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Lichtplanung Anbieter – im Vergleich 2026

Als Disziplin der Technischen Gebäudeausrüstung beschreibt Lichtplanung die dimensionierende Auslegung von Beleuchtungsanlagen sowie die Entwicklung ganzheitlicher Lichtkonzepte anhand Nutzung, Photometrie, Leuchtenanordnung und Regelstrategie, und berücksichtigt Tageslicht, Reflexionsgrade und Wartung. Im Schwerpunkt Büro- und Verwaltungsgebäude koordiniert die Lichttechnik die Planung von Arbeitsplätzen, Fluren und Besprechungsräumen, inklusive Leuchtenauswahl, Verkabelungskonzept, Steuerungsszenen sowie prüffähiger Dokumentation per Software und Schnittstellen zur Elektrotechnik. Für den Einkauf zählen belastbare Kennwerte wie Standard Deviation of Color Matching (SDCM), Wartungsfaktor, Digital Addressable Lighting Interface (DALI‑2) nach International Electrotechnical Commission (IEC) 62386 sowie eine verifizierte Lebensdauerangabe L80/B10.

Weitere Lichtplanung Anbieter

Mehr über Lichtplanung

Ein fachlich geführter Prozess der Lichtplanung steuert Produkte, Systeme und Berechnungen so, dass Sehaufgaben sicher gelingen und Räume eine definierte Atmosphäre erhalten. Die Grundlagen liefert die Lichttechnik. Die Norm DIN EN 12464-1 legt Grenzwerte für Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit und UGR (Unified Glare Rating) fest.

Berechnung, Simulation und prüffähige Nachweise

Eine Lichtberechnung ermittelt projektspezifisch Beleuchtungsstärke in lx, UGR und Leuchtdichte in cd/m² und dokumentiert die Gleichmäßigkeit als Verhältnis Emin/Eavg. Eine Lichtsimulation visualisiert die Wirkung vor der Montage, einschließlich Lichtbündelung, Schattenkanten und Lichtverteilung in Teilflächen. Eine Software verbindet beide Schritte, erstellt Pläne für das Planungsbüro und weist die Konformität je Teilfläche nach.

Ein Planungsmodell ordnet jedem Beleuchtungsprodukt Photometrie, SDCM-Farbkonsistenz und Wartungsfaktor zu und belegt die Nutzungsdauer in Stunden. Die Datenausgabe markiert den Verlauf des Lichttags, dokumentiert die Aufgabenstellung und kennzeichnet den Status Modernisierung oder Neubau. Ein Protokollfeld Beurteilung fasst Grenzfälle zusammen und hinterlegt zur Nachvollziehbarkeit einen Link auf die Normseite der DIN EN 12464-1.

Beispiel: Eine Innenraumbeleuchtungsanlage in einem Verwaltungsgebäude erreicht mit 500 lx die Anforderungen der DIN EN 12464-1. Ein Eintrag „Bemerkung“ in der Software hält den Deckenreflexionsgrad fest.

Systeme und Anwendungen 

Ein Beleuchtungssystem kombiniert Leuchten, Optiken und Regeltechnik zu einer belegbaren Beleuchtungslösung. Eine Fassadenbeleuchtung setzt gerichtete Strahler zur Akzentuierung ein. Eine Wegebeleuchtung entlang eines Verkehrswegs plant mit Leuchtdichteklassen nach DIN EN 13201-2 und entsprechenden Gleichmäßigkeitskennwerten. Eine Notbeleuchtung adressiert Rettungswege, und eine Gewerbehalle verlangt hohe Beleuchtungsstärken mit robusten Gehäusen und wartungsfreundlichen Optiken.

Vergleich von Planungsaspekten nach Anwendungsbereich
Merkmal Innenraum (z.B. Verwaltungsgebäude) Außenraum (z.B. Verkehrsweg)
Primäres Ziel Wohlbefinden, Konzentration, Ästhetik Sicherheit, Orientierung, Sichtbarkeit
Normative Basis DIN EN 12464-1 DIN EN 13201-2, -3, -4
Wichtige Kennzahl Beleuchtungsstärke (lx), UGR Leuchtdichte (cd/m²), Gleichmäßigkeit
Regeltechnik Präsenz, Tageslichtsteuerung Dämmerungsschalter, Zeitprofile
Produkttypen Paneele, Downlights, Lichtkanal Mastleuchten, Poller, Fassadenstrahler
Herausforderung Blendungsbegrenzung, Farbwiedergabe Vandalismus, Wetter, Lichtimmission

Werkzeuge, Daten und Rollen

Eine Software für Beleuchtungstechnik steuert Datenverarbeitung, Varianten und Ausgaben als PDF sowie IFC. Ein Feld „Rolle“ führt Planer, Planungsexperte, Lichttechniker, Lichtberater, Elektroinstallateur und Elektroingenieur als Metadaten. Ein Projektstempel bildet Planungsbüro und hausinternen Status ab. Ein Modul „Seminar“ kennzeichnet Profile als Einsteiger oder Lichtexperte und verlinkt auf das Kapitel Lichtwissen.

Ein Regelkern koppelt Lichtsteuerung und Lichtmanagement, berechnet Zeitprofile in 15-Minuten-Schritten und dokumentiert das Einsparpotenzial in Prozent. Eine Ökobilanzfunktion verknüpft den Strommix in g CO₂/kWh mit den jährlichen Emissionen und referenziert die Nutzungsdauer in Stunden. Die Verarbeitung von Raster- und Messdaten erzeugt für jede Teilstrecke eine Beurteilung mit Ampellogik.

Anwendungsfall: Ein Teilabschnitt einer Fahrstrecke erhält nach DIN EN 13201-3 die Leuchtdichteklasse M3. Die Software weist 1,5 cd/m² aus und speichert den Parameter Sonderlösung wegen Brückensegment.

Produkte und Montageebenen

Ein Lichtkanal bildet lineare Ausleuchtung mit modularen Optiken, während eine Stromschiene austauschbare Strahler für flexible Bündelung trägt. Eine Innenraumbeleuchtungsanlage in einem Einfamilienhaus priorisiert Farbwiedergabe und Stimmung, eine Anlage im Verwaltungsgebäude gewichtet Blendungsbegrenzung mit UGR ≤ 19. Eine Wegebeleuchtung entlang einer Fahrstrecke nutzt Mastleuchten, und eine Fassadenbeleuchtung akzentuiert Bauteile mit gerichteten Optiken.

  • Regeltechnik: DALI-Gruppen dimmen Zonen, Präsenzmelder schalten mit 30 s Nachlaufzeit, Tageslichtsensoren halten Sollwerte.
  • Lichtmanagement: Dashboards protokollieren Laufzeiten, Wartungsfaktoren und Szenen mit Zeitstempeln.
  • Notbeleuchtung: Zentralbatteriesysteme testen Leuchten automatisch und dokumentieren 1 lx entlang von Rettungswegen.
  • Bestandsbeleuchtung: Ein Retrofit-Kit ermöglicht Modernisierung ohne Eingriff in die Verkabelung und belegt die Kompatibilität der Stromschiene.

Eine Entwicklungslinie zeigt die Evolution der LED (Light Emitting Diode) seit 2010 mit höherer lm/W und längerer Nutzungsdauer. Diese Steigerung erweitert das Einsparpotenzial in Projekten mit 4.000 Betriebsstunden pro Jahr. Eine Sonderlösung in denkmalgeschützten Fassaden integriert Optiken verdeckt, um Lichtimmission an Grundstücksgrenzen zu senken.

Normen und Richtlinien

Referenzierte Normen: DIN EN 12464-1, DIN EN 13201-2, DIN EN 13201-3, DIN EN 13201-4 und DIN EN 1838.

Anbieter sind Elektrogroßhandel Moelle, Lampenflut

FAQ zu Lichtplanung

Welche Kosten fallen für eine professionelle Lichtplanung in Bürogebäuden an

Die Kosten einer professionellen Lichtplanung richten sich nach Projektkomplexität und Detaillierungsgrad. In der Regel betragen sie 5 bis 15 Prozent der Installationskosten der Beleuchtungsanlage. Grundlage der Kalkulation sind Honorare gemäß HOAI-Leistungsphasen 1 bis 5. Für eine verlässliche Budgetierung sollten frühzeitig transparente Angebote auf Basis von Projektumfang und Anforderungen eingeholt werden.

Wie kann die Wirtschaftlichkeit bestehender Beleuchtungsanlagen verbessert werden?

Die Wirtschaftlichkeit von Bestandsbeleuchtungen lässt sich durch Retrofit-Maßnahmen und intelligente Steuerung steigern. Der Austausch konventioneller Leuchten gegen energieeffiziente LEDs reduziert den Energieverbrauch um bis zu 70 Prozent. Präsenz- und Tageslichtsensoren senken zusätzlich die Betriebszeiten. Eine Amortisation innerhalb von drei Jahren ist häufig erreichbar.

Welche Schnittstellen und Standards sind für die Integration moderner Lichtsteuerungen in Smart Buildings erforderlich

Moderne Lichtsteuerungen müssen offene Kommunikationsstandards wie DALI-2 oder KNX unterstützen, um eine nahtlose Integration in Gebäudesysteme zu gewährleisten. Die Schnittstellen sollten eine bidirektionale Datenübertragung ermöglichen, damit Sensordaten auch anderen Gewerken zur Verfügung stehen. Eine zentrale Managementplattform erlaubt die übergreifende Steuerung und Visualisierung. Die Kompatibilität der Systeme ist gemäß ISO/IEC 14543 für Gebäudesystemtechnik zu prüfen.

Warum ist eine zertifizierte Farbwiedergabe bei Beleuchtung entscheidend?

Eine zertifizierte Farbwiedergabe stellt sicher, dass Farben unter künstlichem Licht realitätsgetreu erscheinen. Für Büros ist ein Farbwiedergabeindex Ra von mindestens 80 empfohlen, für Bereiche mit hohen ästhetischen Anforderungen ein Wert über 90. Eine hohe Farbwiedergabe nach DIN EN 12464-1 verbessert Sehkomfort und Produktivität. Bei der Auswahl sollte nicht nur der Mittelwert, sondern das gesamte Spektrum des Ra berücksichtigt werden.

Welchen Einfluss hat die Lichtplanung auf die Energieeffizienz von Neubauten?

Eine präzise Lichtplanung steigert die Energieeffizienz, indem sie Tages- und Kunstlicht optimal kombiniert. Der gezielte Einsatz von Tageslicht und energieeffizienten LED-Systemen senkt den Primärenergiebedarf erheblich und unterstützt die Einhaltung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Simulationen des Tageslichtverlaufs können ein Einsparpotenzial von bis zu 50 Prozent aufzeigen.

Wie werden die Total Cost of Ownership (TCO) einer Beleuchtungsanlage ermittelt?

Die TCO einer Beleuchtungsanlage ergeben sich aus Anschaffung, Energieverbrauch, Wartung und Entsorgung über die gesamte Nutzungsdauer. Ausgangspunkt sind die Investitionskosten für Leuchten, Steuerung und Installation. Hinzu kommen jährliche Energiekosten, berechnet auf Basis von Betriebsstunden und Kilowattstundenpreis. Zusätzlich sind regelmäßige Wartungsarbeiten und möglicher Leuchtentausch zu berücksichtigen. Für eine präzise Berechnung ist ein Wartungsfaktor von 0,85 gemäß DIN EN 12464-1 empfehlenswert.

Welche datenschutzrechtlichen Anforderungen gelten für intelligente Lichtsysteme?

Bei intelligenten Lichtsystemen sind Datenschutzanforderungen wie die Erhebung und Verarbeitung von Präsenzdaten oder Nutzungsprofilen zu berücksichtigen. Personenbezogene Daten müssen anonymisiert oder pseudonymisiert verarbeitet werden, um die DSGVO-Konformität sicherzustellen. Für Sensordaten, die über die reine Lichtsteuerung hinausgehen, ist eine ausdrückliche Einwilligung der Nutzer oder eine rechtliche Grundlage erforderlich. Eine transparente Datenschutzerklärung und angemessene technische Sicherheitsmaßnahmen sind obligatorisch.

Hintergrund: Lichtplanung

  • Lichttechnik Wikipedia

    Lichttechnik liefert die Grundlagen: technische Maßnahmen für Innen-, Außen- und Veranstaltungsbeleuchtung, von Scheinwerfern bis LEDs, mit elektronischer Steuerung (z. B. DMX/EIB), Aspekten wie Lichtfarbe, Blendung, Flutlicht, Straßen-/Tunnelbeleuchtung und Lichtverschmutzung.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: April 2026