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Codesys Hersteller – Vergleich

Codesys st die herstellerübergreifende Programmierumgebung für speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS, englisch PLC), entwickelt von der CODESYS GmbH in Kempten. Aktuelle Hauptversion ist V3.5. Die Plattform bündelt Engineering, Visualisierung und Diagnose für Steuerungsapplikationen in der Automatisierungstechnik. Im Maschinen- und Anlagenbau unterstützt sie die Projektierung von Motion-, Robotik- und CNC-Anwendungen sowie die Einbindung verteilter I/O über Feldbus und Industrial Ethernet. Für die Beschaffung zählen nachweisbare Feldbus-Kompatibilität mit deterministischen Zykluszeiten, dokumentierte Sicherheitsnachweise nach EN ISO 13849-1/-2 und IEC 62061 (Maschinensicherheit) bzw. IEC 61511 (Prozessindustrie) auf Grundlage von IEC 61508 sowie IT-Sicherheit nach IEC 62443.
Lieferanten und Händler:

Geprüfte Codesys Hersteller

Im Dörener Feld 9a, 33100 Paderborn
Deutschland

Codesys Fachartikel

Zuverlässig vernetzt. Individueller Lösungsbaukasten zum Steuern von Fahrerlosen Transportsystemen.

Janz Tec AG: Die Anforderungen an Steuerungsrechner in Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) sind hoch. Die Rechner werden meist im Dauerbetrieb eingesetzt und sind dauerhaft Vibrationen ausgesetzt. Durch ungeplante Ausfälle entstehen meist massive Kosten. Entsprechend braucht es hier zuverlässige Industriecomputer, die den Anforderungen gerecht werden. Mit unserer Plattform aus zuverlässigen Industriecomputern und anpassbarer Software bieten wir für jeden AGV-Hersteller eine maßgeschneiderte Lösung. Neben der OT-Landschaft können wir auch bei Bedarf den IT-Bereich, wie z.B. die Industrie-Server-Struktur, mit bedienen.

Weitere Codesys Hersteller

Berghof GmbH, Codesys Berghof GmbH
Grollmus GmbH, Codesys Grollmus GmbH

Über Codesys

Die Plattform implementiert die Norm IEC 61131-3 und ist auf die Programmierung von SPS-Applikationen ausgelegt. Lizenzgeber und Entwickler ist die CODESYS GmbH mit Sitz in Kempten. Die Architektur teilt Funktionen in zwei Hauptkomponenten: das Development System (Engineering, kostenfreier Download über den Store) und das Runtime System, das herstellerseitig auf der Zielsteuerung lizenziert wird. Beide zusammen strukturieren die SPS-Applikation vom Code bis zur Inbetriebnahme.

Architektur und Portierung

Die Plattform erreicht Hardwareunabhängigkeit durch Portierungen auf Windows, Linux und Echtzeitbetriebssysteme. Das Laufzeitsystem läuft auf dem Controller einer Industriesteuerung und bindet die Schnittstellen zu Feldgeräten ein. Gerätehersteller integrieren das Kernprodukt in eigene Hardware, während ein Softwarehersteller das Basis‑SDK liefert und Versionen langfristig pflegt.

Die Architektur ist modular: Über definierte Schnittstellen lassen sich zusätzliche Funktionen, Bibliotheken und Add-ons in ein Steuerungssystem einbinden – die Zielplattform wird konfiguriert, ohne das Quellprojekt zu verändern. Engineering-Daten, ausführbare Binärmodule und projektbezogene Ressourcen werden im Build-Prozess sauber getrennt.

Kernkomponenten und Aufgaben
Merkmal Codesys Development Environment Codesys Runtime System
Funktion Projektierung und Engineering Programmausführung und Ansteuerung
Standard Umsetzung nach IEC 61131-3 Portierung auf Ziel-Hardware
Plattform PC mit Windows oder Linux Embedded Controller und Industrie‑PCs
Ziel Erstellung von Steuerungssystem‑Applikationen Betrieb in Maschinen und Anlagen

Engineering, Visualisierung und Werkzeuge

Das Development System stellt Editoren für die fünf Programmiersprachen nach IEC 61131-3 bereit: Strukturierter Text (ST), Kontaktplan (KOP/LD), Funktionsbausteinsprache (FUP/FBD), Ablaufsprache (AS/SFC) sowie Anweisungsliste (AWL/IL) – Letztere wurde mit IEC 61131-3 Edition 3 (2013) als „deprecated" gekennzeichnet und wird für neue Projekte nicht mehr empfohlen. Funktionsblock-Bibliotheken kapseln Logik für die Wiederverwendung in mehreren Projekten.

Die Visualisierung gliedert sich in zwei Varianten: TargetVisu für lokale Bedienpanels am Zielgerät und WebVisu als HTML5-basiertes HMI im Browser. Beide werden direkt aus dem Engineering generiert. Diagnose-, Mess- und Testwerkzeuge prüfen Zyklus- und Ausführungszeiten unter realer Last; mit dem Test Manager lassen sich Testfälle automatisiert ausführen.

Mit der Containerized Runtime kann die Steuerungs-Laufzeit als Docker-/OCI-Container reproduzierbar auf identische Zielumgebungen ausgerollt werden. Die native Git-Integration sichert Versionierung von Bibliotheken, Visualisierung und Feldbus-Mapping konsistent im Projekt.

Moderne Produkte und Cloud-Anbindung

Über die klassische Engineering-Umgebung hinaus stellt der Hersteller eine Reihe ergänzender Produkte bereit:

  • Automation Server: Cloud-basierte Plattform für Geräte-, Lizenz- und Versions-Management ganzer Maschinenparks.
  • Edge Gateway: schlanke Brücke zwischen Steuerung und Cloud/IIoT-Plattformen.
  • Application Composer: modellbasiertes Engineering für wiederkehrende Maschinenstrukturen.
  • Security Manager: zentrale Verwaltung von Zertifikaten, Benutzerrechten und Secure-Boot-Konfiguration im Sinne von IEC 62443.
  • Redundancy: hochverfügbare Steuerungs-Architekturen mit aktiv/passiv-Umschaltung – wichtig für kritische Anlagen, in denen ungeplante Stillstände nicht akzeptiert werden.
  • OPC UA als integriertes Feature: Steuerungen können nativ als OPC UA Server, Client und PubSub-Teilnehmer kommunizieren.
  • Store: Marktplatz für Bibliotheken, Add-ons und Geräte-Beschreibungen; auch das Development System wird hier als Download bereitgestellt.

Kommunikation und Feldbusse

Die Plattform unterstützt eine breite Auswahl industrieller Kommunikationsprotokolle: EtherCAT, PROFINET, EtherNet/IP, Sercos III, POWERLINK, CC-Link IE, Modbus TCP und Modbus RTU, CANopen, J1939 sowie IO-Link (IEC 61131-9) auf der Sensor-/Aktor-Ebene. Auf der übergeordneten Ebene sind OPC UA inklusive PubSub und perspektivisch OPC UA over TSN integriert. Jedes Protokoll bindet Feldgeräte über einheitliche Objekte in die Anlagentopologie ein; deterministische Zykluszeiten und Diagnose-Daten werden zentral im Projekt dokumentiert.

Motion, Robotik und Sicherheit

Das Modul Motion + CNC + Robotics erweitert die Plattform um elektronische Nocken, Bahnplanung und Roboterkinematik. Mehrachsige Bewegungs- und Robotikanwendungen werden mit synchronen Sollwertprofilen koordiniert. Funktionen für Kurvenscheiben und Koordinatentransformationen liegen als Bibliothek vor und lassen sich in bestehende Projekte einbinden, ohne den Code anzupassen.

Für sicherheitsgerichtete Funktionen stehen die zertifizierten Produkte Safety SIL2 und Safety SIL3 zur Verfügung – je nach Risikograd nach IEC 61508-3, EN ISO 13849-1/-2 oder IEC 62061. Typische Sicherheitsfunktionen sind STO (Safe Torque Off), SS1, SS2 und SLS (Safely Limited Speed) für Antriebe sowie Schutztür- und Lichtgitter-Überwachung.

Anwendungsfall: Eine Robotikanwendung mit sechs Achsen läuft auf einer Steuerung mit 1-kHz-Regeltakt. Die Bahnplanung berechnet die Soll-Positionen aller Achsen synchron, ein zertifizierter Safety-Controller mit Safety SIL3 überwacht parallel STO und SLS. Bei Schutztür-Öffnung wechselt der Roboter automatisch in den sicher reduzierten Geschwindigkeitsmodus, ohne den Programmkontext zu verlieren – Inbetriebnehmer können Achsen weiterhin bedienen.

Auswahlkriterien für Automatisierungssuiten

Eine Automatisierungssuite auf dieser Basis richtet sich nach der Zielapplikation, der eingesetzten Hardware und den Endkunden des Geräteherstellers. Daraus entsteht ein Portfolio, das Schnittstellen und Bibliotheken konsistent über mehrere Geräte- und Maschinenvarianten führt.

  • Funktionsumfang: Editor und Bibliotheken müssen die geplanten Bausteine, Funktionsblock‑Varianten und die gewünschte Visualisierung abdecken.
  • Kommunikationsanforderungen: Die Feldbusunterstützung muss die vorhandene Topologie und Adressenstruktur abbilden.
  • Hardware-Spezifikationen: Schnittstellen des Controllers und CPU‑Leistung bestimmen Zykluszeit und Ausführungszeit der Applikation.
  • Zertifizierung: Für Maschinen-Anwendungen muss das Paket die Anforderungen aus EN ISO 13849-1/-2 und IEC 62061 erfüllen, in der Prozessindustrie IEC 61511 – jeweils auf Grundlage der IEC 61508 mit dokumentierten Nachweisen, idealerweise abgedeckt durch Safety SIL2 oder SIL3.

Diese Kriterien zusammen – Funktionsumfang, Kommunikation, Hardware-Anbindung, Erweiterbarkeit und Zertifizierung – bilden die Grundlage für eine belastbare Beschaffungsentscheidung.

Hersteller sind Janz Tec AG, Berghof GmbH, Grollmus GmbH

FAQ zu Codesys

Welche Faktoren bestimmen die Gesamtbetriebskosten einer Automatisierungsplattform?

Die Gesamtbetriebskosten (TCO) einer Automatisierungsplattform ergeben sich aus Lizenz-, Hardware-, Engineering- und Wartungskosten. Hinzu kommen Schulungsausgaben, die rund 10 bis 20 Prozent der anfänglichen Softwarekosten betragen können, sowie Kosten für regelmäßige Software-Updates. Für eine verlässliche Budgetplanung ist die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus entscheidend.

Wie stellt Codesys die IT-Sicherheit industrieller Steuerungssysteme sicher?

Codesys schützt Steuerungssysteme durch Secure Boot, verschlüsselte Kommunikation und rollenbasierte Zugriffskontrollen. Das System erfüllt die Anforderungen der Norm IEC 62443 für industrielle Cybersicherheit. Regelmäßige Software-Updates und Sicherheitsprüfungen minimieren mögliche Schwachstellen.

Welche Fachkenntnisse sind für den effizienten Einsatz von Codesys in der Automatisierung erforderlich

Erforderlich sind fundierte Kenntnisse der IEC 61131-3 Programmierung und ein solides Verständnis der Automatisierungstechnik. Für komplexe Anwendungen sind Schulungen zu Modulen wie Motion Control oder Feldbus-Systemen empfehlenswert. Erfahrene SPS-Programmierer benötigen zur Einarbeitung typischerweise zwei bis vier Wochen.

Wie wird die Automatisierungsplattform in moderne Cloud- und IIoT-Umgebungen eingebunden?

Die Plattform integriert sich über Gateways und standardisierte Protokolle wie MQTT und OPC UA in Cloud- und IIoT-Strukturen. Container-Deployments ermöglichen eine skalierbare Verwaltung in hybriden Cloud-Architekturen. Bei der Implementierung ist auf die Kompatibilität mit den genutzten Cloud-Anbietern und deren Sicherheitsstandards zu achten.

Warum gilt Codesys als eine der meistgenutzten Plattformen für industrielle Automatisierung?

Die Plattform ist hardwareunabhängig und wird heute von rund 1.000 Geräteherstellern weltweit unterstützt – darunter Wago (PFC-Serie), Bosch Rexroth (ctrlX), Schneider Electric (M241/M251), ifm, Eaton, Berghof, Janz Tec und Bachmann electronic. Wichtig zur Abgrenzung: Beckhoff TwinCAT, B&R Automation Studio und Siemens TIA Portal sind eigenständige Engineering-Systeme und nicht auf dieser Basis aufgebaut. Das kostenfreie Development System (Download über den Store) und die geräteseitige Runtime-Lizenz fördern die breite industrielle Verbreitung.

Welche Faktoren bestimmen die Auswahl der optimalen Hardware für eine SPS-Applikation?

Entscheidend sind Rechenleistung des Controllers, Anzahl und Typ der I/O-Schnittstellen sowie die Echtzeitfähigkeit des Betriebssystems. Für komplexe Motion-Control-Aufgaben empfiehlt sich eine CPU-Leistung ab 1 GHz und eine garantierte Zykluszeit unter 1 ms. Eine genaue Analyse der Applikationsanforderungen ist Voraussetzung für die passende Hardwarekonfiguration.

Wie werden Anwender der Automatisierungsplattform beim Einsatz und im Support unterstützt?

Anwender profitieren von einem Online-Forum, ausführlicher Dokumentation und einem Netzwerk zertifizierter Partner. Der Support erfolgt durch den Hersteller und ergänzend durch Gerätezulieferer. Für kritische Anwendungen empfiehlt sich ein Supportvertrag mit garantierten Reaktionszeiten von unter 24 Stunden.

Wo kann ich CODESYS herunterladen?

Das Development System steht im Store als kostenfreier Download bereit (codesys.com bzw. store.codesys.com). Aktuelle Hauptversion ist V3.5. Hinzu kommen Bibliotheken, Add-ons und Geräte-Beschreibungen – teils kostenfrei, teils lizenzpflichtig. Die geräteseitige Runtime-Lizenz wird vom jeweiligen Steuerungs-Hersteller bereitgestellt und ist Bestandteil des Geräts.

Hintergrund: Codesys

  • Codesys Wikipedia

    Codesys ist eine integrierte, IEC 61131-3-konforme Entwicklungsumgebung für speicherprogrammierbare Steuerungen. Sie dient der Entwicklung von SPS‑Applikationen in der Industrieautomation und vereint zentrale Engineering‑Funktionen.

Diese Anbieterliste Codesys umfasst auch: Codesys Schulung

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: Mai 2026