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Vakuumsensoren Hersteller – Vergleich

Drucksensoren erfassen Gasdrücke in technischen Systemen, Vakuumsensoren fokussieren diese Messung auf Bereiche unter Atmosphärendruck und dienen als stabile Referenzen für Prozess- und Dichtigkeitsprüfungen. In PVD- und CVD-Beschichtungsanlagen der Halbleiterfertigung steuern sie den Kammerdruck und die Gasdosierung während Plasma- und Thermozyklen. Bei der Beschaffung zählt die rückführbare Kalibrierung nach ISO/IEC 17025 mit eindeutig ausgewiesenem Messbereich und der elektrischen Schnittstelle 0–10 V oder 4–20 mA.
Lieferanten und Händler:

Geprüfte Vakuumsensoren Hersteller

Friedrichstr. 1, 45128 Essen
Deutschland

Weitere Vakuumsensoren Hersteller

Festo Vertrieb GmbH & Co. KG, Vakuumsensoren Festo Vertrieb GmbH & Co. KG

Über Vakuumsensoren

Vakuumsensoren ermöglichen die präzise Druckbestimmung in abgeschlossenen Systemen. Sie wandeln den physikalischen Druck eines Behälters oder Leitungsnetzes in ein elektrisches Signal um und erlauben die digitale Auswertung im Steuergerät. Zwischen Atmosphärendruck und Ultrahochvakuum kommen verschiedene Messprinzipien zum Einsatz, jeweils basierend auf einer spezifischen Wechselwirkung zwischen Druck und Materialeigenschaft.

Typen und Funktionsweisen von Vakuumsensoren

Piezoresistive Sensoren verändern ihren elektrischen Widerstand proportional zum Membrandruck und eignen sich für Grobvakuumbereiche bis etwa 10-2 mbar. Wo höhere Empfindlichkeit gefordert ist, kommen Pirani-Sensoren zum Einsatz: Sie erfassen den Druck über die Wärmeleitfähigkeit des Gases. Der geheizte Draht kühlt mit steigendem Gasdruck stärker ab, die Temperaturänderung bildet das Messsignal.

Kapazitive Modelle reagieren auf die Verformung einer Metallmembran, deren Kapazitätsänderung zwischen zwei Elektroden gemessen wird. Diese Technik ist gasartunabhängig und ermöglicht Messungen bis 10-5 mbar. Für Drücke unterhalb dieser Grenze kommen Ionisationssensoren zum Einsatz: Elektronen ionisieren Teilchen und erzeugen einen Ionenstrom, der proportional zur Teilchendichte ist. Das liefert besonders im Ultrahochvakuum eine hohe Auflösung.

Sensortypen mit typischem Arbeitsbereich und Gasabhängigkeit
SensortypMessbereich (mbar)Gasartabhängigkeit
Piezoresistiv103 bis 10-2Unabhängig
Pirani103 bis 10-3Abhängig
Kapazitiv103 bis 10-5Unabhängig
Ionisation (Heißkathode)10-3 bis 10-10Abhängig

Kriterien zur Auswahl industrietauglicher Sensorlösungen

Nicht jeder Sensor passt zu jedem Vakuumsystem. Entscheidend sind Messbereich, Signalqualität und die Kompatibilität zur vorhandenen Steuerungsarchitektur. Erstens bestimmt der erwartete Differenzdruck das Sensorprinzip. Zweitens legt die elektrische Schnittstelle – etwa Spannungsausgang oder Stromschnittstelle – den Integrationsaufwand fest. Drittens zählt die mechanische Robustheit.

  • Schnittstelle: Analoge Ausgänge von 0–10 V oder Stromsignale von 4–20 mA liefern kontinuierliche Datenströme für Prozessleitsysteme mit MES-Anbindung.
  • Betriebsspannung: Typisch sind Eingangsspannungen von 12 V DC oder 24 V DC; sie beeinflussen Rauschverhalten und Stabilität der Signalverstärkung.
  • Dichtheit: Verbindungselemente nach DIN 28404 (KF), CF‑Flansch ISO 3669‑1 oder DN‑Flansche verhindern Leckagen auch bei Vibrationsbelastungen gemäß IEC 60068‑2‑6.
  • TCO-Aspekt: Langzeitkalibrierung nach festen Intervallen senkt Reparaturaufwand und verlängert Austauschzyklen baugleicher Komponenten.

Nicht nur Aufbauparameter beeinflussen das Messergebnis, sondern auch Umgebungseinflüsse wie Staub oder Temperaturgradienten. Ein vibrationsfestes Gehäuse reduziert Störungssignale durch Maschinenbewegungen. Wo Platz knapp ist – etwa in kompakten Pumpstationen – erleichtert ein Miniaturformat den Einbau ohne Anpassung am Steckrohrsystem.

Anwendungsfelder und technische Qualitätssicherung

Zuverlässige Kalibrierung gehört zu jedem qualifizierten Prüfprozess. Nach ISO/IEC 17025 erfolgt sie gegenüber einer bekannten Referenzmesskette; dokumentierte Prüfergebnisse dienen als Nachweis bei Audits nach ISO 9001. So bleibt die Reproduzierbarkeit der Kennlinie über viele Schaltzyklen erhalten. Regelmäßige Kontrolle schützt vor Fehlinterpretationen durch Drift im Messdraht eines Pirani-Sensors oder durch Alterung korrespondierender Elektronikbauteile.

Anwendungsbeispiele verdeutlichen die Bandbreite technischer Szenarien: In Werkstoffprüfkammern registrieren Vakuumsensoren Druckschwankungen während thermischer Belastungen eines Prüfstücks nach EN 60068‑2‑38. Bei Dichtigkeitsprüfungen an Klimaanlagen wird der Druckabfall innerhalb weniger Sekunden detektiert – die präzise Zeitüberwachung signalisiert potenzielle Leckstellen im Flüssiggastanksystem.

Ebenfalls nutzen Produktionslinien ihre Signale für die Gasdosierung. Wo Halbleiterprozesse definierte Molekülströme verlangen, koppeln Steuerkreise aus Ventilaktorik und Kalibriermodul direkt an den Sensorsignalpfad. In Abfüllmaschinen der Getränkeindustrie sichern kapazitive Varianten definierte Unterdrücke im Verpackungsprozess ab; Abweichungen würden unmittelbar korrigiert.

Spezifisch im Motorsport dienen feinauflösende Sensorbox-Systeme zur Echtzeitüberwachung von Unterdruckstößen in Zylindern oder Kolbenkammern hochdrehender Motoraggregate. Häufig kommt eine Kombination aus Ionisations- und piezoresistiver Messstrecke mit integrierter Energiesparfunktion für mobile Datenerfassungseinheiten zum Einsatz. Diese Technik senkt die Gesamtlast bei aktiver Telemetrie messbar.

Letztlich steuern alle genannten Sensorkonzepte dieselbe Aufgabe: Sie konvertieren physikalische Vorgänge in digitale Kontrollgrößen für eine zuverlässige Prozessführung unter definierten Normbedingungen.

Hersteller sind ifm electronic gmbh, Festo Vertrieb GmbH & Co. KG

FAQ zu Vakuumsensoren

Wie werden Vakuumsensoren fachgerecht in industrielle Anlagen integriert?

Für präzise Messungen müssen Vakuumsensoren korrekt positioniert und elektrisch angebunden sein. Die Montage sollte außerhalb von Gasströmen und Vibrationen erfolgen, um Messabweichungen zu vermeiden. Geschirmte Kabel sichern die Einhaltung der EMV-Norm EN 61326-1 und minimieren Störsignale. Eine sachgerechte Erdung sowie die Prüfung der Signal-Kompatibilität mit SPS oder Leitsystem sind zwingend erforderlich.

Wie wird die Total Cost of Ownership (TCO) für Vakuumsensor-Systeme ermittelt?

Die TCO von Vakuumsensoren umfasst Anschaffung, Installation, Kalibrierung, Wartung und Energieverbrauch, insbesondere bei beheizten Modellen wie Pirani-Sensoren. Hinzuzurechnen sind Kosten für Ersatzteile und mögliche Produktionsausfälle. Für eine belastbare Berechnung sollte ein Zeitraum von fünf bis sieben Jahren zugrunde gelegt werden. Jährliche Kalibrierungen verursachen typischerweise Aufwände von 100 bis 300 Euro pro Sensor.

Wie beeinflussen extreme Temperaturen die Leistungsfähigkeit von Vakuumsensoren?

Extreme Temperaturen verändern Materialeigenschaften und beschleunigen die Alterung elektronischer Komponenten. Außerhalb des empfohlenen Betriebsbereichs von -20°C bis +70°C können Messdrift und Abweichungen der Kennlinie auftreten. Für zuverlässige Ergebnisse sollten Sensoren gewählt werden, die für den tatsächlichen Temperaturbereich spezifiziert sind. Bei Bedarf sichern aktive Kühl- oder Heizsysteme die Messstabilität.

Welche typischen Ursachen führen zu Fehlfunktionen in der Vakuummesstechnik

Fehlfunktionen entstehen häufig durch Kontamination der Sensorflächen mit Öldämpfen oder Partikeln, mechanische Schäden, elektrische Störungen, Alterung elektronischer Komponenten oder Leckagen an Flanschverbindungen. Regelmäßige Sichtprüfungen und Reinigungen gemäß Herstellervorgaben erhöhen die Messgenauigkeit und Betriebssicherheit.

Wann sind redundante Sensoren für die Prozesssicherheit erforderlich?

Redundante Vakuumsensoren sind in sicherheitskritischen Prozessen wie der Halbleiterfertigung, Medizintechnik oder beim Umgang mit gefährlichen Gasen notwendig. Eine Auslegung nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG oder IEC 61508 für funktionale Sicherheit stellt sicher, dass die Messung auch bei Sensorausfall erhalten bleibt. Bei hohem Gefährdungspotenzial oder großen wirtschaftlichen Risiken sollte stets eine zweite, unabhängige Messstrecke vorgesehen werden.

Welche Sicherheitsanforderungen gelten für vernetzte Vakuummessgeräte?

Bei der Einbindung von Vakuummessgeräten in industrielle Netzwerke sind Datensicherheit und Zugriffskontrolle zentral. Unverschlüsselte Übertragungen bergen Risiken wie Manipulation und unbefugten Zugriff. Empfohlen werden verschlüsselte Protokolle wie TLS für MQTT oder HTTPS sowie Netzwerksegmentierung nach IEC 62443 zur isolierten Betriebsumgebung. Alle Schnittstellen sollten durch starke Authentifizierungsmechanismen abgesichert sein.

Hintergrund: Vakuumsensoren

  • Piezoresistiver_drucksensor Wikipedia

    Silizium-Drucksensoren sind piezoresistive Vakuumsensoren: Eine elastisch verformbare Siliziummembran wandelt mechanischen (Differenz‑)Druck in Flüssigkeiten und Gasen in ein elektrisches Signal um – ideal für grobe Vakuumbereiche und digitale Auswertung.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Juni 2026, ID: 13796