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Differentialgetriebe Hersteller

Differentialgetriebe ist ein Ausgleichsgetriebe der Antriebsachse, das Drehmoment auf zwei oder mehr Abtriebe verteilt und unterschiedliche Raddrehzahlen ermöglicht. Es stellt Kurvenfahrt ohne Verspannungen sicher und mindert Reifenverschleiß. Übliche Bauform ist das Kegelraddifferenzial mit Tellerrad, Differenzialkorb, Ausgleichsrädern und Seitenrädern. Varianten reichen von offen über Limited-Slip und Torsen bis zur sperrbaren Ausführung, teils elektronisch geregelt.

Liste Hersteller Differentialgetriebe

Weyhausenstrasse 2, 91077 Neunkirchen am Brand
Deutschland

Mehr über Differentialgetriebe

Ausgleichsgetriebe verteilen Antriebskraft auf mehrere Abtriebe, während Drehzahlunterschiede möglich bleiben. In der Fahrzeugtechnik sichern sie die Mobilität in Kurven und auf wechselnden Untergründen. Das Funktionsprinzip nutzt ein in den Achsantrieb integriertes Planetenwerk, das die Leistung in einem zusammenwirkenden Getriebesystem auf beide Seitenwellen verteilt.

Aufbau und Funktionsweise im Überblick

Ein typischer Achsantrieb besteht aus Tellerrad, Differenzialkorb, Ausgleichsrädern und Seitenrädern. Meist treibt ein Kegel- oder Hypoidpaar das Tellerrad an. Das Zahnflankenspiel liegt zwischen 0,15 und 0,25 mm, um Geräusche zu begrenzen und die Lebensdauer zu erhöhen (Herstellerhandbücher, AGMA). Präzise Oberflächenqualitäten und harmonischer Gleichlauf entstehen durch abgestimmte Verzahnungstechnologie und korrektes Einstellen von Tragbild und Vorspannkräften.

Das offene Ausgleichswerk erlaubt Drehzahlunterschiede zwischen den Abtriebswellen. Varianten mit Sperrwirkung erhöhen die Antriebskraft bei Reibwertschwankungen: Reiblamellen-LSD (Limited-Slip Differential) erzeugen Reibmomente über Plattenpakete, während Torsen-Varianten mit schrägverzahnten Schnecken und Schneckenrädern arbeiten. Konstruktionsregeln nach DIN 3961 für Verzahnungsqualitäten unterstützen die Auslegung von Zahnprofil, Härte und Flankentragfähigkeit.

Variable Verteilung und Kennwerte

Die Verteilung von Drehmoment und Drehzahl folgt der Beziehung zwischen Schlupf und Reibmoment. Bei drehmomentfühlenden Sperren erreicht das Drehmoment-Bias-Verhältnis (TBR) je nach Bauart Werte bis 5:1 (JTEKT/Torsen). Offene Ausgleichswerke liegen bei idealen Bedingungen über 98% Wirkungsgrad. Sperrkonzepte unterschreiten dies durch zusätzliche Reibmomente und landen typischerweise bei 90–95% (Fachliteratur, Herstellerdatenblätter). Das steigert nutzbare Traktion an der besser haftenden Seite.

Technische Richtwerte und Quellenhinweise
KennzahlTypischer BereichQuelle/Hinweis
WirkungsgradOffen >98%, Sperre 90–95%Fachliteratur, OEM-Daten
TBRbis 5:1JTEKT/Torsen Spezifikation
Zahnflankenspiel0,15–0,25 mmAGMA, Servicehandbücher

Einfluss auf Fahrverhalten und Einsatzszenarien

Auf trockener Fahrbahn ermöglicht das offene Ausgleichswerk sauberes Kurvenrollen bei niedriger Reifenbeanspruchung. Auf Gelände oder nassem Kopfsteinpflaster kann hingegen einseitiger Schlupf auftreten, der die Antriebskraft auf das durchdrehende Rad verlagert. Sperrprinzipien begrenzen diesen Effekt und verbessern Anfahrt, Beschleunigung und Spurtreue. Das wirkt sich in Baumaschinen, leichten Nutzfahrzeugen und Raupenfahrwerken besonders deutlich aus.

In Arbeitsmaschinen verhindert die passende Abstimmung von Sperrgrad und Reaktionscharakteristik das Versacken auf losem Untergrund, ohne die Lenkbarkeit zu beeinträchtigen. Für sicherheitsrelevante Anwendungen zählt die reproduzierbare Übertragung bei wechselnder Geschwindigkeit und Last. Hier zeigt sich der Nutzen geregelter Systeme, die Radschlupf mit Sensorik erfassen und die Kraftübertragung situativ anpassen.

Auswahlkriterien im Getriebebau

Die Wahl des Sperrkonzepts hängt vom Einsatz ab: Straßenfahrzeuge mit ausgewogener Balance, Transportfahrzeuge in der Lagerlogistik, Baustellenfahrzeuge mit wechselnden Reibwerten oder Sondermaschinen in Freizeitanlagen und Transportanlagen. Für kompakte Bauräume sind Hypoidantriebe gängig. Spezialfälle nutzen Winkelgetriebe oder Schneckengetriebe, wenn Selbsthemmung oder spezielle Lastpfade gewünscht sind.

  • Offenes Ausgleichswerk: Standard für das Fahrzeuggetriebe mit freier Drehzahldifferenz.
  • Limited-Slip Differential (LSD): Reib- oder torsionsbasiert, mit begrenztem Schlupf und vordefiniertem TBR.
  • Locking-Sperre: Starre Kopplung der Abtriebswellen für extremes Gelände.
  • Torsen: Mechanische Sperrwirkung via Schneckenpaaren, ein Differenzialgetriebe mit drehmomentfühlender Charakteristik.

Industrielle Sonderlösungen verbinden die Ausgleichsfunktion mit Achsversatz, integrierten Sensoren oder Aktuatoren für Motion-Control. In Deltarobotern koordinieren differenzialbasierte Kopplungen parallele Kinematiken, um exakte Trajektorien zu fahren. Für Maschinenpark-Erweiterungen in Transportanlagen oder Freizeitanlagen zählen modulare Schnittstellen und eine klare Integration in die vorhandene Steuerungsarchitektur.

Zuverlässigkeit, Fertigung und Validierung

Lebensdauer entsteht aus Materialgüte, Wärmebehandlung und präzisen Fertigungsschritten. Qualitätsmanagement nach DIN 3961 und AGMA-Referenzen definiert Toleranzen, Tragbilder und Rauheitswerte. Eine strukturierte Überprüfung umfasst Gehäusesteifigkeit, Lagerluft, Flankenpressung und thermische Balance. Durchgängige Dokumentation reduziert die Rückrufquote und dient als Referenz für Varianten mit abweichender Übersetzung oder geänderter Vorspannung.

Hersteller wählen die Fertigungstiefe entlang Produktionskapazität, verfügbarer Fachkräfte und Investitionen in die Fertigungsanlage. Jede Entscheidung beeinflusst Stückkosten, Auslieferung und Versandkosten. Ein belastbarer Support erfordert klare Ersatzteilstrategie und Rückverfolgbarkeit. Für Kleinserien eines Familienbetriebs gelten andere Randbedingungen als bei Großserien. Der Denkansatz bleibt jedoch konstant: reproduzierbare Kraftpfade bei kontrollierter Leistungsübertragung.

Innovation, Integration und Markt

Elektronisch steuerbare Sperren koppeln sich über Bussysteme mit Fahrdynamikreglern und regeln proaktiv. Die Integration in Brems- und Antriebsregelungen verbessert die Beziehung zwischen Schlupf, Seitenkraft und Lenkimpuls. In der Praxis nutzen Fahrzeughersteller Sensorfusion, um Sperrmomente vorausschauend zu setzen, wodurch auf wechselnde Reibwerte schneller reagiert wird.

Eine Fallstudie aus dem Hochlandbau belegt den Nutzen: Ein Transportfahrzeug für eine alpine Baumaschine erhielt ein lamellenbasiertes LSD mit 2,5:1 TBR. Projektleitung: Ingenieurin Schalk. Ergebnis: 18% geringere Standzeiten, messbar bessere Mobilität auf Schotter und stabilere Beschleunigung nach Lastwechseln. Das Referenzprojekt floss in die Produktentwicklung einer robusten Option für Raupenfahrwerk-Adapter.

Im Markt bestimmen technische Leistungsfähigkeit und Anbieterprofil die Auswahl. Wichtige Namen sind ZF, Eaton, Magna, JTEKT (Torsen), GKN, Dana, AAM, BorgWarner, Getrag, Meritor, NEAPCO, Carraro, Spicer, Auburn Gear und Quaife. Der weltweite Bedarf aus Nutzfahrzeugen und Lagerlogistik führte zuletzt zu moderatem Umsatzwachstum. Als Getriebehersteller überzeugen Anbieter durch belastbare Nachweise, nicht durch Schlagworte.

Spezialanwendungen verlangen Individualität: enge Bauräume, spezielle Ölführung, Kühlung in Steigungen oder Anbindung an Winkelstufen. Für die Integration in ein bestehendes Getriebe hilft ein klarer Schnittstellenkatalog mit definierter Übertragung, Sensorik und Diagnose. So bleibt die Systemarchitektur wartbar und zukunftsfähig, unabhängig von Plattformwechseln.

Zusammengefasst sichern ausgereifte Ausgleichswerke die verlässliche Übertragung von Leistung bei variabler Drehzahl, vom Pkw bis zur Transportanlage. Ob offene Ausführung oder Sperre, entscheidend ist die stimmige Auslegung aus Tragfähigkeit, Steuerung und Bauraum – passgenau zum Einsatzprofil und zu den Zielen der Positionierung im Fuhrpark oder Maschinenpark.

FAQ zu Differentialgetriebe

Worin unterscheidet sich das Differentialgetriebe von Elektrofahrzeugen gegenüber konventionellen Antrieben?

Elektrofahrzeuge nutzen meist alternative Konzepte zur Drehmomentverteilung. Häufig kommen pro Achse separate Differentiale oder mehrere einzeln gesteuerte Elektromotoren zum Einsatz. Dadurch lässt sich das Drehmoment an jedem Rad präzise und bedarfsgerecht steuern, oft mit integrierter Rekuperation.

Welche Wartungsintervalle gelten für Differentialgetriebe und warum sind sie entscheidend?

Das Getriebeöl im Differential sollte je nach Hersteller und Einsatz zwischen 50.000 und 100.000 Kilometern gewechselt werden. Das Öl schmiert die Zahnräder, leitet Wärme ab und reduziert Verschleiß. Regelmäßige Ölwechsel verlängern die Lebensdauer und Betriebssicherheit des Antriebs.

Woran lässt sich ein Defekt am Differentialgetriebe erkennen und welche Folgen hat er

Ein Defekt am Differentialgetriebe zeigt sich durch ungewöhnliche Geräusche wie Heulen, Mahlen oder Klopfen, insbesondere in Kurven oder unter Last. Weitere Anzeichen sind Vibrationen im Fahrzeug und Ölaustritt am Getriebegehäuse. Unbehandelt kann der Schaden zum Totalausfall des Antriebsstrangs und erheblichen Reparaturkosten führen.

Welche ökonomischen Vorteile bieten moderne Differentialgetriebe im Flottenbetrieb

Moderne Differentialgetriebe mit geregelten Sperrfunktionen verbessern die Traktion, verringern den Reifenverschleiß und senken dadurch die Betriebskosten. Gleichzeitig erhöhen sie die Lebensdauer zentraler Komponenten, verbessern Fahrstabilität und Kontrolle und reduzieren Stillstandszeiten, was die Gesamteffizienz der Flotte steigert.

Wie verbessert ein Limited-Slip Differential das Fahrverhalten im Alltag

Ein Limited-Slip Differential (LSD) verteilt das Drehmoment auf das Rad mit der besseren Traktion, sobald ein Rad durchdreht. Dadurch steigt die Beschleunigung auf rutschigen Oberflächen wie Nässe oder Schnee. Zudem verbessert sich die Kurvenstabilität und Fahrzeugkontrolle, was den Fahrkomfort und die Sicherheit im Alltag erhöht.

Welche Funktion haben Differentialgetriebe in autonomen Fahrzeugen?

Differentialgetriebe ermöglichen die präzise Steuerung der Radgeschwindigkeiten und der Drehmomentverteilung. Elektronisch regelbare Varianten sind in Fahrdynamiksysteme integrierbar und verbessern die Traktion unter wechselnden Bedingungen. Dies ist wesentlich für eine sichere und zuverlässige Fahrzeugführung im autonomen Betrieb.

Lohnt sich die Nachrüstung eines Fahrzeugs mit einem Sperrdifferential?

Eine Nachrüstung kann die Traktion und das Fahrverhalten insbesondere bei Offroad- oder Rennstreckeneinsatz verbessern. Allerdings sind die Kosten für Bauteil und Einbau hoch, und häufig ist eine Anpassung der Fahrzeugabstimmung nötig, um das Potenzial vollständig zu nutzen und negative Fahrverhaltenseffekte zu vermeiden.

Hintergrund: Differentialgetriebe

  • Ausgleichsgetriebe Wikipedia

    Differentialgetriebe (Ausgleichsgetriebe) verteilen Antriebsmoment auf zwei Räder/Achsen und erlauben Drehzahlunterschiede in Kurven. Realisiert als Kegelrad- oder Planetenwerk; Varianten: Achs- und Zentraldifferential, offen, Limited‑Slip/Torsen sowie sperrbar; Grundgleichung n1+n2=2·nS.

  • Sperrdifferential Wikipedia

    Sperrdifferentiale begrenzen den Drehzahlausgleich eines Ausgleichswerks und erhöhen Traktion. Varianten: schaltbare Sperre, last- und drehzahlabhängige Selbstsperren (Lamellen, Torsen, Viskokupplung). Kennwerte: TBR/Sperrwert; Nachteile: Verschleiß, Untersteuern, geringerer Wirkungsgrad.

Diese Anbieterliste Differentialgetriebe umfasst auch: Differential Ausgleichsgetriebe