×
Suchen

Umrichter Hersteller – im Vergleich 2026

Als Antriebskomponente bezeichnet Umrichter eine leistungselektronische Baugruppe, die aus Netzenergie bedarfsgerecht Drehzahl und Drehmoment formt und bei Bremsvorgängen Energieeinsparung durch Rückspeisung ermöglicht. In der Wasser- und Abwassertechnik regeln drehzahlvariable Pumpen damit Durchfluss und Förderhöhe präzise, vermeiden Kavitation und dämpfen Druckstöße. Einkäufer priorisieren messbare Kriterien wie Wirkungsgrad, zulässigen Gesamtoberschwingungsstrom THDi, EMV-Grenzwerte nach IEC 61800-3 sowie die Zertifizierung für Schutzart und Netzspannung.

Mehr über Umrichter

Ein Umrichter ist ein stromrichtender Leistungswandler der Leistungselektronik, der elektrische Energie in Spannung, Strom und Frequenz wandelt. Er steuert Elektromotoren bedarfsgerecht, stützt die Netzqualität und unterstützt die Dekarbonisierung industrieller Prozesse durch präzise Lastanpassung. In Werkstattjargon taucht gelegentlich die Kurzform Umricht auf. Sie sind zentrale Komponenten moderner Antriebssysteme und tragen in elektrifizierten Anlagen durch lastgerechten Betrieb zu geringeren Emissionen bei.

Funktionsprinzip und Topologien

Das Funktionsprinzip beruht auf schnell schaltenden Halbleitern wie Transistoren. Durch pulsweitenmoduliertes Zerhacken und anschließendes Zusammensetzen entstehen neue Spannungsverläufe. Typische Topologien sind Wechselstrom/Gleichstrom-Gleichrichter, Gleichstrom/Wechselstrom-Wechselrichter, Gleichstrom/Gleichstrom-Wandler und Wechselstrom/Wechselstrom-Umsetzer. Galvanisch trennende Varianten nutzen einen hochfrequenten Transformator zur Isolation. Die Ausgangsgröße passt sich der geforderten Spannung und dem Stromprofil an, ohne mechanische Komponenten.

Steuerung und Leistungsteil

Im Zentrum stehen Halbleiterstufen und eine eingebettete Systemsteuerung, die im Zuge der Digitalisierung modellbasierte Regelalgorithmen, Echtzeit-Taktung und Zustandsüberwachung vereint. Das ermöglicht präzise Bewegungssteuerung, kontrollierte Bremsvorgänge und konfigurierbare Rampen. Integrierte Sicherheitsfunktionen wie STO (Safe Torque Off) mindern Risiken direkt im Antrieb. Feldbus- und Edge-Anbindung liefern Zustandsdaten für vorausschauende Instandhaltung und erlauben die kooperative Regelung mehrerer Achsen in komplexen Zellen.

Industrielle Anwendungen

Variable Drehzahlregelung macht Umrichter in Produktionsanlagen und Infrastruktur vielseitig einsetzbar. Ein typischer Fall sind positionierbare Achsen mit sensitivem Drehmomentprofil. In Dosierlinien verhindert eine drehzahlvariable Pumpe Druckspitzen, senkt den Energiebedarf und stabilisiert den Materialfluss.

  • Pumpenantrieb: In der Kläranlage regelt der Wandler die Förderhöhe lastabhängig und passt die Leistung an den Bedarf an.
  • Ventilator: In HVAC-Systemen wird der Volumenstrom stufenlos geregelt.
  • Kompressor: Drehzahlvariable Verdichtung reduziert Leerlaufphasen in der Prozessluft.
  • Bergbau: Förderbandantriebe erhalten schlupffreie Anlauf- und Stoppkurven.
  • Motorsteuerungsanwendung: Präzisionsachsen profitieren von ruckarmer Positionierung und reproduzierbaren Rampen.

Energie und Netzqualität

Die Lastanpassung ermöglicht unmittelbare Energieeinsparung, da nicht dauerhaft Nennleistung abgerufen wird. Ein hoher Wirkungsgrad des Leistungsteils in Kombination mit Rückspeisung reduziert Verluste und Emissionen. Netzrückwirkungen mindern Filter, aktive Frontends und Oberschwingungsreduzierung. So bleibt die Spannungsqualität auch bei Teillast stabil, was die Versorgung empfindlicher Verbraucher schützt und die Elektrifizierung energieintensiver Aggregate unterstützt.

Auswahl und Integration

Die Auslegung beginnt mit Motordaten, zulässiger Spannung, Nennstrom und Umgebungsbedingungen. Mechanik und Kühlung werden auf den Schaltschrankeinbau abgestimmt. Kommunikationsmodule, Adapter und eine Fernbedieneinheit binden das Gerät in die Zelle ein. Für ein anforderungsgerechtes Anlagendesign zählen Schutzart, Bremskonzept und Feldbusintegration. Eine Hybridlösung mit Batterie kommt bei Pufferung oder Spitzenlastmanagement in Betracht.

  • Spannung: Netz- und Motorverträglichkeit inklusive Isolation und Überspannungskategorie festlegen.
  • Schaltschrankeinbau: Platz, Kühlweg, EMV-Abschirmung und Wartungszugang klären.
  • Anlagendesign: Feldbus, Topologie, Redundanzen und Rückspeiseoptionen planen.
  • Adapter: E/A-Erweiterungen, Sensorik und Feedback-Kanäle berücksichtigen.
  • Fernbedieneinheit: Parametrierung, Lokalisierung und Bedienkonzept definieren.
  • Hybridlösung: Batterie für Netzentlastung, Pufferung oder Kurzzeitbetrieb dimensionieren.

Normen, Qualität und Betrieb

Normen und Zertifizierungen bilden den Rahmen: IEC 61800-x für regelbare elektrische Antriebe, IEC 61800-5-1 zur Sicherheit sowie IEC 60146 für Halbleiter-Stromrichter. Die Einhaltung weist der Hersteller in Datenblättern nach. Sorgfältige Überprüfung senkt die Fehlerquote. Im Betrieb sichern Überwachung, Support, Reparatur und strukturierte Fehlersuche die Verfügbarkeit. Datensplitter aus Logs unterstützen Root-Cause-Analysen. In Beschaffungsportalen werden Varianten im Warenkorb zusammengestellt. Ein Benutzerkonto verwaltet Copyright-Hinweise, Dokumente und Rechnungen inklusive Umsatzsteuer. Risikopositionen lassen sich versichern.

Vorteile und technische Eigenschaften

Die Geräte ermöglichen fein skalierbare Prozessregelung, die Produktqualität und Taktstabilität in automatisierten Zellen erhöht. Intelligente Rampen, Momentbegrenzung und synchronisierte Bewegungssteuerung unterstützen empfindliche Werkstücke. Diagnostikfunktionen im Controller liefern präzise Zustandsgrößen für zustandsorientierte Instandhaltung und planbare Servicefenster. Damit steigt die Transparenz im Antriebssystem, und präzise Parametrierung verbessert die Störungstoleranz gegenüber Lastspitzen.

Herausforderungen und Gegenmaßnahmen

EMV-gerechter Aufbau bleibt Pflicht: kurze Motorleitungen, geschirmte Zuleitungen, sternförmige Erdung und optimierte Filterung mindern Störungen. Sorgfältiges Layout im Schaltfeld verhindert Kopplungen, Drosseln glätten Stromrippel, und sensible Sensorik wird getrennt geführt. Ein sauberes Inbetriebnahmeverfahren mit dokumentierten Grenzwerten verhindert Überraschungen im späteren Betrieb und stabilisiert die Regelgüte langfristig.

Vergleich gängiger Stromrichter

Grundlegende Eigenschaften von Frequenzumrichter und Gleichstrom-Umrichter
MerkmalFrequenzumrichter (VFD)Gleichstrom-Umrichter (DC/DC-Wandler)
EingangsgrößeWechselspannung (AC)Gleichspannung (DC)
AusgangsgrößeVariable Wechselspannung/-frequenzVariable Gleichspannung
Typische AnwendungAC-Motoren (Drehzahlregelung)DC-Motoren, Batteriemanagement, LED
WirkungsgradSehr hoch bei variabler LastSehr hoch
SchaltprinzipPulsweitenmodulation (PWM)Zerhacken (Chopper), PWM
NormreferenzIEC 61800-5-1 (Sicherheit)IEC 60146 (Halbleiter-Stromrichter)

Übersicht bekannter Hersteller

Relevante Anbieter sind Siemens, ABB, Schneider Electric, Danfoss, Yaskawa, Rockwell Automation, Eaton, Mitsubishi Electric, Lenze, Delta Electronics, KEB, NORD Drivesystems, Omron und Vacon. Diese Portfolios decken von kompakten Geräten bis zu modularen Großumrichtern ein breites Spektrum für Industrie und Infrastruktur ab, einschließlich Tools für Parametrierung, digitale Zwillinge und Lifecycle-Services.

Hersteller sind Blumenbecker Gruppe, Celeroton AG, HKR - Elektrotechnischer Gerätebau GmbH, Lovato Electric GmbH, Getriebebau Nord GmbH & Co. KG, VEM Sachsenwerk GmbH, VEM transresch GmbH

FAQ zu Umrichter

Wie schnell rechnen sich Investitionen in Umrichter für Unternehmen?

Die Amortisationszeit von Umrichtern variiert je nach Anwendung und Energiepreisen, liegt jedoch meist zwischen einem und drei Jahren. Durch die bedarfsgenaue Steuerung der Motorleistung lassen sich Energieeinsparungen von 30 bis 60 Prozent erzielen. Gleichzeitig reduzieren geringere mechanische Belastungen den Wartungsaufwand und verlängern die Lebensdauer der Anlagen. Förderprogramme für Energieeffizienzmaßnahmen können die Wirtschaftlichkeit weiter erhöhen.

Welche Funktion haben moderne Umrichter in der Industrie 4.0?

Moderne Umrichter fungieren als zentrale Datenschnittstellen und Aktuatoren in Industrie 4.0-Systemen. Sie erfassen Betriebsdaten wie Strom, Spannung und Temperatur in Echtzeit und übermitteln diese über Feldbusse an Steuerungen oder Edge-Geräte. Die gewonnenen Informationen ermöglichen vorausschauende Wartung, optimierte Prozessabläufe und eine flexible Anpassung an wechselnde Produktionsanforderungen. Damit verbinden sie die physische mit der digitalen Ebene industrieller Prozesse.

Wie lässt sich die bei Bremsvorgängen entstehende Energie in Umrichtern nutzen?

Die bei Bremsvorgängen entstehende Rückenergie kann in Umrichtern auf drei Wegen verwendet werden: durch Rückspeisung ins Stromnetz über rückspeisefähige Netzteile, durch Wärmeumwandlung in Bremswiderständen, wenn Rückspeisung technisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, oder durch Zwischenspeicherung in Energiespeichern wie Batterien oder Superkondensatoren für eine spätere Nutzung.

Wie senken Stromrichter den CO2-Ausstoß?

Stromrichter verringern den CO2-Ausstoß vor allem durch höhere Energieeffizienz in industriellen Prozessen. Sie passen Drehzahl und Drehmoment von Elektromotoren präzise an den tatsächlichen Bedarf an und vermeiden so unnötigen Energieverbrauch. Durch sanftes Anfahren und Stoppen werden zudem Bauteile geschont, ihre Lebensdauer verlängert und der Bedarf an Neuproduktionen reduziert. Dadurch sinken die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus der Anlage.

Welche Wartungsmaßnahmen verlängern die Lebensdauer eines industriellen Antriebssystems?

Regelmäßige Wartung, insbesondere der Kühlkomponenten, ist entscheidend für die Lebensdauer eines Antriebssystems. Dazu zählen Reinigung oder Austausch von Lüftern und Luftfiltern, um Überhitzung zu vermeiden. Elektrische Anschlüsse sollten regelmäßig auf festen Sitz und Korrosion geprüft und bei Bedarf nachgezogen werden. Software-Updates und die Überwachung von Betriebsparametern helfen, Störungen frühzeitig zu erkennen und Ausfälle zu verhindern.

Welche typischen Installationsfehler bei Frequenzumrichtern sollten vermieden werden

Zu den häufigsten Installationsfehlern zählen unzureichende EMV-Maßnahmen, etwa fehlende oder falsch verlegte Schirmungen der Motorleitungen. Ebenso führen mangelhafte Erdung oder ein fehlendes Potenzialausgleichskonzept zu Störungen und erhöhter Anfälligkeit. Auch unzureichende Belüftungsabstände im Schaltschrank verkürzen die Lebensdauer. Eine fehlerhafte Parametrierung des Umrichters auf den Motor kann zudem ineffizienten Betrieb oder Schäden verursachen.

Welche Anforderungen gelten für den Einsatz von Wandlern in explosionsgefährdeten Bereichen?

Wandler in explosionsgefährdeten Bereichen benötigen ATEX-Zulassungen. Sie müssen eigensicher konstruiert sein und über Gehäuse verfügen, die Zündquellen für brennbare Gase oder Stäube verhindern. Zudem sind festgelegte Temperaturgrenzen sowie zugelassene Kabeldurchführungen und Anschlusstechniken einzuhalten. Die Auswahl erfolgt entsprechend der ATEX-Zone und Gerätegruppe, um Sicherheitsvorgaben zu erfüllen.

Hintergrund: Umrichter

  • Umrichter Wikipedia

    Umrichter (AC/AC-Konverter) erzeugen aus Wechselspannung neue Wechselspannung mit anderer Frequenz und Amplitude. Wichtige Topologien: indirekt mit DC‑Zwischenkreis (VSI/CSI), direkte Matrix‑Konverter und Mischformen; häufig als Frequenzumrichter für Motorsteuerung, ohne mechanische Teile.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: April 2026