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Schmierfette Hersteller – 17 im Vergleich

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Über Schmierfette

Schmierfette bilden eine zentrale Gruppe technischer Schmierstoffe und besitzen pastöse bis feste Konsistenz. Ihre Struktur basiert auf einem Basisöl, einem Verdicker sowie gezielten Additiven. Bei rotierenden oder oszillierenden Bauteilen senken sie Reibung und Verschleiß. Im Gegensatz zur Ölschmierung verbleibt Fett länger an der Reibstelle, da es nicht abläuft. Dadurch schützt es die Baugruppe auch vor Schmutz und bildet einen abdichtenden Film gegen Fremdkörper.

Physikalische Kenngrößen und Klassifizierung

Die Konsistenz eines Schmierfettes wird nach *DIN ISO 2137* über die Walkpenetration definiert. Sie ermittelt die Eindringtiefe eines Prüfkegels in das verdichtete Material bei konstanter Temperatur. Ein Fett mit hoher Penetration gilt als Fliessfett, ein solches mit geringer Eindringtiefe als Blockfett. Wichtig ist auch die Haftfähigkeit an Metalloberflächen – sie entscheidet über den Aufbau des Schmierfilms und über den Ölabscheidegrad während des Betriebs. Lithium-Komplexfette halten Temperaturen über 180 °C stand; Calcium- oder Natriumverseifungen werden für moderate Bereiche genutzt.

Nach dem Verdickertyp lassen sich verschiedene Gruppen unterscheiden:

  • Verseifte Fette: Metallseifen aus Lithium-, Natrium- oder Calciumhydroxiden erzeugen eine faserige Struktur und begrenzen den Tropfpunkt.
  • Nicht verseifte Fette: Aluminium- oder Polyharnstoffkomplexe bieten hohe Hitzebeständigkeit; sie finden sich häufig in Elektromotorlagern.
  • Spezialfette: Produkte mit Silikonölbasis oder Festschmierstoffen wie Graphit beziehungsweise MoS₂ eignen sich für Tieftemperatur- oder Hochtemperaturbedingungen.

Betriebsbedingungen und Auswahlkriterien

Bei hohen Drehzahlen muss das Fett genügend Durchflussverhalten besitzen; gleichzeitig darf es nicht aus der Reibstelle gedrückt werden. Druckbelastung und Stoßbelastung bestimmen daher sowohl NLGI-Klasse als auch Grundölviskosität. Wo Gleitlager mit dynamischer Last arbeiten, tritt Wärmeentwicklung auf – das verwendete Fett muss diese Wärme ableiten können. In Pneumatiksystemen zählt dagegen die Dichtfunktion stärker als die Wärmeabfuhr.

Drei Hauptgrößen beeinflussen die Auswahl maßgeblich: Erstens der Typ des Basisöls (Mineralöl oder Syntheseöl), zweitens der Tropfpunkt zur Bestimmung der maximalen Betriebstemperatur und drittens die Wasserbeständigkeit nach *DIN 51807‑1*. Korrosionsschutzmittel im Additivpaket mindern Rostbildung durch Kondenswasser besonders effektiv.

Anwendungsbezug in verschiedenen Industrien

In Getrieben, Wälzlagern oder Kupplungseinheiten verlangen Maschinenhersteller präzise Vorgaben zur Fettwahl. Wo Stoßlasten auftreten – etwa im Verbrennungsmotor bei Kipphebeln – bewahren EP‑Additive (Extreme Pressure) den metallischen Kontakt vor Mikroverschweißung. Beispiel: Ein PFPE‑Fett nach ISO 281 hält im Hochvakuum Temperaturen bis 250 °C aus und eignet sich für Antriebe sensibler Instrumente.

Für Gleitlager kleiner Pumpen wird häufig ein Natriumkomplex eingesetzt; er reduziert Alterungsreaktionen mit Sauerstoff deutlich besser als einfache Seifenverdicker. Nicht nur Temperaturfestigkeit zählt dabei – auch chemische Verträglichkeit mit einer Silikondichtung verhindert Quellung oder Rissbildung des Elastomers.

Spezielle Anforderungen in regulierten Umgebungen

Anlagen der Lebensmittelindustrie benötigen Schmierstoffe mit NSF H1-Zulassung gemäß *21 CFR 178*. Diese Formulierungen bleiben inert gegenüber Trinkwasser und reagieren nicht mit Prozessmedien wie Zucker- oder Fettsuspensionen. Bei Armaturen und Schaltern wirkt ihre neutrale Chemie korrosionshemmend ohne toxisches Potenzial zu zeigen.

Zentrale Schmiersysteme hingegen verlangen pumpbare Fette der NLGI‑Klasse 000 bis 1; sie müssen lange Leitungswege versorgen können ohne Ölabscheidung an Steigrohren zu riskieren. In verschraubten Getriebekonstruktionen verhindern haftstarke Komplexfette das Austreten von Flüssigkeit entlang der Verschraubungslinien – damit bleibt das System dicht gegenüber Staubpartikeln.

Einkaufsrelevante Kennwerte im Überblick

Technische Kenngrößen von Schmierfetten
KennwertBedeutungAnwendungseffekt
NLGI-KlasseKonsistenzbewertung nach *DIN ISO 2137*Pumpbarkeit und Dichtfunktion bei Zentralschmierung
TropfpunktSpezifischer Übergang in den flüssigen ZustandEinsatzgrenze in Hochtemperaturbereichen wie Hochleistungsgetrieben
WasserbeständigkeitLösen unter Wassereinfluss nach *DIN 51807-1*Einsatz in feuchten Umgebungen an offenen Gleitstellen
KorrosionsschutzverhaltenMessergebnis gemäß *DIN 51802*Langlebiger Schutz metallischer Oberflächen gegen Rostbildung
Basisölviskosität (ISO VG)Zähflüssigkeit des Grundöls in mm²/s bei 40 °CSicherer Schmierfilmaufbau bei variablem Startverhalten
Walkpenetration ΔP₆₀‑ΔP₁₀₀kKonsistenzänderung nach Dauermischbelastung Anhaltspunkt für Stabilität unter mechanischem Stress

Chemische Stabilität und Interaktion mit Materialien

Nicht jede Ölbasis reagiert gleich auf Luftsauerstoff; Ester neigen zwar zu Alterung durch Hydrolyse, aber ihr Viskositätsindex bleibt hoch über weite Temperaturspannen hinweg. Perfluorierte Polyether bleiben inert gegenüber aggressiven Medien wie Lösungsmitteln oder Kraftstoffen – sie dienen bevorzugt in chemischen Apparaten als Langzeitschmierungskomponente.

Beim Einsatz nahe Kupferkontaktflächen müssen Additive frei von schwefelhaltigen Wirkstoffen sein; sonst kann eine Verfärbung entstehen. Eine Elementanalyse prüft dazu regelmäßig den Anteil reaktiver Metalle im Produkt und bewertet dessen Eignung anhand festgelegter Grenzwerte.

Hersteller sind Barzen Schmierstoffe GmbH & Co. KG, CLASSIC Schmierstoff GmbH & Co. KG, Finke Mineralölwerk GmbH, FUCHS SCHMIERSTOFFE GMBH, LUBRICANT CONSULT GmbH, oelheld GmbH, OKS Spezialschmierstoffe GmbH, RIEDEL GMBH, ROWE MINERALÖLWERK GMBH, ALS Schmiertechnik GmbH & Co. KG, BAIER + KÖPPEL GmbH & Co, CHP NV, LINCOLN GmbH, SINNTEC Schmiersysteme GmbH, WERUCON GmbH

Diese Anbieterliste Schmierfette umfasst auch: Fettschmierungen, Fette

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Mai 2026