Liste Hersteller Kunststoffgreifer
Heinrich-Röhm-Str. 50, 89567 Sontheim
Deutschland
Mehr über Kunststoffgreifer
Kunststoffgreifer sind formangepasste Greifwerkzeuge aus Kunststoff, entwickelt für sensible Bauteile in hochvernetzten Produktionsumgebungen der Automatisierungstechnik. Sie verbinden geringes Gewicht mit anwendungsspezifischer Geometrie und unterstützen im Produktionssystem die präzise Übergabe zwischen Prozessschritten. Als Teil eines Robotersystems übernehmen sie das sichere Greifen, Positionieren und Übergeben von Kunststoffteil und Funktionsbauteil, ohne empfindliche Oberflächen zu beschädigen.
Praxisfelder und Funktionsprinzip
Typische Einsatzorte reichen von Verpackungsindustrie und Medizintechnik bis zur Elektronikmontage sowie Automobilfertigung. Beispiele sind Gehäuse, Armaturen, Stoßstangen und Mülltonnen sowie Rundmaterial und Faserhalbzeuge. In der Serienfertigung ebenso wie bei Großbauteilen und variablen Losgrößen unterstützen Kunststoffgreifer den Entnahmeprozess aus Formwerkzeugen, die Weiterverarbeitung oder die Kameraprüfung innerhalb abgestimmter Automatisierungslösungen.
Die Funktionsweise basiert auf Pneumatik oder elektrischer Aktorik. Ein Greifarm überträgt die Bewegung auf eine Backenform oder eine konturfolgende Einlage, alternativ sorgt Vakuum für Saugerhalt. Die geregelte Kraftverteilung und die auf das Entnahmeteil abgestimmte Bauform minimieren Schlupf, reduzieren Ausfallrisiken im Greifzyklus und stabilisieren die nachgelagerte Montage.
Konstruktion und Integration in Anlagen
Die Spannweite reicht von Zwei-Backen-Parallelgreifern über Zentriervarianten und Winkelvarianten bis zu 3D-gedruckter Speziallösung. Additive Fertigung mit präziser Schichtzerlegung ermöglicht konturgetreue Kontaktflächen für Funktionsbauteil, Rundmaterial oder Faserhalbzeug. Konstruktionen nutzen Gewichtsreserven, um die Systemmasse zu verringern und die Achsbewegungen dynamischer zu gestalten. Das ist bei beengtem Einbauraum und komplexen Entnahmesystemen besonders relevant.
Für die Anbindung an das Automatisierungssystem stehen Bajonettverschluss, Gelenkstück und standardisierte Flansche bereit. Endlagenschalter sichern die Positionsrückmeldung. Die Energieversorgung erfolgt pneumatisch mit Luftverteiler oder elektrisch, optional inklusive Vakuumerzeuger, und verbindet Greifer, Entnahmelösung und übrige Systembauteile. Modulare Klemmen, Dämpfer und Sensorik folgen dem Baukastenprinzip und vereinfachen die Integration in vorhandene Betriebsmittel und in jedes Automatisierungsvorhaben.
Eigenschaften und Leistungsdaten
Gegenüber Metallvarianten erlauben Greiferlösungen aus Polymer bis zu 70 Prozent Masseeinsparung, reduzieren Trägheitsmomente und senken die Antriebsanforderungen. Chemische Beständigkeit prädestiniert sie für Reinigungsmedien und die Lebensmittelindustrie. Moderne Materialien erreichen eine hohe Dauerfestigkeit mit über 10 Millionen Lastwechseln und verringern Stillstände in der Linie. Typische Parameter zur Positionsqualität bewegen sich im Bereich einer engen Wiederholgenauigkeit, abgestimmt auf ISO 9409‑1 und praxisnahe Montagetoleranzen.
Temperaturfenster hängen vom Polymer ab. Standardwerkstoffe liegen deutlich unter Metallen, Hochleistungskunststoffe erreichen höhere Grenzen, müssen jedoch hinsichtlich Kriechverhalten und Haltbarkeit bewertet werden. Insgesamt resultieren leichte Baukörper, die die Handhabung von Kunststoffteil und Entnahmeteil in taktzeitkritischen Zellen unterstützen, ohne die Prozessführung zu belasten.
| Eigenschaft | Nutzen im Betrieb | Prozessbezug |
|---|---|---|
| Geringe Systemmasse | Schnellere Bewegungen und geringere Antriebsleistung | OEE (Overall Equipment Effectiveness) stabilisieren |
| Chemische Beständigkeit | Einsatz mit Reinigern und aggressiven Medien | Wartungsaufwand senken |
| Oberflächenschonung | Konturangepasster Kontakt ohne Abrieb | Qualität sichern, Ausschuss reduzieren |
| Integrationsfähigkeit | Passende Schnittstellen zur Anlage und zur Steuerung | Rüstzeiten verkürzen |
| Kosteneffizienz | Wirtschaftliche Fertigung von Einzelkonturen | Beschaffung bei Speziallösungen vereinfachen |
Auswahlkriterien
Material, Bauform und Medienbeständigkeit
Die Materialwahl richtet sich nach Temperatur, Lastkollektiv und Medienkontakt. PA (Polyamid), POM (Polyoxymethylen) und PEEK (Polyetheretherketon) decken unterschiedliche Steifigkeits- und Abriebanforderungen ab, optional faserverstärkt. Die Bauform muss den Einbauraum und die Kontaktzone zum Werkstück präzise abbilden, dafür sind strukturierte Greifflächen und eine definierte Oberflächenbeschaffenheit entscheidend. Eine standortbezogene Bewertung der Einsetzbarkeit berücksichtigt Reinigungsmittel, Öle und mögliche Korrosion an angrenzenden Systembauteilen.
Technische Spezifikationen und Wartung
- Greifkraft und Hub: passend zum Gewicht und zur Kontur, damit Saugerhalt oder Klemmkontakt sicher bleibt und das Entnahmeteil nicht verformt.
- Positionsstreuung: Taktzeit, Montagegenauigkeit und Kameraprüfung erfordern definierte Streuungsgrenzen nach ISO 9409‑1.
- Zyklusleben und Service: geforderte Zyklenzahl, Demontagefreundlichkeit und Verschleißteilkonzept nach DIN EN ISO 13401 minimieren Rüstzeit und geplanten Stillstand.
- Schnittstellen und Steuerung: klare Integration von Pneumatik über Luftverteiler oder Elektrik, inklusive Endlagenschalter und Diagnose für das Entnahmesystem.
Technische Grenzen und Prozessführung
Thermische Lasten über dem Werkstofflimit, lang andauernde Biegung oder Schocklasten führen zu Kriech- oder Bruchrisiken. Eine belastungsgerechte Auslegung und saubere Lagerung verhindern vorzeitigen Ausfall. Kollisionen in der Zelle werden durch Softstops, Vorspannung in der Kinematik und Sensorik abgefedert. Prozessführung und Steuerprofil sollten Beschleunigungsspitzen begrenzen, um Materialermüdung im Greifzyklus zu dämpfen.
Die Greifflächen benötigen eine auf das Material abgestimmte Textur. Zu glatte Zonen verursachen Schlupf, zu raue Kanten beschädigen empfindliche Gehäuse. Beschichtungen und Mikrostrukturierung verbessern die Reibwerte. Eine abgestimmte Energieversorgung mit Vakuumerzeuger und Reduzierern, kombiniert mit Prüfsequenzen am Start der Schicht, erhöht die Funktionsreserve der Greiferlösung ohne unnötige Komplexität.
Markt, Hersteller und Entwicklung
Im Markt agieren Schmalz, SCHUNK, Zimmer Group, GIMATIC, IAI, Sommer-Automatic, P+F (Pepperl+Fuchs), Hafner, FIPA, Deckerform, Nonnenmann, ATI Industrial Automation, Applied Robotics und Robotiq. Pressemeldungen und Releases neuer Baureihen adressieren höhere Greifkräfte bei konstanter Masse, breitere Medienfenster sowie digitale Schnittstellen. Im Apparatebau und in der Beschaffung zählt die Kompatibilität mit Steuerung, Flansch und Peripherie, damit bestehendes Betriebsmittel ohne Zusatzaufwand weitergenutzt werden kann.
Kundenspezifische Speziallösungen per 3D-Druck bilden komplexe Konturen ab und reduzieren bei Losgrößen-Varianten die Umrüstschritte. In der Projektierung arbeiten Fertigungsmeister, Konstruktion und Qualitätssicherung zusammen, um Entnahmelösung, Automatisierung und Montage zu synchronisieren und die Maschinenverfügbarkeit zu stabilisieren. Schreibvarianten wie Kunststoffgreif tauchen gelegentlich in Pressemeldungen auf. Gemeint ist stets der Greifer für das jeweilige Automatisierungssystem.
FAQ zu Kunststoffgreifer
Wie erhöhen Kunststoffgreifer die Effizienz in der Fertigung?
Kunststoffgreifer senken Betriebskosten und steigern Produktivität. Ihr geringes Gewicht ermöglicht schnellere Taktzeiten und reduziert den Energieverbrauch der Roboterantriebe um bis zu 30 Prozent. Ihre schonenden Oberflächen verringern den Ausschuss empfindlicher Bauteile und sparen dadurch Materialkosten.
Wie fördern Polymergreifer die Nachhaltigkeit in der Industrie?
Polymergreifer erhöhen die Ressourceneffizienz und verringern Abfallmengen. Recycelbare Kunststoffe senken den ökologischen Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus. Ihre hohe Lebensdauer und die Möglichkeit, Ersatzteile per 3D-Druck herzustellen, reduzieren den Bedarf an Neuproduktionen.
Welche technischen Herausforderungen bestehen beim Einsatz leichter Greifsysteme?
Hauptanforderungen sind thermische Stabilität und Beständigkeit gegen abrasive oder aggressive Medien. Standard-Polymere verlieren bei hohen Temperaturen oder Chemikalienkontakt an Leistung, weshalb in solchen Anwendungen Hochleistungskunststoffe erforderlich sind. Eine sorgfältige Materialauswahl ist entscheidend, um Kriechverhalten und Dauerfestigkeit zu gewährleisten.
Welche technologischen Entwicklungen bestimmen die Zukunft von Kunststoffgreifern?
Zukünftige Kunststoffgreifer werden durch integrierte Sensorik, intelligente Materialien und KI gesteuert. Taktile Sensoren ermöglichen adaptives Greifen, selbstheilende Polymere reparieren Mikrorisse eigenständig, und KI optimiert Greifstrategien sowie Wartungsprozesse.
Warum sind kundenspezifische Kunststoffgreifer langfristig oft kosteneffizienter als Standardmodelle
Maßgefertigte Kunststoffgreifer sind optimal auf das Werkstück abgestimmt, verhindern Beschädigungen und reduzieren Ausschuss, insbesondere bei empfindlichen oder komplexen Bauteilen. Trotz höherer Entwicklungskosten sind sie durch additive Fertigung von Kleinserien und Einzelstücken wirtschaftlich, da Rüstzeiten und Lagerhaltungskosten sinken.
Wie lässt sich die Lebensdauer von Kunststoff-Greifwerkzeugen erhöhen?
Eine längere Lebensdauer von Kunststoff-Greifwerkzeugen wird durch präventive Wartung und optimierte Prozessführung erreicht. Regelmäßige Sichtprüfungen auf Verschleiß, sachgerechte Reinigung sowie die Begrenzung von Beschleunigungsspitzen im Greifzyklus verringern Materialermüdung. Eine geeignete Materialauswahl angepasst an die Einsatzumgebung trägt zusätzlich zur Haltbarkeit bei.
Welche Normen und Zertifizierungen gelten für Greifsysteme aus Kunststoff?
Für Greifsysteme aus Kunststoff sind vor allem Normen der Robotik und Automatisierung wie ISO 9409-1 für mechanische Schnittstellen relevant. Je nach Anwendung können zusätzliche Zertifizierungen erforderlich sein, etwa FDA-Konformität für die Lebensmittelindustrie oder ESD-Schutz für die Elektronikfertigung. Die Einhaltung dieser Standards sichert Kompatibilität und Prozesssicherheit.