Terminal Blocks vs. M8/M12
Letzte Änderung: , Autor: CONECTRONICS, Fachartikel
Warum Reihenklemmen weiterhin unverzichtbar sind!
M8- und M12-Steckverbinder ermöglichen schnelle, standardisierte Verbindungen im Feld. Doch Reihenklemmen bleiben unverzichtbar: Sie bieten entscheidende Vorteile bei individueller Verdrahtung, Potentialverteilung, Diagnose, Service und Erweiterungen. Der Fachartikel zeigt, warum beide Technologien moderne Automatisierungskonzepte sinnvoll ergänzen.
Terminal Blocks im industriellen Umfeld
Warum Reihenklemmen trotz M8- und M12-Rundsteckverbindern weiterhin unverzichtbar sind
Die industrielle Automatisierung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Klassische Verdrahtungskonzepte mit Reihenklemmen und Schaltschrankverdrahtung werden zunehmend durch vorkonfektionierte Leitungen und standardisierte Rundsteckverbinder ergänzt. Insbesondere M8- und M12-Steckverbinder haben sich in der Sensorik und Aktorik als etablierte Schnittstelle zwischen Feldgeräten und Steuerungstechnik durchgesetzt.
Ihre Vorteile liegen auf der Hand: schnelle Montage, standardisierte Schnittstellen, hohe Schutzarten und eine einfache Austauschbarkeit von Sensoren und Aktoren. Dennoch bedeutet die zunehmende Verbreitung von M8 und M12 keineswegs das Ende der Terminal-Block-Technologie.
Reihenklemmen und Steckverbinder erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Während M8- und M12-Systeme für standardisierte Feldanschlüsse und schnelle Verbindungen geeignet sind, bieten Terminal Blocks Vorteile bei Flexibilität, individueller Verdrahtung, hoher Anschlussdichte, Service und strukturierter Signalverteilung.
Entscheidend ist daher nicht, welche Technologie grundsätzlich besser ist, sondern wo innerhalb der elektrischen Architektur ihre jeweiligen Stärken zum Einsatz kommen.
M8 und M12 – die Alternative im Feld
M8- und M12-Rundsteckverbinder haben insbesondere in der industriellen Sensorik eine starke Verbreitung erfahren.
Sie ermöglichen die schnelle Verbindung von:
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Sensoren
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Aktoren
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Ventilen
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Lichtschranken , ect.
Warum M8 und M12 Terminal Blocks nicht vollständig ersetzen
Auf den ersten Blick könnte man argumentieren:
Wenn Steckverbinder schneller und einfacher zu montieren sind, warum braucht man dann überhaupt noch Reihenklemmen?
Die Antwort liegt in der unterschiedlichen Systemarchitektur.
Ein M8- oder M12-Steckverbinder ist hervorragend geeignet, ein Gerät schnell und eindeutig mit einer Leitung zu verbinden.
Eine Reihenklemme ist dagegen besonders stark, wenn viele unterschiedliche Leitungen, Potentiale oder Funktionen flexibel miteinander verbunden, verteilt oder getrennt werden müssen.
Damit unterscheiden sich die Technologien bereits grundsätzlich.
| Kriterium | Terminal Blocks | M8/M12 |
|---|---|---|
| Individuelle Verdrahtung | Sehr hoch | Begrenzt |
| Steckbarkeit | Je nach System | Sehr hoch |
| Standardisierung | Hoch | Sehr hoch |
| Sensoranschluss im Feld | Möglich | Sehr gut geeignet |
| Schaltschrankverdrahtung | Sehr gut geeignet | Weniger typisch |
| Potentialverteilung | Sehr gut | Nur eingeschränkt |
| Service-/Messstellen | Sehr gut | Begrenzt |
| Anpassbarkeit | Sehr hoch | Eher begrenzt |
| Vorkonfektionierung | Möglich | Sehr gut |
| Schutzart im Feld | Systemabhängig | Sehr gut |
| Hohe Anschlussdichte | Sehr gut | Abhängig von Stecker/Variante |
Der entscheidende Vorteil: Flexibilität
Einer der größten Vorteile von Terminal Blocks ist ihre Flexibilität bei der Verdrahtung. In industriellen Anlagen müssen Signale häufig individuell verteilt oder angepasst werden.
So kann ein Sensor zunächst direkt auf einen SPS-Eingang geführt werden. Später können sich die Anforderungen ändern:
-
ein Signal wird auf einen zweiten Eingang verteilt,
-
ein Messgerät wird ergänzt,
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eine Sicherung oder Trennstelle wird integriert,
-
ein zusätzlicher Verbraucher kommt hinzu.
Mit einem entsprechend aufgebauten Klemmenkonzept lassen sich solche Änderungen einfach umsetzen.
Bei einer vollständig vorkonfektionierten M8/M12-Struktur können Änderungen dagegen zusätzliche Komponenten oder Anpassungen der Verkabelung erfordern.
Wo Terminal Blocks weiterhin überlegen sind
Die Stärken der Reihenklemmen kommen insbesondere dort zum Tragen, wo eine elektrische Infrastruktur individuell aufgebaut und langfristig verändert werden soll.
Dazu gehören beispielsweise:
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komplexe Maschinensteuerungen
-
große Schaltschränke
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Energieverteilungen
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kundenspezifische Anlagen
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Prüfstände
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Anlagen mit vielen unterschiedlichen Signaltypen
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Systeme mit vielen Service- und Messstellen
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Anlagen mit häufigen Erweiterungen
-
Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Spannungsebenen
Hier bietet die Reihenklemme einen entscheidenden Vorteil:
Sie ist nicht nur Verbindungselement, sondern gleichzeitig Strukturierungs-, Verteilungs- und Serviceschnittstelle.
Die Kombination beider Technologien ist häufig die beste Lösung
In modernen Maschinen und Anlagen muss die Entscheidung deshalb nicht „Terminal Block oder M12“ lauten.
Ein hybrides Konzept kann die jeweiligen Vorteile kombinieren.
Ein mögliches Architekturbeispiel:
Sensor
↓
M12-Steckverbinder
↓
Sensor-/Aktorleitung
↓
dezentrale I/O
↓
Steuerung
Parallel dazu:
24-V-Netzteil
↓
Sicherungs-/Verteilerklemmen
↓
Potentialverteilung
↓
Aktoren / I/O / Feldgeräte
Und im Schaltschrank:
Feldleitungen
↓
Reihenklemmen
↓
Trenn-/Messstellen
↓
SPS / Steuerung
Damit wird deutlich: M8/M12 und Terminal Blocks sind keine zwingenden Gegenspieler.
Sie können unterschiedliche Ebenen derselben Automatisierungsarchitektur bedienen.
Fazit
M8- und M12-Rundsteckverbinder ermöglichen schnelle, standardisierte und robuste Verbindungen und sind insbesondere in der Sensor-/Aktor-Ebene etabliert.
Daraus folgt jedoch nicht, dass Terminal Blocks überflüssig werden. Ihre Stärken liegen bei Flexibilität, individueller Verdrahtung, Potentialverteilung, hoher Anschlussdichte, Diagnose, Wartung und Erweiterbarkeit.
Die Stärke der Terminal-Block-Technologie geht dabei über die reine Verbindung hinaus: Sie ermöglicht, elektrische Anlagen zu strukturieren, zu verteilen, zu schützen, zu prüfen und langfristig anzupassen.
M8/M12 eignen sich besonders für standardisierte Feldverbindungen, Terminal Blocks für eine strukturierte und flexible elektrische Infrastruktur.
Die moderne Lösung ist daher häufig eine Kombination:
M8/M12 für schnelle Feldverbindungen – Terminal Blocks für Flexibilität, Verteilung, Diagnose und langfristige Anpassbarkeit.
So lassen sich Automatisierungssysteme effizient installieren und zugleich service- und erweiterungsfähig gestalten.