Die Doppelinduktionslötanlage ist als Serienplattform für Hart- und Weichlötprozesse konzipiert. Kernprinzip ist der Parallelbetrieb: Eine Station läuft, die zweite wird vorbereitet. So reduzieren Sie Nebenzeiten deutlich und können wahlweise das gleiche Bauteil parallel fertigen oder zwei unterschiedliche Werkstücke auf den beiden Stationen fahren. In typischen Setups sind sehr hohe Stückzahlen pro Schicht realisierbar, ohne dass dafür zwei Bediener notwendig sind.
Warum eine Doppellötanlage
• Taktzeiten reduzieren und Ausbringung erhöhen durch wechselseitiges Rüsten und Löten mit kurzen Nebenzeiten
• Reproduzierbare Lötqualität durch rezeptgeführte Prozesse, definierte Leistung und Zeit, kontrollierter Lötspiegel
• Sauber und sicher, flammenfrei, optional mit Schutzgaseinhausung, Absaugung, Lichtgitter sowie Zweihand- oder Fußschalterlogik
• Hohe Flexibilität über Ein- oder Zweikanal-Generator(en), Schnellwechsel-Induktoren, Stationen separat parametrierbar
• Ready-to-automate, vorbereitet für Roboter oder Cobot-Beladung, Datenschnittstellen wie OPC UA und Rückverfolgbarkeit
Prozessfähigkeiten
• Hartlöten und Weichlöten von Cu, Ms, St, CrNi, Al (mit passender Lot- und Prozessführung)
• Kapillarlöten mit Preforms, definierter Ringspalt, reproduzierbare Füllung
• Kontakt- und Polspulenlöten für hochreproduzierbare Cu-Cu-Verbindungen (z. B. Motor/Generator)
• Hartmetall, PKD, PCBN löten, gleichmäßige Durchwärmung, geringer Verzug
• Schutzgasprozesse mit N₂, Ar oder Formiergas, geregelt und eingehaust
• Prozessüberwachung optional über Pyrometer oder Kamera, Grenzwerte, Alarmierung, Protokolle
Technische Eckdaten (Auszug)
• Generator-Topologie: 1x Zweikanal oder 2x Einzelgenerator, MF oder HF je nach Geometrie des Lötbereichs
• Leistungsbereich je Station: anwendungsabhängig skalierbar (typisch im ein- bis zweistelligen kW-Bereich)
• Induktoren: ein- oder mehrspulig, Konzentratoren, wassergekühlt, Schnellwechsel für Bauteilfamilien
• Qualität: Pyrometer, optional Videomodul, Widerstands- oder Dichtigkeitsprüfung, Go/No-Go-Grenzen
• Bedienung: HMI mit Rezeptverwaltung, Benutzerrollen, Prozessvisualisierung, Startlogik mit Fußschalter und Lichtgitter
• Schnittstellen: OPC UA, digitale I/O, Feldbus, QS/MES-Anbindung sowie Remote-Support optional
• Plattform: auch als Mehrstationen-Konzept mit mehr als zwei Arbeitsplätzen realisierbar
Optionen und Erweiterungen
• Automationsmodule: Rundtisch, Lineartransfer, Paletten- und Nest-Handling, Roboter oder Cobot-Beladung
• Lot- und Flussmittelhandling: Preforms, Draht, Paste, Dosierung und Positionierung, Flussmittelauftrag
• Schutzgas und Kapselung: geregelter Gasstrom, Sensorik für O₂ und Feuchte, Absaug- und Filtertechnik
• Software und Daten: Prozessvisualisierung, Datenerfassung, Traceability bis Bauteil-ID, Auswertungen
• Prozessentwicklung: Versuchsreihen, Parameterfenster (Leistung, Frequenz, Zeit, Spaltmaß), Taktoptimierung
Qualitätssicherung und Dokumentation
• Prüfungen: Scher- und Zugtest, Mikroschliff, Benetzungsbild, Dichtheit, elektrischer Widerstand
• Prozessdaten: Temperaturkurve, Leistung/Zeit, Gasfluss, Protokolle je Station und Bauteil
• Grenzwerte und SPC: Regelkarten, Alarme, Sperrung bei Abweichung, auditfähige Dokumentation
Einsatzbereiche und typische Bauteile
• Branchen: Automotive & E-Mobility, Medizintechnik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Werkzeugbau, Gerätebau, Heizung & Sanitär
• Bauteile: Kontaktmodule, Polspulen/Leiter, Kühl- und Hydraulikrohre/Fittings, Sensorträger, Hartmetallbestückungen, Wärmetauschersegmente
