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Shuttle Lager Hersteller – Vergleich

Als Lagersystem der Intralogistik beschreibt Shuttle-Lager die Trennung von Übergabepunkt und Kanalbewegung im Regal, wobei je Ebene Fahrzeuge Paletten nach Strategien wie First-In-First-Out oder Last-In-First-Out bewegen und die Automatisierung den Materialfluss taktet. Hauptanwendungsfelder liegen in temperaturgeführten Zonen der Lebensmittel- und Getränkelogistik, wo Chargenlenkung und Haltbarkeitsmanagement eine reproduzierbare Entnahmefolge erfordern und Engpässe an Übergabestellen kurze Zyklen verlangen. Für Einkäufer zählt als zentrales Kriterium der nachweisbare Durchsatz in Paletten pro Stunde je Ebene, den die Tiefe des Lagerkanals und die Zahl der Shuttles pro Ebene bestimmen.
Lieferanten und Händler:

Über Shuttle Lager

Das Shuttle-Lager verdichtet Lagerflächen, indem selbstfahrende Kanalfahrzeuge Ladungsträger in tiefen Kanälen bewegen. Die Wege im Lagerkanal bleiben kurz. Nicht der Stapler fährt in das Regal, sondern das Shuttle übernimmt die Bewegung innerhalb des Kanals. Diese Bauart verschiebt die Flächenbilanz: Mehr Lagerkapazität passt auf dieselbe Lagerfläche. Als Referenz dient häufig das Einfahrregal. Dort bindet der Fahrweg Regalgassen und verlängert die Zugriffswege.

Funktionsprinzip und Bauformen im Regal

In Palettenregalen mit mehreren Lagerebenen fährt das Kanalfahrzeug je Ebene auf Schienen oder Laufprofilen. Das System trennt den Übergabepunkt klar von der Kanalbewegung. Der Materialfluss folgt einer Strategie wie FIFO (First-In-First-Out) oder LIFO (Last-In-First-Out). Die Kanalrichtung bestimmt die Entnahmefolge. Die Anzahl der Shuttles pro Ebene beeinflusst den Durchsatz. Die Kanalgeometrie begrenzt Palettenformat und Einfahrtoleranzen. Beispiel: Bei 1.200 mm x 800 mm nach EN 13698-1 lässt sich ein standardisiertes Palettenmaß ohne Adaptertechnik führen.

Dimensionierung nach Lastdaten und Automatisierungsgrad

Für die Auslegung eines Kanallagers zählen klare Kenngrößen. Tiefe der Kanäle in Stellplätzen pro Reihe und Zahl der Lagerebenen im Regalblock bestimmen den Lagerplatz je Artikelgruppe. Die Nutzlast begrenzt den Hubrahmen des Shuttles pro Ladungsträger. Überlast schädigt Fahrwerk und Aufnahmemittel. Große Tiefen erhöhen die Verdichtung, verlängern aber bei selten entnommenen Positionen den Auslagerungsprozess. Der Automatisierungsgrad variiert technisch deutlich und verändert die Schnittstellen zur Steuerung.

  • Halbautomatische Automatisierung: Eine Fernsteuerung setzt das Shuttle am Kanal an, danach verfährt das Fahrzeug autonom bis zur Zielposition.
  • Vollautomatische Automatisierung: Ein Fördersystem koppelt Übergabestellen an eine Lagerverwaltungssoftware, die Einlagerung und Auslagerung kanalgenau disponiert.

Betriebsleistung: Zugriffszeit, Antriebsleistung und Energieversorgung

Bei hohem Warenumschlag prägt die Geschwindigkeit des Shuttles die Zugriffszeit auf Stellplätze im hinteren Kanalbereich. Hersteller unterscheiden zwischen Schleppkabel-Systemen und kabellos betriebenen Geräten, die erreichbaren Werte hängen von Beschleunigungsprofil und Last ab. Die Antriebsleistung steigt mit Nutzlast und Steigungstoleranzen im Kanalboden. Nicht nur der Motor entscheidet über die Verfügbarkeit. Auch die Stromversorgung limitiert Betriebsstunden zwischen Stillständen für Ladezyklen oder Wartungsfenster.

Energiekonzepte im Shuttle-Lager
MerkmalSchleppkabelAkku / Kabellos
Energieversorgungkonstant über SchleppkabelAkkumulatoren mit Ladeintervallen
AntriebsleistungDauerbetrieb mit konstanter Einspeisungdurch Akkukapazität begrenzt
Geschwindigkeit (Herstellerangaben)bis 2,5 m/sbis 2,0 m/s
Zertifizierung StahlbaugrundlageDIN EN 15635DIN EN 15635

Anwendungsfelder und relevante Normbezüge

In temperaturgeführten Zonen für Lebensmittel zählt eine reproduzierbare Reihenfolgeführung. FIFO reduziert das Risiko überlagerter Chargen im Kanalverbund. Kurze Taktzeiten senken Staus an Übergabepunkten. Wo Schutzfunktionen in Steuerungen eingreifen müssen, definiert DIN EN ISO 13849 den Performance Level für sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen. DIN EN ISO 12100 strukturiert die Risikobeurteilung von Maschinen einschließlich Kanalfahrzeugfunktionen wie Anfahren und Bremsen. Für Regalkonstruktionen legt DIN EN 15635 Prüf- und Betriebsregeln fest und knüpft damit an Tragfähigkeitsnachweise im Palettenregal an.

Hersteller sind Fritz Schäfer GmbH, GEBHARDT Fördertechnik GmbH, Jungheinrich AG, Kardex Deutschland GmbH, MECALUX GmbH, psb intralogistics GmbH, Toyota Material Handling Deutschland GmbH

FAQ zu Shuttle Lager

Welche TCO-Faktoren sind bei der Bewertung eines Shuttle-Lagers entscheidend?

Die TCO eines Shuttle-Lagers umfassen Anschaffung, Energieverbrauch, Wartung, Ersatzteile, Softwarelizenzen und Kosten für geschultes Personal. Über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren kann der Erstinvest 40 bis 60 Prozent der TCO ausmachen. Empfohlen ist ein vollständiger Business Case, der alle langfristigen Kosten berücksichtigt.

Wie wird ein Kanallager nahtlos in bestehende IT Systeme integriert

Die Anbindung erfolgt über standardisierte Schnittstellen zu WMS und ERP. Für den Datenaustausch in Bestandsführung und Auftragsabwicklung werden üblicherweise REST, SOAP oder EDIFACT genutzt. Zur Abbildung der spezifischen Prozesslogik sind oft kundenspezifische Anpassungen erforderlich. Offene Standards und API basierte Lösungen bieten die größte Kompatibilität.

Welche Kriterien entscheiden über die Auswahl eines Shuttle-Lagersystems?

Entscheidend sind die erforderliche Umschlagleistung, die Varianz der Artikel und Palettenformate sowie die gewünschte Lagerdichte. Auch Umgebungstemperatur und Betriebsstrategie (FIFO oder LIFO) beeinflussen die Systemwahl. Ein System sollte 20 bis 30 Prozent Kapazitätsreserve für Wachstum und Spitzenlasten vorhalten. Eine detaillierte Materialfluss-Simulation ist unerlässlich, um die optimale Konfiguration festzulegen.

Welche Risiken treten bei der Implementierung automatisierter Lagershuttles am häufigsten auf

Typische Risiken sind: komplexe Softwareintegration, insbesondere Schnittstellen zu WMS, ERP und Steuerungen; mechanische Ausfälle der Fahrwerke; geringe Akzeptanz im Personal; Schwachstellen in Vernetzung und Datensicherheit. Die Norm DIN EN 62443 adressiert die IT-Sicherheit industrieller Steuerungssysteme und sollte berücksichtigt werden. Vor Projektstart eine detaillierte Risikobewertung durchführen und eine intensive Test- sowie Pilotphase einplanen.

Wie steigern Unternehmen die Energieeffizienz von Shuttle-Lagern

Energieeffizienz in Shuttle-Lagern steigt durch rückspeisefähige regenerative Antriebe mit Einsparungen bis zu 30 Prozent. Ergänzend Ladezyklen intelligent planen, Fahrprofile der Shuttles optimieren und Peak-Shaving-Strategien einsetzen, um Energieverbrauch und Lastspitzen zu senken. Regelmäßige Energieaudits nach ISO 50001 identifizieren weitere Potenziale und sichern die Umsetzung.

Welche Flexibilitätsanforderungen sind bei der Planung eines Kanallagers entscheidend

Zu berücksichtigen sind nachrüstbare Kanalverlängerungen, die Erweiterung um zusätzliche Shuttles und die Anpassbarkeit an geänderte Palettenformate. Ein modulares Systemdesign ermöglicht eine Skalierung um bis zu 50 Prozent der Ausgangskapazität und sichert die Anpassung an künftige Geschäftsanforderungen.

Hintergrund: Shuttle Lager

  • Hochregallager Wikipedia

    Hochregallager sind ab 7,5 bis 50 m hohe, WMS-geführte Regalsysteme mit Regalbediengeräten. Sie bieten hohe Raumnutzung und Kapazitäten bis hunderttausender Palettenplätze und lagern Flach- wie Langgut – ergänzend zu Shuttle-Kanallagern.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: November 2026, ID: 53255