Kartesische Roboter: Offen für jede Programmiersprache

Artikel, letzte Änderung: , Autor : stefan-lorz

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Eine alltägliche Situation: Der Käufer ordert kurzfristig noch ein kartesisches Handling-System für die bestellte Maschine, die bereits in der Montage steht. Eigentlich ein Grund zur Freude, aber der Elektrokonstrukteur fragt sich, woher er den Platz im bereits bestückten Schaltschrank nehmen soll. Die Programmierung könnte der junge Ingenieur übernehmen, der im vergangenen Monat angefangen hat. Aber der beherrscht keine SPS-Programmierung, da diese an den Hochschulen nicht mehr gelehrt wird. Genau solchen Aufgaben haben wir uns bei der Entwicklung von ctrlX AUTOMATION gestellt: Minimaler Bauraum, verringerter Engineering-Aufwand und Offenheit für zeitgemäße Programmiersprachen, um kartesische Systeme schneller und einfacher als bisher zu automatisieren.

Weltweit gehören 75 Prozent der arbeitenden Bevölkerung zur Generation Y, die mit dem Internet und dem Smartphone aufgewachsen ist. Diese Generation hat andere Ansprüche an die Handhabung von Technik. Das gilt für Maschinenanwender genauso wie für die Ingenieure bei Maschinenherstellern. An den Hochschulen wird SPS-Programmierung kaum noch gelehrt. Junge Programmierer arbeiten mit Hoch- und Skriptsprachen oder grafischen Programmierumgebungen. Auch arbeiten sie immer weniger mit PCs und Laptops, sondern nutzen mobile Endgeräte wie Tablets oder das Smartphone.

Warum das wichtig ist? Weil die bisherige Automatisierung diese Trends weitgehend ignoriert hat. ctrlX AUTOMATION ist die erste Automatisierungsplattform, die diese Generation abholt und ein zeitgemäßes Engineering bietet. Im ersten Step fokussiert sich ctrlX AUTOMATION mit der in den Antrieb integrierten Steuerung ctrlX CORE auf Robotik und Handling. Kartesische Roboter kommen nahezu universell zum Einsatz, zum Be- und Entladen von Kunststoff- und Werkzeugmaschinen, in der Logistik und in der allgemeinen Automatisierung.

Bis zu 50 Prozent kompakter

Die neue Antriebsgeneration ctrlX DRIVE spart bis zu 50 Prozent Platz im Schaltschrank. Ein 3-Achs-Handling hat ein Prototyp-Kunde z. B. auf 100 mm Baubreite realisiert. Die Antriebe bauen nicht nur kompakter, sondern ersetzen durch die hohe Funktionsintegration auch bislang notwendige Zusatzkomponenten. Die Antriebe sind im 50mm Raster mit Ein- und Doppelachsreglern beliebig erweiterbar. Über den gemeinsamen DC-Bus steigert ctrlX DRIVE die Energieeffizienz und Konstrukteure können die installierte Leistung reduzieren. Weniger Bauraum und Gewicht sind im Handling besonders wichtig, denn die Antriebe fahren oft mit den Achsen mit. Je weniger Masse zu bewegen ist, desto weniger Leistung ist erforderlich.

Auch die Bedienung der Systemlösung entspricht den Erwartungen der neuen Generation: Durch eine eigens entwickelte Halterung mit dreistufigem Zustimmtaster können handelsübliche 10“ Tablets integriert werden. Das ermöglicht eine kostengünstige Bedienung. Bediener rufen den Webserver der ctrlX AUTOMATION Steuerung auf und können direkt neue Bewegungen erstellen.

Engineering-Aufwand deutlich verringert

Besonders stolz sind wir darauf, dass ctrlX AUTOMATION den Engineering-Aufwand um bis zu 50 Prozent reduziert. Maschinenhersteller können wie gewohnt die Bewegungsabläufe in den SPS Sprachen nach IEC 61131 programmieren. Sie können aber auch mit C/C++ arbeiten oder die grafische Programmierumgebung Blockly nutzen. Dabei können sie beispielsweise jederzeit zwischen Blockly und Textsprachen wechseln. Die Software übernimmt durchgängig alle Eingaben unabhängig von der Programmiersprache. Damit ist jeder Techniker, auch ohne SPS-Kenntnisse, in der Lage, die Erstinbetriebnahme zu übernehmen.

In ctrlX MOTION sind alle handling-typischen Bewegungen vordefiniert. Der Inbetriebnehmer kann elektronische Gantry, Point-to-Point, lineare oder zirkulare Bewegungen anwählen, die Bewegungen verschleifen und Sicherheitszonen definieren. Eine integrierte Kollisionsvermeidung schützt das Handling bereits beim Programmieren. Zusätzlich sorgen Smart Apps wie die Vibrationsvermeidung für eine höhere Dynamik und Produktivität. ctrlX IOT regelt die nahtlose Vernetzung mit übergeordneten IT-Systemen. Dadurch, dass ctrlX CORE so offen ist, können Maschinenhersteller auch ihre eigene Motion Control einfach als App integrieren und durch zusätzliche, selbst erstellte Funktionen beliebig erweitern.

Kommen wir zurück zum Maschinenhersteller, der kurzfristig die Kundenmaschine um ein Handling-System erweitern muss. Mit ctrlX AUTOMATION hat er die am Markt kompakteste Lösung und der Elektrokonstrukteur muss sich viel weniger Gedanken um seinen Schaltschrank machen. Und der junge Kollege muss nicht bis zur SPS-Schulung warten. Er kann direkt mit der Programmierung und Erstinbetriebnahme beginnen – übrigens auch virtuell, noch bevor die erste Achse eingebaut ist.

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