Geprüfte EX Geschützte Absaugung Hersteller
Messerschmittstr. 22, 89231 Neu-Ulm
Deutschland
Weitere EX Geschützte Absaugung Hersteller
Über EX Geschützte Absaugung
Eine Ex-Geschützte-Absaugung erfüllt die Richtlinie 2014/34/EU (ATEX-Produktrichtlinie) und trennt Absaugstrecken in explosionsgefährdeten Bereichen von Standardtechnik. Der Einsatzort wird über Zonen klassifiziert, die Ausführung ist an Gerätekategorie und Gerätegruppe gekoppelt. Wo zündfähige Atmosphäre dauerhaft vorliegt, verlangen Zone 0 beziehungsweise Zone 20 eine besonders robuste Geräteauslegung.
ATEX-Konformität und Schutzkonzept
Bei der Auslegung nach DIN EN ISO 80079-36 kombiniert das Schutzkonzept zwei Ebenen: Zündquellen vermeiden und Explosionsfolgen begrenzen. Beide Ebenen greifen ineinander. Eine funkenarme Förderstrecke reduziert das Risiko, und eine druckentlastende Komponente fängt das Restrisiko ab. Als Zündquellen gelten unter anderem heiße Oberflächen, elektrostatische Entladungen oder mechanisch erzeugte Funken.
| Zone | Gefahrhäufigkeit | Kategorie |
|---|---|---|
| 0 / 20 | ständig oder langzeitig | 1G / 1D |
| 1 / 21 | gelegentlich | 2G / 2D |
| 2 / 22 | selten oder kurzzeitig | 3G / 3D |
Konstruktion, Erdung und Abscheideprinzipien
In der Konstruktion dominieren leitfähige Werkstoffe, definierte Wandstärken und eine durchgängige Potenzialausgleichsführung gemäß VDI 2262 Blatt 3. Bei abrasiven Stäuben halten verschleißfeste Innenauskleidungen dem Partikelstrom stand, während strömungsberuhigte Einläufe den Funkenflug dämpfen. Anstelle isolierender Beschichtungen verhindern niederohmige Ableitpfade elektrostatische Aufladung an Rohrleitungen und Sammelbehältern.
Die Abscheidung folgt dem Medium: Trockene Filtereinheiten kombinieren Vorabscheider mit Filterpatronen oder Taschenfiltern, und für Feinstaub kommen HEPA-Filter nach EN 1822 in Frage. Nasse Systeme trennen klebrige oder feuchte Stoffe über Flüssigkeitskontakt ab, sodass Staubnester im Filtergehäuse ausbleiben. Der geforderte Volumenstrom bestimmt die Erfassungsgüte an der Entstehungsstelle, und der maximale Unterdruck definiert, wie stabil die Förderstrecke bei verstopfungsnahen Betriebszuständen bleibt.
Kriterien für die Auswahl in typischen Anwendungen
Für die Auswahl liefern Staubexplosionskenngrößen oder Gasklassen zusammen mit der Temperaturklasse die technische Leitplanke (DGUV Information 209-075). Wo Aluminiumstaub beim Schleifen auftritt, begrenzen funkenhemmende Einbauten und erdungsgeprüfte Schlauchleitungen das Zündrisiko. Gleichzeitig muss der Filteraufbau zur Staubzone passen. In Zone 21 verlangt eine Anlage der Kategorie 2D eine vollständig dokumentierte Kennzeichnungskette vom Sauger bis zur Rückluftführung.
- Zonenzuordnung: Das Zertifikat muss zur eingesetzten Zone passen, etwa Zone 22 bei seltenem Auftreten brennbarer Stäube.
- Mediendaten: Korrosivität, Abrasivität und Prozesstemperatur steuern Materialpaarungen sowie Dichtungswerkstoffe.
- Druck- und Luftleistung: Volumenstrom und Unterdruck müssen den Transport bis zum Abscheider stabil halten.
Kostenbild und Servicefähigkeit im Lebenszyklus
Im Kostenbild dominieren nicht nur Ventilator und Filtergehäuse, sondern auch geprüfte Sicherheitsbauteile wie Berstscheiben oder Explosionsschutzklappen sowie die normgerechte Montage (DGUV Regel 113-001). Laufende Aufwände entstehen durch Filterwechselintervalle, energieabhängige Ventilatorleistung und wiederkehrende Prüfungen der Schutzfunktion. Eine modulare Bauweise verkürzt Umbauzeiten bei geänderten Medienströmen und hält Erweiterungen technisch konsistent.
Servicefähigkeit hängt bei Ex-Technik an zertifizierten Ersatzteilen und an einer eindeutigen Teileidentifikation über Typenschilder und Dokumentation. Ohne passende Freigaben stoppt der Betrieb sofort. Bei sicherheitsrelevanten Komponenten zählt daher nicht Verfügbarkeit um jeden Preis, sondern die Übereinstimmung mit Gerätekennzeichnung und Kategorieeinstufung. Im laufenden Betrieb bleibt die Absaugung nur dann belastbar, wenn jede Änderung am Aufbau innerhalb des ATEX-Rahmens nachvollziehbar bleibt.
Hersteller sind ABSAUGWERK GmbH, ESTA Apparatebau GmbH & Co. KG, WATRON aircleaning systems
FAQ zu EX Geschützte Absaugung
Wie wird eine Ex-Absaugung sicher in bestehende Produktionsabläufe integriert?
Sichere Integration erfordert eine Schnittstellenanalyse und die Anpassung an bestehende Sicherheitssysteme. Elektrische Anbindung und Steuerung müssen EN 60079-14 für explosionsgefährdete Bereiche entsprechen. Die Abnahme durch eine befähigte Person gemäß BetrSichV ist verpflichtend. Frühzeitig mit dem Arbeitsschutzbeauftragten abstimmen, um Umplanungen zu vermeiden.
Welche Faktoren bestimmen die langfristigen Betriebskosten einer Ex-geschützten Absaugung
Langfristige Kosten werden vor allem durch die Energieeffizienz des Ventilators und die Standzeit der Filterelemente geprägt. Ventilatoren der Effizienzklassen IE3 oder IE4 senken den Stromverbrauch gegenüber älteren Modellen um 5 bis 15 Prozent. Zusätzlich fallen planmäßige Wartungen, Ersatzteile und die verpflichtende Schulung des Betriebspersonals an. Investitionen in hocheffiziente Komponenten amortisieren sich häufig innerhalb von fünf Jahren.
Wer ist im Betrieb für die Einhaltung der ATEX-Vorgaben verantwortlich?
Der Betreiber der Anlage. Er erstellt eine aktuelle Gefährdungsbeurteilung, veranlasst regelmäßige Prüfungen der Absauganlage nach Betriebssicherheitsverordnung BetrSichV und sorgt für deren Dokumentation. Die Prüfungen führt eine befähigte Person durch. Für die Erstprüfung empfiehlt sich ein externer Sachverständiger zur Absicherung der Konformität.
Wie wählt man eine Ex-Absaugung für wechselnde Gefahrstoffe
Bevorzugt werden Systeme mit breiter Zertifizierung für mehrere Zonen und Stoffklassen, idealerweise Kategorie 2G/D. Modulare Anlagen mit austauschbaren Filtermedien oder kombiniertem Trocken- und Nassabscheider bieten Flexibilität. Ausschlaggebend ist eine multizonenfähige Zulassung, die den ungünstigsten Fall abdeckt. Bei unbekannten oder häufig wechselnden Stoffen ist ein Nassabscheider meist die sicherere Wahl.
Erhöhen digitale Überwachungssysteme die Sicherheit von Ex-Absaugungen
Ja. Sie erfassen kontinuierlich zentrale Betriebsparameter wie Druck, Temperatur und Füllstände, ermöglichen Predictive Maintenance, erkennen Wartungsbedarfe frühzeitig und vermeiden ungeplante Stillstände. Die Anbindung der Sensorik über OPC UA ist für Datenanalyse und Fernüberwachung entscheidend. In der Praxis sinken Ausfallzeiten typischerweise um 10 bis 20 Prozent pro Jahr.
Ist die Nachrüstung bestehender Absauganlagen für den Ex-Bereich sinnvoll und wirtschaftlich
Eine Nachrüstung ist technisch anspruchsvoll und nur nach Machbarkeits- sowie Kosten-Nutzen-Prüfung zu empfehlen. Häufig sind umfangreiche Anpassungen an Materialien, Erdungs- und Potenzialausgleichssystemen sowie sicherheitsrelevanten Komponenten nötig, was die Kosten deutlich erhöht. Ein wesentlicher TCO-Treiber ist die erneute ATEX-Zertifizierung der vollständig umgerüsteten Anlage. Bei Anlagen, die älter als 10 bis 15 Jahre sind, ist der Neubau in der Regel wirtschaftlicher und sicherer.
Welche Planungsfehler sind bei Ex-Absauganlagen zu vermeiden?
- Zonenklassifizierung zu niedrig eingeschätzt; Schutzkonzept passt nicht zur tatsächlichen Ex-Gefährdung. - Unzureichende Erdung. - Lückenhafte, nicht nachvollziehbare Dokumentation aller Komponenten. - Abrasivität des abzusaugenden Materials nicht berücksichtigt; vorzeitiger Verschleiß. - Compliance nicht sichergestellt; DIN EN 1127-1 zur Explosionsvermeidung nicht beachtet. - Gegenmaßnahme: Frühzeitig einen zertifizierten ATEX-Spezialisten in die Planung einbinden.
Hintergrund: EX Geschützte Absaugung
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Atex Wikipedia
ATEX (ATmosphères EXplosibles) bezeichnet EU-Richtlinien zum Explosionsschutz: die Produktrichtlinie 2014/34/EU und die Betriebsrichtlinie 1999/92/EG. Für Ex-geschützte Absaugungen ist vor allem 2014/34/EU relevant.
Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: November 2026, ID: 53232