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Magnetschalter Hersteller – Vergleich

Näherungsschalter wie der Magnetschalter nutzen Reed-Kontakte oder Hall-Effekt zur feldabhängigen Auslösung und liefern je nach Ausführung digitale oder analoge Signale. In sicherheitsgerichteten Maschinensteuerungen überwacht der Schalter Schutztüren und Wartungsklappen an Werkzeugmaschinen und Abfüllanlagen. Für den Einkauf zählen Schaltabstand, Schaltfrequenz, die zur SPS passende Ausgangslogik (PNP/NPN, NO/NC) sowie Schutzarten nach EN 60529 oder Zulassungen wie ATEX nach EN 60079.
Lieferanten und Händler:

Über Magnetschalter

Magnetschalter erfassen Positionen und Endlagen berührungslos. Das Magnetfeld ist der Auslösemechanismus. In der industriellen Automation arbeitet der Sensor unabhängig von Funkenflug und Abrieb, weil keine mechanische Betätigung stattfindet. Bei bewegten Achsen oder pneumatischen Zylindern sinken damit die Fehlerquellen in der Signalstrecke, vorausgesetzt, Magnet und Schaltpunkt sind präzise zueinander ausgerichtet.

Physikalische Wirkprinzipien und Kontaktlogik

Trifft ein Magnetfeld auf einen Reed-Kontakt, schließen oder öffnen ferromagnetische Zungen in einer hermetisch dichten Glasröhre. Der Kontakt schaltet direkt. Hall-Effekt-Sensoren arbeiten mit Halbleitern: Eine quer zur Stromrichtung entstehende Hall-Spannung kennzeichnet Feldstärke und Polarität, das Ausgangssignal ist je nach Ausführung digital oder analog. Reed verarbeitet AC- und DC-Signale direkt, Hall liefert in der Regel ein DC-Signal mit definierter Logik.

Bei der Schaltlogik gibt es drei Grundformen: Öffner (Normally Closed, NC), Schließer (Normally Open, NO) und Wechsler (Changeover, CO). Kurze Umschaltzeiten sind wichtig. Ein Wechsler deckt zwei Zustände ab, die Verdrahtung erfordert jedoch eine klare Zuordnung in der Steuerung, besonders bei potenzialfreien Kontakten. Für SPS-Eingangskarten eignen sich PNP- oder NPN-Transistorausgänge oft besser für Diagnosefunktionen, während Reed-Kontakte bei gemischten Spannungsniveaus Vorteile haben.

Auswahlkriterien für robuste Industrieanwendungen

Bei der Spezifikation entscheidet zuerst der Schaltabstand. Große Toleranzen in Führungen erfordern Reserven in Millimetern. Die Schaltfrequenz begrenzt schnelle Bewegungen. 500 Hz reichen für viele Endlagen, während hochdynamische Zählaufgaben deutlich höhere Werte benötigen. Zusätzlich binden Betriebsspannung und maximaler Schaltstrom den Sensor an das elektrische Umfeld, einschließlich der Ausgangsart wie PNP, NPN oder Relaiskontakt.

  • Schutzart nach EN 60529: IP-Codes klassifizieren Staub- und Wassereintritt. Feuchte Späneumgebungen erfordern häufig IP67 bis IP69K.
  • Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit: Gehäuse aus Edelstahl widerstehen Kühlschmierstoffen oft länger als Standardkunststoffe bei 60 °C Dauerlast.
  • Zertifizierung nach EN 60079 (ATEX): Explosionsgefährdete Bereiche verlangen definierte Zündschutzarten statt pauschaler Freigaben.

Anwendungsfelder und sicherheitstechnische Einordnung

In Werkzeugmaschinen überwacht ein Magnetschalter die Referenzposition einer Achse. Im gleichen Aufbau meldet er am Pneumatikzylinder die Endlage des Kolbens. Klare Signale zählen hier mehr als Grenzwerte. Als Sicherheitsschalter an Schutztüren reicht das Bauteil allein jedoch nicht automatisch für hohe Risikobeurteilungen, weil Architektur und Diagnosedeckung des Gesamtsystems entscheidend sind.

Die Auslegung folgt konkreten Anforderungen: IEC 60947-5-1 beschreibt Eigenschaften von Niederspannungs-Schaltgeräten und Steuergeräten, EN ISO 13849 ordnet sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen einem Performance Level zu, IEC 61508 definiert Safety Integrity Levels für elektrische und programmierbare Systeme. Anwendungsfall: Bei einer Türüberwachung mit PL e nach EN ISO 13849 verlangt die Systemarchitektur redundante Kanäle und plausibilisierte Rückmeldungen statt eines einzelnen Kontakts.

Kennwerte im Vergleich

Typische Leistungsparameter aus Herstellerdatenblättern
ParameterReed-MagnetschalterHall-Magnetschalter
Schaltabstandbis 70 mmbis 30 mm
Schaltfrequenzbis 500 Hzbis 20 kHz
Betriebsspannung3–250 V AC/DC5–30 V DC
Ausstattung/OutputÖffner/SchließerNPN/PNP, analog möglich

Schnittstellen, Montageformen und Kostenlogik

Bei der Integration bestimmen elektrische Schnittstellen zur SPS den Verdrahtungsaufwand, Montageformen wie zylindrische Bauform oder T-Nut-Ausführung die Austauschbarkeit und Gehäusematerialien die Standfestigkeit gegen Vibrationen. Der Begriff Schalter ist dabei technisch zu verstehen: Er beschreibt das Element zwischen Feldinformation und Eingangsklemme.

  • Kosten treibende Funktion: Ein Wechsler mit Diagnosesignal ist aufgrund zusätzlicher Elektronik teurer als ein einfacher Öffnerkontakt.

Hersteller sind Dietz Sensortechnik, Timmer GmbH, BERNSTEIN AG, ASA Schalttechnik GmbH

FAQ zu Magnetschalter

Wie beeinflussen Umgebungsfaktoren die Lebensdauer von Magnetschaltern?

Hohe Temperaturen, aggressive Medien wie Kühlschmierstoffe und Chemikalien sowie hohe Schaltfrequenzen verkürzen die Lebensdauer; letztere verursachen mechanischen Verschleiß an Reed-Kontakten. Für feuchte Einsatzorte Sensoren mit mindestens Schutzart IP67 nach EN 60529 wählen und Gehäuse regelmäßig auf Schäden prüfen.

Wann sind Magnetschalter induktiven Sensoren vorzuziehen?

Magnetschalter sind vorzuziehen, wenn nichtmetallische Objekte detektiert oder durch nichtmetallische Barrieren hindurch erfasst werden sollen, da Magnetfelder diese durchdringen; wenn im Erfassungsbereich metallische Späne auftreten, auf die Magnetschalter weniger empfindlich reagieren als induktive Sensoren; oder wenn Schaltabstände über 20 mm gefordert sind.

Welche Rolle spielen Magnetsensoren in der Industrie 4.0

Magnetsensoren liefern Positions- und Zustandsdaten für Industrie 4.0. Über IO-Link nach IEC 61131-9 übertragen sie neben Positionswerten auch Diagnosen wie Temperatur und Schaltzyklen an übergeordnete Systeme. Empfehlung: Magnetsensoren mit integriertem IO-Link priorisieren, um vorausschauende Wartung zu ermöglichen und die Datenbasis für IIoT-Anwendungen zu erweitern.

Was ist bei der Installation von Magnetschaltern zu beachten?

Den Magneten präzise zum Sensorkopf ausrichten, besonders bei kleinen Schaltabständen. Störfelder vermeiden: mindestens 10 cm Abstand zu Frequenzumrichtern und Motoren sowie generell zu starken elektromagnetischen Feldern einhalten. Nach der Montage die Schaltfunktion testen.

Welche Magnetmaterialien eignen sich als Gegenstück zum Sensor

Neodym-Magnete liefern hohe Feldstärken bei kompakter Baugröße. Ferritmagnete sind günstiger und temperaturstabiler, benötigen jedoch mehr Volumen für gleiche Feldstärken. Bei Umgebungstemperaturen über 80 °C Ferrit- oder Alnico-Magnete einsetzen, um Entmagnetisierung zu vermeiden.

Wie werden Magnetschalter auf korrekte Funktion geprüft?

Schaltpunkt mit einem externen Prüfmagneten simulieren. Hall-Sensoren über die Ausgangsspannung messen; Reed-Kontakte per Durchgangsmessung mit dem Multimeter prüfen. Eine jährliche Funktionskontrolle sichert die Betriebssicherheit und vermeidet ungeplante Stillstände.

Hintergrund: Magnetschalter

  • Magnetschalter Wikipedia

    Magnetschalter sind durch Magnetfelder betätigte Schalter. Historisch umfasste der Begriff auch elektromagnetische Relais; heute bezeichnet er vor allem durch Permanentmagnete betätigte Kontakte, insbesondere Reedschalter.

Autor: induux Redaktion · Zuletzt aktualisiert: November 2026, ID: 16752