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Messroboter Hersteller – Vergleich

Koordinatenmesstechnik umfasst robotergestützte Systeme wie Messroboter – auch als Messrobotik oder Scan-Roboter bezeichnet –, die Bauteilgeometrien regelbasiert abtasten oder optisch scannen, Sensordaten zeitlich synchron erfassen und Messergebnisse zu strukturierten Datensätzen verdichten. In der Automobilproduktion sichern diese Systeme die Inline-Qualitätssicherung an Fahrzeugkarosserien und Interieur-Baugruppen, indem Messsoftware einen definierten Prüfablauf ausführt, Toleranzen vergleicht und Resultate an übergeordnete Manufacturing-Execution-Systeme meldet. Für die Beschaffung ist die nach ISO 10360 verifizierte Messunsicherheit des Gesamtsystems in der vorgesehenen Applikation das entscheidende Kriterium.
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Über Messroboter

Messroboter kombinieren Automatisierungs- und Präzisionsmesstechnik zur kontrollierten Vermessung von Bauteilen in Fertigungslinien. Über mehrachsige Bewegungsstrukturen positionieren sie ihre Messmittel präzise entlang komplexer Geometrien. Sie erfassen Vorderseite, Rückseite und Interieur vollständig. So entstehen reproduzierbare Datensätze für die Qualitätskontrolle nach ISO 10360 bei 20 °C. Ein Hauptschalter steuert den Betriebszustand direkt am Roboter.

Technische Ausführung und Steuerungsprinzip

Die spezialisierte Messsoftware koordiniert auf Basis definierter Messzyklen die Achsenbewegungen und verarbeitet Sensordaten. Sie vergleicht Messergebnisse automatisch mit Toleranzvorgaben und erstellt ein Messprotokoll, das jede Toleranzüberschreitung dokumentiert. Bei hohen Stückzahlen wechseln Greifer oder Werkzeuge automatisch zwischen Prüflingen, wichtig für die Großserienfertigung.

Neben der Genauigkeit ist die Beschickung entscheidend. Automatische Übergabesysteme platzieren Prüflinge innerhalb weniger Sekunden in Spannvorrichtungen und geben sie nach Abschluss frei. Eine sichtbare Lichtsignalisierung zeigt Betriebs- und Bereitschaftszustände an. In Werkshallen mit mehreren Robotern erleichtert ein farbcodiertes Lichtsignal die Übersicht über laufende Prüfabläufe.

Kriterien zur Systemauswahl in automatisierter Messtechnik

Für die Auswahl sind maßgeblich: die Wiederholgenauigkeit der Achsen nach ISO 9787, die Auflösung der Messmittel sowie die Softwarearchitektur, die die Programmierzeit beeinflusst. Schnittstellen wie EtherCAT oder OPC UA koppeln den Roboter an übergeordnete Steuerungssysteme oder MES‑Umgebungen (Manufacturing Execution System). Bei Drücken bis 6 bar reinigen Druckluftleitungen Sensoroptiken nach jedem Zyklus.

  • Applikationsspezifische Anpassung: Optische Sensoren wie Laser-Scanner und Streifenlicht-Sensoren erfassen Karosserieteile berührungslos und eignen sich für empfindliche oder dünnwandige Verbundwerkstoffe. Als Scan-Roboter ausgelegt, decken sie große Bauteile in kurzer Zeit ab. Taktile Taster mit Kraftsensor messen mechanisch über Berührung – ideal für definierte Antastpunkte, Bohrungen und Geometrien mit engen Form- und Lagetoleranzen. Ultraschallprüfung ist ein eigenständiges, zerstörungsfreies Verfahren der Werkstoffprüfung und nicht Teil einer taktilen Antastung; sie kommt bei der Detektion innerer Materialfehler zum Einsatz und kann ergänzend zur Geometriemessung integriert werden.
  • Automationsgrad: In der Großserienfertigung reduziert eine automatische Werkzeugwechselstation die Rüstzeit auf unter zwei Minuten.
  • Schnittstellenintegration: Standardisierte Feldbusse wie PROFINET gewährleisten eine Verbindung zu Spannvorrichtungen sowie die Messwertübertragung in Leitsysteme.
  • Robustheit: Robotergehäuse halten Temperaturschwankungen zwischen −10 °C und +45 °C stand und schützen die Sensorik vor Staub, Späne- und Kühlschmierstoff-Aerosolen in der Fertigungsumgebung. Lochrasterböden in den Roboterzellen erlauben dabei die saubere Ableitung von Spänen und Kühlmittel.

Datenanalyse und Rückkopplung im Prozess

Neben der reinen Datenerfassung analysiert das Softwaresystem Abweichungsmuster einzelner Fertigungschargen und stellt die Messunsicherheit nach ISO 10360 dar – üblicherweise als maximale Messabweichung MPE_E = A + L/K, wobei A der konstante Anteil und L/K die längenabhängige Komponente in Abhängigkeit von der Messlänge L ist. Auf dieser Basis lassen sich Ursachenketten quantifizieren und Fehlerquellen aus dem realen Prüfablauf eingrenzen.

Werden Toleranzgrenzen überschritten, ermöglicht das digitale Messprotokoll eine systematische Ursachenrückführung in die vorgelagerten Fertigungsschritte. So lassen sich Folgekosten durch fehlerhafte Serien früh vermeiden. Trotz zunehmend softwarebasierter Auswertung bleibt mechanische Stabilität entscheidend: Hohe Eigenfrequenzen des Robotergestells unterdrücken Schwingungen bei langen Auslegern.

Spezifikationsvergleich taktiler und optischer Systeme

Vergleich technischer Kernparameter nach ISO‑Normen
Merkmal Taktiler Messroboter Optischer Messroboter
Achsenanzahl 5‑6 Achsen gemäß ISO 9787 6‑7 Achsen für komplexe Geometrien
Messprinzip Taster mit Kraftsensor (Auflösung bis 0,1 µm) Kamera oder Laser‑Scanner (Auflösung bis 0,5 µm)
Genauigkeit U₃* 1,5 µm + L/300 mm bei 20 °C (nach ISO 10360) 5 µm + L/200 mm bei 20 °C (nach ISO 10360)
Energieversorgung* 230 V AC / 50–60 Hz / 2–5 kW / optionale Druckluftzufuhr 230 V AC / 50–60 Hz / 3–7 kW / ohne Pflicht zur Druckluftzufuhr*
Schnittstellenvielfalt* EtherCAT – PROFINET – OPC UA zusätzlich GigE Vision für Hochgeschwindigkeitsdaten
*Alle Werte beziehen sich auf typische Herstellerangaben unter Referenzbedingungen laut VDI/VDE 2617.

Anwendungsrahmen und Integration in Fertigungslinien

Mit standardisierten Montageadaptern lassen sich Messroboter direkt an Fertigungslinien koppeln und in den Taktbetrieb einbinden. In Verbindung mit einem fahrbaren Portal kann dieselbe Einheit Karosserieaußenflächen und Innenraumgeometrien einer Karosserie vermessen – Türen, Schweller und Aufnahmepunkte ebenso wie Chassisöffnungen. Der Teiletransport in die Roboterzelle erfolgt manuell oder automatisiert je nach Linienkonzept.

Bei hohem Automatisierungsgrad sorgen adaptive Steuerstrategien für gleichmäßige Bewegungsführung auch bei großen Bauteilen und reagieren dynamisch auf Formabweichungen. Forschung an Hochschulen und Instituten (z. B. PTB, Fraunhofer IPM und IPT) liefert dafür kontinuierlich neue Verfahren zur dynamischen Messtechnik. Für die Beschaffung empfiehlt es sich, gezielt nach Anbietern, Dienstleistern und Hersteller-Firmen für Messroboter zu suchen, die Erfahrung mit der eigenen Bauteilfamilie und der vorhandenen Linienarchitektur in Deutschland nachweisen.


 

Hersteller sind BATTENBERG ROBOTIC GMBH & CO. KG

FAQ zu Messroboter

Wie hoch sind die Anschaffungskosten eines Messroboters und welche Faktoren bestimmen den Preis?

Die Anschaffungskosten eines Messroboters liegen in der Regel zwischen 80.000 und 300.000 Euro. Preisbestimmend sind die Achsanzahl, die eingesetzte Messsensorik, die Leistungsfähigkeit der Software sowie kundenspezifische Anpassungen. Für eine fundierte Investitionsentscheidung sollte zusätzlich eine Total-Cost-of-Ownership-Analyse erfolgen, die auch Betriebs- und Wartungskosten einbezieht.

Wie lange dauert die Integration eines robotergestützten Messsystems in bestehende Fertigungsprozesse

Die Implementierung eines robotergestützten Messsystems dauert typischerweise 3 bis 6 Monate von der Planung bis zur Inbetriebnahme. Der Zeitraum variiert je nach Integrationskomplexität und Anpassungsbedarf. Eine präzise Projektplanung und die frühzeitige Einbindung aller Schnittstellenpartner verkürzen den Prozess deutlich.

Welche Qualifikationen benötigen Bediener von Messrobotern?

Bediener von Messrobotern benötigen eine technische Ausbildung, idealerweise mit Schwerpunkt Mechatronik oder Automatisierungstechnik. Hersteller bieten ergänzende Schulungen zu Programmierung und Fehlerdiagnose an. Für den sicheren Betrieb sind eine Unterweisung nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG sowie Kenntnisse der Roboterbedienung gemäß EN ISO 10218-1 erforderlich.

Welche Wartungsmaßnahmen sichern die Messgenauigkeit von Messrobotern?

Zur Sicherung der Messgenauigkeit sind regelmäßige Kalibrierungen der Sensoren und Achsen, Prüfungen mechanischer Komponenten auf Verschleiß sowie aktuelle Software-Updates erforderlich. Die Kalibrierung sollte mindestens jährlich oder nach Herstellervorgabe gemäß ISO 10360 erfolgen, um die spezifizierte Präzision langfristig zu gewährleisten.

Welche rechtlichen Sicherheitsanforderungen gelten für den Betrieb industrieller Messsysteme?

Für industrielle Messsysteme gelten die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG sowie die Normenreihe EN ISO 10218 für Industrieroboter. Sie regeln die Gestaltung von Schutzbereichen, Not-Aus-Einrichtungen und den Schutz vor unbeabsichtigten Bewegungen. Vor der Inbetriebnahme ist eine Risikobeurteilung nach EN ISO 12100 verpflichtend, um geeignete Schutzmaßnahmen festzulegen.

Hintergrund: Messroboter

  • Koordinatenmessgerät Wikipedia

    Als Basis der Messroboter dient ein Koordinatenmessgerät: Messkopf und Verfahr-/Positioniersystem mit inkrementeller Weg-/Winkelsensorik; Soft- und Hardware werten Koordinaten aus, korrigieren systematische Messabweichungen und steuern die Verfahrachsen.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Mai 2026