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Mehr über Scherenhubwagen
Scherenhubwagen verbinden den Hub eines Scherenmechanismus mit der Fahrbarkeit eines kompakten Flurförderzeugs. Sie heben die Gabeln hydraulisch auf ergonomische Arbeitshöhen bis etwa 800 Millimeter und bewegen Europaletten und Stückgut ohne separates Transportfahrzeug. Das Funktionsprinzip entlastet Rücken- und Armmuskulatur, unterstützt die Körperhaltung und senkt das Risiko für Rückenschmerzen bei wiederholten Hebevorgängen.
Funktionsweise, Hubdaten und Baugruppen
Das Funktionsprinzip nutzt ein Scherengelenk, das über eine Hydraulikanlage angesteuert wird. Manuelle Modelle pumpen über Handgriff oder Fußpedal, elektrische Varianten heben per Knopfdruck. Übliche Tragfähigkeiten liegen zwischen 1.000 und 1.500 Kilogramm. Sonderausführungen tragen bis 2.000 Kilogramm. Manuell sind rund 15–20 Hübe bis zur Endhöhe nötig. Elektrisch werden 800 Millimeter in etwa 10–20 Sekunden erreicht. Die Norm DIN EN 1757-2 beschreibt zentrale Anforderungen an solche Hubwagen.
Konstruktive Details und Fahreigenschaften
Die Rahmengeometrie muss als Arbeitstisch stabil stehen und Querkräfte aus dem Hub sicher in den Boden leiten. Ab einer definierten Hubhöhe blockieren Stopp- oder Feststellmechanismen das Wegrollen. Die Wahl der Bereifung steuert Fahrverhalten, Flächenpressung und Laufgeräusch: Polyurethan schont empfindlichen Untergrund und dämpft Stoßwirkung, Nylon läuft leicht auf hartem Boden. Der Raddurchmesser beeinflusst Wendigkeit und Zugkraft. Geräuscharm ausgelegte Räder reduzieren Emissionen in ruhigen Bereichen.
Varianten und branchenspezifische Anforderungen
Hygiene, Materialien und Reinigung
Für nasse oder sterile Bereiche werden Edelstahlausführung und Bauteile aus Edelstahl eingesetzt. Sie widerstehen aggressiven Medien, erleichtern die Reinigung und mindern die Anhaftung von Bakterien und Verunreinigungen. HACCP-Konzepte betreffen Lebensmittel- und Pharmaumgebungen, etwa bei Fleisch als Rohstoff oder bei steriler Wäsche im Krankenhaus. Die Schreibvariante „Lebenmittel“ findet sich bisweilen in Altunterlagen. Fachlich korrekt bleibt „Lebensmittel“, und Hygiene ist Leitmotiv für Konstruktion und Zubehör.
Sonderbau, Zusatzausstattung und Rollenwechsel
Mit Doppelschere steigern Hersteller die Hubhöhe deutlich, wodurch der Wagen als Tischwagen, Beistelltisch oder multifunktionale Arbeitsplattform dient. Elektrische Ausführungen arbeiten mit Elektromotor und Batterie. Sonderanfertigung und Sonderbau integrieren Anbaugeräte wie Kipprahmen, Wiegeeinheit oder Reifenwagen. Die resultierende Höhenverstellbarkeit und der Funktionsumfang ermöglichen einen vielfältigen Einsatz in Montage, Kommissionierung und Verarbeitung.
Anwendungsfelder im Materialfluss
Logistik, Produktion und Instandhaltung
Im Warenlager unterstützt der Wagen die Warenverräumung und das Handling von Stückgut am Wareneingang, zwischen Palettenregal und Verpackungsbereich sowie beim Bereitstellen von Verpackungsmaterial. In der Produktion erleichtert er die Übertragung von Baugruppen auf die Linie und die Verarbeitung direkt am Hubgerät. In der Werkstatt ermöglicht er die Reparatur am Werkstück in greifbarer Höhe. Im Hof koppelt er an Fahrzeuge an, wenn Paletten aus dem Lkw übernommen werden.
- Arbeitstisch: Höhenbasiertes Positionieren von Erzeugnis und Rohstoff für ergonomische Abläufe.
- Transportgerät: Verfahrbares Hilfsmittel für Palettenwege und innerbetriebliche Lagerung.
- Arbeitsgerät: Montagehilfe und Beistelltisch entlang von Fertigungsinseln.
- Krankenhaus: Hygienischer Materialfluss von Wäsche und Verpackungsmaterial.
Arbeitsschutz, Normen und Auswahl
Sicherheit und Ergonomie
Die korrekte Körperhaltung am Hubtisch vermindert Rückenschmerzen. Eine Überlastungssicherung schützt vor Überlastung, Totmannschalter sichern den Stillstand elektrisch betriebener Wagen. Präzise Hubführung senkt die Stoßwirkung auf Ware und Infrastruktur, was Schäden an Stückgut vorbeugt. Eine einschlägige Sicherheitsvorschrift ist EN ISO 12100. Intern sollten Betriebe zusätzlich jede Vorschrift zur Gefährdungsbeurteilung dokumentieren und die Kraftübertragung im Scherenpaket regelmäßig prüfen.
Entscheidungskriterien und technische Kennzahlen
Für die Auswahl zählen Lastgewicht, benötigte Hubhöhe, Untergrund und Nutzungsfrequenz. Weiche Böden verlangen bodenschonende Räder mit geringer Flächenpressung. Harte Böden profitieren von größeren Durchmesserwerten. Geräuscharm geforderte Zonen erfordern gedämpftes Laufgeräusch. Berücksichtigt werden außerdem Höhenverstellbarkeit, Funktionsumfang, Lagerung außerhalb der Schicht und der geplante Einsatz am Hubwagen mit oder ohne elektrische Unterstützung.
| Merkmal | Manuell | Elektrisch |
|---|---|---|
| Tragfähigkeit | bis 1.500 kg | bis 2.000 kg |
| Maximale Hubhöhe | ca. 800 mm | ca. 800–1.000 mm |
| Hubmechanismus | Pumpe über Handgriff/Fußpedal | Hub per Knopfdruck |
| Einsatzprofil | gelegentliche Wege, moderate Lasten | häufige Hübe, größere Distanzen |
| Schutzelemente | mechanische Feststellfunktion | Totmannschalter, Überlastungssicherung |
| Wartung | gering, punktuell | Batteriepflege, Sichtprüfung |
Beschaffung, Versand und Service
Bei der Beschaffung geben Hersteller wie Jungheinrich, Still oder Linde Material Handling Tragdaten und Radmix transparent an, und eine klare Transportlösung mit Spedition vereinfacht den Versand. Versandkosten richten sich nach Abmessung, Lastgewicht und Ziel. Zahlungsmöglichkeit und Lieferzeit werden im Angebot fixiert. Servicekriterien sind schnelle Ersatzteilverfügbarkeit und qualifizierte Instandhaltung. In Datenblättern taucht selten die fehlerhafte Bezeichnung Arbeitsgerätin auf. Korrekt bleibt Arbeitsgerät. Für Sonderanfertigung gilt: Anbaugerät, Edelstahlausführung und Auslegung der Hydraulikanlage sollten projektbezogen spezifiziert werden.
Wartung, Reinigung und Betrieb
Regelmäßige Reinigung erhält die Hygiene, vermeidet Ablagerungen im Scherengelenk und schützt Dichtungen. Sichtkontrollen konzentrieren sich auf Hydraulikleckagen, Rollen und Achsen, und die Batterie wird nach Ladevorschrift gepflegt. Für die Lagerung empfiehlt sich trockener, ebener Untergrund mit gesicherter Parkstellung. Dokumentierte Prüfungen nach betrieblicher Sicherheitsvorschrift erhöhen die Verfügbarkeit. Im Tagesgeschäft unterstützt der Wagen den Arbeitsablauf bei Verarbeitung, Warenverräumung und dem Rangieren am Fahrzeug, bleibt variantenreich einsetzbar und erfüllt als Hubwagen die Rolle eines robusten Transportgeräts im innerbetrieblichen Versand.
FAQ zu Scherenhubwagen
Wann ist die Investition in einen elektrischen Scherenhubwagen wirtschaftlich sinnvoll?
Ein elektrischer Scherenhubwagen lohnt sich bei intensiver Nutzung, hohen Lasten und zur Reduktion der körperlichen Belastung des Personals. Trotz höherer Anschaffungskosten führen gesteigerte Effizienz und geringere Gesundheitsbelastungen meist innerhalb von ein bis zwei Jahren zu einem positiven Return on Investment. Besonders geeignet ist er für Betriebe mit einem täglichen Palettenumschlag von mehr als 50 Einheiten, da er Ermüdung und Ausfallzeiten reduziert.
Welche Maßnahmen erhöhen die Lebensdauer eines Hubgeräts über die Reinigung hinaus
Regelmäßiges Schmieren aller Gelenkpunkte und Lager verhindert vorzeitigen Verschleiß. Der Hydraulikölstand sollte regelmäßig kontrolliert und Schläuche auf Undichtigkeiten geprüft werden, um eine konstante Hubleistung sicherzustellen. Eine jährliche Sicherheitsprüfung durch Fachpersonal nach DGUV Vorschrift 68 erkennt frühzeitig Mängel und gewährleistet die Betriebssicherheit.
Wie steigern neue Batterietechnologien die Effizienz elektrischer Hubwagen?
Lithium-Ionen-Akkus laden deutlich schneller und verfügen über eine höhere Energiedichte als Blei-Säure-Batterien. Das ermöglicht längere Einsatzzeiten und Zwischenladungen ohne Memory-Effekt, wodurch die Geräteverfügbarkeit steigt. Längere Lebensdauer und geringerer Wartungsaufwand senken zusätzlich die Gesamtbetriebskosten.
Welche Sicherheitsrisiken bestehen bei der Nutzung von Scherenhubwagen?
Hauptgefahren entstehen durch herabfallende Lasten infolge falscher Gewichtsverteilung oder beschädigter Gabeln. Eine Überschreitung der zulässigen Tragfähigkeit kann strukturelle Schäden und schwere Unfälle verursachen. Wird der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zum Hubmechanismus nicht eingehalten, besteht ein hohes Risiko von Klemm- und Quetschverletzungen für das Bedienpersonal.
Welche Anforderungen sind bei der Anpassung eines Scherenhubwagens an spezielle Einsatzumgebungen zu beachten
In Kühlhäusern sind Hydrauliköle und Dichtungen erforderlich, die auch bei sehr niedrigen Temperaturen zuverlässig funktionieren. In explosionsgefährdeten Bereichen muss der Scherenhubwagen ATEX-konform konstruiert sein, um Funkenbildung auszuschließen. Sonderanfertigungen berücksichtigen zudem spezielle Lastabmessungen oder integrieren kundenspezifische Aufsätze zur Optimierung der Arbeitsprozesse.
Lassen sich Hubwagen in automatisierte Lagerprozesse einbinden?
Moderne Hubwagen sind überwiegend für manuelle oder teilautomatisierte Nutzung ausgelegt. Eine vollständige Einbindung in automatisierte Lagerprozesse erfolgt üblicherweise über fahrerlose Transportsysteme (FTS). Hubwagen können jedoch als flexible, höhenverstellbare Übergabepunkte an Förderbändern oder zur präzisen Materialbereitstellung an automatisierten Kommissionierstationen eingesetzt werden.
Welche typischen Bedienfehler treten bei Hubwagen auf und wie lassen sie sich vermeiden
Häufige Bedienfehler sind ruckartiges Heben oder Absenken der Last sowie das Fahren mit angehobener Gabel, was die Kippgefahr insbesondere in Kurven oder auf unebenem Boden erhöht. Durch regelmäßige Schulungen und konsequente Beachtung der Lastschwerpunkttabelle lassen sich diese Risiken deutlich reduzieren und die Arbeitssicherheit verbessern.