Liste Hersteller Sechskantmuttern
Gottlieb-Daimler-Strasse 11, 71394 Kernen
Germany
Weitere Hersteller Sechskantmuttern
- Bossard Gruppe
- Lederer GmbH
Mehr über Sechskantmuttern
Sechskantmuttern bilden mit passenden Schrauben lösbare, kraft- und formschlüssige Verbindungen. Die sechs Flächen ermöglichen Standardwerkzeuge und hohe Vorspannkräfte. Geometrie, Gewindeprofil und Werkstoff bestimmen die Belastbarkeit, Normen sichern die Austauschbarkeit. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Mutter, Schraube, Unterlegteilen und Montageverfahren in Abhängigkeit von Lastkollektiv, Umgebung und Wartungsregime.
Grundlegende Eigenschaften und Normung
Maßliche und funktionale Kompatibilität basieren auf ISO 4032 (Stil 1, Produktklasse A/B), ISO 4033 (Stil 2) und ISO 4034 (Stil 1, Produktklasse C). Sie definieren Gewindenenndurchmesser, Bauhöhe, Schlüsselweite und Prüfmerkmale. Diese Regeln gewährleisten weltweite Austauschbarkeit und die eindeutige Zuordnung von Montagewerkzeugen.
Standardisierte Abmessungen und Gewinde
Metrische Größen wie M6, M8 oder M10 geben den Gewindenenndurchmesser an. Steigungen und Grenzmaße sind international harmonisiert. Für den Außensechskant sind Schlüsselweite und Flankendicke festgelegt. Zudem ist der Außendurchmesser relevanter Kontaktflächen definiert. In der Praxis muss die Mutter zur Schraube und deren Schaftlänge passen, um vollständige Gewindeeingriffe und definierte Vorspannwege sicherzustellen. Zeichnungen nennen teils die abgekürzte Schlüsselweite.
Werkstoffgüten und Festigkeitsklassen
Gebräuchliche Werkstoffe sind unlegierte Stähle, legierte Stähle, nichtrostende Stähle (A2, A4), Messing und technische Kunststoffe. Die nach ISO 898‑2 spezifizierte Festigkeitsklasse kennzeichnet die mechanische Tragfähigkeit. Beispielwerte: Klasse 8 erreicht mindestens 800 MPa Prüflast, Klasse 10 mindestens 1000 MPa. Die Kombination muss zur Schraubenklasse passen, um Gewindeflankenpressung und Setzerscheinungen beherrschbar zu halten.
Oberflächenbehandlungen und Korrosionsschutz
Galvanische Verzinkung, Feuerverzinkung, Zinklamellen und organische Beschichtungen schützen vor Korrosion und beeinflussen Reibwerte. Beschichtete Muttern erfordern abgestimmte Montageparameter, da sich das Anziehdrehmoment für dieselbe Vorspannkraft ändert. In aggressiver Umgebung bieten nichtrostende Stähle oder Duplexgüten Vorteile. Bei hohen Temperaturen sind blanke, kriechbeständige Werkstoffe vorzuziehen.
Auswahlkriterien für die Verbindung
Die Auswahl beginnt bei Lastkollektiven und Montagesituation und reicht bis zu Demontagezyklen und Versorgungslage. Unpassende Muttern können sich lösen, Bauteile eindrücken oder korrodieren. Praxisgerecht ist eine Entscheidung, die Bauteildicke, Reibzahlklasse, Werkzeugzugänglichkeit und gewünschte Wartungsintervalle gemeinsam betrachtet.
Berücksichtigung von Last und Umgebung
Wechselnde Querkräfte und Vibrationen sprechen für selbstsichernde Ausführungen oder zusätzliche Elemente wie die Sicherungsscheibe. Bei Feuchte, Salz oder Chemikalien empfiehlt sich Edelstahl A2/A4 oder eine gleichwertige Beschichtung. Kommt die Verbindung mit einem Gefahrstoff in Kontakt, sind Medienbeständigkeit und galvanische Paarung zu prüfen, um Kontaktkorrosion und Spannungsrissbildung zu vermeiden.
- Temperaturbereich: Materialgrenzen, Kriechneigung und Reibwerte ändern sich. Hochtemperaturstähle verhindern Vorspannverlust.
- Bauteildicke: Gewindeeingriff und Unterbau erfordern passende Mutterhöhe und Unterlegteile.
- Werkzeugzugang: Freiraum für Nuss und Schlüsselweite sowie Kollisionsfreiheit im Bauraum.
- Wiederverwendung: Gewinde und Sicherungseinsätze prüfen. Klemmteile bei Bedarf erneuern.
Sicherung der Schraubverbindung
Standardmutter plus Zusatzteil, Klemmmuttern nach ISO 7040 oder Kronenmuttern mit Splint verfolgen unterschiedliche Strategien. Die Wahl richtet sich nach kritischer Last, zulässiger Reibwertstreuung und geforderter Demontierbarkeit. Die Kopfform der Schraube, etwa der Flachkopf, bestimmt die Auflager und kann Unterlegscheiben erforderlich machen. In Holz- und Befestigungstechnik ergänzt die Stockschraube spezielle Anforderungen an Muttertyp und Montagefolge.
Montagefreundlichkeit und wirtschaftliche Bewertung
Selbstsichernde Ausführungen sparen separate Sicherungselemente, erhöhen jedoch Anziehdrehmomente und den Kraftbedarf. Standardausführungen sind günstig, erfordern mitunter zusätzliche Unterlegteile und die Kontrolle der Reibwerte. Für das geplante Montageteil zählen Demontagezyklen, Ersatzteilverfügbarkeit und dokumentierte Reibwertklassen gleichermaßen in die Beurteilung des Gesamtwertes einer Konstruktion.
Technische Spezifikationen und Präzision
Maßhaltigkeit und Oberflächengüte steuern Reibung, Vorspannkraft und Dauerfestigkeit. Geprüft werden unter anderem Gewindelehren, Härte und Geometrieabweichungen. Einheitliche Toleranzen ermöglichen reproduzierbare Montagewerte. Dadurch lassen sich vorgegebene Korrelationen zwischen Drehmoment und Vorspannkraft einhalten.
Toleranzklassen nach ISO 4759‑1
ISO 4759‑1 unterscheidet Produktklassen A, B und C. Klasse A besitzt engste Toleranzen, etwa für eine M10-Mutter ±0,15 mm beim Außensechskant. Klasse C erlaubt größere Streuungen und mehr Lageabweichung für einfache Anwendungen. Eine passgenaue Kombination aus Mutter, Schraube und Unterlegteil senkt die Streuung der Vorspannkraft und erleichtert die Qualitätssicherung.
Schlüsselweiten, Auflage und Unterlegteile
Die genormte Schlüsselweite bestimmt Werkzeugwahl und Flächenpressung am Außensechskant. Entscheidend ist die tragfähige Auflagefläche unter der Mutter, um Einbettungen in weiche Werkstoffe zu vermeiden. In dünnwandigen Bauteilen vergrößert die Karosseriescheibe den Druckbereich, reduziert Setzvorgänge und stabilisiert die Vorspannkraft über den Lebenszyklus.
- Harte Auflager: Standardunterlegscheibe genügt. Fokus auf Reibwertkonstanz.
- Weiche Auflager: Breite Scheiben oder formschlüssige Tellerformen verteilen die Last.
- Beschichtete Flächen: Unterlegteile mit kontrollierten Reibwerten vermeiden Beschädigungen.
- Isolationsbedarf: Nichtleitende Scheiben trennen galvanisch unpassende Materialpaare.
Vergleich gebräuchlicher Ausführungen
| Merkmal | Standard (ISO 4032) | Selbstsichernd (ISO 7040) |
|---|---|---|
| Sicherungsart | Externe Elemente, z. B. Federring oder Klebstoff | Integrierter Klemmteil, z. B. Polyamidring |
| Montage | Werkzeug erforderlich, normales Drehmoment | Werkzeug erforderlich, erhöhtes Anziehdrehmoment |
| Demontage | Einfach, geringe Rückdrehsperre | Erhöhter Widerstand durch Klemmwirkung |
| Typische Anwendung | Allgemeiner Maschinenbau, Stahlbau | Vibrationsbelastete Baugruppen |
| Kostenebene | Niedrig | Mittel |
Praxisbeispiele
Baumaschine, vibrierender Unterwagen: Standardmuttern erforderten Nachziehintervalle unter 250 Betriebsstunden. Umgestellt wurde auf selbstsichernde Mutter ISO 7040 mit Zinklamellenbeschichtung und kontrolliertem Reibwert. Ergebnis: Nachziehintervall über 1000 Stunden, Vorspannkraftstreuung innerhalb der Vorgabe, keine Gewindeschäden am Schraubenbolzen trotz anhaltender Queranregung.
Chemische Anlage, Rohrschellen im Sprühnebelfeld: Vorherige galvanische Paare zeigten Korrosionsangriffe. Lösung: A4-70 Mutter mit vergrößerter Unterlage und PTFE-beschichteter Scheibe, Montage nach dokumentierter Reibwertklasse. Medienverträglichkeit wurde gegen das Sicherheitsdatenblatt des Mediums geprüft. Die Muttern blieben nach einem Jahr frei von Festfressen und Spaltkorrosion.
Aktuelle Entwicklungen und Anbieterlandschaft
Innovationstrends
Neue Legierungen und Mikroprofile zielen auf geringeres Gewicht bei gleicher Tragfähigkeit. In der Miniaturtechnik für das Elektronikgerät dominieren präzise Kleinstabmessungen und definierte Reibwerte. In der Prozessindustrie rücken hochbeständige Werkstoffe in den Fokus. Sensorbasierte Vorspannüberwachung ermöglicht Zustandsbewertung ohne Lösen der Verbindung und erleichtert die Dokumentation.
Führende Anbieter
Würth, Ejot, Bossard, Fabory, Lederer, Böllhoff, Arnold Umformtechnik, SFS, Fastenal, Bolt Depot, Nedschroef, Normfest und Reyher decken ein breites Spektrum an Abmessungen, Werkstoffen und Festigkeitsklassen ab. Das Portfolio umfasst Standard- und Spezialausführungen, inklusive Normteilen für Korrosionsschutzanforderungen, Hochtemperaturbereiche und Anwendungen mit häufigen Demontagezyklen. Diese Anbieter unterstützen mit Datenblättern, Prüfzeugnissen und Montagehinweisen.
FAQ zu Sechskantmuttern
Warum lockern sich Sechskantmuttern trotz korrekter Montage?
Auch bei fachgerechter Montage können Schraubverbindungen durch dynamische Belastungen wie Vibrationen an Vorspannkraft verlieren. Ursache ist vor allem Mikrogleiten zwischen den Gewindeflanken, die sogenannte Setzerscheinung. Zusätzlich verringern thermische Zyklen und Materialkriechen über die Zeit die Vorspannung. Der Junker-Test dient als genormtes Verfahren zur Prüfung der Losdrehsicherheit unter Quervibrationen.
Wie lässt sich die langfristige Wirtschaftlichkeit verschiedener Sechskantmuttern-Typen beurteilen?
Die Wirtschaftlichkeit ergibt sich aus einer Total Cost of Ownership (TCO) Analyse, die über den Anschaffungspreis hinausgeht. Berücksichtigt werden Montagekosten, Wartungsintervalle, Nachzugsbedarf und mögliche Ausfallkosten bei Versagen der Verbindung. Selbstsichernde Muttern sind zwar teurer in der Anschaffung, senken jedoch Arbeitszeit und Folgekosten, was sich über die Lebensdauer amortisiert. Auch verkürzte Montagezeiten durch weniger Einzelteile tragen zur Gesamteffizienz bei.
Welche Trends prägen künftig die Entwicklung von Sechskantmuttern?
Zentrale Trends sind Sensorik zur Echtzeitüberwachung der Vorspannkraft für vorausschauende Wartung, neue Werkstoffe wie Hochleistungslegierungen und Composites zur Gewichtsreduktion bei höherer Festigkeit sowie additive Fertigung für anwendungsspezifische Geometrien. Nachhaltigkeit durch recycelbare Materialien gewinnt ebenfalls an Bedeutung.
Wann sind Edelstahlmuttern gegenüber verzinkten Muttern die bessere Wahl?
Edelstahlmuttern eignen sich für Umgebungen mit hoher Feuchtigkeit, chemischer Belastung oder aggressiven Medien, in denen verzinkte Muttern schnell korrodieren. Sie sind beständiger gegen Spaltkorrosion, hitzestabiler und erfüllen in der Lebensmittel-, Medizin- und Pharmaindustrie hygienische Anforderungen. Trotz höherer Anschaffungskosten lohnen sie sich durch längere Wartungsintervalle und höhere Betriebssicherheit.
Welche Folgen hat ein falsches Anzugsdrehmoment für die Lebensdauer einer Schraubverbindung?
Ein falsches Anzugsdrehmoment verkürzt die Lebensdauer einer Schraubverbindung deutlich. Bei zu geringem Drehmoment wird die erforderliche Vorspannkraft nicht erreicht, was zu Lockerungen und Ermüdungsbrüchen führen kann. Ein zu hohes Drehmoment kann die Streckgrenze überschreiten, Gewinde beschädigen oder die Schraube brechen lassen. Die präzise Einhaltung des spezifizierten Drehmoments ist daher entscheidend für Funktionssicherheit und Haltbarkeit.
Welche umweltfreundlichen Alternativen gibt es zu herkömmlichen Befestigungsmuttern?
Nachhaltige Alternativen zu Standardbefestigungsmuttern zielen auf die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks über den gesamten Lebenszyklus. Dazu zählen der Einsatz recycelter Metalle zur Reduzierung des Primärrohstoffverbrauchs und biobasierter Kunststoffe für weniger belastete Anwendungen. Optimierte Produktionsprozesse senken Energiebedarf und Emissionen. Zudem kommen langlebige Beschichtungen und wiederverwendbare Systeme verstärkt zum Einsatz, um Abfall zu vermeiden und die Kreislaufwirtschaft zu stärken.
Hintergrund: Sechskantmuttern
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Sechskantmutter Wikipedia
Überblick zu Muttern mit Fokus Sechskantmutter: Aufbau, Materialien, Herstellung, Abmessungen/Schlüsselweiten, Normen (ISO 4032, 4035, 8673) und Sicherungen gegen Lösen (Konter-, Kronen-, selbstsichernde Muttern, z. B. ISO 7040).
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Korrosionsschutz Wiki
Korrosionsschutz umfasst konstruktive Maßnahmen, Beschichtungen und kathodische Verfahren gegen Flächen‑, Spalt‑ und Lochkorrosion. Beschichtungen (Feuerverzinken, Zink-/Nickelschichten, Passivierung) schirmen ab oder wirken galvanisch; aktiver Schutz per Fremdstrom oder Opferanode reduziert die Angriffsrate.