ausführung schützt im Außenbereich, eine IP44‑Ausführung genügt oft im Parkhaus.

Beispiel: Ein Carport im Freien verlangt eine IP54‑Gehäuseklasse und einen Typ‑2‑Stecker nach EN 62196-2, ein Stellplatz im Innenraum kommt mit IP44 aus und profitiert von fest montierten Kabelhaltern.

Hersteller von Wallboxen sind z. B. Wallbox Chargers, Heidelberg, go-e, ABL, Keba, EnBW mobility+, Easee, Vestel, Mennekes, SMA, Alfen, Zaptec, Webasto, ChargePoint und Electrify America.

FAQ zu Wallbox

Wie hoch sind die durchschnittlichen Gesamtkosten für eine Wallbox inklusive Installation?

Eine Wallbox mit Installation kostet im Durchschnitt zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Der Preis umfasst die Hardware und die Montage durch einen zertifizierten Elektrofachbetrieb. Die Kosten variieren je nach Ladeleistung, Kabellänge und Aufwand für die Leitungsverlegung. Eine 11-kW-Wallbox mit Standardinstallation liegt meist zwischen 1.300 und 1.800 Euro. Für bauliche Anpassungen sollte ein finanzieller Puffer einkalkuliert werden.

Welche staatlichen Förderprogramme unterstützen den Kauf privater Ladestationen?

Bundesweite Zuschüsse für private Ladestationen sind derzeit begrenzt. Mehrere Bundesländer und Kommunen bieten jedoch regionale Förderungen, deren Höhe und Bedingungen je nach Wohnort variieren. Zudem stellen Förderbanken zinsgünstige Kredite für energieeffiziente Modernisierungen, einschließlich Ladeinfrastruktur, bereit. Vor dem Kauf empfiehlt sich die Prüfung aktueller Programme bei Stadt- oder Gemeindeverwaltungen.

Wie lässt sich ein Ladesystem effizient mit einer Photovoltaikanlage koppeln

Die Kopplung erfolgt über ein Energiemanagementsystem oder einen Smart Meter, der die Ladeleistung dynamisch anpasst, um den Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms zu maximieren. Eine integrierte Kommunikationsschnittstelle, meist über Modbus TCP oder EEBus, ist dafür erforderlich. Bei der Auswahl sollten Gerätekompatibilität und eine offene Schnittstelle wie Modbus TCP sichergestellt sein.

Wann gilt eine Wallbox als eichrechtskonform und welche Bedeutung hat das für die Abrechnung?

Eichrechtskonform muss eine Wallbox sein, wenn geladener Strom Dritter erfasst und abgerechnet wird, etwa im halböffentlichen oder gewerblichen Betrieb. Die Konformität gewährleistet rechtssichere und transparente Abrechnungen. Sie wird durch eine Baumusterprüfung nach dem Mess- und Eichgesetz (MessEG) sowie durch eine MID-Zertifizierung (Measuring Instruments Directive) belegt. Für gewerbliche und öffentliche Anwendungen sollte stets eine Wallbox mit gültigem MID-Zertifikat und nachgewiesener Eichrechtskonformität gewählt werden.

Welche Eigenschaften kennzeichnen eine zukunftssichere Ladestation für Elektrofahrzeuge

Zukunftssichere Ladestationen verfügen über netzbasierte Firmware-Updates und unterstützen offene Standards wie OCPP 1.6J oder höher. Diese ermöglichen die flexible Integration in verschiedene Backend-Systeme. Zudem sollte die Station auf kommende Technologien wie bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid, V2G) vorbereitet sein und regelmäßige Software-Updates gewährleisten.

Wie oft sollte eine Wallbox gewartet werden und ist eine regelmäßige Inspektion erforderlich?

Eine regelmäßige Wartung der Wallbox ist sinnvoll, um Sicherheit und Leistungsfähigkeit zu sichern. Empfohlen sind Sichtprüfungen auf äußere Schäden sowie Funktionstests der Sicherheitseinrichtungen. Nach DGUV Vorschrift 3 müssen elektrische Anlagen, einschließlich Wallboxen, mindestens alle vier Jahre durch eine Elektrofachkraft geprüft werden. Eine fachgerechte Inspektion im Abstand von zwei bis vier Jahren gilt als praxisgerecht.

Welche technischen Anforderungen gelten für die Installation einer Ladeinfrastruktur im Außenbereich?

Für Außeninstallationen ist eine erhöhte Schutzart erforderlich, mindestens IP54, besser IP65, um Staub, Wasser und Witterungseinflüsse abzuwehren. Die Wallbox muss UV-beständig sein, um Materialalterung durch Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Eine fachgerechte Erdung und die Verwendung von Erdkabeln sind vorgeschrieben. Zudem ist ein tragfähiger Untergrund und ein ausreichender Witterungsschutz des Aufstellorts sicherzustellen.

Hintergrund: Wallbox

  • Wallbox Wikipedia

    Wallboxen als AC-Ladestationen für private/halböffentliche Bereiche (IEC 61851/62196, Typ 2, Mode 3) mit RCD-Schutz, 11/22 kW, Lastmanagement, Vernetzung/Authentifizierung, PV-/Tarifintegration und DACH-spezifischen Genehmigungsvorgaben.