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Devicenet Hersteller – Vergleich

Als Feldbusstandard bezeichnet die Industrie Devicenet, das den deterministischen Datenaustausch zwischen Sensorik, Aktorik und Motorsteuerung in Fertigungszellen sichert und die Kommunikation entlang einer linearen Bustopologie strukturiert. Im Karosseriebau der Automobilindustrie koordiniert das System Schweißzangen, Fördersysteme und Pressen mit definierten Zykluszeiten und bindet Sicherheitssteuerungen in den Takt ein. Für die Beschaffung zählen ODVA-Konformität, die maximal zulässige Entfernung des Trunks in Abhängigkeit von Bitrate und Stichleitungen, die adressierbare Teilnehmerzahl sowie die geforderte Zykluszeit und der Verkabelungsaufwand.
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Über Devicenet

Devicenet ist ein offener Feldbusstandard für die industrielle Kommunikation, den die Open DeviceNet Vendor Association (ODVA) verwaltet. Das Netzwerkprotokoll basiert auf Controller Area Network (CAN) nach ISO 11898 und bindet Sensoren, Aktoren und Steuereinheiten in Fabrikautomatisierungssysteme ein. Der Standard speist Daten und eine Niederspannungsversorgung über die Hauptleitung ein und reduziert so den Verkabelungsaufwand in Maschinen und Kabelbäumen.

Die ODVA veröffentlicht technische Bulletins und Lehrmaterial, die Planung und Konformität mit dem Standard präzisieren. Die Spezifikation ordnet Funktionen in Schichten und stützt sich auf die CAN-Prioritätsarbitrierung. Das Netzwerkprotokoll adressiert keine Privatsphäre-Anforderungen, weil es für eine abgeschottete Industrieumgebung mit deterministischen Abläufen ausgelegt wurde.

Funktionsweise und Kommunikationsprinzipien

Das Bussystem liefert Echtzeitkommunikation durch prioritätsgesteuerte CAN-Arbitrierung und robuste Fehlerprüfung. Dies sichert die Datenintegrität im rauen Betrieb. Explizite Nachrichten übernehmen Konfiguration und Diagnose, während implizite Nachrichten den zyklischen Datenaustausch für Prozesswerte übertragen. Poll-, Strobe-, Change-of-State- und zyklische Übertragungen strukturieren den Datenfluss nach Automatisierungsziel und Reaktionszeit.

  • Betriebsarten: Poll erhöht die Transparenz von Zuständen, Strobe synchronisiert mehrere Busteilnehmer, Change-of-State reduziert die Buslast beim ereignisorientierten Datenaustausch, und der zyklische Modus hält eine definierte Zykluszeit.

Eine Steuereinheit mit Kommunikationsmodul koordiniert Schalter, eine Motorsteuerung und ein Signalisierungsgerät ohne zentrale Gateway-Abhängigkeit, sodass das Netzwerkprotokoll Peer-to-Peer-Flüsse neben Master/Slave-Dialogen ermöglicht. Diagnose-Telegramme verkürzen die Ausfallzeit, weil sie Fehlerursachen und betroffene Busteilnehmer eindeutig adressieren.

Kabelstrukturen und Netzwerk-Topologien

Die Verkabelung nutzt eine lineare Bustopologie mit einer Hauptleitung und Stichleitungen als definierten Abzweigen. Die Kabelstruktur führt Daten und Energieversorgung zusammen, was den Einsatz von Anschlusskomponenten wie T-Stücken vereinfacht und die Signalübertragung stabil hält. Abgeschirmte Leitungen stützen die Übertragungsstrecke in störbehafteten Industrieumgebungen.

Der Kabelabschluss mit zwei 120-Ohm-Abschlusswiderständen an den Enden der Hauptleitung verhindert Reflexionen und damit Qualitätseinbußen bei höheren Datenraten. Die Entfernung auf dem Trunk hängt von der eingestellten Bitrate und der Gesamtlänge aller Stichleitungen ab. Lange Abzweige schränken dies ein, weil Kapazitäten und Übergangswiderstände die Dämpfung erhöhen. Ein sauber konfektionierter Kabelbaum reduziert Kontaktübergänge und stabilisiert die Messwertübertragung.

Auswahlkriterien und Geräteintegration

Die Integrationsentscheidung stützt sich auf messbare Kriterien für Geräteintegration, Skalierung und Betrieb eines Fertigungssystems. ODVA-Konformität ermöglicht den Geräteaustausch zwischen Herstellern und stützt die Gewährleistung der normativen Übereinstimmung.

  • Konformität: Zertifizierte Profile erleichtern die Geräteintegration und den Geräteaustausch in einer Steuereinheit.
  • Zeitverhalten: Reaktionszeit und Zykluszeit definieren die zulässige Übertragungsstrecke und die Zahl adressierbarer Busteilnehmer.
  • Installation: Installationskosten und Verkabelungsaufwand hängen von Anschlusskomponenten, Kabelbaumdesign und Energieverteilung ab.
  • Skalierung: Die Bustopologie, die Anzahl der Teilnehmer und die Leitungslängen setzen eine technische Einschränkung für künftige Erweiterungen.

Beispiel: Eine Produktionslinie in der Automobilindustrie koppelt eine Motorsteuerung, ein Signalisierungsgerät und mehrere Schalter über 100 m Übertragungsstrecke an ein Fertigungssystem. Das Automatisierungsziel fordert 10 ms Zykluszeit, sodass kurze Stichleitungen und ein zentral positioniertes Kommunikationsmodul die Ausfallzeit bei Störungen begrenzen. Ein Montageabschnitt in der Maschinenbauindustrie priorisiert hingegen die Interoperabilität für einen schnellen Geräteaustausch. Diese Planung stärkt die Geräteintegration über den gesamten Datenaustausch hinweg.

Vergleich mit alternativen Feldbussystemen

Gegenüberstellung: Devicenet und Profibus DP
Merkmal Devicenet Profibus DP
Basistechnologie CAN RS-485
Datenrate (typisch) 125 kbit/s - 500 kbit/s 9.6 kbit/s - 12 Mbit/s
Max. Busteilnehmer 64 126
Daten + Energie Ja Nein
Topologie Linear mit Stichleitungen Linear
Anwendungsfokus Gerätesteuerung (Sensoren/Aktoren) Prozess- und Fertigungsautomation

Hersteller von Devicenet-Komponenten sind z. B. Allen-Bradley (Rockwell Automation), Omron, Schneider Electric, Sick, Pepperl+Fuchs, ifm electronic, Turck, Weidmüller, Eaton, Banner Engineering, Beckhoff Automation, Hirschmann, Phoenix Contact, Bosch Rexroth.

Hersteller sind IPC2U GmbH

FAQ zu Devicenet

Wie wird ein Feldbusnetzwerk effizient implementiert?

Eine effiziente Implementierung erfordert eine präzise Planung von Topologie und Adressierung. Für DeviceNet-Systeme sind spezialisierte Konfigurationssoftware und ODVA-zertifizierte Komponenten notwendig. Kabel müssen fachgerecht verlegt und an beiden Busenden korrekt terminiert werden, um die Signalqualität zu sichern. Regelmäßige Tests während der Inbetriebnahme, insbesondere zur Buslast, gewährleisten eine stabile Systemfunktion.

Welche typischen Fehler treten bei DeviceNet auf und wie lassen sie sich beheben?

Häufige Fehler sind fehlerhafte Terminierung, Adresskonflikte zwischen Busteilnehmern und beschädigte Verkabelungen. Mit Diagnosewerkzeugen wie Netzwerkanalysatoren lassen sich Buslast und Kommunikationsfehler erkennen. Abschlusswiderstände und Spannungsversorgung jedes Geräts sollten überprüft werden, um physische Störungen zu identifizieren. Eine korrekte Adresskonfiguration und strukturierte Netzwerksegmentierung beugen Startproblemen vor.

Warum gilt DeviceNet in bestimmten Anwendungen als besonders wirtschaftlich?

DeviceNet ist wirtschaftlich, weil Daten- und Energieübertragung über eine gemeinsame Leitung erfolgen. Das senkt den Verkabelungs- und Installationsaufwand, insbesondere bei dicht verbauten Sensoren und Aktoren. Die standardisierte Integration zertifizierter Geräte verschiedener Hersteller reduziert zusätzlich den Engineering-Aufwand und vereinfacht die Lagerhaltung in Automatisierungsumgebungen.

Wie lässt sich die Zukunftsfähigkeit bestehender DeviceNet-Anlagen in modernen Industrienetzwerken sichern?

Bestehende DeviceNet-Anlagen bleiben zukunftsfähig durch Gateways zu Ethernet-basierten Netzwerken wie EtherNet/IP. Diese ermöglichen die Anbindung an übergeordnete Steuerungen und die Nutzung von IIoT-Diensten. Regelmäßige Wartung, Kabelprüfungen und der Austausch veralteter Komponenten erhalten die Produktivität und unterstützen eine schrittweise Migration oder Erweiterung.

Welche Bedeutung haben DeviceNet-Systeme in der Industrie 4.0?

DeviceNet-Systeme bilden in der Industrie 4.0 eine stabile Grundlage zur Integration von Sensoren und Aktoren in bestehenden Anlagen. Sie erfassen Betriebsdaten auf der Feldebene mit deterministischem Verhalten und übertragen diese über Konverter und Gateways in übergeordnete IT-Systeme. Damit sichern sie die Datenverfügbarkeit in hybriden Architekturen, ohne die bestehende Feldkommunikation verändern zu müssen.

Welche Vorteile bietet die integrierte Energieversorgung dieses Feldbusstandards?

Die integrierte Energieversorgung reduziert den Verkabelungsaufwand erheblich, da Sensoren und Aktoren keine separate Stromversorgung benötigen. Dadurch sinken Installationszeit und Materialkosten, während Platz in Schaltschränken frei bleibt. Die Systemarchitektur wird einfacher, der Bedarf an Netzteilen auf Feldebene sinkt und potenzielle Fehlerquellen durch weniger Anschlussstellen werden minimiert. Zudem erlaubt die Lösung eine flexiblere Positionierung der Geräte.

Wie lässt sich die Performance industrieller Feldbusse in kritischen Anwendungen verbessern?

Die Optimierung erfolgt durch die Wahl geeigneter Bitraten und eine durchdachte Netzwerksegmentierung. Eine gleichmäßige Verteilung der Teilnehmer auf die Segmente begrenzt die Buslast. Ereignisgesteuerte Kommunikationsmodi wie Change-of-State reduzieren überflüssige Datenübertragungen. Präzise Planung von Leitungslängen und Abschlusswiderständen sichert die Signalintegrität und verringert Latenzzeiten.

Hintergrund: Devicenet

  • Devicenet Wikipedia

    DeviceNet ist ein CAN‑basierter Feldbus für die Automatisierung, von Allen‑Bradley entwickelt und als offener ODVA‑Standard geführt. Unterstützt 64 Knoten, 125/250/500 kBaud und nutzt CIP; verbreitet v. a. in USA/Asien, in Europa weniger als Profibus/CANopen.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Mai 2026