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Tastaturfolien Hersteller

Tastaturfolien sind flexible, mehrlagige Verbundfolien für Bedienfelder und Folientastaturen. Sie bestehen aus einer frontseitigen, meist hinterdruckten Deckfolie, einer Schaltungsfolie mit gedruckten Leiterbahnen sowie einer Kleberückseite zur Montage auf Träger- oder Frontplatten. Übliche Materialien sind PET oder PC. Die geschlossene Oberfläche erleichtert Reinigung und schützt vor Feuchtigkeit, Staub und vielen Chemikalien. Optional integrierbar sind Dichtungen, EMV‑Abschirmung, Sichtfenster und taktile Elemente wie Schnappscheiben.

Veröffentlichungen der Hersteller zu Tastaturfolien

HMI-Folientastatur für industrielle Bedien- und Anzeigesysteme

BS Deutschland: Integrierte Bedienoberflächen zur Kombination von Eingabe- und Anzeigeelementen in industriellen Geräten und Systemen.

Kapazitive Folientastatur für industrielle Anwendungen

BS Deutschland: Berührungsbasierte Folientastaturen für industrielle Bedienkonzepte mit geschlossener Front und hoher Integrationsdichte.

Komplettlösung als Folientastatur für industrielle Anwendungen

BS Deutschland: Kundenspezifische Eingabesysteme als integrierte Einheit aus Bedienoberfläche, Eingabetechnologie und Schnittstelle.

Kundenspezifische Folientastatur für industrielle Anwendungen

BS Deutschland: Kundenspezifisch ausgelegte Folientastaturen als flache, robuste Eingabesysteme für Maschinen, Geräte und industrielle Steuerungen.

Weitere Hersteller Tastaturfolien

Mehr über Tastaturfolien

Folientastaturen, oft als Membrantastatur bezeichnet, prägen die Mensch-Maschine-Interaktion in industriellen Anwendungen durch flachen Aufbau, geschlossene Oberfläche und hohe Robustheit. Die Systeme widerstehen Feuchtigkeit, Staub und vielen Chemikalien. Ihre Verbreitung beruht auf ausgereifter Tastaturtechnik und einer passenden Grundausstattung für Umgebungen vom Labor bis zur Industrieanlage. Im Fokus steht präzises Schaltverhalten bei kompakter Bauform ohne offene Bauelemente.

Eigenschaften und Aufbau

Der Gesamtaufbau besteht aus mehreren Schichtlagen: Eine Basisfolie trägt die Schaltungsfolie mit gedruckter Leiterbahn oder einer Leiterbahnfolie als Schaltungsschicht. Darüber liegt die Endmembran mit Grafik und Beschriftung. Die Rückseite ist oft mit Kleber ausgerüstet, um die Montage auf eine Trägerplatte oder Frontplatte zu erleichtern. Ergänzende Schichten integrieren Dichtung und Abschirmung. Optional wird eine Sicherheitskammer für kritische Not-Halt-Taster realisiert.

Konstruktion und Schaltverhalten

Die Schaltfunktion entsteht, wenn ein Tastenfeld zwei Leiterbahnen verbindet. Dies erfolgt über integrierte Schalter wie Folienprägungen oder über Metall-Schnappscheiben. Die Scheibe gibt ein taktiles Signal. Die Schnappscheiben ermöglichen eine definierte Betätigungskraft und ein klares Feedback. Alternative Kurzhubtastatur-Module können integriert werden, wenn Applikation und Schnittstelle dies verlangen. Die Bauhöhe bleibt trotz integrierter Bauteile niedrig. Die Tastfläche wird haptisch oder optisch geführt.

Materialien und Materialvergleich

Als Endmembran dominieren Polyesterfolie (PET) und Polycarbonatfolie (PC). PET überzeugt durch Dauerbiegefestigkeit, PC durch inhärente Kratzfestigkeit. Beide unterstützen feine Schichtung und präzise Grafik. Metall wird punktuell für taktile Elemente genutzt. Das Frontdesign mit hinterdruckter Grafik, Etikett und Farbebenen ist direkt in die Schicht integriert, wodurch eine kratzfeste Oberfläche entsteht, die Reinigung und Weiterverarbeitung erleichtert.

Vergleich von Polyesterfolie (PET) und Polycarbonatfolie (PC) für Endmembranen
EigenschaftPETPC
Temperaturbeständigkeitbis ca. 85°Cbis ca. 120°C
Kratzfestigkeitgut, mit Beschichtungen steigerbarsehr gut
Chemikalienbeständigkeitgut gegen viele Lösungsmittelgut, selektive Empfindlichkeiten
Dauerbiegefestigkeitsehr hochgut
Transparenz/Oberflächeklar, optional glänzendklar, oft mattiert
Typische Verwendunghohe Zyklen, flexible Lagenrobuste Frontlagen

Technische Spezifikationen und Widerstandsfähigkeit

Mechanische Kennzahlen umfassen definierte Betätigung, Schaltzyklen im Millionenbereich und ein reproduzierbares Loslassverhalten. Oberflächen sind kratzfest ausgeführt, die Dichtung verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit, und IP-Levels bis IP68 sind realisierbar. In Industrieanlagen und Fahrzeugen reduziert der flache Verbund die Einflüsse von Vibration. Die Schaltungsschicht bleibt stabil, auch bei thermischer Einwirkung oder Chemikalienkontakt.

In einer Abfülllinie mit täglicher Nassreinigung sichert eine PC-Frontlage mit zusätzlicher Beschichtung die Lesbarkeit der Beschriftung, während EMV-Abschirmung die störanfällige Baugruppe schützt. Die Schaltfunktion blieb nach 5 Millionen Betätigungen ohne Ausfall. Die Endkontrolle bestätigte konstanten Widerstand und einen dichten Abschluss der Dichtung unter wiederholter Druckwasser-Einwirkung.

Auswahlkriterien im Engineering

Die Applikation bestimmt Aufbau, Schaltfunktion und Verbindungstechnik. An der Maschinenfront zählen Reinigungseinfachheit und Kratzfestigkeit. Im Cockpit eines Fahrzeugs unterstützen Nachtdesign und Kontrast das Handling. Einschubstreifen, Etikett und klare Beschriftung dienen der Orientierung. Die Anschlusselektronik wird über Schnittstelle, Connection-Header oder flexible Leiter definiert. Die Adaptierung vorhandener Boards wird frühzeitig geprüft.

  • Schaltlogik: Matrixlayout, Entprellung und Tastenfeld-Geometrie passend zur Applikation definieren.
  • Mechanik: Einpresselement, Trägerplatte und Frontplatte für starre Lagerung der Baugruppe auswählen.
  • Interface: Schnittstelle, Connection, Kabellänge und Einschubstreifen auf Anschlusselektronik abstimmen.
  • Design: Frontdesign, Nachtdesign, Tastfläche, Etikett und Reinigungseinfachheit als Nutzungskriterien festlegen.

Zur Grundausstattung zählen Kleber auf der Rückseite, Dichtung, optional EMV-Abschirmung und mechanische Verstärkungen. Engineering-Dokument und Datenerstellung definieren Materialien, Leiterbahnfolie, Toleranzen und die Umsetzung der Grafik. Eine Kurzhubtastatur wird berücksichtigt, wenn eine höhere Betätigungskraft mit akustischem Feedback gewünscht ist. Für schnelle Prototypen nennt der Anbieter Lieferbedingungen und einen Eildienst.

Qualitätssicherung und Hersteller

In der Serienfertigung sichern Fertigungstechnik mit hohem Automatisierungsgrad, präzise Druckprozesse und kontrollierte Trocknungsfenster die Reproduzierbarkeit. Die Serienproduktion folgt Industriestandards und der Einhaltung von ISO 9001. Die Endkontrolle dokumentiert elektrische Werte, Haftung und Optik. Nullserie, Rückverfolgbarkeit und ein definierter Rückruf-Prozess werden im Dokument geführt. Eine Stiftung kann Leitfäden zu Prüfverfahren bereitstellen. Dies unterstützt die Einbindung in das Endprodukt.

  • Prozesskette: Siebdruck der Schaltungsfolie, Laminierung, Stanzen, Bestückung von Bauelementen, Weiterverarbeitung zur Baugruppe.
  • Prüfumfang: Schaltfunktion, Betätigung, Dichtigkeit, Kratzfestigkeit, EMV sowie Connection-Test.
  • Datenlage: Datenerstellung, Prüfprotokoll, Audit der Einhaltung und Freigabe zur Realisierung.

Marktüberblick und Anwendungsbeispiele

Bekannte Anbieter sind unter anderem Hoffmann + Krippner, RAFI, N&H Technology, GT Service, M.B.B. Industrietechnik, PRÜTEC, SCHURTER, EAO, Marquardt, Nicomatic, GMS-Electronic, ALGRA GROUP und CDT. Die Anbieter liefern von Standard-Layouts bis zu kundenspezifischen Varianten für Folientastaturen, inklusive Connection, Nachtdesign und Schnittstelle. Die Lieferbedingungen umfassen oft Eildienst für Prototypen vor der Serienproduktion.

Lebensmittelabfüllung: Eine PET-Endmembran mit PC-Overlay kombiniert hohe Kratzfestigkeit und Hygiene. Ein Einpresselement stabilisiert die Baugruppe. Die Schaltungsschicht bleibt unter zyklischer Reinigung dicht. Schnellzugriff auf Not-Halt wird über große Tastfläche und kontrastreiche Beschriftung umgesetzt. Baugerät: Eine Membrantastatur mit Stahl-Scheibe und verstärkter Trägerplatte hält Schocklasten und Temperaturschwankungen stand. Nachtdesign unterstützt die Bedienung in der Dämmerung.

FAQ zu Tastaturfolien

Warum sind Tastaturfolien kosteneffizienter als Touchscreens?

Tastaturfolien sind in der Anschaffung günstiger und mechanisch robuster. Standardisierte und skalierbare Fertigungsverfahren senken die Stückkosten. Durch ihre Beständigkeit gegen Staub, Feuchtigkeit und Chemikalien minimieren sie Wartungs- und Austauschkosten und sind damit für industrielle Anwendungen mit Fokus auf niedrige Gesamtkosten besonders geeignet.

Wie wird eine Membrantastatur richtig installiert, um die Dichtigkeit sicherzustellen?

Für eine dichte Installation muss die Montagefläche sauber, eben und fettfrei sein, damit der Kleber optimal haftet. Die Dichtung ist exakt auszurichten und faltenfrei mit gleichmäßiger Anpresskraft zu montieren. Fehlerhafte Abdichtung kann das Eindringen von Flüssigkeit und Staub begünstigen und die Lebensdauer der Tastatur deutlich verkürzen.

Welche technologischen Trends bestimmen künftig die Entwicklung von Folientastaturen?

Die Weiterentwicklung von Folientastaturen fokussiert sich auf integrierte Sensorik und flexible Materialien. Dazu zählen kapazitive Sensoren für Gesten- und Näherungserkennung sowie OLED-Elemente für dynamische Anzeigen unter der Folienoberfläche. Flexible Substrate ermöglichen zudem gebogene oder faltbare Tastaturen und erweitern damit die Designmöglichkeiten kompakter Geräte.

Welche Technologien ermöglichen erweiterte haptische Rückmeldungen bei Folientastaturen?

Neben klassischen Metallschnappscheiben bieten moderne Systeme erweiterte haptische Optionen. Piezoelektrische Aktuatoren erzeugen gezielte Vibrationen, während elektroaktive Polymere die Folienoberfläche taktil verformen. So lassen sich Rückmeldungen wie Klicks, Rauschen oder Pulsieren realisieren, was die intuitive Bedienbarkeit in komplexen Anwendungen verbessert.

Wann sind Tastaturfolien mechanischen Tasten vorzuziehen?

Tastaturfolien eignen sich, wenn eine sehr flache Bauweise, hohe Dichtigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen raue Umgebungsbedingungen erforderlich sind. Sie besitzen eine geschlossene Oberfläche, die leicht zu reinigen und unempfindlich gegenüber Staub, Spritzwasser und Chemikalien ist. Zudem erlaubt der direkte Druck der Grafik hinter die Folie eine widerstandsfähige und individuell gestaltbare Front.

Wie fördern Hersteller von Folienbedienfeldern nachhaltige Produktionsweisen?

Nachhaltigkeit entsteht durch den Einsatz recycelbarer oder biobasierter Materialien wie bestimmter PET-Typen sowie durch energieeffiziente und chemikalienarme Produktionsprozesse. Optimierte Siebdruckverfahren senken den Chemikalienverbrauch, verbesserte Energieeffizienz reduziert CO2-Emissionen. Eine modulare Produktstruktur erleichtert zudem Reparatur und Recycling am Ende des Lebenszyklus.

Welche Einschränkungen beeinflussen die Benutzerfreundlichkeit von Membrantastaturen?

Die geringe haptische Rückmeldung und das Fehlen klar abgegrenzter Tasten reduzieren die Benutzerfreundlichkeit. Nutzer müssen sich stärker auf visuelles Feedback verlassen, da der Auslösepunkt weniger spürbar ist als bei mechanischen Tastaturen. Dies kann bei umfangreicher Dateneingabe oder Bedienung ohne Blickkontakt zu Fehlern führen. Verbesserte haptische Technologien mindern diese Nachteile zunehmend.

Hintergrund: Tastaturfolien