Liste Hersteller Abscheider
Neue Weilheimer Str. 30, 73230 Kirchheim unter Teck
Deutschland
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Veröffentlichungen der Hersteller zu Abscheider
Weitere Hersteller Abscheider
- Coperion GmbH
- LET Meschede GmbH
Mehr über Abscheider
Trennsysteme für Abwasser sind Bestandteil jeder Abwasserbehandlungsanlage und schützen Gewässer vor belastenden Stoffen. Sie halten Feststoffe und Flüssigkeiten mit abweichender Dichte zurück, bevor das Wasser in die Kanalisation gelangt. Im Zusammenspiel mit moderner Ablauftechnik und der kommunalen Entwässerung steuern diese Einheiten den Stoffeintrag und schaffen verlässliche Rahmenbedingungen für nachgeschaltete Verfahren in der industriellen und kommunalen Verfahrenstechnik.
Grundlagen und Funktionsprinzipien
Die Trennung basiert auf Dichtedifferenz und Gravitation: Schwere Partikel sedimentieren zu Schlamm, leichte Phasen wie Öle steigen auf. Koaleszenzeinsätze verdichten feine Tropfen zu abtrennbaren Agglomeraten, während ein Prallblech Turbulenzen dämpft. Gehäuse, Einbauteil Schlammfang und der eigentliche Abscheiderteil arbeiten zusammen, und eine Verschlusseinrichtung hält die abgeschiedene Phase zurück. Der Sprachgebrauch kennt neben „Leichtflüssigkeitsabscheidung“ auch die Kurzform „Leichtflüssigkeitsabscheid“.
Werkstoff und Bauweise richten sich nach Medium, Temperatur und hydraulischer Last. Für den Ablauf eines Leichtflüssigkeitsabscheiders der Klasse I nach DIN EN 858-1 gilt ein Grenzwert von unter 5 mg/l Kohlenwasserstoffen. Fettabscheider nach DIN EN 1825 benötigen ein Schlammfangvolumen von typischerweise 200 Liter je Nenngröße. Diese Vorgaben prägen Geometrie, Strömungsführung und die Auswahl ergänzender Aufbauten.
Spezielle Bauarten und Branchenbezug
Leichtflüssigkeitsabscheider halten Kraftstoff, Schmiermittel, Bioheizöl und Biodiesel aus Abwässern zurück, wie sie in Werkstatt, Werkstatthalle, Waschanlage, Tankstelle, Parkhaus, Schrottplatz oder Kaserne auftreten. Bei der Großflächenentwässerung von Regenwasser mit potenzieller Kohlenwasserstoffbelastung sichern sie definierte Ablaufqualitäten. Fettabscheider behandeln tierische Fette und pflanzliche Öle der Lebensmittelindustrie, etwa in Großküche, Schlachthof, Metzgerei, Konservenherstellung, Fischverarbeitungsbetrieb, Kantine, Essensausgabe, Küchenbetrieb, Ölmühle, Speiseölherstellung, Tierfuttermittelherstellung sowie in Einrichtungen wie Krankenhaus.
| Typ | Anwendungsbeispiele | Normativer Bezug |
|---|---|---|
| Leichtflüssigkeitsabscheider | Tankstelle, Parkhaus, Werkstatthalle | DIN EN 858 (Klasse I < 5 mg/l KW) |
| Fettabscheider | Großküche, Kantine, Schlachthof | DIN EN 1825 (Bemessung nach NS und Last) |
| Schlammfang | Vorgeschaltet oder separat | DIN EN 858 / DIN EN 1825 (Mindestvolumina) |
Auswahl, Dimensionierung und Normen
Die Auslegung erfolgt durch Fachplaner auf Basis der Aufgabenstellung, des Abwasserstroms und der Stoffdaten. Ein strukturierter Fragebogen sichert belastbare Eingangsdaten und führt zur passenden Standardanlage oder Systemlösung. Neben der hydraulischen Leistungsfähigkeit stehen Dichteband, Temperaturverhalten und der geforderte Abscheidegrad im Fokus der Dimensionierung. Damit korrespondieren Bauvolumen, Strömungsführung und der Einsatz von Koaleszenztechnik im Sinne der Leichtphasen-Trennung.
- Nenngröße: NS 1 bis NS 100 adressieren die erforderliche Durchflusskapazität für den Bemessungszufluss.
- Schlammfangvolumen: Bemessung gemäß DIN EN 858 bzw. DIN EN 1825, bei Fettabscheidern typischerweise 200 Liter je NS.
- Speicher für Leichtphase: ausreichendes Volumen für Öl- oder Fettaufnahme bis zur nächsten Entsorgung.
- Hydraulik: Fließgeschwindigkeit und Dichte der Phase bestimmen Koaleszenz und Abtrennbarkeit.
- Temperatur: kurzzeitige Temperaturbeständigkeit bis 60°C ist sicherzustellen.
Zulassung, Genehmigung und Dokumentation
Vor dem Einbau stehen die Zulassung der Bauart und die behördliche Genehmigung. Zuständige Behörde und Drittstellen prüfen Zertifizierung, Bauartgenehmigung, Sicherheitsstandard und Qualitätssicherung. Herstellerunterlagen, Prüfprotokolle und Betriebsanweisungen sind zu archivieren. Dabei gelten Copyright-Regelungen der Anbieter. Die Dokumentation bildet die Grundlage für spätere Audits und für die normgerechte Betriebsführung nach DIN EN 858 und DIN EN 1825.
Betrieb, Inbetriebnahme und Überwachung
Die Erstinbetriebsetzung umfasst Dichtheits- und Funktionsprüfungen, die Messung des Ruhewasserspiegels und die Überprüfung der Verschlusseinrichtung. Im Betrieb sichern strukturierte Routinen die Zielwerte: Sichtkontrolle zur Erfassung von Schichtdicken, Entsorgung nach Füllstandsmarken, schonende Reinigung gegen Verschmutzung sowie Wartungsarbeiten an Aufbauteilen wie Deckel und Siphon. Die Funktionsfähigkeit von Einbauteilen einschließlich Prallblech ist zu erhalten. Koaleszenzflächen werden bedarfsgerecht gereinigt, ohne ihre Oberflächenstruktur zu beeinträchtigen.
- Sichtkontrolle: monatlich durch Betreiber mit Dokumentation von Füllständen und eventueller Auffälligkeiten.
- Wartung: jährlich durch Fachpersonal inklusive Reinigung, Überprüfung der Dichtungen und Austausch von Ersatzteilen.
- Generalinspektion: alle fünf Jahre mit Dichtheitsprüfung, Prüfung der Statik und Bewertung der Leistungsdaten.
Elektronische Hilfen erhöhen die Betriebssicherheit: Eine Warneinrichtung erfasst steigende Leichtphasenpegel, die Alarmanlage meldet Sensorwerte an die Leitstelle, und eine Warnanlage vor Ort signalisiert Eingriffe für das Handwerk. Die Integration in zentrale Pumptechnik verhindert Überläufe. Eine korrekt eingestellte Rückstauebene sichert den Rückstauschutz. Systeme mit Selbstreinigung reduzieren den manuellen Aufwand, entbinden jedoch nicht von normierten Kontrollen.
Schnittstellen zu Entwässerung und Verfahren
Die Einbindung in die betriebliche Entwässerung koppelt die Anlage an Vor- und Nachstufen der Verfahrenstechnik, etwa Filtration oder biologische Stufen. Bei verkehrsreichen Arealen steuern vorgelagerte Sedimentationsflächen die Großflächenentwässerung von Regenwasser, während nachgeschaltete Systeme das Ablaufwasser in die öffentliche Infrastruktur überführen. Schnittstellenbeschreibungen wahren die Trennung sensibler Bereiche der Wasserversorgung. So bleibt die Medienführung nachvollziehbar und betriebssicher.
Anbieter und Marktüberblick
Der Markt umfasst Serienlösungen und modulare Systeme von KESSEL, ACO Haustechnik, GEIGER-TM, GRAF, MALL, PWT Wasser- und Abwassertechnik, Sebatec, Sita Bauelemente, Funke Kunststoffe, GEP Wassermanagement, Hawle, REWATEC und Wilo. Die Unternehmen entwickeln Komponenten für die Trenntechnik, unterstützen die Auslegung gemeinsam mit dem Betreiberteam und liefern abgestimmte Schnittstellen zur Leittechnik und Ablauftechnik. Viele Anbieter sind Mitglieder in Fachverbänden und berichten auf Fachtagungen über Prüfmethoden, Betriebserfahrungen und neue Sensorik.
FAQ zu Abscheider
Welche Auswirkungen hat eine unzureichende Wartung von Abscheidern?
Unterlassene Wartung von Abscheidern kann zu erheblichen Gewässerbelastungen führen, da Schadstoffe ungehindert in Kanalisation oder Oberflächengewässer gelangen. Dies verstößt gegen Umweltauflagen und kann Bußgelder sowie behördliche Auflagen nach sich ziehen. Zudem kann die Leistungsfähigkeit nachgeschalteter Kläranlagen beeinträchtigt werden, was zusätzliche Kosten verursacht.
Wie können die Betriebskosten von Trennsystemen effizient gesenkt werden?
Betriebskosten lassen sich durch präventive Wartung und an den tatsächlichen Bedarf angepasste Entsorgung reduzieren. Füllstandssensoren vermeiden unnötige Entleerungen und optimieren die Entsorgungsintervalle. Eine von Beginn an korrekt dimensionierte Anlage senkt zudem langfristig den Aufwand.
Welche Bedeutung haben digitale Technologien für die zukünftige Überwachung von Abscheidern
Digitale Technologien wie IoT-Sensoren und Cloud-Plattformen ermöglichen die Echtzeitüberwachung von Abscheidern. Sie erfassen Füllstände und Störungen und melden diese automatisch an Betreiber oder Wartungsdienste. Dadurch wird prädiktive Wartung unterstützt, der Personaleinsatz optimiert und die Dokumentation für behördliche Nachweise verbessert.
Wer ist rechtlich für den Betrieb von Abscheideranlagen verantwortlich?
Für Betrieb und Wartung einer Abscheideranlage ist der Betreiber rechtlich verantwortlich. Dies kann je nach vertraglicher Regelung der Grundstückseigentümer, Pächter oder ein beauftragtes Unternehmen sein. Pflichtverletzungen können zivilrechtliche Haftung und strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Wie erfolgt die umweltgerechte Entsorgung abgeschiedener Öle und Fette?
Abgeschiedene Öle und Fette sind als Sonderabfall einzustufen und müssen durch zertifizierte Entsorgungsfachbetriebe gemäß den gesetzlichen Vorgaben recycelt oder entsorgt werden. Eine Einleitung in Kanalisation oder Gewässer ist verboten. Die Entsorgungsintervalle richten sich nach Füllstand und behördlichen Auflagen.
Wann ist der Einbau eines Leichtflüssigkeitsabscheiders der Klasse I vorgeschrieben?
Ein Leichtflüssigkeitsabscheider der Klasse I ist erforderlich, wenn Abwässer mit hohen Konzentrationen an Leichtflüssigkeiten wie Mineralölkohlenwasserstoffen anfallen und in schützenswerte Gewässer eingeleitet werden. Dies gilt insbesondere für Tankstellen, Waschanlagen und größere Parkflächen in Wasserschutzgebieten. Maßgeblich ist der Grenzwert von 5 mg/l Kohlenwasserstoffen im Ablauf.
Hintergrund: Abscheider
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Leichtflüssigkeitsabscheider Wikipedia
Leichtflüssigkeitsabscheider trennen Öle durch Dichteunterschiede und Koaleszenz (Klasse I ≤ 5 mg/l, EN 858). System: Schlammfang, Abscheider mit Tauchwand/selbsttätigem Abschluss, Probeentnahme, Warneinrichtung. Einsatz: Tankstellen, Werkstätten; Wartung/Generalinspektion nach DIN 1999-100.