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Über Beleuchtung
Beleuchtungssysteme wandeln elektrische Energie in sichtbares Licht für definierte Sehaufgaben in Arbeitsräumen. Die Fachdisziplin Lichttechnik stellt dafür messbare Kenngrößen bereit, und die Norm DIN EN 12464-1 legt Richtwerte für Arbeitsflächen fest. Technische Datenblätter bündeln diese Angaben und ermöglichen eine nachvollziehbare Dimensionierung der Beleuchtung.
Grundlagen und physikalische Parameter
Der Lichtstrom beschreibt die sichtbare Strahlungsleistung in Lumen (lm). Die Beleuchtungsstärke in Lux (lx) gibt an, welcher Lichtstrom eine Fläche erreicht. Planungsprogramme berücksichtigen zusätzlich Reflexionsgrade und Wartungsfaktoren. Für Büroarbeitsplätze sind typischerweise 500 lx auf der Arbeitsfläche gefordert.
Die Farbtemperatur in Kelvin (K) ordnet den Farbeindruck ein: warmweiß unter 3.300 K, neutralweiß von 3.300 K bis 5.300 K, tageslichtweiß über 5.300 K. Der Farbwiedergabeindex (CRI, Ra) bewertet die Natürlichkeit der Farbwiedergabe bis 100. Farbkritische Sehaufgaben erfordern häufig Ra ≥ 90 nach DIN EN 12464-1.
Aufbau und Lichtverteilung von Leuchten
Leuchten kombinieren Lichtquelle, Optik, Betriebsgerät und Gehäuse zu einer definierten Lichtverteilung. Eine Leuchtdiode (LED) arbeitet mit einem elektronischen Treiber, eine Leuchtstofflampe nutzt ein Vorschaltgerät. Direkte Komponenten bündeln Licht auf die Arbeitsfläche, indirekte erhöhen die Deckenleuchtdichte und verbessern die Gleichmäßigkeit. Schutzarten nach DIN EN 60529 (Ingress Protection, IP) klassifizieren den Widerstand gegen Staub und Wasser, etwa IP65 für Strahlwasserbereiche.
- Leuchtmittel: LED für hohe Schaltfestigkeit und lange Nutzdauer; Leuchtstofflampe für breit verfügbares Spektrum.
- Optiken: Linsen und Reflektoren formen Abstrahlwinkel und Blendungsgrenzen.
- Betriebsgerät: Treiber oder Vorschaltgerät stabilisieren Strom und ermöglichen Dimmen.
- Gehäuse: Mechanik und Thermik sichern Lebensdauer und Schutzart.
Thermisches Management hält die Sperrschichttemperatur einer LED (Tj) im Regelbetrieb niedrig. Viele Datenblätter beziehen die Lebensdauerangabe auf Tj ≤ 85 °C.
Technische Kennzahlen und Auswahl
Die Lichtausbeute in Lumen pro Watt (lm/W) koppelt den abgegebenen Lichtstrom an den Strombedarf. Die Lebensdauerkennzahl L70/B50 nach IEC 62722 beschreibt die Betriebsstunden, nach denen 50% der Module mindestens 70% Anfangslichtstrom liefern. Die Schaltfestigkeit weist mögliche Schaltzyklen aus. Flimmerfreiheit adressiert gesundheitliche Risiken durch niederfrequente Modulation.
| Eigenschaft | LED-Beleuchtung | Leuchtstofflampen |
|---|---|---|
| Lichtausbeute | 100–200 lm/W | 60–100 lm/W |
| Lebensdauer (L70/B50) | 50.000–100.000 h | 10.000–20.000 h |
| Farbwiedergabeindex | Ra > 80 bis > 95 | Ra > 70 bis > 90 |
| Schaltfestigkeit | > 1 Mio Zyklen | 10.000–50.000 Zyklen |
| Farbtemperatur | 2.700–6.500 K | 2.700–6.500 K |
Beispiel: Eine Lagerzone mit 600 m² und der Anforderung 300 lx benötigt 180.000 lm Nutzlicht. Ein System mit 140 lm/W veranschlagt rund 1,29 kW Anschlussleistung, eine Lösung mit 80 lm/W erfordert etwa 2,25 kW. Ein Wartungsfaktor von 0,8 erhöht den planungsrelevanten Lichtstrom auf 225.000 lm, und geeignete Optiken begrenzen die Blendung an Verkehrswegen.
Hersteller sind Elektrogroßhandel Moelle, Lampenflut, Licatec GmbH Licht- und Kabelführungssysteme
FAQ zu Beleuchtung
Wie werden die Gesamtkosten einer neuen Beleuchtungslösung berechnet?
Die Total Cost of Ownership (TCO) einer Beleuchtungslösung umfassen Anschaffung, Installation, Energieverbrauch, Wartung und Entsorgung. Der Energieverbrauch kann über die Lebensdauer bis zu 70 Prozent der Betriebskosten ausmachen. Wartungsintervalle sind gemäß DIN VDE 0711-1 zu berücksichtigen. Für die Planung empfiehlt sich ein Wartungsfaktor von mindestens 0,8, um Wartungs- und Reinigungskosten realistisch zu budgetieren.
Welche Anforderungen gelten für die Beleuchtung von Bildschirmarbeitsplätzen
Für Bildschirmarbeitsplätze sind geringe Blendung und gleichmäßige Beleuchtungsstärke erforderlich. Der UGR-Wert (Unified Glare Rating) muss nach DIN EN 12464-1 unter 19 liegen, um visuelle Ermüdung zu vermeiden. Eine mikroprismatische Optik der Leuchten unterstützt die Einhaltung dieses Grenzwerts und sorgt für eine normgerechte Beleuchtung.
Wie lässt sich smarte Beleuchtung in bestehende Gebäudemanagementsysteme integrieren?
Smarte Beleuchtung kann über offene Protokolle oder proprietäre Schnittstellen eingebunden werden. DALI (Digital Addressable Lighting Interface) und KNX gelten als etablierte Standards der Gebäudeautomation und ermöglichen zentrale Steuerung. Entscheidend ist die Kompatibilität mit dem vorhandenen Gebäudemanagementsystem; alternativ kann eine herstellerübergreifende Anbindung über BACnet/IP umgesetzt werden.
Welche Faktoren bestimmen die Nachhaltigkeit von Beleuchtungssystemen?
Nachhaltige Beleuchtungssysteme zeichnen sich durch hohe Energieeffizienz, langlebige Materialien und gute Recyclingfähigkeit aus. Umweltproduktdeklarationen (EPD) gemäß ISO 14025 schaffen Transparenz über den gesamten Lebenszyklus. Empfehlenswert sind Hersteller, die eine EPD vorlegen und Rücknahmegarantien anbieten, um die Kreislaufwirtschaft zu unterstützen.
Welche Förderprogramme unterstützen die Modernisierung von Betriebsbeleuchtungen?
Bund und Länder fördern Investitionen in energieeffiziente Beleuchtungssysteme. Die KfW bietet entsprechende Kredite und Zuschüsse, etwa im Programm Energieeffizient Bauen und Sanieren – Nichtwohngebäude (261). Das BAFA unterstützt kleine und mittlere Unternehmen über die Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme. Förderanträge müssen vor Auftragserteilung eingereicht werden; Zuschüsse können bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten betragen.
Warum ist Human Centric Lighting (HCL) entscheidend für Gesundheit und Leistungsfähigkeit?
Human Centric Lighting (HCL) orientiert sich am natürlichen Tageslichtverlauf und unterstützt so Konzentration, Wohlbefinden und den circadianen Rhythmus. Durch die dynamische Anpassung von Helligkeit und Farbtemperatur fördert HCL die Leistungsfähigkeit und kann Schlafstörungen vorbeugen. Für eine wirksame Umsetzung empfiehlt sich eine Beleuchtungsstärke von mindestens 1000 lx sowie ein Farbtemperaturbereich von 3000 K bis 6500 K im Tagesverlauf.
Welche Software ermöglicht eine normgerechte Dimensionierung der Beleuchtung?
Programme wie DIALux evo und Relux berechnen und simulieren die Lichtverteilung präzise. Sie unterstützen die Einhaltung von Normen, einschließlich Beleuchtungsstärke, Gleichmäßigkeit und UGR-Werten. So lässt sich bereits in der Entwurfsphase eine Beleuchtungsstärke von 500 lx für Büroarbeitsplätze und ein UGR-Wert unter 19 sicherstellen.
Hintergrund: Beleuchtung
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Lichttechnik Wikipedia
Lichttechnik umfasst technische Maßnahmen zur Beeinflussung von Lichtverhältnissen: Beleuchtung mit Leuchten, Tageslichtlenkung in Gebäuden sowie Signalisierung und Lichteffekte – Grundlage für die Auslegung von Beleuchtungssystemen für definierte Sehaufgaben und Arbeitsräume.
Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Mai 2026