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Mehr über Palettenregale
Palettenregale bilden die tragende Struktur vieler Warenströme und gliedern den Lagerraum in vertikale Ebenen. Als Systemkomponente der Lagertechnik nehmen sie palettierte Ladungseinheiten auf, ermöglichen schnelle Kommissionierung und unterstützen eine klare Aufteilung der Flächen in der Lagerhalle.
Grundlagen und konstruktiver Aufbau
Definition und Kernnutzen im Betrieb
Das Regalsystem ermöglicht die direkte Aufbewahrung von Europaletten, Industriepaletten oder Gitterboxen auf definierten Stellplätzen. Durch die bessere Raumausnutzung steigt die Lagerkapazität auf gleicher Grundfläche, während der Zugriff per Gabelstapler oder anderen Flurförderzeugen ohne Umlagerungen möglich bleibt. Für temperaturgeführte Zonen oder Mischsortimente von Konserven bis Ananas in Dosen bleibt das Prinzip identisch: strukturierte Palettenlagerung mit definierter Erreichbarkeit.
Bauelemente und Verbindungen
Ein Ständerfeld setzt sich aus zwei Ständerstielen zusammen, die über ein Fachwerk zu einem Regalrahmen verbunden sind. Tragende Auflagebalken (Traversen) hängen in die Systemlochung der Ständer ein. Sie bilden die Ebene für die Palette auf der Bodenebene und in höheren Ebenen. Stützen, Anfahrschutz, Gitterroste, Durchschubsicherungen und weiteres Zubehörteile erhöhen die Betriebssicherheit. Der modulare Regalaufbau erlaubt Anbauregale am Grundregal sowie Sonderkonstruktionen für Nischen, Kühlräume oder die Kombination mit einer Lagerbühne.
Technische Eigenschaften und Sicherheitsstandards
Tragfähigkeiten, Kennzeichnung und Material
Die Fachlast je Stellplatz variiert je nach Profilquerschnitt und Materialstärke, während die Feldlast die Summe eines Ständerfelds definiert. Ein gut sichtbares Belastungsschild dokumentiert zulässige Werte, Bauart und Baujahr. Gängige Stahlgüten sind S235JR und S355JR nach EN 10025, gewählt für Robustheit und Langlebigkeit in Anlagen vom Trockenlager bis zur anspruchsvolleren „Stahlgrube“-Umgebung mit hoher Belastung der Oberflächen.
Normen, Inspektionen und Verantwortlichkeiten
Die Vorschriften EN 15620 (Toleranzen), EN 15629 (Spezifikation) und EN 15635 (Sicherheit) sowie die DGUV Regel 108-007 fordern Planung, Betrieb und regelmäßige Inspektionen. Jährliche Prüfungen durch Fachpersonal oder ein unabhängiges Prüfinstitut sichern die Zertifizierung. Dokumentierte Mängelbeseitigung, klare Zuständigkeiten und Unterweisungen sichern eine belastbare Organisation.
Systemtypen und Einsatzfelder
Breitgangregale und selektiver Zugriff
Breitgangsysteme bieten breite Gänge für Standardstapler und erlauben direkten Zugriff auf jedes Kolli. Varianten mit Einfachtiefe Lagerung oder doppeltiefer Lagerung verändern die Dichte und die Wegezeiten. Für sperriges Langgut kommen ergänzend Bockregale zum Einsatz, während ein Industrieregal für palettierte Ware die Kernprozesse der Logistik abbildet.
Spezialisierte dynamische und statische Systeme
Für temperaturkritische Waren und hohe Umschlagfrequenzen sind dynamische Kanäle und Mehrpaletteneinlagerungen etabliert. Die Wahl des Systems folgt Produktmix, Umschlaghäufigkeit und zugelassenen Flurförderzeugen.
- Durchlaufregal: Rollenbahnen unterstützen FiFo (First-in, First-out). Ein- und Auslagerung erfolgen getrennt, was eine klare Verkehrsführung begünstigt.
- Push-Back: Wagen oder Rollenbahnen ermöglichen LiFo (Last-in, First-out) in mehrtiefen Kanälen bei guter Flächendichte.
- Einfahrregal: Drive-in/Drive-through bündelt die Grundfläche für homogene Chargen. Selektivität sinkt, Flächennutzung steigt.
- Mehrplatz: Mehrere Paletten hintereinander in einem Fach maximieren die Verdichtung bei seriengleichen Artikeln.
| Kriterium | Standard-System | Durchlaufregal |
|---|---|---|
| Zugriff | Direkt, jeder Stellplatz anwählbar | Indirekt, FiFo-gesteuert |
| Flächennutzung | Mittel, breite Gänge | Hoch, blockähnlich |
| Umschlag | Mittel, abhängig vom Gerät | Sehr hoch, getrennte Wege |
| Geräte | Schubmast- oder Breitgangstapler | Standardgeräte, getrennte Seiten |
| Kosten je Platz | Gering bis mittel | Mittel bis hoch |
Auswahl, Regalplanung und Betrieb
Ladungsträger, Abmessungen und Flächen
Die Wahl beginnt mit der Berechnung von Palettenmaßen, Gewichten und Stellplatzanzahl. Entscheidend sind Tiefe zur Industriepalette 1000×1200 mm oder Europalette 800×1200 mm, mögliche Gitterbox-Ebenen und die nutzbare Lagerfläche. Kühlzonen, Brandabschnitte und Verkehrswege prägen die Regalplanung, ebenso die Tragfähigkeit des Bodens in Beton oder einer älteren Stahlgrube-ähnlichen Umgebung.
Prozesse, Geräte und Wirtschaftlichkeit
Umschlaghäufigkeit, Selektivität und Gerätepaarung bestimmen die Wahl zwischen selektivem Gangsystem und Kanallagerung. Der Transport über Spedition oder innerbetrieblich beeinflusst die Dimensionierung von Torzonen und Pufferbereichen. Im Investitionsgespräch klären Unternehmen Finanzierung, Montageart inklusive gelegentlich sogenannter „Selbstmontage“ in Händlerunterlagen und TCO-Betrachtungen. Regalplanung umfasst die Vermeidung von Leerhöhen, die Auslegung der Arbeitsbedingungen und die Einbindung einer Lagerbühne für Kommissionierpuffer.
- Grunddaten: Artikelmix, Charge, Temperaturbereich, Gefahrstoffklassen, Gerätebreiten
- Statik: Fachlast, Feldlast, Auflagerlängen, Verankerungspunkte
- Layout: Gangbreiten, Breitgang vs. Kanäle, Zu- und Abfahrtswege
- Dokumente: Typenstatik, Belastungsschild, Inspektionsprotokolle
Marktüberblick und Herstellerlandschaft
Produzenten, Services und Produktlinien
Bekannte Anbieter sind BITO Lagertechnik, SSI Schäfer, Dexion, Jungheinrich, Kardex Remstar, Constructor Group, Mecalux, OHRA, Galler, Still, Stow, Hörmann, Regalux und Feralco. Historische Bezeichnungen wie Eurostock tauchen in Bestandsanlagen auf. Bei Erweiterungen helfen Typenstatiken des Herstellers. Neben dem Händler sind Händlersuche, Ersatzteilverfügbarkeit und Wartungsservice für die dauerhafte Nutzung der Regale entscheidend.
Betrieb, Prüfung und Dokumentation
Inspektion, Mängelmanagement und Schulung
Regelmäßige Sichtkontrollen und jährliche Expertenprüfungen nach EN 15635 erfassen Anpraller, Korrosion und Maßhaltigkeit. Dokumentierte Reparaturen, Nachrüstungen von Anfahrschutz oder Gitterrosten sowie Schulungen der Staplerfahrer unterstützen die Betriebssicherheit. Videoaufzeichnungen, etwa als Zeitraffer während Umbauten, erleichtern die Nachverfolgung. Ein vollständiges Belastungsschild am System, klare Zonierung bis zur Bodenebene und freigehaltene Fluchtwege sind Pflicht.
Praxisnahe Besonderheiten
Im Mischlager koexistieren Palettenregale mit Bockregalen für Langgut, Sonderfächer für heikle Waren und Bereiche für gefährdete Verpackungen. Für sensible Chargen oder alte Bestandsrahmen werden Sonderkonstruktionen mit verstärkten Stützen eingesetzt. Bei Umbauten an Regalen sind Statik, Zertifizierung und Neuabnahme durch ein Prüfinstitut vor Produktionsstart zu klären, insbesondere wenn die Spedition zeitkritische Auslieferungen plant.
Begriffliche Einordnung und Abgrenzung
Von der Normanlage zur Speziallösung
Standardisierte Systeme decken die meisten Anforderungen der Lagerlogistik ab. Für abweichende Formate greifen Betriebe zu Sonderkonstruktionen oder ergänzen mit mobilen Einheiten. Ein sauber gepflegtes Anlagenbuch mit Baujahr, Statik, Service- und Inspektionsberichten beschleunigt Audits und Genehmigungen. So bleibt die Regalanlage von der ersten Planung über die Inbetriebnahme bis zum Umbau nachvollziehbar, auch wenn der Warenmix wechselt oder das Sortiment saisonal schwankt.
FAQ zu Palettenregale
Welche zentralen Herausforderungen bestehen bei der Planung von Palettenregalen
Die Planung von Palettenregalen verlangt eine präzise Abstimmung von Lagerprozessen, Gebäudestatik und Materialfluss. Wesentliche Herausforderungen sind die Einhaltung von Brand- und Fluchtwegvorgaben, die Prüfung der Bodentragfähigkeit sowie die frühzeitige Berücksichtigung möglicher Automatisierungslösungen. Auch die Minimierung von Leerhöhen zur optimalen Raumausnutzung ist ein zentrales Planungskriterium.
Wie verändert die Digitalisierung den Einsatz moderner Lagersysteme?
Die Digitalisierung vernetzt Palettenregale mit intelligenten Lagerverwaltungssystemen. Dadurch werden Bestände in Echtzeit erfasst und Ein- sowie Auslagerprozesse optimiert. Sensoren überwachen Belegung und Schäden, Augmented Reality unterstützt Wartung und Instandhaltung. Insgesamt erhöht dies Effizienz und Transparenz der gesamten Lagerlogistik.
Welche langfristigen Kostenfaktoren sind bei Palettenregalen zu berücksichtigen
Neben den Anschaffungskosten entstehen laufende Ausgaben für Wartung, Reparaturen und gesetzlich vorgeschriebene Inspektionen. Hinzu kommen Energiekosten für Beleuchtung und Klimatisierung, insbesondere in Kühllagern. Personalkosten für den Einsatz von Flurförderzeugen sowie Versicherungsprämien für die Lagerinfrastruktur sind ebenfalls relevant. Zudem sollten Wertverlust und mögliche Umrüstkosten bei Sortimentsänderungen eingeplant werden.
Wie lässt sich die Lagerraumausnutzung durch Regalsysteme optimieren?
Eine höhere Raumausnutzung erreichen Unternehmen durch geeignete Regaltypen wie Einfahr- oder Durchlaufregale. Präzise Planung verhindert Leerhöhen und verbessert die Fachlastverteilung. Schmalgangstaplersysteme ermöglichen engere Gänge und damit eine dichtere Lagerung. Lagerbühnen und mehrgeschossige Palettenregale erweitern zusätzlich die Nutzung der vertikalen Raumhöhe.
Welche Vorteile haben mobile Palettenregale gegenüber stationären Regalsystemen?
Mobile Palettenregale bewegen sich auf Schienen und reduzieren die Zahl fester Gänge. Dadurch steigt die Lagerdichte und Flächeneffizienz, häufig um mehr als 80 Prozent. Sie eignen sich besonders bei geringem Artikelumschlag oder in Kühlhäusern, da weniger Raum beheizt oder gekühlt werden muss. Trotz höherer Anschaffungskosten amortisieren sie sich meist durch die eingesparte Fläche.
Warum ist die Bodenbeschaffenheit für die Sicherheit von Palettenregalen entscheidend?
Die Bodenbeschaffenheit bestimmt die Stabilität und Sicherheit von Palettenregalen. Eine ebene, tragfähige Fläche verhindert Verformungen und Risse, die die Standsicherheit beeinträchtigen können. Die Norm EN 15620 definiert Ebenheitstoleranzen zur sicheren Nutzung von Flurförderzeugen. Eine dauerhafte Verankerung der Regalständer ist nur auf Beton mit ausreichender Qualität gewährleistet.
Welche Bedeutung haben Nachhaltigkeitsaspekte bei Investitionen in Lagertechnik?
Nachhaltigkeitsaspekte sind ein zentraler Faktor bei der Auswahl von Lagertechnik. Entscheidend sind recycelbare Materialien, energieeffiziente Produktionsprozesse und eine hohe Lagerdichte zur Reduktion von Flächenverbrauch und Emissionen. Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit der Systeme am Ende ihres Lebenszyklus erhöhen zusätzlich die ökologische Effizienz.
Hintergrund: Palettenregale
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Palettenregal Wikipedia
Palettenregale lagern palettierte Ladungseinheiten; sie bestehen aus Stahl‑Regalrahmen und eingehängten Traversen mit Systemlochung. Varianten sind Einfahr-, Einschub- und Hochregale. Planung verlangt statischen Nachweis und gewährleistete Standsicherheit.