Herstellerliste Rollenlager
Volmarstraße 1, 71706 Markgröningen
Deutschland
Veröffentlichungen zu Rollenlager
Rollenlager Wiki
Rollenlager übertragen Kräfte zwischen rotierenden Bauteilen über Wälzkörper mit linienförmigem Kontakt und gehören zur Familie der Wälzlager. Gegenüber Gleitlagern ermöglichen sie bei gleicher Einbaulage höhere Lasten bei geringerer Rollreibung. Bei geeigneter Auslegung bleibt die Laufruhe erhalten.
Aufbau und Funktionsprinzip
Lagerkomponenten und Fertigungsnormen
Ein typischer Aufbau umfasst Innenring, Außenring, Rollen und einen Käfig zur Führung. Vollrollige Varianten verzichten auf den Käfig und erhöhen die Tragfähigkeit. Fertigungs- und Toleranzvorgaben orientieren sich an ISO 492 (International Organization for Standardization). Die Genauigkeitsklassen P0 bis P2 definieren Maßhaltigkeit und Rundlauf.
Kraftübertragung über Rollreibung
Die Last fließt über die Kontaktlinien der Wälzkörper von einem Ring zum anderen. Dadurch sinkt die Reibarbeit gegenüber Gleitpaarungen. Die geringere Erwärmung erhöht die Reserven bei hoher Drehzahl und schützt die Laufbahnen vor vorzeitiger Materialermüdung.
Bauformen und charakteristische Eigenschaften
Zylinderrollenlager und Nadellager
Zylinderrollenlager tragen hohe radiale Lasten und erlauben je nach Rippengeometrie eine axiale Verschiebung der Welle zum Gehäuse. Nadellager nutzen lange, dünne Wälzkörper für sehr geringe Bauhöhen und hohe Tragfähigkeit im begrenzten Bauraum, etwa in Getrieben kompakter Antriebe.
Kegelrollenlager und Pendelrollenlager
Kegelrollenlager mit konischen Laufbahnen stützen kombinierte Radial- und Axialkräfte in einer Richtung. Reihenweise Vorspannung ermöglicht die beidseitige Aufnahme axialer Lasten, wie bei Radlagereinheiten von Automobilen. Pendelrollenlager besitzen zwei Reihen und eine sphärische Außenringlaufbahn. Dadurch kompensieren sie Winkelfehler und Wellenbiegung.
Axialbauarten und konstruktive Details
Axial-Zylinderrollenlager, Axial-Kegelrollenlager und Axial-Nadellager sind auf Druckkräfte ausgelegt und verwenden Wellenscheibe und Gehäusescheibe als Laufbahnelemente. Diese Bauarten stabilisieren Vertikalwellen und übernehmen Stützfunktionen in Werkzeugmaschinen.
| Lagertyp | Primäre Lastrichtung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Zylinderrollenlager | Radial | Elektromotoren, Getriebe, Pumpen |
| Kegelrollenlager | Radial und axial | Radlager im Fahrzeugbau, Schwerlastgetriebe |
| Pendelrollenlager | Radial und axial | Bergbauanlagen, Windenergie, Papiermaschinen |
Leistungskennzahlen und Grenzwerte
Tragzahlen, Druckempfindlichkeit und Drehzahlgrenzen
Die dynamische Tragzahl ISO 281 beschreibt die Last für eine Referenzlebensdauer von 10⁶ Umdrehungen. Die statische Tragzahl ISO 76 begrenzt die zulässige Druckbelastung ohne bleibende Verformung. Grenzdrehzahl und Umfangsgeschwindigkeit hängen von Bauform, Käfig, Schmierstoff und Wärmeabfuhr ab.
Typische Grenzwerte: Mittelgroße Zylinderrollenlager erreichen bei Fettschmierung fünfstellige Drehzahlen pro Minute. Ein Ölfluss steigert die drehzahlfeste Reserve, wenn Lagerluft und Wärmehaushalt abgestimmt sind.
Genauigkeitsklassen und Laufverhalten
Präzisionsklassen P6, P5, P4 und P2 reduzieren Form- und Rundlauffehler bis in den Mikrometerbereich. P5 ist Standard in Spindelsystemen mit strenger Laufruhe. Enge Toleranzen senken die Vibrationsanregung und erleichtern eine reproduzierbare Passung bei begrenzter Wärmeausdehnung.
Schmierstoff, Dichtung und Oberflächenbelastung
Die Wahl des Schmierstoffs richtet sich nach Lastkollektiv, Temperaturfenster und Drehzahl. Fettsysteme reduzieren die Komplexität. Ölkreisläufe verbessern die Kühlung und erlauben höhere Umfangsgeschwindigkeiten. Dichtungsvarianten schützen vor Partikeln und halten Additive im Lagerraum.
- Schmierstrategie: Viskosität nach Betriebstemperatur auslegen und Nachschmierintervalle an die reale Partikelbelastung koppeln.
- Dichtungskonzept: Berührungsdichtungen für kontaminierte Zonen und berührungsarme Designs für drehzahlkritische Aggregate.
- Passung: Welle und Gehäuse mit abgestimmter Interferenz wählen, um relative Bewegung und Mikroschlupf zu vermeiden.
- Wärmemanagement: Reibarbeit und Verlustleistung berechnen, um Temperaturspitzen rechtzeitig zu begrenzen.
Auswahl und Integration in Maschinen und Transporttechnik
Lastfall, Einbauraum und Justage
Die dominante Lastrichtung bestimmt die Bauform: Zylindrische Rollen für radiale Lastspitzen, Kegelrollen für kombinierte Belastungen, Pendelrollen bei Fluchtungsproblemen. Axialbauarten übernehmen definierte Drucklasten, wenn radiale Kräfte gering bleiben.
Einbauraum und Befestigung beeinflussen die Käfigausführung und die mögliche Verschiebung der Innenringe. Enge Gehäusetaschen erfordern eine kompakte Montagefolge und klare Anschlagflächen.
Winkelfehler und Kompensation
Wellenablenkung und Montageabweichungen erzeugen Winkelfehler. Pendelrollenlager tolerieren mehrere Grad, während Zylinderrollenlager und Kegelrollenlager präzise Fluchtung verlangen. Bei unvermeidbaren Versätzen helfen schwimmende Lagerstellen und abgestimmte Lagerpaarungen.
Beispiele aus dem Betrieb
Förderanlagen nutzen Tragrollen und Kugelrollen in Kombination. Das Lager in der Rolle stützt radiale Lasten aus dem Gutstrom, während eine Rollschiene das Stückgut führt. Ein definierter Rollenanschlag dämpft Anprallmomente und schützt die Laufbahnen.
Im Fahrzeugbau tragen Kegelrollenlager als Radlager zyklische Querkräfte und Bremsmomente. In Motorradgetrieben arbeiten schlanke Nadellager bei begrenztem Bauraum und hohen Wechselmomenten. Vertikale Werkspindeln verwenden Axial-Zylinderrollenlager mit Wellenscheibe und Gehäusescheibe zur präzisen Vorschubsteuerung.
Wirtschaftliche Kennzahlen und Zuverlässigkeit
OEE und TCO im Kontext der Lagerstelle
Gezielte Auslegung senkt Stillstände spürbar. Studien aus dem Maschinenbau berichten von weniger Ausfällen durch zustandsorientierte Pflege. Die Gesamtanlageneffektivität OEE (Overall Equipment Effectiveness) steigt, wenn Schwingung, Temperatur und Fettzustand kontinuierlich überwacht werden.
Die Total Cost of Ownership TCO (Total Cost of Ownership) berücksichtigt Stückpreis, Bestellprozess, Rabatte, Montagezeit, Schmiermittelbedarf und Energieverluste. Ein Beispiel aus einer Rollenbahn: Der Umstieg auf Öl-Luft-geschmierte Zylinderrollenlager halbierte die Nachschmiermenge und verlängerte die Wechselintervalle um zwei Wartungszyklen.
Praxisleitfaden für die Auslegung
- Tragzahlen prüfen: Dynamische und statische Kennwerte mit dem realen Lastkollektiv abgleichen und Sicherheitsfaktoren dokumentieren.
- Drehzahlgrenze bestimmen: Käfigmaterial, Schmierstoff und Kühlpfade auf die geplante Drehzahl abstimmen.
- Genauigkeitsklasse wählen: P6 für allgemeine Antriebe, P5 und besser für Spindeln und Messachsen.
- Abdichtung definieren: Kontamination, Feuchte und Reinigungszyklen in das Dichtungskonzept integrieren.
Markt, Anbieter und Portfolio
Herstellerlandschaft und Spezialisierungen
Weltweit agieren SKF, Schaeffler (FAG, INA), Timken, NSK, NTN, Koyo/JTEKT, Nachi und Rexnord mit breiten Baureihen. Rollix deckt große Durchmesser ab. Franke bedient Drahtwälzlager für Leichtbaukonstruktionen mit besonderen Geometriefreiheiten.
Entwicklungsfelder
Sensorintegrierte Lager erfassen Drehzahl, Temperatur, Belastung und Vibration für zustandsbasierte Instandhaltung. Dünne Hartstoffschichten und belastbare Stähle verringern Mikropitting und Korrosion in wechselnden Medien.
Leichtbaukäfige, optimierte Laufbahngeometrien und reibungsarme Dichtungen senken die Verlustleistung bei hoher Drehzahl. Digitale Zwillinge koppeln Antriebssimulationen mit tribologischen Modellen und bereiten Versuche gezielt vor.
Abgrenzung zu verwandten Lagerprinzipien
Gleitlager arbeiten mit hydrodynamischer Trennung und benötigen eine konforme Gegenfläche. Wälzlager mit Kugeln oder Rollen übertragen Kräfte über Punkt- beziehungsweise Linienkontakt. Kugellager sind vorteilhaft bei hoher Drehzahl und geringen Querlasten. Das Rollenprinzip bietet Vorteile bei hoher Traglast und definierter Führung.
In Sonderfällen kombinieren Konstrukteure Kugel- und Rollenkomponenten, etwa als Stützrollen in Transportgeräten und Leitsystemen, um örtliche Spitzenkräfte gezielt in das Gehäuse einzuleiten und die Laufruhe der Hauptlagerstelle zu sichern.
Hinweis: Eine saubere Dokumentation der Einbausituation, der Umgebungsbedingungen und der Schmierstoffstrategie verhindert Mehrdeutigkeit in der Auslegung und erleichtert die spätere Zustandsbewertung.
Weitere Anbieter, Produkte und Services rund um Rollenlager
- KIS Antriebstechnik GmbH & Co. KG
- Nadella GmbH
- SKF GmbH
- Schaeffler Technologies AG & Co.KG
FAQ zu Rollenlager
Woran lässt sich ein beginnender Schaden an einem Rollenlager erkennen?
Frühe Anzeichen eines Lagerschadens sind ungewöhnliche Geräusche wie Schleifen oder Klackern, erhöhte Vibrationen sowie eine über dem Normalwert liegende Betriebstemperatur. Auch verfärbter Schmierstoff oder austretendes Fett können auf Verschleiß oder Reibungsprobleme hinweisen. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht vorbeugende Wartung und verhindert größere Ausfälle.
Welche Hauptfaktoren bestimmen die Lebenszykluskosten von Rollenlagern?
Die Lebenszykluskosten von Rollenlagern werden vor allem durch Anschaffung, Montage und Demontage sowie durch Schmierung und Wartung beeinflusst. Hinzu kommen Energieverluste durch Reibung und Kosten ungeplanter Stillstände. Eine geeignete Lagerauswahl kann die Energiekosten einer Anlage um 0,5 bis 2 Prozent senken und den Wartungsaufwand langfristig reduzieren.
Wie fördern Wälzlager die Nachhaltigkeit in der Industrie?
Wälzlager erhöhen die Energieeffizienz von Maschinen, indem sie Reibungsverluste verringern und den Energieverbrauch senken. Ihre lange Lebensdauer reduziert den Ersatzteilbedarf und damit den Ressourcenverbrauch. Hersteller entwickeln zudem umweltfreundliche Schmierstoffe und verbessern die Recycelbarkeit der Materialien. Energieeffiziente Designs und die Senkung des CO2-Fußabdrucks stehen im Fokus der Produktentwicklung.
Wie beeinflussen extreme Temperaturen und korrosive Umgebungen die Leistungsfähigkeit von Wälzlagern?
Bei extremen Temperaturen oder korrosiven Bedingungen erfordern Wälzlager spezielle Werkstoffe wie nichtrostende Stähle oder Keramiken. Hochtemperaturfette oder synthetische Öle sichern den Betrieb bis über 250°C, während Tieftemperaturfette bis −60°C wirksam sind. Schutzbeschichtungen und Dichtungssysteme verhindern Korrosion und verlängern die Lebensdauer. Die Werkstoffauswahl muss exakt an die Einsatzbedingungen angepasst werden, um vorzeitige Ausfälle zu vermeiden.
Welchen Beitrag leisten digitale Zwillinge zur Wartung von Rollenlagern
Digitale Zwillinge bilden das Verhalten realer Rollenlager in Echtzeit ab und ermöglichen eine vorausschauende Wartung. Auf Basis von Sensordaten zu Temperatur, Vibration und Drehzahl wird der Lagerzustand kontinuierlich überwacht. Die Analyse dieser Daten erlaubt es, drohende Ausfälle frühzeitig zu erkennen und Wartungsintervalle gezielt anzupassen. Dadurch lassen sich die Lebensdauer der Lager um bis zu 30 Prozent verlängern und ungeplante Stillstände deutlich verringern.
Welche typischen Montagefehler treten bei Rollenlagern auf und wie lassen sie sich vermeiden
Häufige Montagefehler bei Rollenlagern sind ungleichmäßige oder übermäßige Kräfte, die Laufbahnen verformen können. Schmutz- oder Feuchtigkeitseintritt während der Montage führt zu vorzeitigem Verschleiß. Auch falsche Ausrichtung von Welle und Gehäuse oder der Einsatz ungeeigneter Werkzeuge mindern die Lagerleistung. Eine saubere Arbeitsumgebung, präzise Werkzeuge und das Befolgen der Herstellervorgaben gewährleisten eine korrekte Montage.
Weiterführende Informationen zu Rollenlager
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Rollenlager Wikipedia
Die Wikipedia-Seite erläutert Wälzlager: Aufbau mit Innen-/Außenring, Wälzkörpern und Käfig; Bauformen (Zylinder-, Nadel-, Kegel-, Pendel- und Axiallager), radial/axial tragend; Werkstoffe, Schmierung/Dichtungen, Einbau/Bezeichnung; Lebensdauerberechnung (ISO 281) und Lagerauswahl.
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Nadellager Wiki
Nadellager sind Wälzlager mit nadelförmigen Zylinderrollen für sehr geringe Bauhöhen und hohe Tragfähigkeit im engen Bauraum. Bauarten: mit/ohne Innenring, Nadelkranz, Axialnadellager. Nehmen radial/axial Kräfte auf, jedoch geringere Grenzdrehzahl; DIN 616–618.
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Wälzlager Wiki
Die Wikipedia-Seite erläutert Wälzlager mit Aufbau (Innen-/Außenring, Wälzkörper, Käfig), Werkstoffen, Schmierung und Abdichtung, Lebensdauer nach ISO 281, sowie Bauformen inkl. Zylinder‑, Nadel‑, Kegel‑ und Pendelrollen- sowie Axialausführungen und Hinweise zu Auswahl und Einbau.
Diese Anbieterliste Rollenlager umfasst auch: Kegelrollenlager, Carb Toroidalrollenlager, Zylinderrollenlager, Pendelrollenlager, Kugelrollenlager, Kreuzrollenlager, Nadelrollenlager