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Pyrometer Hersteller – Vergleich

Infrarotthermometer wie das Pyrometer erfassen die spektrale Strahlungsintensität in festgelegten Wellenlängenfenstern über einen Messfleck, wandeln sie in elektrische Temperaturwerte und speisen diese via Signalverarbeitung in schnelle Regelkreise ein. In der Produktionstechnik überwachen solche Systeme beim Laserschweißen die Schmelzbadkante mit Millisekundenauflösung, detektieren Hotspots entlang der Naht und stützen die Prozessführung bei wechselnden Oberflächenzuständen. Beschaffungsrelevant sind die zum Werkstoff passende Wellenlänge und ein rückführbares Kalibrierzertifikat nach ISO/IEC 17025, kombiniert mit spezifizierter Reaktionszeit und Messfleckgröße am vorgesehenen Arbeitsabstand.
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Handpyrometer

Über Pyrometer

Pyrometer erfassen Temperaturen ohne Kontakt, indem Detektoren die Wärmestrahlung aus einem definierten Strahlengang auswerten. Maßgeblich ist das Messsignal. Bei Oberflächen mit wechselndem Emissionsgrad driftet der Messwert. Für die Auslegung gelten drei Leitgrößen: Messobjekt, Oberflächentemperatur und Umgebungstemperatur. Ein Detektor arbeitet stabil, wenn Gehäuse und Kühlung zur Thermik am Einbauort passen.

Kriterien für die Systemauswahl bei präzisen Messaufgaben

In der Produktionstechnik bestimmt der Erfassungswinkel die tatsächlich erfasste Fläche oder Linie. Kleine Messflecke erfordern kurze Arbeitsabstände oder Optiken mit enger Apertur. Bei Staub oder Dampf schützt ein gekapselter Strahlengang den Sensor vor Drift. Der Emissionsgrad wird am Gerät auf das reale Materialverhalten kalibriert. Software reagiert schnell, doch falsche Parameter verfälschen jedes Temperaturprofil.

  • Wellenlänge: Der Spektralbereich hängt von Material und Emissionsgrad ab. Bei Glasoberflächen fällt die Wahl oft auf geeignete IR-Fenster.
  • Messbereich: Untergrenze und Obergrenze müssen Prozessspitzen abdecken. 50 °C bis 3000 °C sind ein typischer Bereich.
  • Gehäuse: Schutzart und Kühlkonzept begrenzen die Detektortemperatur. Bei hoher Umgebungstemperatur sind wassergekühlte Adapter relevant.

Anwendungsfall: Beim Laserschweißen sind Reaktionszeiten im Millisekundenbereich für die Echtzeitmessung in der Schmelzzone erforderlich. Ein integriertes Digitalkamerabild unterstützt die Ausrichtung auf Messpunkt oder Messregion, bevor Regelgeräte eingreifen. Maßgeblich ist die Signalverarbeitung im Grenzfall. Filteralgorithmen reduzieren Störanteile aus Rauchfahnen und reflektierten Anteilen auf blanken Metallen.

Pyrometer-Typen und typische Einsatzfelder

Typenübersicht: Technologie, Einsatzgebiet und typischer Bereich
Pyrometer-TypEinsatzgebiet (Beispiel)Messbereich typ.
EinfarbpyrometerLufttechnik, Metallverarbeitung bei konstantem Emissionsgrad0 °C bis 3000 °C
ZweifarbenpyrometerGlasherstellung, Halbleiterproduktion bei schwankendem Emissionsgrad200 °C bis 3000 °C
MehrwellenlängenpyrometerSpezialmaterial unter Rauch- oder Staubeinfluss50 °C bis 2500 °C
Infrarot-ScannerPetrochemie und Flammenüberwachung als Linien- oder Flächenprofil-20 °C bis 2000 °C

Zweifarbenverfahren kompensieren emissivitätsbedingte Fehler über das Intensitätsverhältnis zweier Wellenlängen und sind weniger empfindlich gegenüber teilweiser Abschattung. Mehrwellenlängenansätze trennen Störgrößen besser, wenn ein unbekannter Emissionsgrad mit Rauch zusammenfällt. Scanner liefern keinen Punktwert, sondern ein Profil über ein Messfeld. Das erhöht die Aussagekraft bei breiten Bahnen und senkt das Risiko, Hotspots außerhalb des Einzelspots zu übersehen.

Datenintegration in Regeltechnik und Produktionssoftware

In vernetzten Anlagen binden Schnittstellen Pyrometer an Software wie MES (Manufacturing Execution System) oder SPS-Umgebungen. Kurze Zyklen dominieren. Bei schnellen Rampen speist der Sensor Messwerte in ein Regelgerät ein und taktet den Regelablauf über definierte Stellgrößen wie Heizleistung oder Kühlrate. Eine Digitalkamerafunktion verifiziert den Erfassungswinkel direkt am Prozessfenster.

  • Datenobjekte: Messpunkt, Messregion und Messfeld strukturieren Auswertung und Trendkurven im Temperaturprofil.
  • Echtzeitkette: Detektor → Signalverarbeitung → Regeltechnik reduziert Verzögerungen im geschlossenen Kreis.

Anwendungsfall: Beim Laserschneiden stabilisiert die Nachjustierung des Emissionsgrades den Verlauf zwischen 800 °C und 1400 °C trotz Oxidhautwechsel. Die Software verknüpft dafür Bildausschnitt und Temperaturspur in einem Zeitstempelstrom. Viele Systeme arbeiten ohne Sichtkontrolle robust, doch der Kameraabgleich verkürzt die Fehlersuche bei wandernden Spots entlang der Schnittkante.

Qualitätssicherung sowie Service- und Kostenfaktoren

*ISO 9001* beschreibt Prozesse des Qualitätsmanagements beim Hersteller. Dokumentierte Prüfpläne erleichtern die Vergleichbarkeit von Spezifikationen über Serien hinweg. *ISO/IEC 17025* kennzeichnet akkreditierte Kalibrierungslabore für rückführbare Referenzen. Kalibrierintervalle variieren nach Temperaturbereich und Belastung des Optikpfads. Ein Referenzgerät trennt Drift durch Alterung von Fehlern durch Verschmutzung am Schutzfenster.

  • Kostenhebel Technologie: Mehrwellenlängenlösungen liegen wegen Optik- und Rechenaufwands meist höher als Einfarbenkonzepte.

Neben Reparaturservice beeinflussen Reparaturfähigkeit und Gewährleistung die Stillstandsrisiken im Feldbetrieb direkt. Ersatzdetektoren verkürzen Wiederanlaufzeiten nach thermischen Überlastungen im Ofenumfeld deutlich. Für strukturierte Abnahmen nutzen Einkaufsunterlagen häufig einen Fragebogen mit Grenzdaten zu Messbereich, Umgebungstemperatur und Strahlengang-Dichtheit. Ergänzend unterstützen Seminare zur Parametrierung die korrekte Geräteeinstellung im Serienbetrieb.

Hersteller sind MICRO-EPSILON MESSTECHNIK GmbH & Co. KG, Fluke Process Instruments GmbH, Optris GmbH & Co. KG

FAQ zu Pyrometer

Wie installiere ich ein Pyrometer korrekt

Montieren Sie das Pyrometer starr und vibrationsfrei. Halten Sie den Messpfad frei von Dampf, Staub und direkter Sonneneinstrahlung; empfohlen ist ein Sichtfeld von mindestens 1:15. Ein optionales Luftblasgerät schützt die Optik in rauer Umgebung und verlängert Wartungsintervalle. Richten Sie das Gerät exakt auf den Zielbereich aus und verifizieren Sie das Messfeld idealerweise über eine integrierte Kamera. Prüfen Sie die Umgebungstemperatur am Installationsort und wählen Sie ein passendes Kühlkonzept, damit die Detektortemperatur 50 °C nicht überschreitet.

Welche Bedeutung hat der Emissionsgrad für Pyrometer-Messungen und wie wird er korrekt bestimmt

Der Emissionsgrad beschreibt die Fähigkeit eines Materials, Wärme abzustrahlen, und ist entscheidend für die Genauigkeit berührungsloser Temperaturmessungen mit Pyrometern. Er variiert mit Material, Oberflächenzustand und Temperatur. Die Bestimmung erfolgt per Vergleichsmessung mit einem Kontaktthermometer oder über Tabellenwerte bekannter Materialien. Bei unbekanntem oder wechselndem Emissionsgrad sind Zweifarben- oder Mehrwellenlängenpyrometer zweckmäßig, da sie Schwankungen besser kompensieren. Eine Kalibrierung des Emissionsgrads am Pyrometer oder in der Software reduziert Messfehler auf unter 1 Prozent.

Welche Faktoren bestimmen die Total Cost of Ownership eines Pyrometer-Systems über den Lebenszyklus

Die Total Cost of Ownership eines Pyrometer-Systems beinhalten Anschaffung, Betrieb, Wartung, Kalibrierung und Energieverbrauch. Kostentreiber sind die Häufigkeit von Ersatzteilwechseln etwa Schutzfenster und Detektoren sowie Service- und Reparaturaufwände. Für kritische Anwendungen sind jährliche Kalibrierungen nach ISO/IEC 17025 üblich; je Gerät fallen je nach Labordienstleister etwa 200 bis 800 Euro an. Lebensdauer und damit TCO hängen wesentlich von Komponentenqualität und der Einhaltung der Wartungsintervalle ab; bei sachgerechter Pflege sind Gesamtbetriebsdauern von 5 bis 10 Jahren realistisch.

Wie beeinflussen Feuchtigkeit und Vibrationen die Messgenauigkeit von Pyrometern

Hohe Luftfeuchte begünstigt Kondensation auf der Optik, verringert die Transmission und verfälscht Messwerte. Vibrationen beeinträchtigen die mechanische Stabilität, verschieben den Messfleck und führen zu optischer Dejustage. Für feuchte Umgebungen sind Pyrometer mit Schutzart IP65 oder höher sowie mit beheiztem Schutzfenster empfehlenswert, um Kondensation zu verhindern. Eine vibrationsgedämpfte Montage und Geräte mit robusten Optikkomponenten stabilisieren die Messung. Regelmäßige Sichtprüfungen der Optik sichern die Genauigkeit unter wechselnden Bedingungen.

Welche Kommunikationsprotokolle eignen sich für die Integration von Pyrometern in Industrie 4.0-Umgebungen

Relevante Protokolle sind OPC UA, Modbus TCP/IP und Profinet. OPC UA ermöglicht herstellerunabhängige, sichere Kommunikation mit semantischer Beschreibung und eignet sich für anspruchsvolle IIoT-Anwendungen. Modbus TCP/IP ist ein etabliertes, einfaches Protokoll zur Anbindung an SPS und andere Controller. Profinet bietet hohe Leistungsfähigkeit und Echtzeitfähigkeit für schnellen Prozessdatenaustausch. Wählen Sie das Protokoll, das Ihre bestehende Infrastruktur unterstützt, um Kompatibilität und Effizienz sicherzustellen.

Wann rechnet sich ein Mehrwellenlängenpyrometer wirtschaftlich

Wenn Einfarben- oder Zweifarbenpyrometer wegen stark schwankender Emissionsgrade oder Störeinflüssen wie Rauch und Staub unzuverlässig messen. Typische Anwendungen sind Spezialmaterialien, Gießereien mit Rauchfahnen und schwer kalibrierbare Oberflächen. Trotz höherer Anschaffungskosten amortisiert sich das System durch höhere Prozessstabilität und weniger Ausschuss. Bereits eine Prozessverbesserung von etwa 0,5 Prozent durch präzisere Temperaturdaten kann die Mehrkosten innerhalb eines Jahres ausgleichen.

Welche Anforderungen gelten für die Kalibrierung von Pyrometern in explosionsgefährdeten Bereichen

Erforderlich sind: Einhaltung der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU für Geräte und Schutzsysteme; ausschließlicher Einsatz ATEX-zertifizierter, eigensicherer Kalibriergeräte; geschultes, für Ex-Bereiche qualifiziertes Personal; Kalibrierung in eigensicheren Laboren oder unter streng kontrollierten, freigegebenen Bedingungen; Prüfung der Gerätemarkierung gemäß ATEX-Kategorisierung, z. B. II 2G Ex db IIC T6 Gb für Gasatmosphären. Ziel ist die Vermeidung von Zündquellen und die Sicherstellung der Gerätesicherheit.

Hintergrund: Pyrometer

  • Pyrometer Wikipedia

    Pyrometer (Strahlungsthermometer) erfassen Temperaturen kontaktlos über Wärmestrahlung und decken je nach Typ große Messbereiche von etwa −50 °C bis +3500 °C ab – geeignet für präzise, schnelle Prozessmessungen.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: September 2026, ID: 14026