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Druckausgleichsverschraubungen Hersteller

Druckausgleichsverschraubungen sind Bauelemente zum Ausgleich von Druckunterschieden zwischen Gehäuseinnenraum und Umgebung. Eine semipermeable Membran lässt Luft passieren und sperrt Wasser sowie Partikel. Dadurch sinken Kondensatbildung und zyklische Werkstoffbelastung. Einsatzfelder liegen in Elektro- und Maschinenbau. Relevante Kenndaten sind Luftdurchlässigkeit, Schutzart nach IEC 60529, Temperaturbereich und Anzugsmoment. Übliche Werkstoffe sind PA oder PC, vernickeltes Messing und Edelstahl.

Liste Hersteller Druckausgleichsverschraubungen

Gottlieb-Daimler-Strasse 11, 71394 Kernen
Germany

Mehr über Druckausgleichsverschraubungen

Druckausgleichsverschraubungen gleichen den Druck zwischen Gehäuseinnenraum und Umgebung aus, wenn Temperaturunterschiede, wechselnde Feuchtigkeit oder Höhenlagen wirken. Sie werden in Elektrotechnik und Maschinenbau eingesetzt, um gekapselte Funktionen zu schützen und Betriebssicherheit, kontrollierte Umgebungsbedingungen sowie nachvollziehbare Spezifikationen sicherzustellen.

Funktionsprinzip und physikalische Hintergründe

Kern der Baugruppe ist eine semipermeable Membran, die Luftmoleküle durchlässt und Wasser sowie Partikel sperrt. Beim Aufheizen führt die Druckänderung zur Ausdehnung des Gasvolumens, beim anschließenden Prozess der Abkühlung zieht es sich zusammen. Die Druckschwankung wird geglättet, sodass Dichtlinien und der Grundkörper keine zyklische mechanische Überlast erfahren. Die Interaktion aus Gastransport und Sperrwirkung adressiert den Druckunterschied und stabilisiert das Druckverhältnis zwischen Innenraum und Umgebung.

Kondensation und Werkstoffbeanspruchung

Unkontrollierte Luftfeuchtigkeit kondensiert an kalten Wandungen und fördert Korrosion, Leckströme und Kontaktalterung. Moderater Luftaustausch senkt die absolute Feuchte im Gehäuse, hemmt Kondensatbildung und schont die Dauerfestigkeit von Dichtungen sowie Leiterplattenoberflächen. Wiederkehrende Temperaturschwankungen verursachen Volumenänderungen. Ein sanfter Ausgleich reduziert die Werkstoffbeanspruchung entlang von Flanschen und Verschraubungsdurchbrüchen.

Technische Kenngrößen und Bauteile

Wesentliche Kennzahlen sind die Luftdurchlässigkeit (z. B. 0,5–10 l/h bei 70 mbar), die Schutzart nach IP (International Protection) gemäß IEC (International Electrotechnical Commission) 60529, die Betriebs- und die Lagertemperatur sowie das spezifische Drehmoment für das Anziehen. Das korrekte Anzugsmoment (z. B. M12: 5–7 Nm, M16: 7–9 Nm) stellt die definierte Pressung der Dichtung sicher, damit die angegebene Schutzart (IP66 bis IP68) reproduzierbar bleibt. Die Luftleistung bestimmt die Reaktionsgeschwindigkeit der Baugruppe bei raschen Druckänderungen im Innenraum.

Als Werkstoffe dominieren Gehäuse aus Polyamid (PA) oder Polycarbonat (PC) sowie Metallvarianten aus Messing vernickelt und Edelstahl 1.4305/1.4404. Die Membran besteht häufig aus expandiertem Polytetrafluorethylen (ePTFE). Für die Abdichtung sorgen NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk) oder EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) als Materialdichtung, und ein Dichtring ergänzt die Flächenpressung am Durchbruch. Die Materialhaube schützt die Membran vor Strahlwasser und Schmutz, während der Grundkörper die Verschraubung mit dem Gehäuse aufnimmt.

Materialkunde: Polymere und Metalle

PA und PC sind leicht, schlagzäh und UV-stabil, während Messing vernickelt und Edelstahl hohe Festigkeit, Temperaturtoleranz und chemische Resistenz liefern. In EMV (Elektromagnetische Verträglichkeit)-sensiblen Aufbauten ermöglichen Metalllösungen mit leitfähiger Anbindung eine Schirmfortführung. Die Wahl des Gehäusewerkstoffs, der Materialhaube und der Membranoberfläche richtet sich nach Medienkontakt, Vibration, erwarteter Lebensdauer und der vorgesehenen Halterung am Geräteträger.

Kunststoff- und Metallausführungen im direkten Vergleich
EigenschaftKunststoff (PA/PC)Metall (Messing vernickelt/Edelstahl)
Schutzart (typisch)IP66, IP67IP68, IP69K
Temperaturbereich-40 °C bis +100 °C-50 °C bis +150 °C
Mechanische RobustheitGeringes Gewicht, gute SchlagzähigkeitSehr hoch, schock- und vibrationsfest
KorrosionsbeständigkeitSehr gut gegen viele ChemikalienExzellent, besonders bei Edelstahl
EMV-EigenschaftenBegrenztHoch bei leitfähiger Einbindung
GewindepräzisionAusreichend für StandardanwendungenSehr präzise für anspruchsvolle Applikationen

Auswahl und Integration in Gehäuse

Für die mechanische Integration zählen Ausschnittsmaß, Einbautiefe und Gewindeform (M12, M16, M20 oder PG). In technischen Unterlagen taucht teils das Feld „Einbautiefe“ als Kurzbezeichnung auf, und die Maßangabe beeinflusst die Wandstärke sowie die Passung zum Dichtring. Die Montage im Verbund mit einer Kabelverschraubung verlangt abgestimmte Dichtkonzepte, damit die Gesamtanlage ohne Leckage arbeitet. Der Gerätetyp und das vorgesehene Druckverhältnis bestimmen die Auswahl der Luftleistung der einzelnen Druckausgleichsverschraubung.

In Schaltschränken, Outdoor-Leuchten, Gehäusen an Photovoltaik-Wechselrichtern oder im Schrankinneren wirken Sonne, Regen, Staub und Vibrationslasten. Für den Schaltschrank im Außenbereich zählen UV-Beständigkeit und eine schnelle Reaktion auf rasche Druckänderungen, in Innenräumen dominiert die ruhige, dokumentierbare Kontrolle der Feuchte. Maßgeblich ist die zuverlässige Applikation, und ein korrektes Anzugsmoment stützt die Schutzangabe.

Normen, Prüfungen und Beschaffung

Neben IEC 60529 sind branchenspezifische Zulassungen wie UL (Underwriters Laboratories) relevant. Chemisch aggressive Umgebungen erfordern Edelstahlvarianten mit angepasster Membranchemie, und Genehmigung sowie Dokumente sollten die Medienliste und Prüfstände benennen. Für Montageanleitungen sind Referenz, Anzugsmomentwerte und Lagertemperatur zu speichern, damit die Verantwortung für Betrieb und Wartung klar verteilt bleibt.

  • Dokumentation: Projektdaten zur Speicherung der Stückliste, Artikelreferenz sowie der Richtigkeit von Anzugsmoment und Ausschnittsmaß.
  • Beschaffung: Auswahl nach Verpackungseinheit, Speicherung im Katalog, Präferenzoption pro Lieferant und Schaltfläche zur Musteranfrage.
  • Qualitätssicherung: Nachweise zu Schutzart, Materialdichtung, Dichtring und Support der Hersteller für die Applikation.
  • Nutzerperspektive: Klare Angaben erleichtern Installation und Inbetriebnahme.

Markt und Produktvarianten

Relevante Anbieter sind Pflitsch, Rittal, Lapp, Heyco, ODU, Phoenix Contact, Hummel, ESCHA, Spelsberg und COMECER. Sie decken Standardbauformen, Hochleistungsmembranen für große Gehäusevolumina, EMV-orientierte Metallvarianten sowie Speziallösungen für raue Atmosphären ab. Datenblätter enthalten Luftdurchlässigkeit, Temperaturfenster und Gewindespezifikationen, sodass die Auswahl zielgerichtet erfolgt.

Anwendungsbeispiele

  • Schaltschranktechnik: Druckausgleichsverschraubungen verhindern Unterdruck nach nächtlicher Abkühlung und reduzieren Feuchteanreicherung im Aggregat.
  • Außenbeleuchtung: Die Halterung an Mastgehäusen kombiniert Materialhaube und Membran, um Spritzwasser sowie Schmutzeintrag zu begrenzen.
  • Photovoltaik und Energie: Wechselrichtergehäuse nutzen Metallausführungen für hohe Temperaturreserven und stabile Interaktion mit EMV-Konzepten.
  • Fahrzeug- und Maschinenbau: Vibrationsfeste Edelstahlvarianten schützen Elektronikmodule, und die Verschraubung bleibt auch bei Temperaturschock dicht.

Ob in verbrauchernahen Installationen oder in industrieller Elektrotechnik: Die gezielte Auswahl der passenden Druckausgleichsverschraubungen – mit geeignetem Werkstoff, definierter Luftleistung und korrektem Anzugsmoment – ermöglicht eine kontrollierte Umgebung innerhalb der Gehäuse und damit eine belastbare, nachvollziehbar dokumentierte Systemausführung.

FAQ zu Druckausgleichsverschraubungen

Welche wirtschaftlichen Vorteile bieten Druckausgleichsverschraubungen über ihren Lebenszyklus?

Druckausgleichsverschraubungen senken langfristig Betriebskosten, indem sie Geräteausfälle und Wartungsaufwand reduzieren. Sie schützen Elektronikkomponenten vor Korrosion und Kondensatbildung, verlängern deren Lebensdauer und verringern Garantieansprüche. Dies erhöht die Anlagenverfügbarkeit und stärkt zugleich Reputation und Kundenzufriedenheit von Herstellern.

Welche typischen Montagefehler bei Druckausgleichsverschraubungen führen zu Funktionsstörungen?

Häufige Montagefehler sind das Über- oder Unterschreiten des vorgeschriebenen Anzugsmoments, wodurch die Dichtwirkung beeinträchtigt wird. Unzureichend gereinigte oder schlecht vorbereitete Gehäuseoberflächen begünstigen Leckagen. Ebenso mindern beschädigte Dichtungen oder verschmutzte Membranen die Funktion. Eine Montage nach Herstellerangaben ist Voraussetzung für die vorgesehene Schutzart und Lebensdauer.

Welche technologischen Innovationen sind bei Druckausgleichsverschraubungen zu erwarten?

Künftige Entwicklungen umfassen voraussichtlich Mikrosensoren, die Echtzeitdaten zu Feuchtigkeit und Druck im Gehäuseinneren erfassen. Dies ermöglicht zustandsbasierte Wartung und effizientere Betriebsstrategien, insbesondere in sicherheitskritischen Anwendungen. Zudem entstehen selbstregulierende Membranmaterialien, die ihre Permeabilität an Umweltbedingungen anpassen. Durch IoT-Anbindung lassen sich Effizienz und Störungsanalyse weiter optimieren.

Wie werden Druckausgleichselemente für große Gehäusevolumen richtig dimensioniert?

Für große Gehäusevolumen sind Innenvolumen, erwartete Temperaturschwankungen und die maximal zulässige Druckdifferenz zu berücksichtigen. Auf Basis des ermittelten maximalen Luftvolumenstroms wird die erforderliche Luftdurchlässigkeit der Membran bestimmt. Bei sehr großen Gehäusen oder schnellen Druckänderungen kann der Einsatz mehrerer Elemente notwendig sein, um eine ausreichende Druckkompensation und gleichmäßige Belastung zu gewährleisten.

Welche Umweltfaktoren sind bei der Auswahl von Druckausgleichsverschraubungen entscheidend?

Wesentliche Umweltaspekte sind Materialzusammensetzung und Recyclingfähigkeit, vor allem bei Kunststoffen und Metallen. Viele Hersteller setzen auf recycelte Materialien und optimierte Ökobilanzen. Eine hohe Produktlebensdauer und Ausfallsicherheit fördern zusätzlich die Ressourcenschonung. Die Einhaltung internationaler Umweltstandards wie RoHS gilt als zentrales Auswahlkriterium.

Wie müssen Belüftungselemente in stark chemischen Umgebungen ausgelegt sein?

In stark chemischen Umgebungen sind Belüftungselemente aus widerstandsfähigen Membran- und Gehäusematerialien erforderlich, die aggressiven Gasen, Dämpfen oder Flüssigkeiten standhalten. Edelstahlvarianten wie 1.4404 in Kombination mit chemisch beständigen Membranen aus modifiziertem ePTFE gelten als bevorzugte Lösung. Zur Sicherstellung der Langzeitfunktionalität sollten produktspezifische Beständigkeitsprüfungen oder die Kompatibilitätslisten der Hersteller berücksichtigt werden. Die Membran muss für den entsprechenden Medienkontakt zertifiziert sein.

Erfordern Druckausgleichskomponenten regelmäßige Wartung oder Inspektion?

Druckausgleichskomponenten sind üblicherweise wartungsfrei. In staubigen oder stark verschmutzten Umgebungen ist jedoch eine regelmäßige Sichtprüfung sinnvoll. Dabei sollte die Membranhaube auf Verstopfungen oder Beschädigungen geprüft werden, die die Luftdurchlässigkeit beeinträchtigen könnten. Bei Bedarf kann eine schonende Reinigung mit Wasser und milder Seife erfolgen. Die Lebensdauer hängt von Umgebungsbedingungen und Material ab und kann über zehn Jahre betragen.

Hintergrund: Druckausgleichsverschraubungen