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SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) Hersteller – 11 im Vergleich

Eine Sps (Speicherprogrammierbare Steuerung, englisch PLC – Programmable Logic Controller) ist eine industrielle Computer-Einheit zur deterministischen Verarbeitung von Steuerungsaufgaben in der Automatisierungstechnik. In der Fördertechnik, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Prozessindustrie koordiniert die SPS Taktfolgen, Safety-Zonen und die Anbindung an Feldbusse und Industrial-Ethernet-Netzwerke in Echtzeit. Bei der Beschaffung zählen messbare Eigenschaften: Zykluszeit gemäß IEC 61131-2 und Hersteller-Datenblatt, deterministische Kommunikationslatenz, Sicherheitsfunktionen nach ISO 13849-1/-2 und IEC 62061 (Maschinensicherheit) bzw. IEC 61511 (Prozessindustrie) auf Grundlage von IEC 61508, IT-Sicherheit nach IEC 62443 sowie Schutzart und Temperaturbereich nach DIN EN 60529 und der EN-60068-Familie.
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SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) Fachartikel

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Über SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung)

Die SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) steuert Maschinen und Produktionsanlagen, verarbeitet jedes Eingangssignal digital oder analog und erzeugt passende Ausgangssignale für Aktoren. Das Akronym SPS bezeichnet die Technologie und ist im Fachgebrauch die übliche Schreibweise. Ein Industriecomputer führt das Anwendungsprogramm aus, setzt die Steuerungslogik um und koordiniert die Datenverarbeitung in der Produktionslinie.

Ein Prozessor mit Mikrocontroller-Architektur übernimmt Rechenoperationen, adressiert Operanden im Speicher und schreibt Ergebnisse an die Ausgangskarte. Die Steuerungsaufgabe umfasst Ablaufsteuerung, Verriegelung und Prozesssteuerung mit deterministischen Reaktionszeiten. Die Stromversorgung speist die Elektronik mit typischen 24 V Gleichspannung, während eine robuste Verdrahtung über Reihenklemmen oder Busklemmen die Verkabelung strukturiert.

Programmzyklus und Arbeitsablauf

Der Programmzyklus startet mit dem Einlesen der Sensorik, führt das Steuerprogramm aus und schreibt die Ausgänge zurück an die Aktoren. Allgemeine Begriffe sind in IEC 61131-1 definiert; Anforderungen an Verarbeitungsgeschwindigkeit, Zeitverhalten und Prüfungen regelt IEC 61131-2 zusammen mit dem jeweiligen Hersteller-Datenblatt. Typische Zykluszeiten liegen je nach SPS-Klasse im Bereich von unter 1 ms bis etwa 10 ms; die Reaktionszeit auf der Signalebene bleibt damit deterministisch im Millisekundenbereich. Die Ablaufsteuerung prüft logische Verriegelungen, verhindert Logikfehler und priorisiert Alarme im Fehlerfall.

  • Sensorik: Lichtschranke, Endschalter, Temperaturfühler, Füllstandssensor
  • Aktoren: Förderband, Ventil, Werkzeug, Servoantrieb für Motion
  • Signalketten: Steckmodul für E/A, Ausgangskarte für Lasten, Busklemme für dezentrale Peripherie
  • Funktionen: Zeitrelais, Zähler bis 1 Milliarde Schritte, Versionierung jedes Programmteils

Anwendungsfall: Eine Getränkeindustrie-Linie regelt per Ablaufsteuerung acht Zonen, steuert drei Förderbänder und sichert den Füllstand mit 20 ms Reaktionszeit. Die Verriegelung stoppt das Werkzeug beim Öffnen einer Schutztür. Der Programmcode adressiert Operanden deterministisch, und ein Update ergänzt eine Modifikation ohne Beschränkung der Sicherheitslogik.

Architektur und Schnittstellen

Die Architektur integriert einen Hauptprozessor (CPU), Speicherbereiche für Programm und Daten sowie modulare Ein-/Ausgabebaugruppen. Eine typische Ausgangskarte liefert 2 A pro Kanal, eine Eingangsbaugruppe erfasst 16 oder 32 digitale Signale. Schutzart nach DIN EN 60529 (häufig IP20 im Schaltschrank, IP65/IP67 für dezentrale Peripherie) und der spezifizierte Temperaturbereich sichern den Betrieb in industrieller Umgebung. Galvanische Trennung verhindert Störeinkopplungen.

Auf der Bedien- und Visualisierungsebene koppelt ein HMI-Bedienpult – touchbasiert oder mit Tasten und Hardware-Wahlschalter – die SPS an den Maschinenbediener; größere Anlagen nutzen darüber hinaus SCADA-Systeme. Auf der Feldebene haben Industrial-Ethernet-Protokolle die klassischen Feldbusse weitgehend abgelöst:

  • PROFINET (IEEE 802.3 / IEC 61158/61784)
  • EtherCAT (IEC 61158, in Maschinenneubauten heute dominierend)
  • EtherNet/IP (IEC 61158)
  • Modbus TCP
  • Sercos III (Motion-Anwendungen)
  • POWERLINK
  • CC-Link IE (vor allem Asien)

Klassische Feldbusse wie Profibus DP, CANopen und AS-Interface sind weiterhin im Bestand vertreten, werden in Neuanlagen aber zunehmend durch Industrial Ethernet ersetzt. Auf der Sensor-/Aktor-Ebene hat sich IO-Link (IEC 61131-9) als herstellerunabhängiger Punkt-zu-Punkt-Standard für intelligente Geräte etabliert. Eine saubere Feldverkabelung über Reihenklemmen und ein normgerechter Schutzleiteranschluss sichern den elektrischen Aufbau und die Personensicherheit.

Varianten und Einsatzfelder

Kompaktsteuerungen arbeiten als Einzelgerät mit fester I/O-Zahl, die Mini-SPS adressiert einfache Maschinensteuerungen, und eine integrierte Lösung bündelt Steuerungstechnik mit Motion und Regelungstechnik. Eine Automatisierungslösung ersetzt in der Modernisierung ein Relaissystem und senkt die Ausfallzeit durch integrierte Diagnose. Anlagenbau und Anlagenmodernisierung profitieren von Skalierung über Ausbaumöglichkeiten, während eine Beschränkung im Speicher über eine Erweiterungskarte aufgehoben wird.

Beispiel: In einer Verpackungslinie der Getränkeindustrie koppelt die SPS acht Anlagenteile (Füller, Verschließer, Etikettierer, Inspektion, Palettierer, Förderstrecken) per PROFINET und EtherCAT. Die Engineering-Software prüft das Anwenderprogramm gegen die SPS-Logik, dokumentiert Programmänderungen versioniert und stellt für die Inbetriebnahme detaillierte Diagnosedaten je Baugruppe bereit. Die Sicherheitssteuerung überwacht Schutztüren und Lichtgitter mit deterministischer Reaktionszeit nach ISO 13849-1; Statusanzeigen am HMI-Bedienpult werden typisch im Bereich von 200 bis 500 ms aktualisiert.

Auswahl, Konfiguration und Normen

Eine Engineering-Software (z. B. TIA Portal, CODESYS, Studio 5000, Automation Studio) konfiguriert und programmiert die SPS – lokal per USB oder remote über TCP/IP. Die Wahl beeinflusst Konnektivität, Datenhandling und Installationsaufwand. Eine Kostenanalyse bewertet die Mehrkosten zusätzlicher I/O-Karten und Erweiterungsbaugruppen; eine konsequente Versionierung im Engineering-System hält Programmänderungen, Parameteranpassungen und Inbetriebnahme-Stände rückverfolgbar. Schnittstellen zu MES-, ERP- und Cloud-Plattformen erfolgen typischerweise über OPC UA, MQTT oder REST-APIs.

Technische Auswahlkennwerte mit Normbezug
Eigenschaft Messgröße Norm/Bezug
Zykluszeit 1–10 ms je nach Programmcode IEC 61131-1
Speicherkapazität 512 kB–8 MB für Anwendungsprogramm Datenblatt des Herstellers
I/O-Flexibilität Steckmodul oder Busklemme DIN EN 61131-2
Kommunikation Feldbus/Protokoll: Profibus, PROFINET, EtherNet/IP IEC 61158, IEEE 802.3
Schutzart IP20–IP67 DIN EN 60529
Temperaturbereich -20 °C bis +60 °C EN 60068

Eine Architektur-Review prüft die Automatisierungsanforderung gegen Skalierung und Konfiguration, begrenzt Beschränkungen durch modulare Baugruppen und hält die Konnektivität stabil. Eine Modernisierung migriert das Steuerungsprogramm strukturiert, und eine Dokumentation sichert die Nachvollziehbarkeit des Arbeitsablaufs über alle Projektphasen.

Hersteller sind ATS-Systeme, Baust Stanztechnologie GmbH, Bolder automation GmbH, Eichler GmbH, Großmann Lasertechnik, IMT Services GmbH, SPS Schiekel Präzisionssysteme GmbH, Lovato Electric GmbH, Elnic in Dresden GmbH, NTC-Systems GmbH, Ox4S GmbH

FAQ zu SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung)

Wie setzen sich die Gesamtkosten einer SPS-Anlage über den gesamten Lebenszyklus zusammen?

Die Lebenszykluskosten einer SPS-Anlage umfassen Anschaffung, Installation sowie laufende Betriebs- und Wartungsaufwände. Dazu gehören Energieverbrauch, Softwarelizenzen, Ersatzteile und Personalkosten für Programmierung und Instandhaltung. Für eine realistische Wirtschaftlichkeitsbewertung sollten zusätzlich bis zu 50 Prozent der Anschaffungskosten für Betrieb und Wartung über eine Nutzungsdauer von 10 bis 15 Jahren eingeplant werden.

Welche Normen regeln die Cybersecurity von industriellen Steuerungen?

Für die Cybersecurity industrieller Steuerungen ist die Normenreihe IEC 62443 zentral. Sie definiert Sicherheitsanforderungen für Automatisierungs- und Steuerungssysteme in Entwicklung, Betrieb und Wartung. Eine Zertifizierung nach IEC 62443-3-3 gilt als Maßstab für technische Widerstandsfähigkeit und sollte bei der Systemauswahl mindestens erfüllt sein. Für die funktionale Sicherheit gelten ergänzend ISO 13849-1/-2 und IEC 62061 (Maschinensicherheit) sowie IEC 61511 (Prozessindustrie); beide bauen auf der Grundnorm IEC 61508 auf.

Wie lassen sich SPS-Systeme effizient in Industrie-4.0-Architekturen einbinden?

SPS-Systeme werden über offene Protokolle wie OPC UA oder MQTT an übergeordnete MES- oder Cloud-Plattformen angebunden. So entsteht ein durchgängiger Datenaustausch von der Feldebene bis zur Unternehmenssteuerung, der Analysen und vorausschauende Wartung ermöglicht. Eine native Unterstützung dieser Protokolle reduziert Integrationsaufwand und gewährleistet konsistente Datenströme.

Welche nicht-technischen Faktoren sind bei der Auswahl einer SPS entscheidend?

Neben technischen Daten sind das Hersteller-Ökosystem, ein zuverlässiger technischer Support und die langfristige Ersatzteilverfügbarkeit ausschlaggebend. Eine etablierte Programmierumgebung mit aktiver Community und Schulungsangeboten reduziert Inbetriebnahme- und Wartungsaufwand. Empfehlenswert sind Anbieter, die eine Produktlebensdauer von mindestens 15 Jahren garantieren, um Obsoleszenzrisiken zu vermeiden.

Welche Fachkompetenzen sind für die Programmierung moderner SPS erforderlich?

Programmierfachkräfte benötigen vertiefte Kenntnisse der IEC 61131-3-Sprachen, in modernen Engineering-Tools vor allem Strukturierter Text (ST/SCL), Funktionsbausteinsprache (FUP/FBD), Kontaktplan (KOP/LD) und Ablaufsprache (AS/SFC). Die Anweisungsliste (AWL/IL) wurde mit IEC 61131-3 Edition 3 (2013) als „deprecated" gekennzeichnet und in aktuellen Tools wie Siemens TIA Portal (ab V17/V18) für neue Projekte abgekündigt – Bestandscode wird oft nach ST migriert. Ergänzend sind Kenntnisse industrieller Netzwerke (PROFINET, EtherCAT, OPC UA), Safety-Programmierung nach ISO 13849, Diagnose- und Visualisierungslösungen sowie OT-Cybersecurity nach IEC 62443 erforderlich. Jährliche Weiterbildungen von drei bis fünf Tagen halten den Stand der Technik aktuell.

Wie erhöhen Automatisierungssysteme die Energieeffizienz von Produktionsanlagen?

Automatisierungssysteme steigern die Energieeffizienz, indem sie Prozesse optimieren, Leerlaufzeiten minimieren und drehzahlvariable Antriebe bedarfsgerecht steuern. Durch präzise Erfassung und Analyse des Energieverbrauchs lassen sich Engpässe erkennen und Lastspitzen vermeiden. Eine lastabhängige Regelung von Antrieben und Pumpen ermöglicht Einsparungen von bis zu 20 Prozent im Teillastbetrieb.

Was umfasst ein effizientes Lebenszyklusmanagement in der Steuerungstechnik?

Ein effizientes Lebenszyklusmanagement in der Steuerungstechnik beinhaltet planmäßige Wartung, regelmäßige Software-Updates, proaktives Obsoleszenzmanagement und eine vorausschauende Migrationsstrategie. Ziel ist die Sicherung der Betriebsbereitschaft, die Steigerung der Anlagenverfügbarkeit und die Reduzierung ungeplanter Stillstände. Ein jährlich überprüfter Ersatzteilplan für kritische Komponenten optimiert die Lagerhaltung und verkürzt Beschaffungszeiten.

Was ist eine SPS und wofür wird sie eingesetzt?

Eine SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung, englisch PLC) ist eine industrielle Computer-Einheit, die Eingangssignale von Sensoren digital oder analog verarbeitet und auf Basis eines Anwenderprogramms passende Ausgangssignale für Aktoren erzeugt. Eingesetzt wird die SPS in nahezu allen Bereichen der Automatisierung: in Werkzeug- und Verpackungsmaschinen, in der Fördertechnik, in der Prozess- und Verfahrenstechnik, in der Gebäudeautomation sowie in der Energie- und Wassertechnik. Programmiert wird sie nach IEC 61131-3 in einer der fünf Standardsprachen (ST, FUP, KOP, AS und – als deprecated – AWL).

Hintergrund: SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung)

  • Speicherprogrammierbare_steuerung Wikipedia

    Eine SPS ist eine digital programmierbare Steuerung für Maschinen und Anlagen. Sie setzt Steuerungslogik per Software um und hat festverdrahtete, verbindungsprogrammierte Systeme weitgehend abgelöst.

Diese Anbieterliste SPS (Speicherprogrammierbare Steuerung) umfasst auch: MINI SPS, Integrierte PLC, SPS Cockpit, SPS Schränke, Intelligente PLC, PLC

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Mai 2026