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Dichtungsdurchführungen Hersteller

Dichtungsdurchführungen sind Bauteile zur Abdichtung von Kabel-, Rohr- und Leitungsdurchtritten in Bauwerken gegen Wasser, Gase und Partikel. Dies sichert die Bauwerksabdichtung und mindert Risiken wie Korrosion und Schimmel. Die Wirkung entsteht durch Kompression elastischer Elemente aus EPDM oder NBR und durch formschlüssige Klemmung, ergänzt um Edelstahlkomponenten. Ausführungen reichen von Ringraumabdichtungen bis zu modularen Systemen. Anwendungen sind Hauseinführungen, Anlagenbau und erdverlegte Netze. Schutzarten bis IP68 sowie DIN 18533 sind gebräuchlich.

Liste Hersteller Dichtungsdurchführungen

Gottlieb-Daimler-Strasse 11, 71394 Kernen
Germany

Mehr über Dichtungsdurchführungen

Dichtungsdurchführungen sichern Übergänge, an denen Kabel, Rohre oder Leitungen Bauteile durchdringen, gegen Wasser, Gase und Partikel. Sie erhalten die Abdichtung eines Bauwerks und schützen dahinterliegende Bereiche vor Folgeschäden wie Korrosion oder Schimmel. Die Systeme reichen von der kompakten Ringraumabdichtung bis zu modularen Lösungen für komplexe Medienbündel. Einsatzfelder sind der private Hausanschluss, technische Zentren, der industrielle Anlagenbau sowie Netze im Erdreich und unter Verkehrsflächen.

Grundlagen und Funktionsweise

Aufbau und Wirkprinzip

Ein Dichtsystem verbindet die Durchdringung mit dem Baukörper durch Kompression elastischer Elemente, formschlüssige Einspannung und adhäsive Haftung. Häufig verwendete Elastomere sind EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) und NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk). Bauteile aus Polyamid (PA) steuern Klemm- und Führungskräfte. Gehäuse- oder Pressringe aus Edelstahl V2A/V4A liefern Dauerfestigkeit und Korrosionsschutz. Eine saubere Montagefläche, passgenaue Durchmesser und ein definiertes Anzugsdrehmoment sind Voraussetzung für reproduzierbare Dichtheit.

Bedeutung im Bauwesen

Gestiegene Anforderungen an Energiehaushalt, Umweltschutz und Gebäudeschadensfreiheit erhöhen die Relevanz zuverlässiger Dichtungslösungen. Undichte Schnittstellen gefährden elektrische Installationen, begünstigen Feuchteeintrag in die Konstruktion und können Medienmigration in den Untergrund auslösen. Normgerechte Planung und dokumentierte Ausführung vermeiden spätere Sanierungen und erleichtern die Zustandsüberwachung in Betrieb und Instandhaltung.

Typen und Anwendungen

Spezialisierte Kabeleinführungen und Hauseinführungen

Für variierende Leitungsdurchmesser werden modulare oder geteilte Kabeleinführungen eingesetzt. Die Schreibweise Kabeleinführung beziehungsweise Kabeleinfuehrung ist gebräuchlich. Hauseinführungen (auch Hauseinfuehrung) binden Versorgungsleitungen in Kellerwände und Bodenplatten ein. Komponenten wie Futterrohr und Mauerkragen stabilisieren die Anbindung an die Innenwandung, erlauben die Integration in die Einschalung oder die nachträgliche Kernbohrung und unterstützen die IP68-Anforderungen an dauerhaftes Untertauchen. Geteilte Systeme erleichtern die Nachinstallation ohne Leitungsunterbrechung.

Anwendungen im Tiefbau und Rohrleitungsbau

Im Tiefbau und im Rohrleitungsbau kommen robuste Ringraumabdichtungen, Kompaktdichtungsvarianten und Sonderdichtungen für hohe Drücke und aggressive Medien zum Einsatz. In Anlagen des Pipelinebaus sind chemische Beständigkeit, Gasdichtheit und mechanische Belastbarkeit maßgeblich. Hierfür werden Edelstahlkomponenten und medienresistente Elastomere mit geeigneter Beschichtung kombiniert, um Korrosion im Erdreich oder bei Spritzwasser zu minimieren.

Materialien, Schutzarten und technische Spezifikationen

Materialien und ihre Eigenschaften

Edelstahl nach DIN EN 10088 (z. B. V2A/V4A) bietet Korrosions- und Festigkeitsreserven für Anwendungen im Erdreich und im Außenbereich. EPDM und NBR gemäß ISO 1629 decken große Temperaturspannen ab und widerstehen Ozon sowie vielen Medien. Polyamid (PA) nach DIN EN ISO 1043 wird für Gehäuse- und Klemmbaugruppen genutzt. Eine geeignete Beschichtung kann UV-Schutz oder Abriebfestigkeit erhöhen und galvanische Effekte in Mischbaugruppen reduzieren.

Schutzarten und Normenbezug

Die Schutzart nach IEC 60529 definiert Staub- und Wasserschutz über den IP-Code. Für erdberührte oder flutgefährdete Einbausituationen ist IP68 maßgeblich, da sie die Dichtheit bei dauerhaftem Untertauchen unter spezifizierten Druckbedingungen beschreibt. Für Bauwerksabdichtungen liefert DIN 18533 Planungsgrundlagen in Abhängigkeit von Wasserbeanspruchungen, Wandaufbauten und Anschlussdetails.

Auswahlkriterien für Abdichtungslösungen

Die Auslegung beginnt mit der Analyse des Mediums, der Einbaulage und der Montagefolge. Ziel ist ein passendes Dichtkonzept, das Toleranzen ausgleicht und die Bauwerksabdichtung konstruktiv unterstützt, ohne spätere Wartungsarbeiten zu erschweren. Nachfolgende Punkte strukturieren die Entscheidung und reduzieren Schnittstellenrisiken zwischen Ausbaugewerken.

  • Durchmesser und Belegung: Exakte Außendurchmesser und Anzahl der Leitungen bestimmen Modulgrößen oder Ringraumraster und verhindern eine Überpressung der Dichtung.
  • Druck- und Wasserlast: Auswahl der Druckstufe je nach Grundwasserstand, Spritz- oder Oberflächenwasser sowie der geforderten Gasdichtheit und dem Diffusionsverhalten.
  • Medien- und Temperaturbeständigkeit: Werkstoffwahl in Abhängigkeit von Chemikalien, Ölen, biogenen Säuren und dem vorgesehenen Temperaturbereich.
  • Montagekonzept: Geteilte Systeme ermöglichen Nachrüstungen. Eintilige Ausführungen reduzieren die Bauteilanzahl bei Neuverlegung.
Vergleich gängiger Dichtungstypen
MerkmalRingraumdichtung (Kompaktdichtung)Modulare Dichtung
AnwendungEinzelrohr/-kabel im FutterrohrMehrere Medien und wechselnde Durchmesser
FlexibilitätFixer NennbereichHoch, anpassbare Module
MontagePress- oder SchraubverbindungSteck- und Klemmsysteme
AlternativFlanschdichtung für Großdurchmesser, Tanks und Behälter

Relevante Kennzahlen und Qualitätsstandards

Leistungsmerkmale und Prüfwerte

Typische Hauseinführungen sind bis 2,5 bar Wasserdruck spezifiziert. Sonderdichtungsausführungen für Netze und Leitstände erreichen 10 bar und mehr. EPDM-Dichtungen arbeiten in der Regel von -30 °C bis +80 °C. Angepasste Elastomere erweitern diese Spanne für Sonderfälle. Ein radialer Dichtbereich von ±2 mm bis ±5 mm kompensiert Fertigungstoleranzen und geringe Bewegungen der durchgeführten Medien. Bezugswerte stammen aus Herstellerprüfungen und den Kategorien der DIN 18533.

Einfluss auf OEE und TCO

Leckagearme Durchführungen stabilisieren die Anlagenverfügbarkeit und senken Folgekosten. OEE (Overall Equipment Effectiveness) profitiert durch weniger Stillstände und geringere Störzeiten an Schnittstellen. TCO (Total Cost of Ownership) reduziert sich durch vermiedene Sanierungen an der Bodenplatte, den Erhalt der Bauwerksabdichtung und begrenzte Serviceeinsätze, etwa beim Nachziehen von Pressverbindungen.

Anbieter und Beschaffung

Der Markt wird von spezialisierten Herstellern wie DOYMA, Hauff-Technik, KRASO, FRANK, BÜSCH, icotek, Phoenix Contact, Roxtec, Kabeltec und MCT Brattberg bedient. Viele organisieren internationale Verfügbarkeit über ein Exporteur-Netzwerk. Für Verbraucher im privaten Hausbau sind klare Produktdaten wichtig: eindeutige Typkennzeichnung, Maßangaben, Montageanleitung, ergänzende Hinweise zu Produktfarbe und Produktabbildung. In Ausschreibungen sollten Schreibvarianten wie Kabeldurchfuehrung berücksichtigt werden, um die Suche nach kompatiblen Systemen zu erleichtern.

FAQ zu Dichtungsdurchführungen

Wie lassen sich Installationsfehler bei Dichtungsdurchführungen vermeiden?

Entscheidend sind eine saubere Vorbereitung der Montagefläche und das Einhalten des vorgeschriebenen Anzugsdrehmoments. Typische Fehler entstehen durch unzureichende Reinigung, falsche Kernbohrungstoleranzen oder zu geringen Abstand zu Nachbarbauteilen. Montageschablonen sichern die korrekte Positionierung und den erforderlichen Freiraum für die Kompression. Eine abschließende Druckprüfung vor der Verfüllung prüft die Dichtheit und reduziert Nacharbeiten.

Welche Faktoren bestimmen die Lebensdauer und Wartung von Dichtungssystemen?

Die Lebensdauer von Dichtungssystemen hängt von Materialqualität, Umwelteinflüssen und mechanischer Belastung ab. UV-Strahlung, starke Temperaturschwankungen und chemische Einwirkungen können Elastomere verspröden. Regelmäßige Sichtkontrollen auf Risse oder Quellungen sowie das Nachziehen der Pressschrauben bei Kompaktdichtungen verbessern die Funktionssicherheit. Laut DIN 18533 beträgt die empfohlene Lebensdauer bei fachgerechter Installation mindestens 50 Jahre.

Wie verändern integrierte Sensoren Dichtungsdurchführungen in Smart Buildings und IoT-Umgebungen?

Sensorintegrierte Dichtungsdurchführungen ermöglichen die Echtzeitüberwachung der Dichtheit. Feuchtigkeits- oder Drucksensoren erkennen Leckagen frühzeitig und melden sie an Gebäudemanagementsysteme. Dadurch wird prädiktive Wartung möglich und größere Schäden werden vermieden. Diese Systeme sind besonders relevant für kritische Infrastrukturen und sensible Gebäudebereiche.

Sind Abdichtungslösungen im Neubau gesetzlich geregelt?

Ja, die DIN 18533 definiert in Deutschland die Anforderungen an Bauwerksabdichtungen einschließlich Durchdringungen. Sie klassifiziert Wasserbeanspruchungen und schreibt Dichtheitsnachweise für erdberührte Bauteile vor. Die Abdichtung richtet sich nach der Wassereinwirkungsklasse, etwa W1-E für nichtdrückendes oder W2-E für drückendes Wasser. Verstöße können Bauschäden und Gewährleistungsprobleme verursachen.

Wie lässt sich durch gezielte Auswahl von Dichtungssystemen die Baukosten senken?

Eine genaue Bedarfsanalyse und modulare Dichtungssysteme reduzieren Installationskosten. Kombinierte Dichtungen für mehrere Medien in einer Öffnung minimieren Material- und Arbeitsaufwand. Standardisierte, anpassbare Komponenten senken Lagerkosten. Die Abstimmung auf den Baukörper vermeidet aufwendige Anpassungen vor Ort.

Welche Anforderungen müssen Abdichtungen in Hochwasserschutzbereichen erfüllen

Abdichtungen in Hochwasserschutzbereichen müssen dauerhaft hohem Wasserdruck standhalten und besonders widerstandsfähig sein. Dafür werden druckwasserdichte Systeme mit erhöhter Materialstärke und redundanten Dichtelementen eingesetzt. Zudem müssen sie beständig gegen Sedimente und Schwemmstoffe bleiben. Regelmäßige Inspektion und Wartung sind erforderlich, um die Schutzfunktion langfristig zu gewährleisten.

Welche Nachhaltigkeitsfaktoren sind bei Dichtungsdurchführungen entscheidend?

Entscheidend sind Materiallanglebigkeit und Recyclingfähigkeit. Der Einsatz recycelter Kunststoffe oder Metalle, soweit technisch machbar, senkt den Ressourcenverbrauch. Hersteller optimieren die Lebensdauer ihrer Produkte, um Austauschzyklen zu verlängern. Eine fachgerechte Entsorgung am Ende der Nutzungsdauer unterstützt zusätzlich den Umweltschutz.

Hintergrund: Dichtungsdurchführungen

  • Kabeldurchführung Wikipedia

    Kabeleinführungen dichten Leitungsdurchführungen in Schaltschränken und Maschinen ab, schützen vor Staub/Wasser und bieten Zugentlastung. Varianten für konfektionierte/unkonfektionierte Kabel, teilbare Rahmen, Bürstenleisten; Schutzarten bis IP66–IP68, Normen DIN EN 60529/62444.