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Über Weitspannregale
Weitspannregale gehören zu den Regalsystemen für sperrige sowie leichte bis mittelschwere, manuell gehandhabte Lagergüter. Kennzeichnend sind Fachweiten bis etwa 2700 mm, der Sicht- und Greifraum zwischen zwei Ständern bleibt frei. Die Lastabtragung erfolgt nicht über durchgehende Böden, sondern über Traversen und eingelegte Ebenen. Das reduziert Bauteile im Zugriffsfeld. Für Werkstätten, Handel oder Archive ist die klare Zuordnung von Fachlast und Feldlast zentral.
Konstruktiver Aufbau und Materialien
Bei Weitspannregalen bilden vertikale Rahmen und horizontale Traversen das tragende Gerüst. Die Traversen koppeln die Ständer und nehmen die Auflagen für die Fachböden auf. Wo hohe Flächenpressungen auftreten, stützen Stahlgitterroste die Last punktuell besser als Spanplatten. Kaltgewalzte Stahlprofile prägen den Rahmenaufbau. Sie steifen aus und begrenzen die Durchbiegung bei hoher Feldlast. Eine dicke Beschichtung erhöht den Oberflächenschutz, die Tragfähigkeit hängt jedoch von Profilgeometrie und Anschlussart ab.
- Rahmenprofile: kaltgewalzter Stahl mit Lochraster zur Höhenverstellung
- Traversen: Querträger mit definierten Einhängungen für reproduzierbare Auflagerpunkte
- Fachböden: Spanplatte, Holzwerkstoffplatte oder Stahlgitterrost abhängig vom Punktlastbild
Anwendungsfall: Bei einer Regalhöhe von 5000 mm stabilisieren Diagonalverbände im Rahmen die Anlage gegen seitliches Ausknicken. Ohne diese Aussteifung steigt das Verformungsrisiko unter dynamischen Handgriffen spürbar. Die Oberflächen werden typischerweise sendzimirverzinkt oder pulverbeschichtet ausgeführt, wobei Korrosionskategorien nach DIN EN ISO 12944 eine belastbare Einordnung liefern.
Konfigurationen und typische Einsatzfelder
Je nach Grundriss stehen einseitige Reihenanlagen oder doppelseitige Inselaufstellungen zur Wahl. Beide Varianten ermöglichen den direkten, manuellen Zugriff. In schmalen Gängen verkürzt eine einseitige Aufstellung Greifwege, während doppelseitige Felder die Lagerfläche pro Meter Wandlänge erhöhen. Nicht der Regaltyp entscheidet allein, sondern das Maßraster aus Fachbreite, Fachtiefe und Ebenenabstand. Kartonagen verlangen andere Auflagen als Reifen.
- Kartonagen: breite Fächer für Mischgrößen ohne mittlere Ständer im Sichtfeld
- Behälter: definierte Fachtiefen bis etwa 1200 mm für Kistenreihen
- Ersatzteile: Ebenenteilung mit Trennblechen für saubere Artikeltrennung
Beispiel: Bei liegender Reifenlagerung tragen querliegende Auflagen eine gleichmäßige Linienlast. Bei stehender Lagerung steigen Punktlasten an einzelnen Kontaktstellen deutlich an, was Stahlgitterroste begünstigt. Lang- und Sperrgüter passen ebenfalls ins Raster, solange die manuelle Handhabung realistisch bleibt und die Fachlast nicht überschritten wird. Hier zählt Geometrie mehr als Gefühl.
Normenbasis und technische Auswahlparameter
Für die Betriebssicherheit definiert DIN EN 15635 Regeln zu Anwendung und Inspektion von Lagereinrichtungen. Ergänzend konkretisiert die DGUV Regel 108-007 Anforderungen an Lagereinrichtungen und -geräte. Zusätzlich belegt ISO 9001, dass der Hersteller Prozesse dokumentiert und Abweichungen systematisch korrigiert. Normkonformität ersetzt keine Dimensionierung, sie setzt jedoch einen verlässlichen Rahmen.
- Fachlast: Tragfähigkeit je Ebene, häufig bis ca. 1000 kg, abhängig von Breite und Tiefe
- Feldlast: Gesamttragfähigkeit zwischen zwei Ständern, typischerweise bis ca. 4500 kg
- Anschlussprinzip: Steckverbindung beschleunigt Umbauten, während die Schraubverbindung eine definierte Knotensteifigkeit fixiert
Nicht zuerst der Preis trennt Systeme, sondern Grenzwerte. Eine große Fachweite erhöht die Biegemomente in den Traversen unmittelbar. In aggressiver Umgebungsluft wirkt Verzinkung anders als Pulverbeschichtung, Korrosionsschutzklassen geben dabei belastbare Leitplanken vor. Für spätere Anpassungen zählen Erweiterbarkeit und Zubehör wie Rückwände oder Anfahrschutz – erstens wegen mechanischer Trennung von Verkehrsflächen, zweitens wegen definierter Anschlagkanten, drittens wegen reproduzierbarer Feldgeometrien.
Kennzahlenübersicht kompakter Bauarten
| Kriterium | Richtwert / Norm |
|---|---|
| Fachlast | bis ca. 1000 kg je Fachboden |
Hersteller sind BITO-Lagertechnik Bittmann GmbH, SSI Schäfer Noell GmbH, Schwerlastregal.de, META-Regalbau GmbH & Co. KG, Dexion GmbH, TNH Lagertechnik Roman Frischholz
FAQ zu Weitspannregale
Wie plant man die Anordnung von Weitspannregalen für effiziente Lagerabläufe
Analysieren Sie Materialfluss und Zugriffsfrequenzen. Legen Sie Gangbreiten gemäß ASR A1.8 fest, um sichere Verkehrs- und Fluchtwege zu gewährleisten. Planen Sie Pufferflächen für Saisonalität und künftige Erweiterungen ein; 15 bis 20 Prozent der Lagerfläche sind als Flexibilitätsreserve empfehlenswert.
Welche wiederkehrenden Prüfungen sind für Regalsysteme gesetzlich vorgeschrieben?
Nach DIN EN 15635 sind jährliche Inspektionen von Regalsystemen durch eine befähigte Person vorgeschrieben. Zusätzlich sind wöchentliche Sichtkontrollen durch geschultes Personal durchzuführen. Beschädigte Bauteile sind umgehend zu reparieren oder zu ersetzen, damit die definierte Feldlast und die Betriebssicherheit erhalten bleiben.
Welche verdeckten Kostentreiber beeinflussen die TCO von Lagereinrichtungen langfristig
Neben Anschaffungs- und Montagekosten fallen über den Lebenszyklus Ausgaben für Wartung, Instandhaltung und regelmäßige Mitarbeiterschulungen an. Zu berücksichtigen sind auch Versicherungsprämien, die bei unsicheren Anlagen steigen können, sowie Energiekosten für integrierte Beleuchtung. Höhere Material- und Verarbeitungsqualität kann die Wartungskosten langfristig um bis zu 20 % senken.
Wann sind Regale aus Edelstahl oder mit ESD-Schutz erforderlich?
In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie sind Edelstahlregale wegen Korrosionsbeständigkeit und guter Reinigbarkeit gemäß HACCP-Richtlinien häufig vorgeschrieben. Für die Lagerung elektronischer Bauteile ist ESD-Schutz zwingend, um Schäden durch elektrostatische Entladung zu verhindern. ESD-Beschichtungen benötigen einen Oberflächenwiderstand von 10^4 bis 10^9 Ohm.
Wie lässt sich die Zukunftsfähigkeit von Weitspannregalen bei wechselndem Lagerbedarf sichern
Modulare Systeme mit standardisierten Abmessungen und einfachen Steck- oder Schraubverbindungen wählen. Auf hohe Bauteilkompatibilität achten, um Erweiterungen und Umbauten mit minimalem Aufwand zu ermöglichen. Einen Planungshorizont von 5 bis 10 Jahren inklusive potenzieller Bedarfsänderungen ansetzen, um die Investitionssicherheit zu erhöhen.
Welche Rolle spielen Weitspannregale bei der Digitalisierung von Lagerprozessen
Weitspannregale sind passive Infrastruktur, werden jedoch über eindeutig gekennzeichnete Fachböden in WMS integriert. Jeder Lagerplatz erhält eine eindeutige Kennung, erfassbar per Barcode oder RFID. Das ermöglicht präzise Bestandsführung und steigert die Effizienz der Kommissionierung um bis zu 15 Prozent.
Welche Nachhaltigkeitskriterien sind bei der Auswahl von Lagerregalen entscheidend
Bewerten Sie Materialherkunft und Recyclinganteil, bevorzugen Sie hohe Rezyklatanteile. Prüfen Sie die Energieeffizienz der Fertigung. Herstellerzertifizierungen wie ISO 14001 belegen ein etabliertes Umweltmanagement. Langlebige Regalsysteme senken Ersatzbedarf und Ressourcenverbrauch und reduzieren den ökologischen Fußabdruck.
Hintergrund: Weitspannregale
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Iso_9001 Wikipedia
ISO 9001 legt Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme fest: Prozesse, die Kundenanforderungen sowie rechtliche und behördliche Vorgaben erfüllen, mit kontinuierlicher Verbesserung. Sie gilt organisationsunabhängig und kann durch Zertifizierungsstellen auditiert und zertifiziert werden.
Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: November 2026, ID: 14849