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Über Encoder
Ein Encoder wandelt mechanische Bewegung in elektrische Signale. Das Messsystem liefert damit Positions- und Drehzahlinformationen für die Steuerung einer Achse oder Spindel. In der Praxis legt die Signalform die Auswertung fest: Impulsfolgen passen zu Zählern, Datenwörter zu Busknoten. Beispiel: Bei einer Servopresse mit 1.500 min⁻¹ begrenzt ein ungeschirmtes Leitungssystem oft früher als der Geber selbst.
Messprinzipien: optisch und magnetisch
Bei optischen Systemen rotiert ein Coderad als fein strukturierte Scheibe. Eine LED beleuchtet das Muster, eine Fotodiode detektiert Hell-Dunkel-Wechsel und formt daraus ein Impulssignal. Das Material prägt Trägheit und Langzeitverhalten: Leichtbau aus Kunststoff reduziert die Massenträgheit. Magnetische Systeme arbeiten mit einem rotierenden Magnetträger, Hall-Sensoren erfassen Änderungen im Magnetfeld. Das Prinzip toleriert Verschmutzung besser.
Inkrementell versus absolut
Wo eine Referenzfahrt akzeptabel ist, eignet sich häufig der inkrementelle Wellendrehgeber. Der Geber erzeugt pro Winkelstrecke Pulse, Zählerlogik bildet daraus die relative Position ab einem Nullpunkt. Die Kenngröße heißt Auflösung: bis 10.000 Impulse/Umdrehung gelten in Standardbauformen als gängiger Oberwert.
Absolute Geber liefern codierte Positionswörter pro Schrittweite. Der Datenumfang steigt über mehrere Spuren oder Codierungen wie Binär-, Grey- oder BCD-Code. Nach dem Einschalten steht die Positionsmessung sofort bereit und akkumulative Zählfehler entfallen. Beispiel: Nach einem Netzabwurf bei einer Vertikalachse mit 6 m Hub spart ein Absolutgerät die Referenzfahrt über den gesamten Verfahrweg.
Typenübersicht für schnelle Einordnung
| Typ / Messprinzip | Signalformat | Kennwerte (Beispiel) |
|---|---|---|
| Inkrementell (optisch/magnetisch) | TTL/HTL/Sinus-Cosinus | bis 10.000 Impulse/Umdrehung, Robustheit mittel, Kostenfaktor geringer |
| Absolut (optisch/magnetisch) | SSI/BiSS/Profinet/EtherCAT | bis 22 Bit Singleturn + 14 Bit Multiturn, Robustheit hoch, Kostenfaktor höher |
Kriterien für die Auslegung in der Antriebstechnik
In der Antriebstechnik zählt die Passung zur Maschine als harte Randbedingung. Jede Systemlösung verlangt definierte Schnittstellen und mechanische Anschlussmaße. Das Lastprofil setzt Grenzen durch Vibration und Schockbelastung sowie durch Temperaturdrift am Sensorchip. Entscheidend bleibt die Signalqualität über den Leitungsweg hinweg. Hier trennt sich Laboraufbau von Schaltschrankrealität.
- Schnittstellen: TTL und HTL liefern robuste Pegel für diskrete Eingänge, Sinus-Cosinus unterstützt interpolierende Auswertung, Feldbusse koppeln Feedback direkt in Profinet oder EtherCAT ein.
- Bauform: Designs reichen von Vollwelle über Hohlwelle bis zum Seilzug-Encoder für lineare Wege über mehrere Meter.
- Umwelt: Schutzarten nach IEC 60529 wie IP67 begrenzen das Eindringen von Staub und Wasser unter definierten Prüfbedingungen.
Nicht nur das Gerät bestimmt das Ergebnis, sondern auch das Leitungssystem im Schaltschrankverbund. Encoderkabel beeinflussen die Signalgenauigkeit durch Dämpfung und Einkopplung elektromagnetischer Störungen. Schirmgeflecht und Aderpaarverdrillung reduzieren Übersprechen. Beispiel: Bei 30 m Kabellänge verschiebt eine schlechte Schirmanbindung Flanken so stark, dass ein Zählerkanal bei hohen Drehzahlen Pulsverluste zeigt.
Sicherheitsfunktionen und Zertifizierungslage
Wo eine sicherheitsgerichtete Abschaltung auf Positionsdaten basiert, kommt funktionale Sicherheit ins Spiel. Ein Sicherheits-Encoder integriert dazu redundante oder diversitäre Messpfade. Diese Architektur senkt die Wahrscheinlichkeit eines gefährlichen Fehlers. Zwei Normfamilien dominieren den Nachweisrahmen:
- IEC 61508: Die Grundnorm definiert Anforderungen an E/E/PES-Systeme (elektrisch/elektronisch/programmierbar elektronisch), inklusive SIL-Einstufung.
- ISO 13849: Die Maschinensicherheitsnorm beschreibt Kategorien von Sicherheitsfunktionen sowie Performance Level (PL) als Maß für die Ausfallwahrscheinlichkeit pro Stunde.
- Zertifizierung: Prüfberichte unabhängiger Stellen belegen die Konformität. Technische Akten dokumentieren Entwicklungsentscheidungen des Entwicklerteams bis zur Serienfertigung nachvollziehbar.
- Produktlinie: Zertifizierte Varianten kennzeichnen klar definierte Hardwarestände. Ein Firmware-Update fällt nicht automatisch unter denselben Nachweisumfang.
Hersteller sind isel Germany GmbH, WayCon Positionsmesstechnik GmbH, Balluff GmbH, Lika Electronic Srl, POSITAL FRABA, SICK AG, TRINAMIC Motion Control GmbH & Co. KG, Wachendorff Elektronik GmbH & Co. KG, EBE Elektro-Bau-Elemente GmbH, ACHSTRON Motion Control GmbH, Lenord, Bauer & Co. GmbH, DENSO Robotics Europe / DENSO EUROPE B.V., Eide Tech GmbH
FAQ zu Encoder
Wie beeinflusst die mechanische Montage Präzision und Lebensdauer von Encodern?
Eine präzise mechanische Kopplung ist entscheidend für Messgenauigkeit und Lebensdauer. Fluchtungsfehler über 0,1 mm erzeugen Zusatzlasten auf Lager und Sensorik und führen zu vorzeitigem Verschleiß. Wellen mit einer Toleranz unter 0,05 mm ausrichten. Befestigungsschrauben regelmäßig nach DIN EN ISO 898-1 prüfen, um die Langzeitstabilität zu sichern.
Welche Faktoren bestimmen die Total Cost of Ownership TCO eines Encodersystems?
TCO umfasst Anschaffung, Installation und Inbetriebnahme, Wartung, Energieverbrauch und Kosten durch Ausfallzeiten. Bei hohen Zuverlässigkeitsanforderungen redundante Auslegung einplanen: höhere Anfangskosten, aber deutlich geringere Ausfallkosten. Für Installation und Inbetriebnahme 15-25 % der Hardwarekosten ansetzen. Eine Lebenszyklusanalyse identifiziert versteckte Kosten und unterstützt die wirtschaftlichste Entscheidung.
Welche besonderen Anforderungen müssen Encoder im Hochvakuum erfüllen
Encoder für Hochvakuum benötigen ausgasungsarme Materialien zur Vermeidung von Kontamination, etwa oberflächenbehandelte Edelstähle und vakuumtaugliche Kunststoffe wie PEEK. Die Dichtheit ist nach DIN EN ISO 10521 zu prüfen; gefordert sind Leckraten unter 10⁻⁹ mbar·l/s. Empfehlenswert sind Modelle mit ausgewiesener Vakuumbeständigkeit und einem Temperaturbereich von -40 bis +100 °C.
Wie unterstützen moderne Drehgeber die vorausschauende Wartung und Industrie-4.0-Anwendungen?
Moderne Drehgeber mit Feldbus-Schnittstellen wie EtherCAT oder PROFINET liefern neben Positionsdaten auch Diagnosedaten wie Temperatur, Betriebsstunden und Vibration. Diese Zustandsdaten ermöglichen die frühzeitige Erkennung potenzieller Ausfälle und die Optimierung von Wartungsintervallen anhand des tatsächlichen Verschleißes. Durch die Einbindung in ein Condition-Monitoring-System lassen sich ungeplante Stillstände minimieren.
Worin unterscheiden sich Auflösung und Genauigkeit bei Positionsgebern und warum ist das für die Auswahl entscheidend
Auflösung ist die kleinste messbare Schrittweite, also die Anzahl der Zählwerte pro Umdrehung oder Längeneinheit. Genauigkeit ist die maximale Abweichung des gemessenen vom tatsächlichen Wert. Ein Geber kann hoch auflösen und dennoch ungenau sein, etwa durch Fertigungstoleranzen der Messscheibe. In kritischen Anwendungen wie der Robotik sind Genauigkeiten von unter 0,01° pro Umdrehung häufig erforderlich. Die Auswahl sollte sich an der tatsächlich benötigten Genauigkeit orientieren, nicht an der reinen Auflösung.
Welche Cybersicherheitsmaßnahmen sind für netzwerkfähige Encoder empfehlenswert?
Für netzwerkfähige Encoder sind Maßnahmen nach IEC 62443 unerlässlich. Netzwerke segmentieren und die Kommunikation mit TLS oder VPN absichern. Firmware regelmäßig aktualisieren, um bekannte Schwachstellen zu schließen und die Widerstandsfähigkeit gegen Cyberangriffe zu erhöhen. Den Netzwerkverkehr kontinuierlich überwachen, um ungewöhnliche Aktivitäten früh zu erkennen und Manipulation sowie Datenabfluss zu verhindern.
Welche Materialien eignen sich für Positionsgeber in Kontakt mit aggressiven Chemikalien
Gehäuse und Dichtungen sollten aus korrosionsbeständigen Werkstoffen bestehen, etwa Edelstahl 1.4404 sowie PTFE oder PVDF. Diese widerstehen Säuren, Laugen und Lösungsmitteln langfristig. Dichtungen sind gemäß ISO 1629 passend zur Chemikalienklasse zu spezifizieren. Die Materialverträglichkeit mit den konkreten Medien der Anwendung ist zu prüfen, um Lebensdauer und Dichtheit sicherzustellen.
Hintergrund: Encoder
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Drehgeber Wikipedia
Ein Drehgeber (Encoder) misst Drehwinkel und erzeugt digitale Ausgangssignale, die am Ende der Sensorleitung im Auswertegerät bzw. in der Steuerung decodiert werden.
Diese Anbieterliste Encoder umfasst auch: Encoder Incremental, Encoder Absolute, Encoderkabel, Seilzug Encoder, Absolut Encoder, Sicherheits Encoder, Encoder Feedback, Encoder Engineering
Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: August 2026, ID: 7253