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Präzisionsmesstechnik Hersteller

Als Metrologie-Disziplin bezeichnet Präzisionsmesstechnik die normgerechte Bestimmung und Bewertung von Toleranzen mit ausgewiesener Messunsicherheit und klaren Entscheidungsregeln über den gesamten Produktlebenszyklus. In der Automobilfertigung prüft die Messtechnik Bohrungspositionen, Rundheit und Oberflächentopografie an Motor- und Getriebekomponenten inline und nearline und koppelt Auswertung direkt an CAD-Geometrien. Einkäufer bewerten die erweiterte Messunsicherheit in Mikrometern, die Wiederholpräzision über definierte Temperaturfenster, die vollständige Rückführbarkeit der Kalibrierkette sowie die Konformität mit DIN EN ISO 14253-1 und VDI/VDE 2617.

Liste Hersteller Präzisionsmesstechnik

Friedrich-Bergius-Ring 15, 97076 Würzburg
Germany

Veröffentlichungen der Hersteller zu Präzisionsmesstechnik

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Mehr über Präzisionsmesstechnik

Präzisionsmesstechnik ist in Industrie und Forschung das Bindeglied zwischen Konstruktion, Fertigung und objektiver Bauteilbewertung. Ziel ist die verlässliche Ermittlung geometrischer und physikalischer Größen mit engen Toleranzbändern, damit Messergebnisse eindeutig bleiben. Die Terminologie folgt der ISO/IEC Guide 99:2007 (VIM). In modernen Produktionsketten ist die Messung in Regelkreise eingebunden und mit digitalen Prozessdaten der Messtechnik verknüpft.

Definition und Ziele

Das Fachgebiet zielt auf minimale Messunsicherheit und konsistente Ergebnisse unter definierten Bedingungen. Kernthemen sind die Rückführbarkeit auf nationale und internationale Normale, die Kalibrierung der Messmittel sowie die Bestimmung von Form, Lage, Rauheit, Temperatur und Kraft. Zentrale Referenzen sind die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) und Fachgremien, die Terminologie, Verfahren und Nachweise standardisieren.

Technologische Prinzipien

Optische Verfahren

Optische Messsysteme arbeiten berührungslos mit Laser-Triangulation, Weißlichtinterferometrie oder Photogrammetrie. Sie erreichen hohe Punktdichten, erfassen empfindliche Oberflächen ohne mechanische Beeinflussung und eignen sich für großflächige Topografie und Freiformkonturen. Spiegelnde oder stark absorbierende Materialien erfordern angepasste Beleuchtung und Filter. Anwendungsfall: Vermessung polierter Turbinenschaufeln mittels Interferometrie zur Bestimmung der Welligkeit im Submikrometerbereich.

Taktile Systeme

Koordinatenmessgeräte (KMG) ertasten Geometrien punktweise oder scannend und liefern über definierte Tasterballgeometrien rückführbare Längenmaße. Sie dienen als Referenz der Koordinatenmesstechnik und folgen Kriterien der VDI/VDE-Richtlinienfamilie, etwa 2617 (Verein Deutscher Ingenieure und Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik). Beispiel: Prüfung von Bohrungspositionen und Rundheit bei Präzisionsgehäusen mittels taktiler Scans für belastbare Form- und Lagetoleranzen.

Sensorik und Software

Erweiterte Sensorik koppelt Taster oder Kameras mit Kraft-, Temperatur- und Vibrationssensoren, um Einflüsse der Umgebung zu kompensieren. Auswerteroutinen fusionieren Messpunkte, führen Ausgleichsrechnungen durch und protokollieren Unsicherheitsbudgets. Typische Funktionen sind Merkmalsableitung aus Punktwolken, thermische Driftkorrektur und der Vergleich gegen CAD-Geometrien. Beispiel: Temperaturkompensation bei Großbauteilen auf Basis räumlich verteilter Fühler.

Einsatzfelder

Qualitätssicherung in der Fertigung

In Serien- und Einzelfertigung überwachen Messstationen Werkzeugverschleiß, Maschinenfähigkeit und Bauteilkonformität. Inline- und Nearline-Konzepte verlagern Prüfungen näher an die Bearbeitungsstelle, reduzieren Nacharbeit und dokumentieren die Stabilität gegenüber den Konstruktionsvorgaben. Quellenhinweis: Analysen der Fraunhofer-Gesellschaft zu vernetzten Fertigungssystemen und zu Prozessketten mit integrierter Datenrückkopplung.

Forschung und Entwicklung

In Entwicklungslaboren untermauern Messdaten die Validierung von Simulationen, Materialcharakterisierung und den Prototypenbau. Oberflächentopografie, Dehnung, thermische Ausdehnung oder dynamisches Verhalten werden mit geeigneten Sensorprinzipien quantifiziert. Anwendungsfall: Vergleich numerischer Strömungssimulationen mit optisch vermessenen Profilen additiv gefertigter Düsen zur Ableitung von Designanpassungen.

Auswahl und Bewertung von Messsystemen

Die Systemwahl folgt der Messaufgabe: Bauteilgröße, Geometriekomplexität, Materialeigenschaften, Taktzeit und Umgebungsbedingungen. Für Akzeptanzkriterien und Prüfregeln verweist die Norm DIN EN ISO 14253-1 auf Entscheidungsregeln im Toleranzumfeld. Zudem sind Messmittelkonzepte zu planen, die Bedienfehler minimieren und Daten sicher bereitstellen.

  • Genauigkeit und Wiederholpräzision: Spezifikationen in Mikrometern müssen zur geforderten Toleranzreserve passen, und eine kurze Aufwärmzeit sowie stabile Auflösung sind vorteilhaft.
  • Messbereich und Anpassbarkeit: Variabler Tastereinsatz, Objektivwechsel und Dreh-Schwenk-Achsen erweitern Anwendungsgrenzen bei kleinen und großen Volumina.
  • Automatisierung und Softwareintegration: SPS-Konnektoren, Schnittstellen zu CAQ sowie rückverfolgbarer Datenexport beschleunigen Auswertung und Archivierung.
Vergleich ausgewählter Messprinzipien
MerkmalTaktile Messung (KMG)Optische Messung (z. B. Laser)
GenauigkeitSehr hochSehr hoch
KontaktJa, physischer TasterNein, berührungslos
GeschwindigkeitMittelHoch bis sehr hoch
OberflächenempfindlichkeitGeringer EinflussHohe Abhängigkeit von Reflexion
AnwendungsbereichKomplexe Geometrien, ReferenzmessungenFreiformflächen, Inline-Messung

Leistungskennzahlen, Kalibrierung und Betrieb

Technische Kennzahlen umfassen systematische und zufällige Fehleranteile, Wiederholpräzision, Antastabweichung, Messgeschwindigkeit, thermische Stabilität und Anforderungen an die Druckluftqualität bei pneumatischen Komponenten. Je nach Aufgabe sind Rauheitsparametrisierung, Auflösung in Achsensystemen, Sichtfeldgröße und Scandichte ebenso zu bewerten wie die Dokumentation des Unsicherheitsbudgets in Messprotokollen.

Kalibrierung und Rückführbarkeit

Regelmäßige Justage mit Normalen wie Endmaßen, Kugelsternen oder Gitternormallen sichert die Spezifikationen über die Zeit. Kalibrierscheine dokumentieren die erweiterte Unsicherheit und die Kette bis zum nationalen Normal. Die Prozesslandschaft nach ISO 9001:2015 fordert dokumentierte Prüfmittelüberwachung, definierte Intervalle und Sperrkennzeichnung bei Abweichungen. Beispiel: Jahreskalibrierung eines Tastsystems mit wechselnden Tastereinsätzen inklusive Temperaturprotokoll.

Beschaffung und Lebenszyklus

  • Service und Ersatzteile: Verfügbarkeitszusagen, Reaktionszeiten und Leihgerätekonzepte sichern Messfähigkeit bei Ausfällen.
  • Schulung und Qualifikation: Bedienerschulung, Programmierkurse und verständliche Arbeitsanweisungen erhöhen die Reproduzierbarkeit.
  • Software- und IT-Kompatibilität: Update-Pfade, langfristige Lizenzmodelle und Schnittstellen zu PDM/ERP verhindern Insellösungen.

Hersteller von Präzisionsmesstechnik sind z. B. Hexagon Manufacturing Intelligence, Carl Zeiss Industrial Metrology, Mitutoyo, Renishaw, Werth Messtechnik, Keyence, Wenzel Group, Alicona Imaging, FARO Technologies, GOM (ein ZEISS Unternehmen), Marposs, Mahr, Taylor Hobson, Kreon Technologies, Blum-Novotest.

FAQ zu Präzisionsmesstechnik

Wie lassen sich Investitionen in Präzisionsmesstechnik wirtschaftlich begründen?

Die Wirtschaftlichkeit von Präzisionsmesstechnik ergibt sich aus geringeren Ausschussraten, verkürzten Entwicklungszeiten und höherer Produktqualität. Nacharbeiten können um bis zu 20 Prozent sinken, was die Amortisationszeit deutlich verkürzt und die Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Zudem gewährleistet präzise Messtechnik die Einhaltung anspruchsvoller Qualitätsstandards.

Welche Herausforderungen treten bei der Integration neuer Messsysteme in bestehende Prozesse auf?

Zentrale Herausforderungen sind die Kompatibilität mit vorhandenen IT-Strukturen und Softwarelösungen. Die Anbindung an bestehende CAQ- oder ERP-Systeme kann komplex sein und erfordert häufig individuelle Programmierung. Zusätzlich sind Schulungen für die Bedienung der neuen Geräte und die Auswertung der Messdaten notwendig. Auch die physische Einbindung in die Fertigungslinien kann bauliche Anpassungen verlangen.

Wie beeinflusst Künstliche Intelligenz die zukünftige Präzisionsmesstechnik?

Künstliche Intelligenz verändert die Präzisionsmesstechnik grundlegend durch automatisierte Datenanalyse, Mustererkennung und vorausschauende Wartung. KI-Algorithmen interpretieren Messdaten in Echtzeit und identifizieren Abweichungen deutlich schneller als menschliche Bediener. Dadurch werden sofortige Prozesskorrekturen und höhere Fertigungseffizienz möglich. Zudem steigert KI die Messgenauigkeit, indem sie Umwelteinflüsse kompensiert und Messstrategien optimiert.

Welche Messlösungen bieten kleinen und mittleren Unternehmen ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis?

Kleine und mittlere Unternehmen können modulare und skalierbare Messsysteme einsetzen oder Messdienstleistungen an externe Labore auslagern. Gut gewartete Gebrauchtgeräte, etwa Koordinatenmessmaschinen, ermöglichen einen präzisen und günstigen Einstieg. Cloud-basierte Software reduziert Investitionskosten durch datenbasierte Auswertung, während die Miete spezialisierter Systeme flexible und projektbezogene Einsätze erlaubt.

Welche Kernqualifikationen benötigen Fachkräfte in der modernen Messtechnik?

Fachkräfte in der modernen Messtechnik benötigen fundierte Kenntnisse in Physik, Mathematik und Informatik sowie ein ausgeprägtes Prozessverständnis. Sie müssen komplexe Messsysteme bedienen, Messdaten analysieren und Unsicherheiten bewerten können. Programmierkenntnisse für automatisierte Messabläufe und die Integration in digitale Fertigungssysteme sind zunehmend wichtig. Kontinuierliche Weiterbildung in neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz und Industrie 4.0 ist entscheidend für langfristigen Erfolg.

Welche Maßnahmen sichern die Datenintegrität vernetzter Messsysteme?

Die Datenintegrität vernetzter Messsysteme erfordert starke Verschlüsselungsprotokolle, strikte Zugriffskontrollen und regelmäßige Backups. Firewalls und Intrusion Detection Systeme schützen vor externen Angriffen. Eine vollständige Dokumentation der Datenflüsse, die Einhaltung von Compliance-Vorgaben und regelmäßige Sicherheitsaudits sind entscheidend, um Schwachstellen früh zu erkennen und zu beheben.

Wie steigert Präzisionsmesstechnik Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit in der Industrie?

Präzisionsmesstechnik reduziert Ausschuss und Nacharbeit, senkt damit den Verbrauch von Rohmaterialien und Energie und verbessert die Prozessstabilität. Exakte Bauteilprüfungen optimieren Fertigungsabläufe und verlängern Produktlebenszyklen. Dadurch sinkt der ökologische Fußabdruck, und die Kreislaufwirtschaft wird gestärkt. Unternehmen können ihren Materialeinsatz um bis zu 15 Prozent verringern und zugleich ihre Energiebilanz verbessern.

Hintergrund: Präzisionsmesstechnik

  • Fertigungsmesstechnik Wikipedia

    Fertigungsmesstechnik umfasst alle Mess- und Prüfaufgaben entlang der industriellen Produktentstehung. Sie liefert qualitätsrelevante Geometrie- und Werkstoffdaten für Qualitätssicherung und Prozessregelung, inklusive zerstörungsfreier/zerstörender Prüfungen sowie Überwachung von Prozessen und Werkzeugmaschinen.