Liste Hersteller Hochregallager
Industriestraße 12, 77855 Achern-Gamshurst
Germany
Veröffentlichungen der Hersteller zu Hochregallager
Weitere Hersteller Hochregallager
- Dematic GmbH
- Jungheinrich AG
- SCHMIDT AUMA
Mehr über Hochregallager
Ein Hochregallager (HRL) ist eine hoch aufragende Regalanlage ab etwa 12 Metern, die Paletten, Ladungsträger in Behältern oder palettenlose Einheiten aufnimmt und den Raum in die Höhe erschließt. Durch die vertikale Verdichtung sinkt die benötigte Grundfläche, während die nutzbare Kapazität wächst. Systeme können manuell mit Flurförderzeugen oder automatisch mit Regalbediengeräten betrieben werden und binden sich in den übergreifenden Materialfluss der Anlage ein.
Grundlagen und Bauformen
Definition und Kernmerkmale
Charakteristisch sind hohe Lagerdichte, genaue Ansteuerung der Stellplätze und eine präzise Einhaltung technischer Toleranzen. Typische Höhen liegen zwischen 12 und 45 Metern. In Silobauweise werden Werte über 50 Metern realisiert. Die Anlage nimmt unterschiedliche Lagergutformen auf, von klassischer Palettenlagerung über Behälter bis zu Silosystem-Varianten, bei denen die Regale Dach und Wandverkleidung tragen. Für palettenfreie Konzepte steht die Option Palettenlos bereit, etwa bei kartonbasierten oder teilautomatisierten Greifvorgängen.
Bauweisen und Lagerarten
Bei der Lagerart unterscheidet man Einfachtief, Doppeltief und Kanallager. Einfachtief erlaubt direkten Zugriff, Doppeltief erhöht die Stellplatzzahl durch hintereinander gelagerte Einheiten, und das Kanallager nutzt tiefe Kanäle für homogene Artikel. In der Praxis werden Massenartikel, Kartons für Kartongreif-Anwendungen oder empfindliche Chargen lagerdicht vorgehalten. Das einzelne Lagerregal wird auf Lastfälle und Durchbiegungen ausgelegt, und die Regale werden auf die verwendeten Ladungsträger abgestimmt.
| Merkmal | Einfachtief | Doppeltief | Kanallager |
|---|---|---|---|
| Flächennutzung | Gut | Sehr gut | Exzellent |
| Zugriff auf Artikel | Direkter Zugriff | Indirekter Zugriff (FIFO/LIFO) | Indirekter Zugriff (LIFO/FIFO) |
| Investitionskosten | Moderat | Moderat bis hoch | Hoch |
| Lagerdichte | Standard | Erhöht | Maximal |
| Automatisierbarkeit | Hoch | Hoch | Hoch |
| Ideal für | Vielfalt an Artikeln | Hohe Stückzahlen | Homogene, große Mengen |
Technische Spezifikationen und Leistungsmerkmale
Kennzahlen und Normen
Die Raumnutzung lässt sich quantifizieren: Eine signifikant höhere Raumausnutzung gegenüber Flachlagern erlaubt Reduktionen der Grundfläche um bis zu 80 Prozent bei gleicher Kapazität. Vollautomatische Gassen erreichen eine Durchsatzleistung von 150 bis 200 Palettenbewegungen pro Stunde. Maßgeblich sind DIN EN 15620 und DIN EN 15635. Erlaubt sind beispielsweise ±10 Millimeter Abweichung über die Regalhöhe sowie ±15 Millimeter für die Gassenbreite. Diese Präzision schützt Ladungsträger, Behälter und sensible Güter vor Beschädigungen.
Fördertechnik und IT-Ebene
Regalbediengeräte, Shuttles und das Fördersystem verbinden Stellplätze mit Wareneingang, Kommissionierung und Versand. Die Integration erfolgt über Steuerungen und Software-Schichten wie WMS (Warehouse Management System) für die Lagerverwaltung sowie MFS (Materialflusssteuerung) zur Auftragssequenzierung. Ein abgestimmtes Datenmodell berücksichtigt Stammdaten zu Lagergut, Sperrzonen, Einlagerstrategien und die Höchstleistung der Geräte. So werden Stellplatzprofile, Palettenkonturen und Behältermerkmale in Echtzeit verarbeitet.
Auswahlkriterien und Implementierung
Planung und Systemauslegung
Die Auslegung beginnt mit einem klaren Profil der Artikelstruktur, der Volumenverläufe und der angestrebten Skalierbarkeit. Erwartete Spitzenlasten, der Mix aus Paletten und Behältern, ein möglicher Palettenlos-Betrieb sowie die gewünschte Zugriffsstrategie (direkt oder indirekt) leiten die Wahl von Einfachtief, Doppeltief oder Kanallager. Für Neubauten mit Silobauweise wird das Tragwerk als Silosystem mit Dach und Wandverkleidung geplant und statisch mit den Regalherstellern abgestimmt.
- Lagergut und Ladungsträger: Abmessungen, Gewichte, Empfindlichkeiten (z. B. Kartongreif-Artikel).
- Fördertechnik und Layout: Anbindung von Wareneingang, Konsolidierung und Versand an das Fördersystem, Gassenanzahl, Gassenlänge, Übergabestationen.
- IT-Architektur: Kopplung von WMS, MFS und ERP, Datenqualität, Stammdatenpflege und Schnittstellen zur Prozesssicherheit.
- Bau- und Genehmigungsthemen: Brandschutz, Regalanprallschutz, Fundamentierung, Kältelasten und die Einhaltung einschlägiger Normen.
Die Betriebskosten werden über Energiebedarf der Antriebe, Wartungsintervalle und die Wege im Materialfluss geprägt. Eine strukturierte Betrachtung der Flächennutzung, der Stellplatzdichte und der Transportkosten verhindert Fehlauslegung. Aspekte der Nachhaltigkeit umfassen drehzahlvariable Antriebe, rekuperative Hubwerke, recycelbare Baustoffe und ein CO₂-bewusstes Baukonzept.
Qualität, Projektabwicklung und Anbieter
Ein belastbarer Qualitätsstandard stützt sich auf dokumentierte Prüfungen, Zertifizierung relevanter Bauteile und ein gelebtes Qualitätsmanagement. In der Realisierung übernimmt der Generalunternehmer die Bündelung von Statik, Fertigung, Inbetriebnahme und Schulung. Hersteller wie Jungheinrich, SSI Schäfer, Dematic, TGW Logistics, Daifuku, Fives Intralogistics, Swisslog, Viastore, Krones, Vanderlande, System Logistics, Kardex Remstar und Körber Supply Chain liefern von Standard-Regalen bis zu schlüsselfertigen Silosystemen. Projektberichte als Referenz und ein technischer Imagefilm zeigen Zusammenspiel von Regalen, Steuerung und Software im realen Betrieb.
Die Entscheidung für ein Hochregallager mündet idealerweise in einer tragfähigen Dokumentation: Layoutvarianten, Kapazitätsrechnung, Toleranzkonzept, Brandschutz, IT-Lastenheft, Testfälle und Abnahmeplan. So entsteht von der ersten Simulation bis zur Übergabe ein konsistenter Nachweis über die Leistungsdaten, die Lagerverwaltung und die Raumausnutzung im gewählten Regalsystem.
FAQ zu Hochregallager
Wie wird die Rentabilität eines Hochregallagers ermittelt
Die Rentabilität eines Hochregallagers ergibt sich aus dem Verhältnis von Investitionskosten zu operativen Einsparungen. Maßgebliche Faktoren sind Flächeneinsparungen, geringere Personalkosten durch Automatisierung und höhere Bestandsgenauigkeit. Für die Bewertung werden die Total Cost of Ownership über die Systemlebensdauer, einschließlich Wartungs- und Energiekosten, einer Amortisationsrechnung gegenübergestellt. Übliche Rückzahlungszeiträume liegen je nach Systemgröße und Automatisierungsgrad zwischen fünf und zehn Jahren.
Welche zentralen Herausforderungen bestehen beim Betrieb automatisierter Lagersysteme
Der Betrieb automatisierter Lagersysteme erfordert eine präzise Systemintegration und qualifiziertes Wartungspersonal. Störungen, insbesondere an Regalbediengeräten, können zu kostspieligen Ausfällen und Lieferverzögerungen führen. Eine hohe Datenqualität im Warehouse-Management-System ist entscheidend für effiziente Abläufe. Investitionen in vorausschauende Wartung und redundante Systeme reduzieren Betriebsrisiken.
Welche Trends bestimmen die zukünftige Entwicklung von Hochregallagern?
Die Entwicklung von Hochregallagern wird durch den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen zur Optimierung von Lagerstrategien und Transportwegen geprägt. Autonome mobile Roboter ersetzen zunehmend klassische Fördertechnik und erhöhen die Flexibilität. Prädiktive Wartung auf Basis von IoT-Sensorik sowie CO₂-neutrale Betriebsmodelle gewinnen an Relevanz. Zudem schreitet die Integration in digitale Lieferkettenökosysteme voran und verbessert die Transparenz logistischer Prozesse.
Für welche Unternehmensgrößen sind Hochregalsysteme wirtschaftlich sinnvoll?
Hochregalsysteme eignen sich vor allem für Unternehmen mit hohem Materialdurchsatz und großem Lagerbedarf. Aufgrund der hohen Investitionskosten und der komplexen Automatisierung sind sie für kleinere Betriebe meist unwirtschaftlich. Für diese bieten sich manuelle Kompaktlager, vertikale Lagerlifte oder Outsourcing-Modelle als flexiblere und kostengünstigere Alternativen an. Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse ist in jedem Fall empfehlenswert.
Wie lässt sich die Inbetriebnahme eines Logistiklagers erfolgreich absichern?
Eine erfolgreiche Inbetriebnahme erfordert präzise Projektplanung, transparente Kommunikation und umfassende Tests auf Modul- und Systemebene. Schulungen des Personals sichern den reibungslosen Betrieb und eine optimale Nutzung des Systems. Ein klar strukturierter Abnahmeplan und die frühzeitige Einbindung aller Stakeholder reduzieren operative und technische Risiken.
Wie lässt sich die Energieeffizienz von Hochregallagern steigern
Die Energieeffizienz von Hochregallagern kann durch technische und organisatorische Maßnahmen verbessert werden. Dazu zählen drehzahlvariable Antriebe und rekuperative Hubwerke an Regalbediengeräten, die Bremsenergie zurückgewinnen. LED-Beleuchtung mit Bewegungsmeldern und eine optimierte Gebäudeisolierung senken zusätzlich den Verbrauch. Intelligente Steuerungssysteme und ein Lastmanagement zur Vermeidung von Spitzenlasten reduzieren den Energiebedarf und die Betriebskosten nachhaltig.
Welches Personal wird für den Betrieb eines automatisierten Lagers benötigt?
Der Betrieb eines automatisierten Lagers erfordert spezialisiertes Fachpersonal. Geschulte Anlagenbediener überwachen den Materialfluss und beheben Störungen. Wartungstechniker mit Kenntnissen in Mechanik, Elektrik und Steuerungstechnik sind für Instandhaltung und Reparaturen zuständig. IT-Spezialisten betreuen das Warehouse Management System (WMS) und die Netzwerkarchitektur, um einen störungsfreien Datenfluss sicherzustellen.
Hintergrund: Hochregallager
-
Hochregallager Wikipedia
Hochregallager sind hochverdichtete Regalanlagen (bis ca. 50 m) für Paletten/Ladungsträger. Automatisierter Materialfluss mit RBG/Shuttles und Fördertechnik; Verwaltung über WMS/MFS. Varianten inkl. Silobauweise; Strategien wie dynamische Lagerhaltung und ABC.
Diese Anbieterliste Hochregallager umfasst auch: Hochregale, Paletten Hochregallager, Hochregallagersysteme