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Herdwagenöfen Hersteller

Herdwagenöfen sind wärmetechnische Industrieöfen mit herausfahrbarem Ofenwagen für die Wärmebehandlung großvolumiger Werkstücke. Die Beschickung erfolgt außerhalb des Ofenraums, der Wagen wird nach dem Einschieben abgedichtet. Die Beheizung erfolgt elektrisch oder gasbefeuert. Gebläse und Kanalführung sichern eine gleichmäßige Temperaturverteilung und eine definierte Prozessatmosphäre. Maximaltemperaturen reichen bis etwa 1300 °C. Einsatz zum Härten, Glühen, Anlassen und Sintern in Einzel- und Serienfertigung.

Liste Hersteller Herdwagenöfen

Industriestraße 3, 39443 Atzendorf
Sachsen-Anhalt

Mehr über Herdwagenöfen

Herdwagenöfen sind wärmetechnische Industrieöfen mit herausfahrbarem Wagen zur Wärmebehandlung großvolumiger Werkstücke. Der Wagen erlaubt die Beschickung und Chargierung außerhalb des Ofenraums mit Hallenkran oder Gabelstapler. So lassen sich Gussteile und Schmiedeteile sicher bewegen. Entscheidend sind stabile Temperaturführung, definierte Atmosphäre und reproduzierbare Luftführung, damit der Wärmeübergang am Bauteil planbar bleibt.

Konstruktive Auslegung und Bauvarianten

Der Herdwagen ist eine Schweißkonstruktion mit tragendem Wagenboden. Die Bestückung erfolgt bei definierter Oberflächenbelastung. Rollenführungen bewegen den Wagen manuell, motorisch oder hydraulisch. Die Hubtür dichtet über Bodenabdeckung und mehrstufige Dichtung. Gehäuse, Deckenplatte und Seitenblech sind auf Maximaltemperaturen ausgelegt, während Schauloch und Verschlussstopf das Beobachten ohne Öffnen ermöglichen.

Für Durchsatz und Layout stehen Bauvariante, Baugröße und Sonderform bereit: Doppelwagen für paralleles Laden, lange Kammern für große Teileabmessungen sowie Anlagen in Herdwagenofenserie für Fertigungslinie und Handwerk. Der Wagenboden stellt Kontaktflächen und Luftkanäle bereit, um Luftführung und Wärmeverteilung gleichmäßig zu halten, ohne die mechanische Bestückung zu behindern.

Beheizungsarten, Luftführung und Temperaturgleichmäßigkeit

Die Beheizung erfolgt elektrisch, gasbefeuert oder als Strahlungsbeheizung. Elektrobeheizung nutzt Heizelemente, Gasbrenner arbeiten mit Abgasenergie und Wärmetausch zur Rückführung. Ein Gebläse in Hochgeschwindigkeit stützt die Atmosphärenumwälzung und die Luftführung, wodurch eine enge Temperaturverteilung erreicht wird. Kanalführung und Leitbleche stabilisieren die geforderte Wärmeverteilung.

Abgasenergie lässt sich per Wärmetausch zur Vorwärmung der Umgebungsluft nutzen. Diese Rückführung senkt den Brennstoffbedarf. Die Kombination aus Brenneranordnung beziehungsweise Heizelementlayout und Gebläseregelung erzeugt einen homogenen Wärmeübergang an komplexen Geometrien, ohne lokale Überhitzung an Kanten oder großen Querschnitten.

Auskleidung, Isolationskonzept und Außenhaut

Die Ofenauskleidung kombiniert Keramikfaserisolierung und Formstein. Eine mehrlagige Hinterisolierung hält die Außentemperatur des Gehäuses niedrig. Keramikfaser reduziert den Wärmeverlust spürbar, besonders bei Maximaltemperaturen bis 1300 °C. Die Auswahl wirkt unmittelbar auf Energiebedarf und Stromverbrauch. Restwärme gelangt geordnet an die Umgebungsluft oder in geregelte Restwärmenutzung.

Mechanische Bauteile wie Bodenabdeckung, Deckenplatte und Seitenblech müssen thermisch arbeiten, ohne die Dichtlinie zu beeinträchtigen. Der Wagenboden bleibt formstabil, damit Führung und Dichtung bei wiederholter Benutzung sowie wechselnder Oberflächenbelastung halten. Diese Ofentechnik ist auf geräuscharm ausgelegte Antriebe und Gebläse abgestimmt.

Steuerung, Regeltechnik und Atmosphärenführung

Die Steuerung nutzt Halbleiterrelais, Sensorik und Regeltechnik zur genauen Vorgabe von Durchlaufzeit, Temperaturrampen und Atmosphäre. Visualisierung am Touch-Panel oder SCADA zeigt Trends, Interaktion und Alarme. Die Schnittstelle zu ERP (Enterprise Resource Planning) und MES (Manufacturing Execution System) bindet die Anlage in Industrieofenprozesse ein. Das Schutzsystem überwacht Übertemperatur, Gasfluss und Gebläsezustände.

Für neutrale oder reduzierende Atmosphäre stehen Stickstoff, Argon und Wasserstoff bereit. Eine definierte Kühlung inklusive geregelter Zwangskühlung fixiert das Gefüge nach dem Halten. Stromversorgung und Nachtstrom-Strategien beeinflussen die Lastprofile. Geräuscharm abgestimmte Gebläse und eine geschlossene Luftführung verhindern Störungen durch Druckschwankungen beim Abziehen der Ofentür.

  • Dokumentation: Prozess-Visualisierung, Bildquelle der Anlagenaufnahmen und Chargenprotokolle sind dem Auftraggeber zugeordnet, revisionssicher abgelegt und eindeutig referenziert.
  • HMI-Richtlinien: Farbschemata unterstützen Wiedererkennung, die Interaktion ist auf klare Benutzung ausgelegt. Keine Direktwerbung auf Bedienoberflächen.
  • Wartungspunkte: Schauloch mit Verschlussstopf, Dichtungsinspektion und Gebläselager; Prüfungen werden in der Fabrikation durch geschultes Fachpersonal durchgeführt.
  • Atmosphäre: Leitbleche und Messstellen im Ofenraum sichern eine konstante Temperaturverteilung und reproduzierbare Atmosphäre bei variabler Chargierung.

Auslegung, Auswahlkriterien und Sonderausstattungen

Die Auslegung folgt dem Wärmebehandlungsprozess: Härten, Glühen, Anlassen oder Sintern definieren Haltezeiten, Rampen und Atmosphäre. Teileabmessung, Massenverteilung und Oberflächenbelastung bestimmen Baugröße und Antriebsleistung. Im Technikum werden Parameter zum Versuchszweck ermittelt, darunter Luftführung, Wärmeübergang am Bauteil und die Auskleidung bis zur geeigneten Keramikfaser oder Formstein-Kombination.

Branchenspezifische Sonderformen decken Raumfahrtindustrie und Handwerk ab: zusätzliche Schutzgaszuführung, alternative Türform, spezielle Wagenbodenauflagen oder integrierte Messstellen. Für hohe Taktung bietet der Doppelwagen eine kontinuierliche Fertigungslinie. Eine Herdwagenofenserie ermöglicht die Abstufung von Maximaltemperaturen und Kammerlängen, ohne das Grundkonzept der Anlage zu verändern.

Beheizungsarten im Vergleich
MerkmalElektrobeheizungGasbeheizung
Max. Temperaturbis 1300 °C (spezielle Ausführung höher)bis 1300 °C, höher mit Spezialbrennern
Temperaturgleichmäßigkeitsehr eng, abhängig von Luftführungeng, bei optimierter Brenneranordnung
Atmosphäreneutral bis reduzierend möglichoxidierend ohne Muffle, neutral mit Muffle
Energiebedarfplanbarer Stromverbrauch, nutzbar mit Nachtstromgünstige Abgasenergie für Wärmetausch
Flexibilitäteinfache Regelung und Anbindungschnelle Aufheizzeiten bei Brennstoffverfügbarkeit

Praxisbeispiel: Energie- und Prozessführung

Ein mittelgroßer Ofen für 1000 °C mit 8 m³ Nutzraum zeigt den Einfluss von Auskleidung und Brennstrategie auf den Energieverbrauch: Der Umstieg auf Keramikfaser senkte den Wärmeverlust der Wandung deutlich, Wärmetausch mit Abgasenergie erhitzte Umgebungsluft zur Trocknung von Chargierhilfen, und eine adaptive Regeltechnik glättete die Leistungsaufnahme der Stromversorgung. Das Schutzsystem verringerte Stillstände durch schnelle Fehlerlokalisierung an Gebläse und Brennersteuerung.

Ein weiterer Fall nutzt geregelte Kühlung mit Stickstoff, um eine definierte Durchlaufzeit bei dickwandigen Gussteilen einzuhalten. Die Anlage bleibt geräuscharm, während die Atmosphärenführung den Wasserstoff-Anteil streng überwacht. Dokumentiert werden alle Industrieofenprozesse mit Chargierung, Bestückung, Temperaturkurven und Schnittstelle zum ERP, sodass die Ofentechnik auditierbar bleibt.

Grundfunktion, Betrieb und Alltagstauglichkeit

Im Betrieb fährt der Wagen heraus, Bestückung und Chargierung erfolgen mit Hallenkran oder Gabelstapler, danach schließt die Ofentür. Die Regeltechnik startet Rampen, hält Sollwerte, steuert Atmosphäre und beendet mit geregelter Kühlung. Restwärme wird gezielt abgeführt. Kontrollierte Restwärme verbessert Trocknungen und spart Brennstoff. Wartungsschritte und Reinigungen sind so terminiert, dass die Benutzung der Anlage planbar bleibt.

Die Kombination aus robustem Gehäuse, stabiler Auskleidung, präziser Steuerung und gut geplanter Luftführung bildet die Grundfunktion von Herdwagenöfen ab. Sie integriert Schnittstelle, Visualisierung, Schutzsystem und Wartungspunkte zu einer bedienbaren Einheit, die in Industrieöfen weltweit für reproduzierbare Ergebnisse in der Fabrikation eingesetzt wird.

FAQ zu Herdwagenöfen

Für welche Branchen sind Herdwagenöfen besonders geeignet

Herdwagenöfen eignen sich für Industrien, die große und schwere Bauteile präzise wärmebehandeln müssen. Dazu zählen Maschinenbau, Gießerei- und Schmiedeindustrie sowie Luft- und Raumfahrt. Sie sind vor allem für Chargen geeignet, die sich nicht in kontinuierlichen Ofensystemen verarbeiten lassen, da sie eine flexible Beschickung und individuelle Wärmebehandlungsprofile ermöglichen.

Welche Wartungsarbeiten sichern den zuverlässigen Betrieb von Herdwagenöfen?

Wesentliche Wartungsarbeiten bei Herdwagenöfen sind die Kontrolle von Dichtungen, Heizelementen oder Brennern sowie der Ofenisolation. Zudem sollte die Rollenführung des Wagens regelmäßig auf Verschleiß geprüft und geschmiert werden. Eine Überprüfung von Sensorik und Regeltechnik gewährleistet Prozessgenauigkeit. Die Wartung sollte je nach Betriebsintensität halbjährlich oder jährlich erfolgen, um Ausfälle zu vermeiden.

Wie werden Herdwagenöfen in Industrie-4.0-Strukturen eingebunden?

Herdwagenöfen sind über vernetzte Steuerungssysteme und Sensorik in Industrie-4.0-Umgebungen integriert. Dies ermöglicht Fernüberwachung, prädiktive Wartung und eine präzise Prozessdatenanalyse. Die Auswertung der Daten verbessert Energieeffizienz und Produktqualität. Durch die direkte Anbindung an ERP- und MES-Systeme erhöht sich die Gesamtanlageneffektivität.

Welche Hauptfaktoren bestimmen die Amortisationszeit einer Investition in Industrieöfen

Die Amortisation einer Industrieofen-Investition hängt im Wesentlichen von Energieeffizienz, Prozessoptimierung und Anlagenlebensdauer ab. Moderne Isolations- und Wärmerückgewinnungssysteme senken den Energieverbrauch und damit die Betriebskosten. Verbesserte Prozessstabilität und Produktqualität reduzieren Ausschuss und Nacharbeit. Zusätzlich beeinflussen Betriebsstunden und Wartungsaufwand die Wirtschaftlichkeit maßgeblich.

Eignen sich Herdwagenöfen für die Wärmebehandlung verschiedener Werkstoffe?

Herdwagenöfen können für unterschiedliche Werkstoffe eingesetzt werden, erfordern jedoch eine präzise Prozessplanung. Jeder Werkstoff benötigt spezifische Temperaturrampen, Haltezeiten und Atmosphären, um die gewünschten Materialeigenschaften zu erreichen. Eine gemeinsame Behandlung mehrerer Werkstoffe in einer Charge erschwert die optimale Einstellung der Parameter und kann Kompromisse erfordern. In der Praxis sind oft spezielle Ofenkonzepte oder die Trennung der Chargen notwendig.

Welche Sicherheitsmaßnahmen sind beim Betrieb von Industrieöfen entscheidend?

Zentrale Sicherheitsmaßnahmen beim Betrieb von Industrieöfen sind der Schutz vor Verbrennungen, Gasleckagen und elektrischen Gefahren. Erforderlich sind gut sichtbare Not-Aus-Schalter, regelmäßige Dichtigkeitsprüfungen bei gasbefeuerten Anlagen sowie persönliche Schutzausrüstung. Sensoren überwachen kritische Zustände wie Temperatur und Gasfluss und lösen bei Abweichungen Alarme aus. Auch die Kennzeichnung heißer Oberflächen und eine umfassende Personalschulung sind verpflichtend.

Wie verbessern moderne Industrieöfen die Ressourceneffizienz?

Moderne Industrieöfen steigern die Ressourceneffizienz durch höhere Energieausbeute und optimierte Materialnutzung. Hochwertige Isolationsmaterialien wie Keramikfasern verringern Wärmeverluste, während integrierte Wärmerückgewinnungssysteme Abwärme zur Vorwärmung oder für andere Prozesse nutzen. Dadurch sinken Energiebedarf, CO2-Emissionen und der Verbrauch von Primärrohstoffen.

Hintergrund: Herdwagenöfen