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Schallschutzfenster Hersteller – Vergleich

Schallschutzfenster – auch Lärmschutzfenster, schalldichte oder schallisolierte Fenster genannt – sind Bauelemente mit erhöhter Luftschalldämmung. Ihr bewertetes Schalldämmmaß Rw nach DIN EN ISO 10140-2 wird zusammen mit den Spektrum-Anpassungsmaßen C/Ctr angegeben; die Mindestanforderungen für Außenbauteile regelt DIN 4109. Die produktseitige Konformität und CE-Kennzeichnung erfolgt nach EN 14351-1 (Produktnorm Fenster und Außentüren). Schallschutzklassen für Fenster (SSK 1–6) sind in VDI 2719 systematisch gestuft. Planer und Einkäufer setzen Schallschutzfenster vor allem in Klinik- und Hotelbauten an Flughafenstandorten, in Schulen und Verwaltungsgebäuden sowie in Büro- und Produktionsstandorten nahe Verkehrswegen oder Industrieanlagen ein.
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Über Schallschutzfenster

Schallschutzfenster reduzieren die Übertragung von Luftschall durch Außenwände und bilden eine wirksame Barriere zwischen Innenraum und Umgebung. Ihre Konstruktion kompensiert insbesondere niederfrequente Anteile des Verkehrslärms. Wo Straßen, Bahnlinien oder Flugzeuge den Geräuschpegel dominieren, verhindert ein abgestimmter Scheibenaufbau störende Resonanzen. Das verbessert die Ruhe in Wohnräumen deutlich.

Konstruktive Merkmale und deren Schalldämmwirkung

Die Schalldämmwirkung einer Schallschutzverglasung entsteht aus dem Zusammenspiel von Scheibendicken, Scheibenzwischenräumen, Dichtungen und Rahmenprofilen. Unterschiedliche Glasstärken im Verbund vermeiden Koinzidenzfrequenzen, bei denen sich Biegeschwingungen aufschaukeln; asymmetrische Scheibenabstände dämpfen die Resonanz zusätzlich, und spezielle akustische Gießharz- oder PVB-Folien (Verbundsicherheitsglas) erhöhen die innere Dämpfung der Scheibe.

Schwerere Edelgase wie Argon oder Krypton im Scheibenzwischenraum verbessern die Wärmedämmung und tragen über höheres Flächengewicht moderat zur Schalldämmung bei; gefüllt werden die SZR bei annähernd Atmosphärendruck, nicht unter Hochdruck. Mehrere umlaufende Dichtungsebenen verhindern Schallnebenwege im Fensterrahmen. Mehrkammer-Rahmenprofile aus Kunststoff oder thermisch getrenntem Aluminium reduzieren die Übertragung von Körperschall entlang des Blendrahmens. Eine hohe Bautiefe verlängert zusätzlich den Schallweg durch feste Bauteile.

Schalldämmmaß und Schutzklassen als technische Kennzahlen

Das bewertete Schalldämmmaß Rw eines Fensters (Schalldämmmaß Fenster) wird nach DIN EN ISO 10140-2 in Dezibel (dB) gemessen und gibt den frequenzgewichteten Unterschied zwischen außen anliegendem und im Raum verbleibendem Schallpegel an. Typische Schallschutzfenster erreichen Rw zwischen 30 und über 55 dB. Die Schallschutzklassen für Fenster (Schallschutzklasse 1 bis 6, kurz SSK 1–6) sind in VDI 2719 systematisch beschrieben; die DIN 4109 definiert ergänzend, welcher Schallschutz an einer Außenwand mindestens erforderlich ist, abhängig vom maßgeblichen Außenlärmpegel.

Schallschutzklassen nach DIN 4109 für Fenstersysteme
Schutzklasse (SSK) Rw-Bereich [dB] Anwendungsfall
1 30–34 Niedriger Verkehrslärm bei Wohnhäusern in ruhiger Lage
3 40–44 Dauerbelastung durch städtische Hauptverkehrswege
5 50–54 Bahnstrecken mit hohem Güterverkehrsanteil oder Industrieumgebung

Das Schalldämmmaß steigt mit dem Glasanteil. Entscheidend bleibt jedoch das Verhältnis zwischen Masse und Entkopplung der Glasscheiben. Zusätzlich beeinflusst der Wärmedurchgangskoeffizient (U‑Wert) den energetischen Komfort eines Fenstersystems. Moderne Verbunde kombinieren niedrige U‑Werte mit hoher Akustikdämpfung, ohne zusätzliche Bautiefe.

Einfluss des Rahmenmaterials und konstruktiver Aufbauvarianten

Kunststoffrahmen erreichen durch ihre Hohlkammerstruktur gute Dämmwerte gegen Luft- und Körperschall. Aluminiumprofile bieten höhere Steifigkeit bei geringerer Bautiefe, sie benötigen jedoch thermische Trennungen zur Reduktion des Wärmeflusses. Ein Beispiel: In Bürogebäuden an einer stark befahrenen Verkehrsachse wählte man ein System mit Dreifachverglasung und asymmetrischem Scheibenzwischenraum von 14/8/10 mm — das resultierende Rw-Maß betrug laut Prüfbericht 47 dB.

Nicht nur das Material spielt eine Rolle, sondern auch die Art des Fensterflügels beziehungsweise Festfeldes. Feststehende Elemente besitzen weniger Fugen und dämmen dadurch besser. Öffenbare Flügel erfordern präzise Dichtungssysteme an jeder Anschlagseite. Für Balkontüren gilt dieselbe akustische Logik wie für klassische Fensterlösungen.

Anwendungsspezifische Auswahlkriterien im Bauprojekt

Bei der Auswahl von Schallschutzfenstern richtet sich der erforderliche Schalldämmwert nach dem standortbezogenen Außenlärmpegel (L_Aeq) und der Nutzungsart des Raums. Hotelzimmer, Patientenzimmer in Kliniken, Klassenräume an Schulen, Hörsäle, Konferenz- und Büroräume an Verkehrsachsen oder in der Nähe von Produktions- und Logistikflächen erfordern typischerweise hohe Schutzklassen (SSK 4 bis 6). Architekten und Bauphysiker leiten die SSK-Anforderung aus DIN 4109 ab und dimensionieren das Fenstersystem auf das passende Rw inklusive Spektrum-Anpassungsmaß C/Ctr.

  • Anforderungswert: erforderliches Rw je Nutzungsart nach DIN 4109; CE-Konformität nach EN 14351-1 (Fenster und Außentüren) als Produktnachweis.
  • Lüftungsfunktion: integrierte Systeme ermöglichen kontrollierten Luftaustausch trotz geschlossener Flügelkonstruktion.
  • Kombinierter Einbruchschutz: laminierte Sicherheitsgläser mindern sowohl Eindringversuche als auch Vibrationseinträge.
  • Systemkompatibilität: die Abstimmung von Fensterrahmenprofilen mit der angrenzenden Fassadenkonstruktion verhindert akustische Nebenpfade.

Nicht jede Lösung eignet sich für jede Gebäudestruktur – besonders Altbaurenovierungen erfordern eine präzise Anpassung an vorhandene Leibungsmaße sowie den Anschluss an bestehende Holzwerkstoffe der Außenwand. Die praktische Wirkung lässt sich objektiv über Hörproben oder Messungen im Referenzobjekt beurteilen.

Bedeutung für Gesundheit und Raumkomfort

Dauerhafte Lärmbelastung erhöht nachweislich Stress und beeinträchtigt Konzentration und Erholung. In Arbeitsstätten reduziert ein passend ausgewähltes Schallschutzfenster die Belastung gemäß ASR A3.7 (Lärm am Arbeitsplatz), in Klinik- und Hotelbauten verbessert es Patientenruhe und Übernachtungsqualität. Geeignete Lärmschutzfenster senken den Innengeräuschpegel insbesondere bei kontinuierlichem Außenpegel oberhalb von 60 dB(A) deutlich.

Hersteller sind REHAU AG + Co

FAQ zu Schallschutzfenster

Was kosten Schallschutzfenster und was kostet ein Fenster der Schallschutzklasse 5?

Die Kosten für Schallschutzfenster bewegen sich je nach Schallschutzklasse, Verglasungsaufbau und Rahmenmaterial typischerweise zwischen 300 und 800 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche (ohne Montage). Für SSK 3 (Rw 40–44 dB) liegt der Richtwert bei rund 400 €/m², für SSK 5 (Rw 50–54 dB) bei rund 600–800 €/m². Hinzu kommen Einbau, Anschlussdichtungen und gegebenenfalls Anpassungen an Bestandsleibungen.

Wer darf Schallschutzfenster fachgerecht montieren und welche Normen sind dabei einzuhalten?

Die Installation sollte ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden, um die volle Schalldämmung sicherzustellen. Entscheidend ist der luftdichte Anschluss des Fensterrahmens an das Mauerwerk gemäß DIN 4108-7, um Schallbrücken zu vermeiden. Für die Montagearbeiten sollte eine Gewährleistung von mindestens fünf Jahren vereinbart werden.

Welche Wartungsmaßnahmen sichern die Langzeitfunktion von Schallschutzfenstern?

Schallschutzfenster sollten jährlich gewartet werden. Dabei sind Dichtungen auf Risse und Beschläge auf Leichtgängigkeit zu prüfen und bei Bedarf zu ölen. Eine regelmäßige Sichtkontrolle verlängert die durchschnittliche Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren deutlich.

Ist für den Einbau von Schallschutzfenstern eine Baugenehmigung erforderlich?

In der Regel ist der Austausch von Fenstern in bestehenden Gebäuden genehmigungsfrei. Bei denkmalgeschützten Objekten können jedoch spezielle Auflagen gelten, etwa eine Denkmalverträglichkeitsprüfung nach DIN 18545. Die genauen Anforderungen legt die örtliche Baubehörde fest.

Wie lässt sich die Wirksamkeit installierter Schallschutzfenster objektiv nachweisen?

Die Wirksamkeit kann durch eine Schallpegelmessung nach der Montage überprüft werden. Ein unabhängiger Sachverständiger ermittelt das resultierende Schalldämmmaß vor Ort nach DIN EN ISO 16283-3. Eine Verringerung des Innenlärmpegels um mindestens 10 dB gegenüber dem Ausgangszustand gilt als deutliche Verbesserung.

Wie beeinflussen schallgedämmte Fenster die Energieeffizienz eines Gebäudes?

Schallgedämmte Fenster verfügen in der Regel über Mehrfachverglasung und wärmeoptimierte Rahmenprofile, die zugleich eine hohe Energieeffizienz bieten. Ein U-Wert unter 1,0 W/(m²K) gilt als Richtwert für gute Wärmedämmung und verbessert die Energiebilanz deutlich. Fenster mit U-Werten nach aktuellem KfW-Standard tragen langfristig zur Reduzierung der Heizkosten bei.

Hintergrund: Schallschutzfenster

  • Schallschutzfenster Wikipedia

    Mehrscheiben-Isolierglas besteht aus mindestens zwei Scheiben mit gas- und feuchtigkeitsdicht verschlossenem Hohlraum. Es verbessert Wärme- und Schallschutz von Fenstern und bildet die Basis moderner Schallschutzverglasungen.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Juli 2026, ID: 15463