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Über Glastrennwände
Glastrennwände sind präzise konstruierte Trennwandsysteme. Sie gliedern Räume mit hoher Bruchsicherheit und kontrollierter Lichtdurchlässigkeit. Sicherheitsglas ist das zentrale Baumaterial und bestimmt Stabilität sowie optische Wirkung. Wo starke Beanspruchung auftritt, kommen Verbundsicherheitsgläser (VSG) oder Einscheibensicherheitsgläser (ESG) mit Glasstärken von 8 bis 12 mm zum Einsatz. So entsteht Raumteilung, ohne Offenheit zu verlieren.
Aufbau und technische Eigenschaften
Bei Einfachverglasung besteht die Wand aus einer homogenen Glasscheibe. Doppelverglasung kombiniert zwei Gläser mit Luft- oder Gaszwischenraum und verbessert die Schalldämmung deutlich. Doppelmodule erreichen Rw-Werte von 38 bis 48 dB nach DIN EN ISO 717‑1. Profile aus Aluminium oder Stahl stabilisieren die Konstruktion, meist als pulverbeschichtete Deckenprofile mit gefräster Nut für Dichtungssysteme. Eine passgenaue Dichtung zwischen Glas und Profil verhindert Schallbrücken.
Wo hoher Sichtschutz gefordert ist, erhöhen Sandstrahlungen oder mikroperforierte Beschichtungen die Privatsphäre. Diese Oberflächenbehandlungen verändern Reflexionsgrad und Haptik der Glasoberfläche. Die Kombination aus Funktionselementen wie Türsystem und rahmenarmen Stoßfugen erzeugt fließende Innenräume mit klarer Zonierung. In einem Besprechungsraum nach DIN 18008 trennt eine doppelt verglaste Einheit Gesprächsbereich und Foyer akustisch vollständig, ohne Tageslicht zu mindern.
Anwendungen in Architektur und Raumgestaltung
In der modernen Architektur übernehmen Glastrennwände eine strukturbildende Rolle. Sie definieren Arbeitsumgebungen und Wohnzonen. In Büros gliedern sie Konferenz- und Besprechungsräume so, dass Kommunikation möglich bleibt und Geräusche gedämpft werden. Bei Fokus auf Konzeptklarheit setzen Planer zunehmend auf eine minimalistische Linienführung mit vertikal betonten Stoßkanten.
Auch Wohnräume profitieren: Glaselemente markieren Übergänge zwischen Küche und Wohnzimmer oder bilden als Duschabtrennung klare Funktionsbereiche im Badezimmer. Kontrollierte Lichtdurchflutung schafft eine angenehme Atmosphäre, erhöht den visuellen Zusammenhang des Gebäudes, verbessert die Tiefenwahrnehmung in kompakten Grundrissen und unterstützt die Orientierung im Innenausbau.
Kriterien der Materialwahl und relevanter Normenbezug
Differenzierende Qualitätsmerkmale steuern maßgeblich Kaufentscheidungen im Bausektor. Jedes System erfüllt spezifische Werte für Schalldämmung, Bruchsicherheit und Absturzsicherung gemäß DIN 18008. Für akustisch sensible Bereiche dient die Luftschalldämmung als Richtgröße; sie definiert je nach Verglasungsart Rw‑Werte zwischen 30 und 48 dB.
| Eigenschaft | Einfachverglasung (ESG) | Doppelverglasung (VSG/ESG) |
|---|---|---|
| Glasstärke | 8–12 mm (nach DIN 18008) | 2×6–10 mm + Zwischenraum |
| Schalldämmung Rw | 30–35 dB (nach DIN EN ISO 717‑1) | 38–48+ dB (nach DIN EN ISO 717‑1) |
| Bruchsicherheit | Hohe Schlagfestigkeit | Zusätzliche Resttragfähigkeit |
| Thermische Leistung | Höhere Wärmeleitung | Bessere Isolierung durch Gasraum |
Zwar steigert Doppelverglasung Materialeinsatz und Gewicht, jedoch reduziert sie den Geräuschpegel signifikant – insbesondere bei Frequenzen oberhalb von 500 Hz. Für Brandabschnitte sind ergänzend Prüfklassen nach DIN EN 13501 relevant. Das Bauteil bleibt damit Bestandteil des vorbeugenden Brandschutzes in Verwaltungsgebäuden oder Schulen.
Konstruktive Faktoren für Planung und Systemintegration
Neben Leistungswerten beeinflussen planungsrelevante Größen wie Profilhöhe und Anschlussmöglichkeiten an bestehende Strukturen das Ergebnis. Müssen Belüftungssysteme integriert werden, erfordert die Schnittstelle zum Deckensegel präzise Laschenbefestigungen mit einer Toleranz von höchstens ±2 mm. Schaltflächen für Zutrittssteuerungen lassen sich ohne nennenswerte Eingriffstiefe einfügen.
- Sicherheitsaspekt: Verbundsysteme erfüllen die Absturzsicherung nach DIN 18008‑4 bis Brüstungshöhen von 1100 mm.
- Anpassungsmöglichkeit: Abmessungen variieren bis zu Raumhöhen über 3000 mm.
- Langlebigkeit: Korrosionsarme Beschichtung schützt Profile gegen Reinigungsmittel im täglichen Betrieb.
- Anwendungsfall: In Restaurants trennt eine halbhohe Einheit Gästebereich und Servicestation. Die gemessene Reduktion des Störpegels beträgt etwa 12 dB.
Nicht allein die Designaffinität bestimmt den Wert eines Systems, sondern seine Integration. Eine fachgerechte Montage hält Maßtoleranzen ein und bewahrt die akustischen Kennwerte dauerhaft. So verbindet sich Technik mit Ästhetik zu einer funktionalen Raumlösung – transparent und baustrukturell klar getrennt.
Hersteller sind bb SW GmbH, ORAMETALL GmbH
FAQ zu Glastrennwände
Welche Faktoren bestimmen die langfristigen Betriebskosten von Glastrennwänden?
Die Betriebskosten von Glastrennwänden werden vor allem durch Reinigungs- und Wartungsaufwand beeinflusst. Systeme mit korrosionsarmen Profilen nach DIN EN 1090-1 senken den Pflegebedarf deutlich. Für Dichtungen und Beschläge sind Wartungsintervalle von ein bis zwei Jahren einzuplanen. Hochwertige Materialien erhöhen die Anfangsinvestition um etwa 15 bis 20 Prozent, senken jedoch die Instandhaltungskosten über zehn Jahre und verbessern damit die Gesamtrentabilität.
Wie lassen sich Glastrennwände reinigen, um Transparenz und Lebensdauer zu erhalten?
Für die Reinigung sind milde, pH-neutrale Reiniger und weiche Mikrofasertücher geeignet. Aggressive Chemikalien oder Scheuermittel sollten vermieden werden, um Beschichtungen und Dichtungen zu schützen. Eine regelmäßige Reinigung im Abstand von zwei bis vier Wochen beugt Verschmutzungen vor. Nach jeweils 20 bis 30 Quadratmetern Glasfläche sollte das Tuch gewechselt werden, um streifenfreie Ergebnisse zu erzielen.
Sind moderne Trennwandsysteme für eine flexible Demontage und Wiederverwendung geeignet?
Viele aktuelle Trennwandsysteme sind modular aufgebaut und erlauben eine einfache Demontage sowie erneute Installation mithilfe von Schraub- oder Klemmsystemen. Sie bieten eine wirtschaftliche Lösung bei Umzügen oder Raumänderungen, da bis zu 70 bis 90 Prozent der Bauelemente wiederverwendet werden können. Empfehlenswert sind Systeme mit nach DIN EN 1090 zertifizierten Profilen, um Tragfähigkeit und Sicherheit bei der Wiederverwendung zu gewährleisten.
Welche Smart-Glass-Technologien lassen sich in Glastrennwände integrieren und welche Auswirkungen haben sie auf Funktion und Kosten
In Glastrennwände können schaltbare Smart-Glass-Systeme wie PDLC-Folien oder elektrochrome Gläser integriert werden. Sie ermöglichen eine stufenlose Umstellung der Transparenz von klar auf blickdicht und erhöhen so die Privatsphäre, etwa in Besprechungsräumen. Die Technik erfordert eine Stromversorgung von meist 24 V DC und eine entsprechende Verkabelung innerhalb der Profile. Dadurch steigen die Installationskosten um etwa 30 bis 50 Prozent gegenüber Standardverglasungen, bieten jedoch einen deutlichen funktionalen Mehrwert.
Welche statischen und technischen Anforderungen müssen Glas-Trennwände an die Gebäudestruktur erfüllen?
Glas-Trennwände erfordern tragfähige Decken und Böden, insbesondere bei hohen oder doppelverglasten Systemen. Die Punktlasten liegen je nach System zwischen 50 und 150 kg pro laufendem Meter Deckenprofil. Eine frühzeitige Abstimmung mit Statikern und Gebäudetechnikern ist notwendig, um Kollisionen mit HVAC-Systemen und elektrischen Leitungen zu vermeiden und eine reibungslose Integration zu gewährleisten.
Welche Umweltfaktoren sind bei der Auswahl von Glas-Trennwänden entscheidend?
Wesentlich sind die Recyclingfähigkeit von Glas und Aluminiumprofilen. Glas ist nahezu vollständig wiederverwertbar und senkt den Bedarf an Primärrohstoffen. Empfehlenswert sind Systeme mit Umweltproduktdeklarationen (EPD) nach ISO 14025, die den gesamten Lebenszyklus transparent machen. Ein hoher Anteil recycelter Materialien, etwa 70 Prozent recyceltes Aluminium, verringert die CO2-Emissionen erheblich.
Welche Brandschutzvorgaben gelten für Glastrennwände in öffentlichen Gebäuden?
Glastrennwände in öffentlichen Gebäuden müssen die Anforderungen der DIN EN 13501-2 erfüllen. Je nach Einsatzbereich sind Feuerwiderstandsklassen F30, F60 oder F90 vorgeschrieben, die den geprüften Widerstand gegen Feuer in Minuten angeben. Erforderlich sind Brandschutzgläser mit entsprechender Klassifizierung sowie rauchdichte Anschlüsse. Die Systeme sind in den Gesamtbrandschutzplan nach DIN 4102 zu integrieren und bedürfen der behördlichen Abnahme.
Hintergrund: Glastrennwände
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Sicherheitsglas Wikipedia
Sicherheitsglas, auch Sekuritglas genannt, ist ein Glas mit besonderen Sicherheitsmerkmalen. Es bietet erhöhte Bruchsicherheit und eignet sich daher als zentrales Material für stabile, lichtdurchlässige Glastrennwände.
Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Juni 2026, ID: 33088