×
Suchen

Lagerlifte Hersteller – Vergleich

In der Intralogistik stehen Lagerlifte für schrankartige Systeme zur kompakten Lagerung von Komponenten, die Bestände auf minimaler Grundfläche organisieren und ergonomisch ausgeben. Einsatzschwerpunkte liegen in der Ersatzteillogistik des Maschinen- und Anlagenbaus sowie in Montage- und Servicebereichen, wo sie die Kommissionierung im Kleinteilelager eng mit dem Materialfluss koppeln. Bei der Beschaffung zählen messbar Traglast je Tablar, definierte Zugriffszeit pro Position und die Anbindung an Warenwirtschaft und Materialflusssteuerung über standardisierte Schnittstellen.
Lieferanten und Händler:

Über Lagerlifte

Lagerlifte gehören zur automatisierten Lagertechnik. Sie bewegen Tablare oder Kassetten zwischen Regalwerk und Bedienöffnung und arbeiten taktgesteuert. Bei vertikaler Bauweise fährt ein Entnahmemotor die Trageeinheit in die Höhe, bei horizontaler Bauweise verfährt ein Shuttle entlang der Strecke. Fehlt die präzise Positionierung, drohen Kollisionen an Führungen oder Anschlägen. Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG definiert die grundlegenden Sicherheitsanforderungen für Konstruktion und Betrieb.

Systematische Einordnung der Bauarten

Bei begrenzter Grundfläche verdichten Vertikallagerlifte den Bestand über die Gebäudehöhe. Typische Anlagen erreichen bis 25 m Bauhöhe. Horizontallagerlifte verteilen dagegen viele Entnahmepunkte auf wenige Meter Höhe und verkürzen Wege im Zugriff. Die horizontale Architektur wirkt flächiger, reduziert jedoch Wartezeiten bei hoher Artikelrotation. Bei 5–15 s pro Artikel unterstützt ein Horizontallagerlift eine eng getaktete Kommissionierung, während ein Vertikallagerlift häufiger mit 20–40 s pro Tablar kalkuliert.

Typenvergleich nach Kennwerten
MerkmalVertikallagerliftHorizontallagerlift
Max. Bauhöhebis 25 mbis 5 m
Max. Traglast pro Tablarbis 1.000 kgbis 100 kg
Typische Zugriffszeit20–40 s/Tablar5–15 s/Artikel

Kriterien für Auslegung und Kaufentscheidung

Die technische Auslegung beginnt bei der Lagerstruktur. Artikelmix und Abrufprofil bestimmen das Tablarhöhenraster und die Fachteilungen im Regalwerk. Danach folgt die Traglastrechnung je Tablar mit dynamischen Reserven für Beschleunigungsphasen. Je nach Typ liegen die Grenzwerte zwischen 100 kg und 1.000 kg pro Tablar. Kurze Takte hängen zudem von der Fahrkurve ab, nicht nur vom Motorwertschild. Beispiel: Bei schweren Metallkomponenten nahe 900 kg begrenzt eine konservative Beschleunigung die Taktzahl stärker als die nominelle Hubgeschwindigkeit.

  • Bauhöhe: Eine freie Schachthöhe über dem Gerät schafft Reserve für spätere Rasteranpassungen.
  • Kleinteilelagerintegration: Ein fein unterteiltes Tablarbild nimmt Sortimente mit hoher Artikelanzahl ohne Umverpackung auf.
  • Zugriffszeit: Ein definierter Zielwert in Sekunden legt fest, wie viele parallele Aufträge das System puffert.

Über die Auswahl eines Neugeräts entscheiden nicht nur Leistungsdaten, sondern auch die Servicefähigkeit im Feld. Ersatzteilkonzepte beeinflussen Stillstandsrisiken über Jahre hinweg. Kurze Montagewege wiegen hier stärker als Prospektwerte. Erstens prüft die Spezifikation den Zugang zu Sensorik und Antriebseinheiten ohne Demontage des Regalwerks. Zweitens verlangt die Planung klar benannte Austauschintervalle für Verschleißteile. Drittens bewertet die Dokumentation die Fehlerdiagnose am Schaltschrank mit eindeutigen Messpunkten.

Anbindung und Steuerung im laufenden Betrieb

Für den Datenaustausch koppelt eine Anbindungsschicht den Lagerlift an WWS (Warenwirtschaftssystem) oder MFS (Materialflusssteuerung). Standardprotokolle wie OPC UA oder PROFIBUS übertragen Quittungen für Fahrbefehle und Bestandsmeldungen in Echtzeitfenstern von wenigen Sekunden. Die integrierte SPS übernimmt die Steuerung, berechnet Fahrprofile und verriegelt die Türen während der Bewegung. Ohne Verriegelungslogik greift die Schutzfunktion nicht zuverlässig.

Werden elektrische Komponenten älter oder Leitungen nachgerüstet, verlangt die DGUV Vorschrift 3 wiederkehrende Prüfzyklen für ortsfeste Anlagen, einschließlich Schutzleiter- und Isolationsmessung als Elektroprüfung. Der Prüfbericht dokumentiert die Grenzwerte nachvollziehbar. Bei Störungen am Antrieb trennt eine geplante Reparaturstrategie Mechanik- von Softwarefehlern. Die Abgrenzung erfolgt über definierte Diagnoseroutinen in der SPS und eindeutig benannte Ersatzteilnummern.

Hersteller sind Fritz Schäfer GmbH, Hänel GmbH & Co. KG, Kardex Deutschland GmbH

FAQ zu Lagerlifte

Wie wird der ROI von Lagerliften berechnet?

Der ROI von Lagerliften ergibt sich aus jährlichen Kosteneinsparungen und Effizienzgewinnen abzüglich der Gesamtbetriebskosten. Zu berücksichtigen sind Personalkosten, Flächennutzung, Bestandsgenauigkeit und Wartung. Übliche Amortisationszeiten liegen bei 2 bis 5 Jahren. Für eine vollständige Bewertung empfiehlt sich eine TCO Analyse über 10 Jahre, um alle Langzeitkosten und Nutzen zu erfassen.

Wie viel Grundfläche sparen automatisierte Lagersysteme

Automatisierte Lagersysteme nutzen die Hallenhöhe aus und reduzieren die benötigte Grundfläche um 75 bis 90 Prozent gegenüber statischen Regalen. Der freigewordene Platz kann für Produktion oder zusätzliche Bestände genutzt werden. Für optimale Ausnutzung ist eine freie Bauhöhe von mindestens 3 Metern über dem höchsten Artikel einzuplanen.

Welche Software-Schnittstellen sind für moderne Lagerlifte entscheidend?

Moderne Lagerlifte benötigen offene, standardisierte Schnittstellen für die nahtlose IT-Integration. Verbreitet ist OPC UA; REST APIs und MQTT gewinnen in IoT-Umgebungen an Bedeutung. Eine frühzeitige Abstimmung der Datenformate nach VDI 4490 Blatt 1 stellt die Kompatibilität sicher. Systeme sollten flexible Anbindungen an ERP- und MES-Systeme erlauben.

Welche Maßnahmen optimieren die Energieeffizienz von Vertikallagersystemen

Rekuperative Antriebe mit Energierückgewinnung senken den Strombedarf um 20 bis 30 Prozent. Intelligente Standby-Modi und Motoren der Effizienzklassen IE3 oder IE4 reduzieren den Verbrauch im Betrieb. Zusätzlich sind bedarfsgerechte Beleuchtung und eine angepasste Temperaturkontrolle der Liftumgebung einzuplanen.

Welche zusätzlichen Sicherheitsnormen gelten für Lagerautomatisierung

Neben der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG sind insbesondere EN ISO 13849 zur funktionalen Sicherheit sicherheitsbezogener Teile und EN 60204 zur elektrischen Ausrüstung von Maschinen relevant. Führen Sie die Risikobeurteilung nach EN ISO 12100 durch. Not-Aus-Funktionen und Schutzzäune müssen den aktuellen Vorschriften entsprechen.

Wie verbessern Lagerlifte die Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende

Lagerlifte arbeiten nach dem Prinzip Ware zur Person und reduzieren Bücken und Strecken. Die ergonomische Entnahmehöhe liegt idealerweise zwischen 80 und 120 cm. Das senkt körperliche Belastungen und das Risiko von Arbeitsunfällen. Die individuelle Einstellbarkeit der Bedienhöhe ist ein wesentliches Auswahlkriterium.

Hintergrund: Lagerlifte

  • Automatisches_kleinteilelager Wikipedia

    Ein automatisches Kleinteilelager (AKL) ist ein automatisiertes Lagersystem für Kleinteile in Behältern; im Unterschied zum Hochregallager ist das AKL grundsätzlich stets vollautomatisiert ausgeführt.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: November 2026, ID: 48381