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Über Trennklemmen
Trennklemmen trennen einzelne Stromkreise in der Elektroinstallation einer Verteilung, ohne die komplette Einspeisung abzuschalten. Sie unterbrechen den Leiter an einer definierten Trennstelle und fixieren die Verdrahtung mechanisch. Bei Messungen oder Fehlersuche isoliert die Klemme den betroffenen Abgang galvanisch. In Reihenklemmen-Systemen sitzt die Trennfunktion oft als steckbares Modul auf der Hutschiene.
Funktionale Eigenschaften und Bauformen
Je nach Bauform trennt eine Klemme per Messertrennstelle, Steckertrennstelle oder Drehschieber. Ein Zahnradmechanismus kann dabei definierte Schaltwege führen. Wo schnelle Prüfzwecke anstehen, beschleunigt eine Steckertrennstelle das Umrüsten. Typische Nennquerschnitte reichen von 0,2 bis 16 mm². Der zulässige Leiterquerschnitt beeinflusst Stromtragfähigkeit und Anschlussbild. Eine standardisierte Teilungseinheit erleichtert die Platzplanung auf eng bestückten Reihen.
In vielen Baugruppen nimmt ein Zubehörfach Funktionsmodule auf. Sicherung oder Sicherungselement sitzen dann unmittelbar in der Klemmenreihe und reduzieren externe Halter. Zusätzliche Funktionalität erhöht die Bautiefe, senkt jedoch die Zahl separater Komponenten im Verteilerfeld. Beispiel: Bei einer Nachrüstung in einem Schaltschrank mit 6 mm²-Abgängen begrenzt eine 6,2-mm-Teilungseinheit den Umbauaufwand, weil vorhandene Reihenklemmen-Reihen weiter nutzbar bleiben.
Sicherheitsaspekte und relevante Normen
Für Trennklemmen beschreibt die Produktnorm IEC 60947-7-3 Anforderungen an Isolationsvermögen, Kriechstrecken und Funktionssicherheit von Trenneinrichtungen in Klemmenleisten. Bei Nennspannungen bis 1000 V legt die Prüfnorm auch Abläufe für Temperaturerhöhung und Spannungsfestigkeit fest. Die geforderte Schutzart nach IP-Code richtet sich nach Ausführung und Einbauort. Gegen Strahlwasser ist eine entsprechend hohe Klassifizierung erforderlich.
Anschlussstellen mit Zweimetall kompensieren Kontaktprobleme zwischen unterschiedlichen Leitermaterialien und bremsen elektrolytische Korrosion. Eine eindeutige Beschriftung ordnet Abgänge und Brücken zu, eine separate Sicherungsbeschriftung sichert die Zuordnung eingesetzter Sicherungen. Entscheidend ist die Dauerlesbarkeit bei -40 bis +100 °C im Schaltschrankklima.
Auswahlkriterien und Anwendungsfelder
In der Elektroverteilung im Wohnbau zählen kompakte Baugrößen und klare Trennstellungen, während Industrieanlagen häufig Modernisierung und Erweiterungen unter Spannungsvorgaben verlangen. Bei Nennströmen bis 76 A rückt zudem das Erwärmungsverhalten am Klemmkontakt in den Vordergrund. Erstens bestimmt die Anschlussart den passenden Leiterquerschnitt samt Materialmix, zweitens definiert die Umgebung die geforderte Schutzart gegen Staub und Feuchte, drittens begrenzt der freie Reihenplatz über die Teilungseinheit die mögliche Polzahl.
- Anschlussart: Federzug- oder Schraubanschluss passend zu Cu/Al-Leitern. Zweimetallkontaktierung bei Mischmaterialien.
- Trennmechanik: Messertrennstelle, Steckertrennstelle oder Drehschieberlösung mit klarer Sichtstellung im Verteiler.
- Zubehörfach: Aufnahme von Sicherungselement oder Prüfbuchse ohne zusätzliche Tragschiene.
- Kennzeichnung: Beschriftungsfeld plus Sicherungsbeschriftung für eindeutige Stromkreiszuordnung.
Anwendungsfall: Bei einer Modernisierung einer Maschinensteuerung mit IP54-Gehäuse trennt eine Klemme mit steckbarer Prüfbrücke einen 24-V-Kreis für Messungen, während benachbarte Abgänge weiterlaufen. Das reduziert Stillstandsflächen im Schaltschrankfeld. Kosten ergeben sich primär aus Trennmechanik, Kontaktwerkstoffen und normkonformer Auslegung nach IEC 60947-7-3 sowie aus integrierten Sicherungen.
Technische Kennzahlen und Normreferenzen
| Eigenschaft | Typischer Bereich | Referenz/Messgröße |
|---|---|---|
| Nennquerschnitt | 0,2 bis 16 mm² | maximal anschließbarer Leiterquerschnitt |
| Nennspannung | bis 1000 V | Betriebsspannungsklasse |
| Nennstrom | bis 76 A | Dauerstrom bei definiertem Querschnitt |
| Schutzart (IP) | IP20 bis IP67 | Dichtheit gegen Fremdkörper/Strahlwasser |
| Betriebstemperatur | -40 bis +100 °C | Zulässiger Umgebungstemperaturbereich |
Hersteller sind WAGO Kontakttechnik GmbH & Co. KG, Weidmüller Gruppe
FAQ zu Trennklemmen
Wie werden Trennklemmen normgerecht in einer Verteilung installiert?
Die Installation der Trennelemente erfolgt nach DIN VDE 0100-444, um die Systemsicherheit zu gewährleisten. Korrekte Anzugsdrehmomente der Schraubverbindungen sichern dauerhaften Kontakt und verhindern Überhitzung. Für 6 mm² Leiter sind 0,8 bis 1,2 Nm üblich, um Wackelkontakte zu vermeiden.
Welche Faktoren bestimmen die Total Cost of Ownership TCO von Trennklemmen maßgeblich
Die TCO umfasst neben dem Anschaffungspreis Installations- und Wartungsaufwand sowie potenzielle Ausfallkosten. Werkzeuglose Federzugklemmen verkürzen die Montagezeit gegenüber Schraubklemmen um bis zu 25 Prozent. Hochwertige Kontakte senken den Übergangswiderstand und damit Energieverluste; das spart je Klemme rund 0,5 bis 1,5 Euro pro Jahr.
Wann sind Klemmen mit integriertem Funktionsmodul die bessere Wahl
Wenn Platz und Verdrahtungsaufwand entscheidend sind. Klemmen mit integrierter Diode oder Sicherung bündeln Funktionen im Schaltschrank, vereinfachen die Verdrahtung und beschleunigen die Fehlerbehebung. In speisungsintensiven Sensorstromkreisen und Feldbussystemen ersetzt die integrierte Sicherung separate Sicherungshalter. Das spart bis zu 30 % Hutschienenplatz und verkürzt die Projektierungszeit.
Welche zusätzlichen Normen gelten für Trennklemmen in explosionsgefährdeten Bereichen?
Neben IEC 60947-7-3 sind die IEC/EN 60079-Normen relevant, insbesondere 60079-0 und 60079-7. Sie definieren Anforderungen an Zündschutzarten wie erhöhte Sicherheit Ex e und eigensichere Stromkreise. Trennklemmen müssen entsprechend gekennzeichnet sein, z. B. Ex e oder Ex i, um die Konformität mit der ATEX-Richtlinie 2014/34/EU sicherzustellen.
Welche Kriterien sichern die Langzeitstabilität von Trennklemmen in Industrieanlagen?
Langzeitstabilität sichern korrosionsbeständige Kontaktwerkstoffe wie vernickeltes Messing oder Kupferlegierungen, hohe Vibrationsfestigkeit der Klemmmechanik und ein geeigneter Temperaturbereich. Industriestandard sind -40 bis +100 °C; für extremere Bedingungen können nach IEC 60068-2-1/-2 höhere Grenzwerte erforderlich sein. Für Leiterquerschnitte über 4 mm² ist eine Klemmkraft von mindestens 100 N erforderlich, um unter Vibrationen einen dauerhaften Kontakt zu gewährleisten.
Wie vereinfachen Prüfbuchsen die Diagnose dieser Produkte
Spezielle Prüfbuchsen ermöglichen sichere, schnelle Potenzial- und Strommessungen im getrennten Zustand, ohne den Stromkreis vollständig zu öffnen. Integrierte Prüfabgriffe erlauben das direkte Anschließen von Messgeräten und verkürzen die Fehleranalyse um bis zu 50 %. Relevant sind Zulassungen für die Systemnennspannung (z. B. bis 1000 V) und eindeutig gekennzeichnete Messpunkte.
Welche Umweltkriterien sind bei der Auswahl von Elektroverbindungselementen zu beachten
Wesentlich sind die Einhaltung von RoHS und REACH, der Einsatz halogenfreier Kunststoffe für Isoliergehäuse insbesondere in sensiblen Bereichen wie öffentlichen Gebäuden zur Vermeidung giftiger Brandgase sowie verifizierbare Herstellerangaben zur Materialzusammensetzung und Zertifizierungen, die nachhaltige Produktion und Recyclingfähigkeit nachweisen
Hintergrund: Trennklemmen
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Reihenklemme#trennklemmen Wikipedia
Klemmen sind lösbare Anschluss- und Verbindungselemente für Drähte/Adern, die per mechanischer Fixierung im leitfähigen Körper einen dauerhaften, sicheren Kontakt herstellen. Alternativ gibt es aufschraubbare Kabelverbinder; anklemmen/abklemmen bezeichnet Netzanschluss ohne Steckverbinder.
Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: November 2026, ID: 53083